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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN
  • »Johannes Roehl« ist männlich

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Registrierungsdatum: 12. August 2005

31

Dienstag, 17. Januar 2006, 16:29

Zitat

Original von Theophilus

Zitat

Die Aussage von Brendel hat mich stets irritiert und an ihm zweifeln lassen;...

Wieso ist es so schwer, einem Künstler einfach seine Meinung zu lassen? Man muss ja nicht mit ihm übereinstimmen. Aber man kann in der Regel (und bei Brendel wohl im Besonderen) davon ausgehen, dass er sich dabei etwas gedacht hat.


Jemand hat ja zitiert, was er sich dabei gedacht hat (ich hatte mal die Geschichte gehört, er lasse die Wdh. weg, damit er die drei letzten Sonaten komplett an einem Abbend im Konzert spielen könnte, diese Begründung fand ich nun wirklich schwach...). Ich maße mir hier kein Urteil, finde aber schon etwas seltsam, wie locker einer, der als "Schubert-Papst" gilt, originalen Notentext wegläßt. Mit Balance zwischen den Sätzen ist es in den meisten der Schubert-Sonaten eh nicht weit her; offenbar hatte das für den Komponisten keine hohe Priorität, muß also auch nicht vom Interpreten "gerettet" werden...

Aber das gehört wirklich nicht in einen thread zu Frau Pires, sondner in einen zu Schuberts D 960 oder zu Brendel!

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

AcomA

Profi

  • »AcomA« ist männlich

Beiträge: 563

Registrierungsdatum: 8. Juli 2005

32

Dienstag, 17. Januar 2006, 17:15

hallo Herr Roehl, brendels begründung klingt schwach, da sie simpel ist. vielleicht wollte er vermeiden zu sagen, dass er die wiederholungen weglässt, da er langeweile und ermüdung beim publikum fürchte, wie z.b. es auch arthur rubinstein tat.

gruß, siamak
Siamak

observator

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33

Mittwoch, 18. Januar 2006, 11:29

Zitat

Original von observator
zumindest hat er in seiner 3. einspielung ende der 90er jahre (glaubich -ich hab jetzt die cd nicht bei mir zum nachschauen) die exposition auch nicht wiederholt...

bytheway: ich werde einmal zu hause in meiner gar nicht so kleinen sammlung nachhören, wer aller noch diese wh auslässt.

:hello: aus schubert-town


das ist jetzt dort
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

musicophil

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Registrierungsdatum: 19. Februar 2006

34

Montag, 16. April 2007, 14:00

RE: Maria Joáo Pires

Zitat

Original von reklov29
Die Mozart-Klavierkonzert-Einspielungen eines Brendel galten jahrelang als das Non- plus- Ultra in der
Musikszene....... und nun sollen sie wegen einem neu aufgegangenen Stern nicht mehr unseren Zeitgeist und Geschmack entsprechen?....
Dem kann und mag ich nicht zustimmen

Lieber Volker,

Ich gehöre doch zu der älteren Generation, und die Aufnahmen von vielen berühmten Pianisten sind mir schon lange bekannt. Und trotzdem haben die Brendelausführungen von Mozart mir nie gefallen. Liegt es an dem Aufnahmetechnik, liegt es an seinem Spiel? Vermutlich ist es eine Kombination von beiden.

Für mich bleibt ganz oben die m.E. unvergleichbare Clara Haskil stehen.
Aus der Haskilthread habe ich einige Zeilen kopiert:

Zitat

Am Meisten wurde/wird - meines Erachtens - ihre Auffassung geteilt von Ingrid Haebler, Murray Perahia und Maria-João Pires. Es möge deutlich sein, dass genau diese Annäherung von Mozart von mir am meisten gewürdigt wird.

Für mich ist nicht wichtig ob es ja oder nein ein neuer Stern ist, sondern ob er/sie gut spielt.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

sagitt

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35

Dienstag, 17. April 2007, 09:58

RE: Maria Joáo Pires

Sagitt meint:

Bei Brendel bin ich oft an Heinrich von Kleist erinnert, Über da Marionettentheater: der Mensch sieht seine Perfektion, und versucht diese, nachdem er die Natürlichkeit verloren hat, durch Tun wieder zu erreichen. Brendel war ja lange ein Tüftler. Ein Interpretierer. Haskil hingegen hat aus der Intuition heraus gespielt, sie hat ja nie unterrichtet, weil sie meinte, sie könne die Musik nicht " erklären".Mozart ist " erklärungsfeindlich"- Interpretation wirkt meist aufgesetzt. Einfach spielen, würde der Zen-Meister raten. Haskil tat dies, Brendel interpretierte. So wie Kleist es schreibt, ist dem Interpretierer Vollendung versagt. Er steht mit seiner Interpretation zwischen sich und dem Werk. Pires hat in sehr guten Momenten auch ein Stück dieses " Bloß-Spielens " erreicht. Nicht so umfassend wie die Haskil, aber immer wieder ist auch bei ihr die Musik im Fluss. Bei Mozart heisst dies, anzuerkennen, dass auch mit wenigen Noten ungeheure Wirkungen erzielt werden können. Durch Schlichtheit und Natürlichkeit, die man nur in der Haltung der Demut verwirklichen kann.

