Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Gerhard Wischniewski

Prägender Forenuser

  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich
  • »Gerhard Wischniewski« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 4 455

Registrierungsdatum: 7. April 2011

1

Sonntag, 12. Juni 2011, 00:23

PIZZETTI, Ildebrando: Assassinio nella Cattedrale

Ildebrando Pizzetti ( 1880 - 1968 )

Assassinio nella Cattedrale
(Mord in der Kathedrale)

Oper in zwei Akten mit einem Zwischenspiel

Libretto: Alberto Caselli und Ildebrando Pizzetti
Originalsprache: Italienisch

Uraufführung 1958 in Mailand

DIE PERSONEN DER HANDLUNG

Thomas Becket, Bischof von Canterbury
Drei Priester, Tenor, Bariton, Tenor
Ein Herold, Tenor
Vier Versucher, Tenor und Bässe
Zwei Chorführerinnen, Sopran, Mezzosopran
Vier Ritter, Tenor, Bariton, Bass
Priester, Frauen- und Kinderchor

Zeit und Ort der Handlung: Canterbury, Dezember 1170


Vorgeschichte: Thomas Becket war Kanzler Heinrichs II von England. Als dieser ihn zum Erzbischof bestellt, tritt dieser entgegen den Erwartungen Heinrichs entschlossen für die Rechte der Kirche ein. Es kommt zum Streit mit dem König und Becket muß seine Gemeinde in Canterbury verlassen. Er reist nach Frankreich und Italien, um den französichen König und den Papst einzuschalten.

Beide Akte und das Zwischenspiel finden in der Kathedrale von Canterbury statt.

Inhaltsangabe

ERSTER AKT
Die Gemeinde von Canterbury beklagt das Unrecht auf Erden und erwartet nach siebenjähriger Abwesenheit die Rückkehr ihres Erzbischofs.Ein Herold verkündet die Rückkehr Beckets und erklärt, dass dieser – in Einigkeit mit dem Papst und den französichen König seine Einstellung gegenüber Heinrich nicht geändert habe. Die Frauen, die Schlimmes ahnen, wünschen, er möge wieder nach Frankreich zurückkehren. Aber die Priester mahnen sie, ihn würdig zu empfangen.
Da trifft Becket ein und segnet die Gläubigen. Als er sich zurückgezogen hat, erscheinen vier Versucher.
Der erste erinnert ihn an die ausgelassenen Feste am Könighof und versucht, ihn zu überreden, zu dem alten Leben zurückzukehren, was er als Mann Gottes entschieden ablehnt.
Der zweite führt ihn die alte Glorie vor und fordert ihn auf, als Kanzler wieder das Reich zu führen und den Suprematanspruch der Kirche aufzugeben. Aber Becket verlangt es nicht nach weltlicher Macht.
Der dritte versucht, ihn dazu anzustiften, sich mit den Normannen zu verbinden, die die Herrschaft über England beanspruchen. Doch Becket lehnt die als Verrat ab.
Der vierte flüstert ihm ein, den Weg des Matyriums zu gehen, damit er als Heiliger die Glorie im Himmel und in der Nachwelt erringe. Becket bittet seinen Schutzengel, ihm beizustehen

ZWISCHENSPIEL
In seiner Weihnachtpredigt spricht der Erzbischof über Leben, Tod und Martyrium. Er ahnt voraus, dass dies wohl seine letzten Worte an seine Gemeinde sein werden und bittet sie, diese im Herzen zu behalten, um sich in späterer Zeit daran zu erinnern.

