Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tamino Klassikforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

chrissy

Prägender Forenuser

  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 712

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

241

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 13:19

Zitat

von chrissy
Aber die Besetzung der Altpartie hier mit einem solchen Countertenor, mit einer (für mein Empfinden) unnatürlich weiblich klingenden Stimme - für mich geht das gar nicht,
das ist das Allerletzte. Da sträuben sich mir bei der Arie "Bereite Dich Zion...", die Nackenhaare.
Lieber Willi, mich freut es aber ehrlich, daß Dir, im Gegensatz zu mir, diese Aufnahme gefällt.
Hier zeigt sich auch mal wieder, wie unterschiedlich und konträr, Meinungen, Geschmäcker und Empfindungen sein können.
Lieber chrissy, oh ha da bist du mir aber schwer auf die Füße gestiegen mit deiner Aussage, ich als Countertenor Fan finde es keineswegs als das Allerletzte ( was für eine hässliche Aussage) nein, er singt das wunderschön und mit sehr viel Gefühl in der Interpretation!
Du hast ja von vornherein eine Abneigung gegen Counter und deshalb wird das nichts ?( , mit dir und den Counters! :no:

Höre dir trotzdem noch ein paar Sachen bei YouTube von Giullon an, der hats nämlich voll drauf mit Barock Musik, bes.Bach! ;)

LG Fiesco :hello:
Lieber Fiesco
Ja, ich habe es geahnt, daß ich mit meiner Aussage nicht nur Dir, sondern bestimmt auch einigen anderen Liebhabern dieser Stimmgattung "auf die Füße trete".
Deshalb wollte ich mich auch eigentlich gar nicht zu diesem Thema äußern. Aber, wie das eben so ist, jeder hat bestimmte Vorlieben und so auch bestimmte Abneigungen.
Und ich gebe zu, Countertenöre, egal wer und egal was, das geht bei mir gar nicht, war noch nie mein Ding.
Ich mag z. B. auch überhaupt nicht, wenn der Orlofsky in der Fledermaus von einem solchen gesungen wird - "Ich lade gern mir Gäste ein..." finde ich gräuslich.
Das geht bei mir einfach nicht. Nicht böse sein, aber für mich ist das unnatürlich.
Ich bin überzeugt, denke und hoffe, bei anderen Sachen sind wir bestimmt wieder auf einem gemeinsamen Nenner und einer Meinung.

In diesem Sinne, nichts für Ungut und sei herzlich gegrüßt
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

Fiesco

Prägender Forenuser

  • »Fiesco« ist männlich

Beiträge: 722

Registrierungsdatum: 30. August 2017

242

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 13:28

Lieber chrissy, ich bin dir keineswegs böse, nur das Wort -das Allerletzte- bewog mich dir zu Antworten!

In diesem Sinne
LG Fiesco
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

sagitt

Prägender Forenuser

  • »sagitt« ist männlich

Beiträge: 2 593

Registrierungsdatum: 1. November 2004

243

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 13:57

Sagitt meint:

Eindeutig gehöre ich zu den Befürwortern von Alt – Stimmen. Leider ist seit nun schon Jahrzehnten der Trend ein anderer. Eine Ferrier,Ludwig, von Otter und andere, ich nenne noch Susanne Krumbiegel, deren Stimme ich sehr schätze, kann mir kein Mann ersetzen.

Ich räume aber ein, dass ich in den vergangenen Jahrzehnten gerade bei dieser Stimmlage unglaublich viel getan hat. Wenn ich an die frühen Zeiten denke, eines Deller oder des in meinen Ohren schrecklichen Esswood ist dies heute ganz anders. Da gibt es so viele sehr gut an hörbare Stimmen.

Zugleich fragt man sich heute, wo sind die alt ist denen von Weltruf?