Fairy Queen

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Registrierungsdatum: 27. April 2007

36

Donnerstag, 3. Mai 2007, 07:18

RE: Maria Joáo Pires

Hat jemand hier Maria Joao Pires schon live gehoert? Fuer mich zaehlen Live-Eindreucke eines Kuenstlers deutlich mehr als Studioaufnahmen.
Ich selbst hatte vor Jahren das Vergnuegen und zwar mit dem Konzert fuer zwei Klaviere von Mozart und einem anderen Klavierkonzert ebenfalls Mozart(leider weiss ich nicht mehr welches und wer der zweite Piansit war, ich gehe einfach in zuviele Konzerte, da streikt das Gedaechtnis :untertauch:.
Es war wirklich phantastisch und sie hat das Publikum voll in ihren Bann gezogen. Eine ganz kleine Person, auf den ersten Blick recht unscheinbar und gar kein Glamourtyp. Aber von einem grossen musikalischen Feuer beseelt. Dabei aber nie aufdringlich sondern elegant im Spiel und Ausdruck. Ich war begeistert von ihr und bin es weiter.
Fairy Queen :angel:
Leben zeugt Leben, Energie erschafft Energie. Man wird reich , indem man sich verschwendet. (Sarah Bernardt)

Caesar73

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  • »Caesar73« ist männlich

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Registrierungsdatum: 22. März 2005

37

Donnerstag, 3. Mai 2007, 18:51

RE: Maria Joáo Pires

Zitat

Original von Fairy Queen
Hat jemand hier Maria Joao Pires schon live gehoert? Fuer mich zaehlen Live-Eindreucke eines Kuenstlers deutlich mehr als Studioaufnahmen.


Liebe Fairy Queen,

ich habe Maria Joao Pires zusammen mit Augustin Dumay gehört- mit den Grieg-Sonaten. Das Konzert war ein unvergessliches Erlebnis. Ein intensives inniges Zusammenspiel! Aber auch die CD mit dem gleichen Programm ist gelungen. Zu den Liveaufnahmen: Natürlich ist ein Konzert immer ein besonderes Erlebnis- aber es gibt Künstler, die auch oder gerade im Studio besonders überzeugend waren: Glenn Gould beispielsweise, aber der ist sicher ein "Sonderfall".

Herzliche Grüße,:hello: :hello:

Christian
Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

Caesar73

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  • »Caesar73« ist männlich

Beiträge: 4 372

Registrierungsdatum: 22. März 2005

38

Montag, 20. April 2009, 07:05

Hallo,

nach langer Zeit scheint es tatsächlich wieder ein neues Album von Maria Joao Pires zu geben- am 25. Mai erscheint ein Chopin-Recital:




Es handelt sich dabei um eine Doppel-CD. Neben der Klaviersonate in h-moll stehen eine ganze Reihe von Mazurken auf dem Programm, daneben noch die As-Dur-Polonaise op. 61, zwei Nocturnes op. 62, einige Walzer und die Cello-Sonate.

Herzliche Grüße,:hello::hello:

Christian
Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

Roman

Fortgeschrittener

  • »Roman« ist männlich
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Registrierungsdatum: 4. März 2009

39

Montag, 4. Mai 2009, 21:42

Bonsoir,

Das ist ja mal eine gute Nachricht. Ich bin mal gespannt.

Ich besitze folgende Cd's.




Ich mag ihren zarten meditativen Anschlag, die Nocturnes klingen so wirklich "nächtlich".
Wir melden uns dann hier ab dem 25. Mai.

gruß
roman

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

Beiträge: 16 452

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

40

Dienstag, 2. März 2010, 00:35

Hallo, liebe Pires-Freunde,

auch ich hatte das Glück, Maria Joao Pires im letzten Herbst live zu erleben, und zwar in der Essener Philharmonie. Sie spielte das A-dur-Konzert von Mozart und wurde dabei begleitet vom Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam unter Ivan Fischer. Es war ein großes Erlebnis, eine der größten Mozart-Pianistinnen unserer Tage (neben Mitsuko Uchida und Lili Kraus) live zu erleben.
Ihre Gesamtaufnahme der Mozart-Sonaten (die erste aus den 70er-Jahren) steht ebenso in meiner Sammlung wie die Gesamtaufnahmen der anderen beiden.
Ist es nicht seltsam, dass es etliche Referenzeinspielungen von Pianistinnen mit den Mozart-Sonaten gibt aber nicht mit den Beethovensonaten?

Liebe Grüße

Willi
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

sagitt

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  • »sagitt« ist männlich

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41

Dienstag, 2. März 2010, 07:43

Ja,interessante Frage

Sagitt meint:

Es gibt ja wenig Beethoven von der Pires. Neben den Sonaten einige Klaviersonaten,früher bei erato und der Beginn einer Belgais-Reihe ( die aber schon wieder eingestellt zu sein scheint).