ZWEITER AKT
Die Chorführerin bejammert erneut die Schlechtigkeit der Welt und dass es selbst zu Weihnachten keinen Frieden gibt.Vier Ritter erscheinen als Boten des Königs und verlangen, den Erzbischof zu sprechen. Dieser tritt ein und heißt sie willkommen. Sie aber halten ihm seine Vergangenheit vor und bezichtigen ihn des Verrats am König. Sie verlangen, den Bann gegen den König und die von Ihm eingesetzten Bischöfe aufzuheben. Ausserdem solle er das land verlassen. Er lehnt das Ansinnen ab, weil nur der Papst den Bann lösen könne und er als Hirte seine Herde nicht wieder verlassen werde. Die Ritter entfernen sich, indem sie verkünden, mit dem Schwert wiederzukommen.
Die Frauen stimmen wiederum ihre Klagen an und bitten den Erzbischof, für sie zu beten, und er erteilt noch einmal seinen Segen.
Die Priester flehen Becket an, nicht länger zu verweilen, doch er erklärt, sich in sein Schicksal zu fügen.
Während in der Kathedrale das „Dies irae“ und die Klagen der Frauen ertönen, nähern sich die Mörder. Die Priester wollen die Türen verschließen, doch der Erzbischof befiehlt, sie zu öffnen. Das Haus Gottes muß für alle offen sein.
Die Ritter dringen ein und verlangen nach dem Erzbischof. Dieser erscheint im vollen Ornat. Sie bedrängen ihn noch einmal, den Bann aufzuheben und dem König Gehorsam zu bezeigen. Becket jedoch wirft ihnen Verrat an sich und Gott vor, dessen Haus sie entweihen. Da erstechen sie ihn. An den Stufen des Altar bricht der Erzbischof zusammen, während die Klagelieder der Gemeinde ertönen.
Den Abschluss bildet ein Lobgesang zur Ehre Gottes und des neuen Märtyrers, der mit den Worten endet: „Heiliger Thomas bitte für uns“.

Anmerkung: Pizzetti gilt als Mitbegründer der modernen italienischen Musik. Bekannt wurde er durch seine Schaupielmusik zu Gabriele d'Annunzios "La Nave": Neben dieser Oper hat er noch 12 weitere Opern geschrieben.
Ich mache dringend darauf aufmerksam, dass die szenischen Vorschriften, wie sie in der Partitur mit großer Genauigkeit angegeben sind, mit skrupulöser Treue befolgt werden.
(Wagner in einem Brief zu seinem "Tannhäuser" an Stocks 1841)

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

Beiträge: 5 200

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

2

Sonntag, 12. Juni 2011, 09:31

Danke für die Vorstellung "Der Mord in der Kathedrale" und die ausführliche Bewschreibung. Interessiert hätte mich nun noch ob es Aufnahmen dieses Werkes gibt und ob Du, lieber Gerhard, die Begegnung mit dieser Oper für lohnend erachtest?
Ich hatte vor einiger Zeit das Erlebnis eines Juwels, und zwar mit der Oper "Tanderadei" von Hendrik Wehding. Mit einigen Tamino-Freunden hörten wir uns Ausschnitte aus diesem Werk beim Treffen bei der Gottlob-Frick-Gesellschschaft an und waren alle begeistert. Das Lied des Henkers ist ein Ohrwurm aus dieser Oper, der uns tagelang nicht aus dem Kopf ging.
Es ist also ein dankenswertes Unterfangen, wenn fast unbekannte Werke im Tamino-Forum vorgestellt werden. Dann aber bitte mit möglicher Bezugsquelle und eigener Beurteilung, zu der Du, lieber Gerhard, ja im besonderen fähig bist.
Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Gerhard Wischniewski

Prägender Forenuser

  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich
  • »Gerhard Wischniewski« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 4 455

Registrierungsdatum: 7. April 2011

3

Sonntag, 12. Juni 2011, 10:26

Hallo, lieber operus,

Erst einmal vielen Dank für die freundlichen Worte. Es gibt eine Aufnahme auf CD mit Hans Hotter unter Herbert von Karajan und die DVD-Aufnahme mit Ruggero Raimondi aus der Basilica San Marco in Bari (zu finden unter dem italienischen Titel, die ich für sehr gut halte und die auch meiner Beschreibung zugrunde liegt (bei Amazon). Die DVD lohnt sich für meine Begriffe, allein wegen der Stimme und Darstellung durch Ruggero Raimondi. Ich selbst finde auch die Musik recht ansprechend (ich bin ja immer wieder begierig, Neues kennenzulernen). Ohrwürmer gibt es allerdings darin nicht.