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

Beiträge: 16 697

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

244

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 14:59

Lieber Chrissy,

zu Damien Guillon hatte ich mich noch gar nicht geäußert, wollte es aber nach einer wie immer gearteten Reaktion noch tun. Zunächst möchte ich dir auf zwei von dir angesprochenen Aspekte antworten. Was die Naturtrompeten betrifft, so liebe ich sie seit Jahren zusehends. Gerade in dem von dir zietierten mitreißenden Basschor empfinde ich ihren Klang als strahlend und durchdringend, als ganz mitreißend. Da ist nichts von "dumpf" zu spüren. Die Streicher klingen ganz exzellent und transparent, sowohl die beiden Celli als auch der einzelne Kontrabass sind stets zu vernehmen und betören durch ihren warmen Klang.
Die Konzertmeisterin hat mich mit ihrm agilen Spiel tief beeindruckt und im Duett mit ihrer Bratschen,Kollegin bezaubert.
Nun noch ein Wort zum Chor:

Zitat

Chrissy: Schon der "dünn besetzte Chor" - 8 Damen, 8 Herren, gefällt mir nicht.

Vielleicht wusstest du noch nicht, lieber Chrissy, dass nach neuesten musikwissenschaftlichen Erkenntnissen die Chorpartien zu Bachs Zeiten lediglich von einem Solistenquartett gesungen wurden. Da ist die Zahl 16 doch schon etwas gan Anderes.
Aber wenn du bei meinem Lieblignschorsatz "Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen" (am Beginn des 3. Teils (Nr. 24) und am Schluss des 3. Teil(da capo) richtig hingehört hast, müsstest du gemerkt haben, welche Stimmgewalt diese 16 Sängeinnen und Sämger entfesselt haben, aber auch immer so transparent, dass der mitreißende Dreier-Rhythmus jederzeit präsent war.
Am Schluss zu Damien Guillon:

Zitat

Fiesco: Lieber chrissy, oh ha da bist du mir aber schwer auf die Füße gestiegen mit deiner Aussage, ich als Countertenor Fan finde es keineswegs als das Allerletzte ( was für eine hässliche Aussage) nein, er singt das wunderschön und mit sehr viel Gefühl in der Interpretation!

Ähnlich wie Fiesco hätte auch ich die Qualitäten dieses vortrefflichen Countertenors beschrieben. Ich würde ihn nach dieser Darbietung höher einordnen als Bejun Mehta und Philippe Jaroussky, aber das ist nur meine Privatmeinung und kein Anlass zu einem Stimmenvergleich. Gerade wenn ein Countertenor, oder sollte man hier besser sagen "Altus", nicht so besonders männlich hart klingt, wirkt er auf mich überzeugend. Und bei der Arie der Maria "Schlafe, mein Liebster" (2. Teil, Nr. 19), lief mir permanent ein Schauer über den Rücken, so ergriffen war ich von dem, was ich da hörte.
Und um noch einmal auf den Chor zurückzukommen: Die Nr. 21, für mich der schwierigste Chor in den ersten drei Kantaten (die anderen drei haben wir nicht aufgeführt), absolvierte der Chor mit unglaublicher Meisterschaft. Das war ein ganz rasantes Vivace, gespickt mit höchster rhythmischer Ausführung.

Liebe Grüße

Willi
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Fiesco

Prägender Forenuser

  • »Fiesco« ist männlich

Beiträge: 722

Registrierungsdatum: 30. August 2017

245

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 15:02

Zitat

von sagitt
oder des in meinen Ohren schrecklichen Esswood


Dazu kann ich nur sagen -Ohren putzen- :untertauch:

LG Fiesco
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

kalli

Profi

  • »kalli« ist männlich

Beiträge: 472

Registrierungsdatum: 14. Oktober 2010

246

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 17:05

Herreweghe

Ich glaube die Bluray ist was für mich - bei JPC ist sie übrigends günstiger. Mal sehen wie ich sie neben meinen vielen anderen einordne - Als DVD habe ich nur Gardiner - und der ist in meine Liste ganz oben.....