Bei Beethoven fand ich sie, die ich sonst überausschätze, nicht sonderlich überzeugend,umso erstaunlicher, als Pires durchaus, man höre sie mit Brahms. vollgriffig , leidenschaftlich zupacken kann und auch ihr Mozart bestimmt nicht süsslich ist.

Schubert spielt sie so überzeugend, bei Beethoven bleibt immer viel offen.

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
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Registrierungsdatum: 9. August 2004

42

Samstag, 4. März 2017, 00:53

Sieben Jahre sind seit dem letzten Beitrag verstrichen, womit sich die Frage ob Maria Joao Pires unterschätzt ist wohl von selbst beantwortet hat. Ich habe sie heute - spät aber doch - im Thread mit den großen Mozart Interpreten auf modernem Flügel in Erinnerung gerufen. Irgendwie kam ich dann auf die Idee nach weiteren Veröffentlichungen der Künstlerin Ausschau zu halten. Das Ergebnis ist irgendwie niederschmetternd. Die Einzelveröffentlichungen sind zumeist gestrichen, man kann allenfalls Megapakete mit "alles inklusive" kaufen.

Immerhin erschien 2013 bei Deutsche Grammophon eine bereits 2010 gemachte Aufnahme mit Schuberts Klaviersonaten D.845 & 960
über die in "Stereoplay" zu lesen war:,,Was hier zu erleben ist, ist großes, ganz großes Klavierspiel." Das kann ich auch nicht treffender formulieren.

Beim Erscheinen der Schubert CD dürfte sie schon für ONYX aufgenommen haben, denn 2014 erschien die 2013 gemachte Einspielung von Beethovens Klavierkonzerten Nr 3 und 4 mit dem Schwedischen Radio Symphony Orchester unter Daniel Harding. Es schaut so aus, als würde das nie ein Zyklus, weder kamen weitere Konzerte dazu, noch fand ich eine weitere Aufnahme für Onyx Immerhin 2 weitere Aufnahmen die interessant sein könnten.....

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

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43

Samstag, 4. März 2017, 02:14

Wie man sich denken kann, habe ich diese Aufnahmen allerdings mittlerweile auch von ihr:




und diese steht auf meinem Einkaufszettel:


Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
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sagitt

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44

Samstag, 4. März 2017, 10:02

"die 2013 gemachte Einspielung von Beethovens Klavierkonzerten Nr 3 und 5 mit dem Schwedischen Radio Symphony Orchester unter Daniel Harding. "Ich war schon verwundert. Wie Frau Argerich hat auch Maria Pires das fünfte Konzert nie aufgenommen (das wäre sicher eine genauere Betrachtung wert, warum dieses Konzert gemieden wird? S. Hat es auch nicht eingespielt oder Live aufgeführt). Der Blick aufs Cover beruhigt. Es war nicht das fünfte.

Danke für den Hinweis -Ein FLüchtigkeitsfehler meinerseits. Wer ihn sucht wird ihn nicht finden, da bereits berichtigt - MOD 001 Alfred

Dr. Holger Kaletha

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45

Sonntag, 12. März 2017, 09:52



In diese schöne Box habe ich ein wenig reingehört. Ihr Bach gefällt mir sehr - eben nicht so, wie man im Klavierunterricht lernt pulvertrocken ohne Pedal gespielt, was ich so gar nicht mag, sondern "pianistisch" mit Saft und Kraft aber den barocken Tonfall genau treffend - lebendig und empfindsam zugleich, ohne zu sentimentalisieren. Ebenso sehr angetan bin ich von ihrem Mozart. Die stürmende und drängende Sonate a-moll KV 310 spielt sie zwar nicht puristisch präziös, aber trotzdem "musikalisch" präzise, empfindsam und sensibel, innerlich bewegt wie es sein soll mit Leidenschaft und absolut stilsicher. Ein wirkliches Hörvergnügen!

Schöne Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

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46

Samstag, 25. März 2017, 17:36

Es gibt ein Booklet!



Das Booklet ist aufgetaucht! Da hatten sie die sinnreiche Idee, es da hinzupacken, wo man es zuletzt vermutet: unter die letzte CD Nr. 20 unten in die Box! Als ich mir heute eben diese Schumann-CD Nr. 20 raussuchte, entdecke ich es. :D

Schöne Grüße
Holger

Maurice

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47

Mittwoch, 17. Januar 2018, 16:13

Aktuelles von Frau Pires:

Die Kölner Philharmonie informiert:

Maria João Pires
tritt ab Januar 2018 von größeren Konzertprojekten zurück und ist daher für ihre geplanten Tourneekonzerte mit dem London Symphony Orchestra und Sir John Eliot Gardiner nicht verfügbar.

Wir sind dankbar, dass Piotr Anderszewski in Köln mit dem Orchester auftreten wird. Für die mit der Besetzungsänderung einhergehende Programmänderung bitten wir um Verständnis.
Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)