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Richard

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1

Sonntag, 20. November 2005, 19:18

Yevgeny Sudbin: "Jungstar" aus Russland

Hallo Taminos,

während meiner Suche nach Aufnahmen mit Scarlatti Sonaten entdeckte ich eher "nebenbei" Yevgeny Sudbin.

Der 1980 in St. Petersburg gebohrene Sudbin wurde dort zunächst am Konsevatorium unterrichtet bevor er 1990 nach Berlin wechselte.

Seit 1997 lebt er in London hatte jedoch zahlreiche Unterrichtsstunden mit großartigen Lehrern und Pianisten wie z.B. Hough, L. Fleisher; Kovachevich und Bashkirov.

Natürlich hat er mittlerweile mehrere Preise eingespielt.

Zusammen mit dem Geiger I. Gringolts tritt er regelmäßig auf.

Seit einiger Zeit ist er nun bei BIS unter Vertrag und daher können wir uns mittlerweile über seine zweite Veröffentlichung erfreuen.

Die erste Aufnahme mit Scarlatti Sonaten ist vom Feinsten und von der Spielweise voller Freude und Gestalltungsdrang!



Eine der besten Aufnahmen mit Scarlatti Sonaten die ich kenne!

Seine zweite Aufnahme mit Rachmaninov's Chopin Variationen, der zweiten Klaviersonate (basierend auf Horowitz) und Werken von F. Kreisler ist seit einigen Tagen auch in meinem Besitz.

Was die 2. Klaviersonate angeht trifft Sudbin eine sehr gute Mischung aus kraftvollem Spiel und der Leichtigkeit und Spielfreude, die diese Sonate braucht und zur vollen Entfaltung zu gelangen.



Bin sehr gespannt was dieser junge Pianist in den nächsten Jahren noch veröffentlichen wird.
Jedenfalls gehört er derzeit für mich zu den interessanten unter den jungen Pianisten.

Gruß
Richard
S. Rachmaninov:
Music must first and foremost be loved, it must come from the heart and it must be directed to the heart.’

AcomA

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2

Montag, 21. November 2005, 16:07

hallo Richard,

sei mir bitte nicht böse, wenn ich deinen enthusiasmus nicht teile. ich habe seine scarlatti-platte gehört. sie ist wirklich sehr gut. aber umgehauen hat sie mich nicht. ich würde weiterhin zwischen horowitz, zacharias, pogorelich und pletnev wählen.

gruß, siamak
Siamak

Cosima

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3

Montag, 21. November 2005, 17:20

Hallo,

verschiedene Scarlatti-Sonaten kenne ich von:

Pogorelich, Tipo, Haskil, Andjaparidze, Michelangeli und Sudbin.

Ein direkter Vergleich ist schwierig, so dass ich mir über die exakte Reihenfolge nicht ganz schlüssig bin, aber ganz vorne rangiert bei mir Pogorelich, Sudbin irgendwo im Mittelfeld.

Ansonsten kann ich leider nichts zu diesem Pianisten sagen.

Gruß, Cosima

FreakOfNature

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4

Montag, 21. November 2005, 22:31

Von diesem Pianisten ist noch nichts in meiner Musiksammlung gelandet, aber da Du seine Scarlatti-CD ansprichst und ich bei so ziemlich jeder Klavieraufnahme von Scarlatti-Sonaten zugreife (ich kann Aufnahmen von Cembalo nur in sehr begrenztem Rahmen ertragen) werde ich mir diese mit Sicherheit zulegen!!!

Grüße
FoN

Richard

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5

Montag, 21. November 2005, 23:20

Zitat

Original von AcomA
hallo Richard,

sei mir bitte nicht böse, wenn ich deinen enthusiasmus nicht teile. ich habe seine scarlatti-platte gehört. sie ist wirklich sehr gut. aber umgehauen hat sie mich nicht. ich würde weiterhin zwischen horowitz, zacharias, pogorelich und pletnev wählen.

gruß, siamak


Du solltest allerdings auch berücksichtigen in welchem Alter er diese Aufnahme vorgelegt hat und einmal vergleichen welche "Reife" andere benötigten.
Vom Feinsten bedeutet auch nicht das aller Feinste!!!

@Cosima,

habe ja einiges hier und da zu seiner Scarlatti Aufnahme gelesen, aber das Wort Mittelmaß findet sich nur bei Dir.
S. Rachmaninov:
Music must first and foremost be loved, it must come from the heart and it must be directed to the heart.’

Cosima

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6

Dienstag, 22. November 2005, 07:37

Zitat

Original von Richard
habe ja einiges hier und da zu seiner Scarlatti Aufnahme gelesen, aber das Wort Mittelmaß findet sich nur bei Dir.


Ich habe nirgends „Mittelmaß“ geschrieben. Pogorelich gefällt mir bei den Scarlatti-Sonaten am besten – dabei kann ich mich nur auf die Aufnahmen beziehen, die ich kenne. Alle anderen Scarlatti-Einspielungen finde ich jedoch auch gut. Insofern existiert für mich hier ein „Mittelfeld“... das betrifft all jene, die mir weniger gut als Pogorelich gefallen.