Liebe Grüsse

Kalli

Reinhard

Moderator

  • »Reinhard« ist männlich

Beiträge: 2 263

Registrierungsdatum: 11. August 2004

247

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 17:10

"Mein" Weihnachstsoratorium für dieses Jahr:



Eure Meinung würde mich interessieren.
Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
(Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

chrissy

Prägender Forenuser

  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 712

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

248

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 18:26

Liebe Taminos
Zunächst danke ich Euch herzlich für Eure Antworten, insbesondere William, für seine ausführlichen sachlichen Erklärungen, wo er wieder mal neben seiner mitreißenden Begeisterung wie immer auch ein großes, intensives Fachwissen beweist - Chapeau.
Ich gebe zu, ich habe geahnt, daß meine Meinung und Bewertung kaum auf Zustimmung stoßen wird. Trotzdem wollte ich meinen Eindruck mitteilen, denn,
wie gesagt und bekannt, Meinungen, Ansichten und Geschmäcker sind, wie alles im Leben, persönliches subjektives Empfinden und hat vielfältige Ursachen.
Vielleicht ist es was mich betrifft hilfreich, oder trägt zum besseren Verständnis bei, wenn ich mal eine persönliche Wesens - und Charaktereigenschaft offenbare:
Ich bin von jeher ein ganz, ganz großer Gewohnheitsmensch - mit Neuem tue ich mich sehr schwer - und das hat sich im Laufe der Jahre zunehmend bei mir verstärkt.
Das betrifft natürlich auch die Hörgewohnheiten.
Um beim Thema "Weihnachtsoratorium" zu bleiben - seit meiner Jugendzeit, kannte ich bis zur Wende hauptsächlich nur die Aufnahme mit dem Thomanerchor von 1958.
(Analog war es z. B. auch so mit den "Beethoven - Sinfonien" mit dem Gewandhausorchester unter Konwitschny).
Das hat sich bei mir alles manifestiert und so stehe ich Neuem kritisch und nicht immer aufgeschlossen gegenüber.
Natürlich hast Du recht, lieber William und ich weiß das schon in etwa, im Original war und ist der Chor personell nicht so groß. Ich weiß zwar nicht wieviele Chorsänger auf
der 58er Aufnahme mitwirken, aber auf jeden Fall sind es wohl hörbar viele. Und dann habe ich in den vergangenen Jahren zweimal das Oratorium mit den Kruzianern in der
Dresdner Kreuzkirche erlebt und viele Male in meiner heimatlichen Kreuzkirche. So zuletzt erst in einer großartigen Aufführung vor zwei Wochen (ich habe im Forum davon berichtet).
Und da waren etwa 80 Chorsänger zugange. Natürlich ist die Erinnerung daran noch ganz frisch und da fällt der Vergleich mit den nur 16 Choristen (für mich)
eben ganz anders aus. Der Höreindruck war da natürlich gewaltig und beeindruckend.
Das Weihnachtsoratorium mag ich ja ganz sehr. Insbesondere die Kantaten I - III, haben wunderschöne Stücke.
Ein Höhepunkt, auf den ich mich immer besonders freue, ist für mich der Klang der hellen Trompeten.
Und die kamen jetzt bei meiner erlebten Aufführung wieder ganz großartig und beeindruckend zum Einsatz, was ich bei der gestrigen TV - Aufnahme so nicht sagen kann.
Was meine Meinung zu den Countertönören betrifft, so möchte ich keinesfalls ihr Können und ihre Leistung negativ in Abrede stellen.
Aber ich mag diese Stimmlage generell nicht, egal was es ist.
So ging es mir auch bei der Übetragung von der Eröffnung der Elbphilharmonie, wo auch ein Countertenor ein oder zwei Stücke zum Besten gab. Das war und ist nichts für mich.
Und an dieser, meiner Meinung, wird sich auch nichts ändern, egal wie gut diese Solisten in der Bewertung anderer sind.
Lieber William, ich sage nochmals - ich finde es ehrlich richtig gut, daß Dir diese Herreweghe - Aufnahme gefällt und ich wünsche Dir viel Freude damit und musikalischen Genuß.

Beste Grüße an alle und nochmals nichts für Ungut, herzlichst
CHRISSY

Und hier als besonderen Gruß "Großer Herr und starker König..." die hellen Trompeten sind interessant, der Gesang ist hier für mich sekundär.

https://www.youtube.com/watch?v=Nn3vqGILJDA

Anfang, dann 1.45 Min., 2.34, 3.15, 5.00
Jegliches hat seine Zeit...