Ansonsten liebe Pfingstgrüße
Gerhard :hello:

Angebot, einer Kopie von Moderation gelöscht, da
wir als Forenbetreiber für derlei zu Verantwortung gezogen werden können -
slbst dann - wenn das Orignal nicht am Markt ist
Universal Classics ist Copyrightbesitzer
LG MOD 001 ALFRED
Ich mache dringend darauf aufmerksam, dass die szenischen Vorschriften, wie sie in der Partitur mit großer Genauigkeit angegeben sind, mit skrupulöser Treue befolgt werden.
(Wagner in einem Brief zu seinem "Tannhäuser" an Stocks 1841)

Harald Kral

Erleuchteter

  • »Harald Kral« ist männlich

Beiträge: 14 983

Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

4

Donnerstag, 1. März 2012, 09:23

Premiere heute vor 54 Jahren:

L'assassino nella cattedrale
(Der Mord im Dom),
Oper in 2 Akten von Ildebrando Pizzetti,
Text vom Komponisten nach Alberto Castellis Übersetzung von T. S. Eliots Murder in the Cathedral (1935),
Behandelt die Ermordung des Thomas Becket (Bass) in der Kathedrale von Canterbury 1170.
Uraufführung: 1.3.1958 Mailand, Teatro alla Scala
mit: Nicola Rossi-Lemeni • Gabriella Carturan • Enrico Campi • Aldo Bertocci • Mario Ortica • Dino Dondi • Antonio Cassinelli • R. Pellinzoni • Leyla Gencer • Niccola Zaccaria,
Dirig. Gianandrea Gavazzeni, Insz. Wallmann.



- 1960 Wien (unter Karajan mit Hans Hotter als Erzbischof),
- 2000 Turin mit Ruggero Raimondi als Becket (Dirigent: Bruno Bartoletti; Inszenierung: John Cox).

LG

:hello:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Fiesco

Prägender Forenuser

  • »Fiesco« ist männlich

Beiträge: 660

Registrierungsdatum: 30. August 2017

5

Mittwoch, 17. Januar 2018, 18:59

Hallo, lieber operus,

Erst einmal vielen Dank für die freundlichen Worte. Es gibt eine Aufnahme auf CD mit Hans Hotter unter Herbert von Karajan und die DVD-Aufnahme mit Ruggero Raimondi aus der Basilica San Marco in Bari (zu finden unter dem italienischen Titel, die ich für sehr gut halte und die auch meiner Beschreibung zugrunde liegt (bei Amazon). Die DVD lohnt sich für meine Begriffe, allein wegen der Stimme und Darstellung durch Ruggero Raimondi. Ich selbst finde auch die Musik recht ansprechend (ich bin ja immer wieder begierig, Neues kennenzulernen). Ohrwürmer gibt es allerdings darin nicht.
Ansonsten liebe Pfingstgrüße5
Gerhard :hello:


Heute Mittag gesehen .....



.....gibt es schon lange wieder ;) .
Wie schon angemerkt R.Raimondi als Thomas Becket Bischof von Canterbury, ist perfekt in dieser Aufnahme !
In Frankfurt gab es eine fantastische Inszenierung, wenn ich mich recht erinnere mit John Tomlinson!?

LG Fiesco


PS: In der Threaderöffnung fände ich es sehr schön wenn man doch bitte den Namen Pizetti in Pizzetti ändern, und vielleicht bei den Personen der Oper noch die Partie des >Thomas Becket Bischof von Canterbury, Bass< hinzufügen könnte. Danke!
Die Tonkunst begrub hier einen reichen Besitz, aber noch viel schönere Hoffnungen.

Grillparzers Worte auf der Reliefplatte Schuberts.

Gerhard Wischniewski

Prägender Forenuser

  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich
  • »Gerhard Wischniewski« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 4 455

Registrierungsdatum: 7. April 2011

6

Donnerstag, 18. Januar 2018, 10:56

Lieber Fiesco,

danke, das war ein Tippfehler beim Titel, während ich es in der Inhaltsangabe richtig mit 2 "z" geschrieben habe. Auch mit der Ergänzung "Thomas Becket, Bischof von Canterbury" (der ja die Hauptperson der Handlung ist) bin ich natürlich einverstanden: Ich weiß nicht, warum mir nicht aufgefallen ist, dass ich gerade diesen vergessen habe. Es ist eine meiner ersten Inhaltsangaben nach meinem Eintritt ins Forum und meinem Interesse zur Mitwirkung am Opernführer und ich war auch noch nicht mit dem Schema, nach dem wir unsere Beschreibungen aufbauen, so vertraut. Ich möchte daher den Moderator um der Einheitlichkeit willen auch bitten, im Thementitel die italienische Bezeichnung zu nennen und in der (roten) Überschrift den Titel insoweit umzustellen, als die italienische Bezeichnung (ohne Klammern) zuerst erscheint (24 Punkt) und die deutsche Übersetzung (ohne Klammer) darunter (14 Punkt).