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

Beiträge: 16 697

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

249

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 18:48

Dieses war der erste Streich, lieber Reinhard. Jetzt sind wir doch beim Vergleichen. Es hat ein wenig gedauert, bis ich herausgefunden hatte, das es sich bei dem Bild- und Tonbeispiel um eine Aufnahme wohl aus dem Ende 2006 gehandelt haben muss mit dem "Combattimento Consort Amsterdam" (frei übersetzt "Kampf-Ensemble Amsterdam" und der Capella Amsterdam, unter Jan Willem de Vriend. Dass Letzterer den gleichen Vornamen hat wie mein Physiotherapeut, auch Holländer, hat mich sogleich mit Vertrauen erfüllt. Ich ahbe den ganzen ersten Teil genossen und werde im Laufe des Abends wohl auch noch den zweiten und dritten genießen. Zum Genuss haben alle Beteiligten beigetragen, hier außer dem Dirigenten, der wirklich schon durch seine Mimik pure Freude verbreitete, was sich eins zu eins auf die Musik übertrug und mir zeigte, lieber Reinhard, dass diesbezüglich dein Geschmack ähnlich gelagert ist wie meiner. Auch hier herrschte die Maxime vor, die ich schon in meinem Beitrag Nr. 237 aufstellte: es kommt nicht darauf an, wie man etwas aufführt (historisch informiert oder "modern"), sondern, wie gut man dies tut. Und die Amsterdamer waren in der Tat auch exzellent.
Nun war ja hier eine Altistin am Werke (Kristina Hammarström), die ihre Sache sehr gut machte, aber ich würde sie keinesfalls dem guten Damien Guillon aus der Herreweghe-Aufnahme vorziehen, dessen Gestaltung meines Erachtens noch ein wenig lyrischer war.
Allerdings hat diese Aufnahme in Jörg Dürmüller einen ausgezeichneten Evangelisten, der seine Partie vielleicht noch etwas leichter vorträgt als Thomas Hobbs in der Herreweghe-Aufnahme. Und ganz sicher ist der Bass-Bariton Detlef Roth noch wesentlich frischer als Peter Kooij in der Herreweghe-Aufnahme, dem man m. E. doch anmerkt, dass er in der ersten Herreweghe-Aufnahme von 1989 die Basspartie auch schon gesungen hat. Dazwischen liegen 28 Jahre. Ich bin mal gespannt, wie ihm im März in Köln die Johannespassion gelingen wird.
An einer Stelle im gestrigen Konzert fiel mir das schon auf und zwar in der Bass-Arie, Nr. 8: "Großer Herr, o starker König", etwa auf der Hälfte, in Takt 62 bis 64, auf dem Lauf auf dem Wort Pracht (achtest du der Erden Pracht), der auf dem e'' endet, den Kooij stets "verschluckte", den Roth jedoch mit Verve schmettert, als wäre es eine seiner leichtesten Übungen. Überhaupt schien mir seine Stimme in beiden Richtung (in seinem prachtvollen tiefen Fundament wie auch in seinen Höhen sattelfester und runder.
Kommen wir noch zum Chor, der, wenn ich richtig gezählt habe, aus 15 Damen und 12 Herren bestand, also für dieses Stück "Power satt" hatte, aber trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen sich liebevoll um die beiden vierstimmigen Choräle Nr. 5 "Wie soll ich dich empfangen" und Nr. 9 "Ach mein herzliebes Jesulein" kümmerte und die dynamischen Akzente weitestgehend richtig setzte. Offenbar setzte auch Jan Willem de Vriend darauf, zwischen der Textaussage und der musikalischen Umsetzung eine größtmögliche Übereisntimmung zu erzielen. Das gefällt mir.
Wenn ich die anderen beiden Teile gehört habe,w erden ich mich hier wieder melden.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