Liebe Grüße
Gerhard

Ich hoffe, dass alles wunschgemäß geändert wurde. TP
Ich mache dringend darauf aufmerksam, dass die szenischen Vorschriften, wie sie in der Partitur mit großer Genauigkeit angegeben sind, mit skrupulöser Treue befolgt werden.
(Wagner in einem Brief zu seinem "Tannhäuser" an Stocks 1841)

Fiesco

Prägender Forenuser

  • »Fiesco« ist männlich

Beiträge: 660

Registrierungsdatum: 30. August 2017

7

Donnerstag, 18. Januar 2018, 11:46

Hallo Gerhard, überhaupt kein Problem , sah es Gestern nur beim Posten! :thumbsup:

LG Fiesco
Die Tonkunst begrub hier einen reichen Besitz, aber noch viel schönere Hoffnungen.

Grillparzers Worte auf der Reliefplatte Schuberts.

Gerhard Wischniewski

Prägender Forenuser

  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich
  • »Gerhard Wischniewski« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 4 455

Registrierungsdatum: 7. April 2011

8

Donnerstag, 18. Januar 2018, 12:15

Lieber Fiesco,

ich bin ja dankbar, wenn jemand Schreibfehler oder sachliche Fehler findet, auch vielleicht eine etwas unverständliche Formulierung. Das dient mir und dem Opernführer im Forum. Über manche Inhaltsangabe sitze ich manchmal wochenlang, vor allem, wenn es sich um ein italienisches Libretto (zu dem es keine deutsche Übersetzung gibt) handelt, weil ich diese Sprache autodidaktisch gelernt habe und nicht so gut wie Französisch beherrsche. Hinzu kommt, dass dort oft Verkürzungen oder Fachausdrücke verwendet werden, die ich vergeblich im Lexikon suche. Bei manchen Inhaltsangaben, die nur auf einem italienischen Libretto beruhen,war ich schon nahe daran, diese Oper ganz aufzugeben (wie z.B. der letzten = "Nerone" von Boito), habe aber dann weiter mit mir gekämpft.
Grundsätzlich lese ich dann meinen Entwurf noch ein- oder zweimal, ehe ich ihn ins Forum übertrage. Aber dabei übersieht man - vor allem bei längeren Texten - auch immer noch mal etwas. Manchmal sehe ich selbst auch nachträglich etwas, wenn ich mir meine eigene Inhaltsangabe nach einem längeren Zeitraum vor dem Betrachten einer Oper noch einmal vornehme. Unter dem Thema "Neues zum Opernführer" kannst du sehen, dass ich einen Moderator (in der Regel Reinhard) um Korrektur gebeten habe Daher bitte ich jeden, der einen Fehler sieht, das hier zu melden, damit es ggf. korrigiert werden kann bzw. mir eine deutlichere Formulierung einfällt.
Lieber Thomas (ich entnehme das deinen Initialen) danke.

Liebe Grüße
Gerhard
Ich mache dringend darauf aufmerksam, dass die szenischen Vorschriften, wie sie in der Partitur mit großer Genauigkeit angegeben sind, mit skrupulöser Treue befolgt werden.
(Wagner in einem Brief zu seinem "Tannhäuser" an Stocks 1841)

Fiesco

Prägender Forenuser

  • »Fiesco« ist männlich

Beiträge: 660

Registrierungsdatum: 30. August 2017

9

Donnerstag, 18. Januar 2018, 12:56

Hallo Gerhard, du musst dich doch nicht so groß rechtfertigen, das versteht doch jeder, also alles OK! :)

LG Fiesco
Die Tonkunst begrub hier einen reichen Besitz, aber noch viel schönere Hoffnungen.

Grillparzers Worte auf der Reliefplatte Schuberts.