Beiträge: 16 697

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

250

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 19:21

Lieber Chrissy,

ich danke dir sehr für deine ehrliche Antwort. Ich muss alerdings sagen, dass ich sie auch so gegeben hätte, wenn ich auch hauptsächlich die Aufnahmen der 50er und nachfolgenden Jahre aus dem "Bach-Kernland" verinnerlicht hätte. Auch ich mag die Aufnahmen aus jener Zeit, wenn sie gut gemacht sind, und das ist bei dem von dir eingestellten Beispiel zweifellos der Fall, ebenfalls mit einem prachtvollen Bassbariton wie Theo Adam.
Bei den hellen Trompeten handelt es sich um die sogenannten Piccolo-Trompeten, die schon von ihrer Größe her eine andere, hellere Klangfarbe haben als die "normalen" sogenannten B-Trompeten. Auf ihnen kann man zwar auch die hohen Töne spielen,a ber auf den Bachtrompeten geht es leichter und ist treffsicherer, wenn man sie denn spielen kann, und das Bach-Kernland Sachsen hat ja in Ludwig Güttler einen Großmeister der Bachtrompete, der, wenn ich mich recht entsinne, auch schon bei uns in Coesfeld aufgetreten ist.
Hier im Vergleich nochmal die Naturtrompete aus der Aufnahme, die bei mir nach wie vor an erster Stelle steht, auch mit einem Prachtbass (Robert Holl) die aber eingleitet wird von Rezitativ und Choral mit dem Evangelisten (Peter Schreier) und anschließend Sopran und Bass:


Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

Beiträge: 16 697

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

251

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 21:41

So, nun habe ich auch den zweiten und dritten Teil gehört, in dem die Protagonisten, wie ich finde, das Niveau gehalten haben. Weiterhin hat Jan Willem de Vriend auf die sorgfältige Ausgestaltung der Choräle zur Übereisntimmung von Text und Musik großen Wert gelegt, und in meinem Lieblingschor, der Nr. 24, Eingangchor des dritten Teils und als Da Capo am Ende des dritten Teils nach dem Choral Nr. 35, hat er sich meiner Harnocourtschen Referenz von 1981 noch mehr angenähert, denn nach dem Fugeneinsatz zu Beginn von Tenor, Sopran und Alt wird ab Takt 33 urch Hinzutreten des Basses das Ganze durch gleichzeitigen Einsatz aller vier Stimmen wiederholt, und de Vriend erreicht hier fast das Harnoncourtsche Fortissimo- grandios! Auch er puscht seine Musiker unglaublich. Das klingt hier so mitreißend, dass man sich am Ende des dritten Teils wahrlich über den brav-zurückhaltenden Beifall des holländischen Publikums wundern muss.
Hier kann man das ganze Weihnachtsoratorium nacheinander abhören (und sehen):
https://www.youtube.com/watch?v=RbhB2W0c…Qo-XtNjM4GKQ9Fs

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

chrissy

Prägender Forenuser

  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 712

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

252

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 21:47

Vielen, vielen Dank, lieber Willi.
Dir einen schönen Abend in COE und sei herzlich gegrüßt von

CHRISSY

(Hatte vorhin mit einem Freund vom Landweg telefoniert)
Jegliches hat seine Zeit...

dr.pingel

Prägender Forenuser

  • »dr.pingel« ist männlich

Beiträge: 4 192

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

253

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 21:09

Lieber Reinhard, wieso fängt das WO neuerdings "Tönet, ihr Pauken, erschallet Trompeten" an? Das ist doch die weltliche Version!
Übrigens, mein WO war dieses Jahr die Kantate "Hercules am Scheidewege" von Bach. Bis auf einen Chor hat er alles im WO neu verbraten.
(Weisheit der Brahmanen)
Die Tage sehen wir, die teuren, gerne schwinden,/um etwas Teureres herangereift zu finden:/ ein seltenes Gewächs, das wir im Garten treiben,/ ein Kind, das wir erziehn, ein Büchlein, das wir schreiben.
(Friedrich Rückert)

Reinhard

Moderator

  • »Reinhard« ist männlich

Beiträge: 2 263

Registrierungsdatum: 11. August 2004

254

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 22:24

Lieber Reinhard, wieso fängt das WO neuerdings "Tönet, ihr Pauken, erschallet Trompeten" an? Das ist doch die weltliche Version!


Weiß ich nicht, lieber Dottore. "Neuerdings" klingt auch ein bißchen so wie "ab jetzt immer so", was ich nun nicht glaube. Mir ist es nicht mal aufgefallen :untertauch:
die Vriend wird sich was gedacht haben. Was, das werden wir wohl nicht erfahren.
Viel mehr - und da kann ich jetzt meinem tiefen Dank an Willi für seine Beurteilung Ausdruck verleihen - interessiert mich ja, wie es andere Taminoianer musikalisch beurteilen. Wir, meine Frau und ich, haben es jedenfalls bisher mit Freude gesehen. Kantate V und VI stehen noch aus.
Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
(Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

Joseph II.

Prägender Forenuser

  • »Joseph II.« ist männlich

Beiträge: 11 701

Registrierungsdatum: 29. März 2005

255

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 22:29

Lieber Reinhard, wieso fängt das WO neuerdings "Tönet, ihr Pauken, erschallet Trompeten" an? Das ist doch die weltliche Version!

Das hat Karl-Friedrich Beringer in seiner sehr gelungenen Einspielung mit dem Windsbacher Knabenchor bereits 1991 so gemacht. Er hat es wohl auch irgendwie begründet, da es besser für den Auftakt passe. Das "Jauchzet, frohlocket" kommt ja danach trotzdem. Mich hat es zumindest in der genannten Aufnahme (die auch gefilmt und öfter im Fernsehen ausgestrahlt wurde) durchaus überzeugt.



»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

kalli

Profi

  • »kalli« ist männlich

Beiträge: 472

Registrierungsdatum: 14. Oktober 2010

256

Samstag, 30. Dezember 2017, 16:37

Gestern ist ist die Herreweghe Bluray angekommen,

Ich habe jetzt Teil 1-3 angesehen und gehört - ich bin sehr, sehr angetan . Sogar der Altus hat mich nicht nur nicht gestört - ich finde er singt sehr einfühlsam. Die Trompeten sind etwas zurückhaltend aufgenommen. Aber das kann ich akzeptieren. Das Bild ist natürlich um Längen besser als bei der älteren Gardiner DVD die ich allerdings auch sehr schätze. Ich bin sehr dankbar mal wieder auf ein Juwel hingewiesen worden zu sein.

Guten Rutsch und alles Gute für das neue Jahr wünscht

Kalli

chrissy

Prägender Forenuser

  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 712

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

257

Samstag, 30. Dezember 2017, 17:18

Gestern ist ist die Herreweghe Bluray angekommen,

Ich habe jetzt Teil 1-3 angesehen und gehört - ich bin sehr, sehr angetan . Sogar der Altus hat mich nicht nur nicht gestört - ich finde er singt sehr einfühlsam. Die Trompeten sind etwas zurückhaltend aufgenommen. Aber das kann ich akzeptieren. Das Bild ist natürlich um Längen besser als bei der älteren Gardiner DVD die ich allerdings auch sehr schätze. Ich bin sehr dankbar mal wieder auf ein Juwel hingewiesen worden zu sein.

Guten Rutsch und alles Gute für das neue Jahr wünscht

Kalli
Hallo, Kalli
Auf dieses "Juwel" bist Du ja wahrscheinlich durch die ausführliche und positive Beurteilung von William aufmerksam geworden.
Vielleicht habe aber auch ich durch meine negative Bewertung ein wenig dazu beigetragen, Deine Neugierde zu wecken um eine eigene Feststellung zu treffen.
Egal, wie auch immer - es freut mich ehrlich und aufrichtig, daß Du von dieser Aufnahme, wie Du schreibst, "sehr, sehr angetan" bist.
Und mir zeigt es wieder mal, wie unterschiedlich Hörgewohnheiten, Empfindungen und Meinungen sein können. Aber das ist gut so und das kann und das soll auch so sein.

Viel Freude mit der Aufnahme und auch Dir ein gutes Neues Jahr wünscht
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

Zurzeit ist neben Ihnen 1 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

1 Besucher