Ich hatte eh ein ungutes Gefühl mit der Erstellung einer Rangfolge...

Gruß, Cosima

Caesar73

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7

Donnerstag, 26. Januar 2006, 15:56

Heute habe ich in einer Gazette namens Klavier-Nachrichten eine sehr emphatische Rezension gelesen- die mich sehr neugierig gemacht hat:




(Ooops .... :D die wurde weiter oben schon erwähnt wie ich gerade gesehen habe, aber schaden kann´s eigentlich auch nicht)
Herzliche Grüße,:hello::hello:

Christian
Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

Caesar73

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8

Montag, 5. März 2007, 16:51

Die bisherigen beiden Aufnahmen von Yevgeni Sudbin waren wirklich grandios. Und ein weites Spektrum hat Sudbin dabei auch gleich abgedeckt. Spielte er auf der ersten CD Sonaten von Scarlatti war die zweite CD Rachmaninov gewidmet: Die (vergleichsweise selten gespielten) Chopin-Variationen und die Klaviersonate Nr. 2 (Sudbin entschied sich dabei für eine Mischfassung aus beiden Versionen der Sonate, was auch Horowitz oder Michael Korstick taten) umrahmt von einigen Stücken Kreislers, die Rachmaniov für Klavier setzte. Mit seiner dritten Einspielung hat sich Sudbin Zeit gelassen. Jetzt ist seine neue CD erschienen. Dabei kombiniert Sudbin einen Gassenhauer mit einem Mauerblümchen des Repertoires: Tschaikowskys erstes Kalvierkonzert und das erste Konzert seines Landsmannes Medtner. Kaufen werde ich mir die CD in jedem Fall, aber vielleicht hat sie ja schon jemand gehört?


Herzliche Grüße,:hello::hello:

Christian
Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

romeo&julia

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9

Donnerstag, 3. Februar 2011, 12:21

Hallo liebe TaminoanerInnen

Lange wurde nichts mehr zum Pianisten Yevgeny Sudbin geschrieben.

Inzwischen hat sich Sudbin auch der Wiener Musik angenommen wie Beethoven oder Haydn, aber auch als Kammermusiker etabliert. So tritt er regelmässig mit dem Cellisten Alexander Chaushian auf.

Aus dieser gemeinsamen Tätigkeit entstand im Jahre 2007 eine überzeugende CD mit Sonaten für Cello und Klavier des polnischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg, der aus dem von Deutschen besetzten Polen schlussendlich über viele Umwege nach Moskau floh und dort von Schostakowitsch gefördert wurde.
Die Sonaten wurden ausgesprochen inspirierend und mit hohem Intensitätsgrad farbig eingespielt und zeigen auch die jüdische Grundfärbung mit der Nähe zu Bartok und Folkloreintonationen mit einer Nähe zu Schostakowitsch.

Sudbin und Chaushian zeichnen die Strukturen klar nach, sie spielen mit grosser Überzeugungskraft. Heftig bohrend wirken die Sonaten, leidend.



Erschienen ist die Platte bei BIS, wie alle anderen Einspielungen Sudbins auch.

Gruss
romeo&julia

romeo&julia

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Registrierungsdatum: 18. April 2005

10

Dienstag, 22. März 2011, 21:07

Ludwig van Beethoven

Hallo liebe TaminoanerInnen

Inzwischen ist die erste Ausgabe der gesamten Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven mit Yevgeny Sudbin herausgekommen. Aufgenommen im Januar und Juni 2010 in Minnesota wurden die beiden letzten Klavierkonzerte Nr. 4 & Nr. 5. Wie so oft bei BIS ist die Klangqualität ausgezeichnet. Das Klavier ist gut mit dem Orchesterklang eingebettet, und steht nicht im Vordergrund.

Yevgeny Sudbin spielt das 4. Klavierkonzert sehr nahe am Notentext, mit einem grossen Spannungsbogen gestaltet. Sein Klavierspiel scheint leicht, vermag aber trotzdem wie im ersten Satz intensiv mit hohem Tempo zu spielen, ohne allzu heroisch zu wirken. Nur die langsamen Passagen wirken manchmal etwas zu wenig moduliert.

Auch beim 5. Klavierkonzert gestaltet Sudbin energisch virtuos und mit grossem Gespür für die Klangfarben ohne jemals lautmalerisch zu werden. Hier gefällt uns besonders der zweite Satz, sehr feinsinnig mit wunderbaren Trillern.

Auch das Minnesota Orchestra unter Osmo Vänskä spielt genau und mit grosser Dynamik und Engagement.



Für uns ist das eine der eindrücklichsten Einspielungen der beiden Klavierkonzerte Beethovens der letzten Jahre. Mit Freude erwarten wir die bereits angekündigten weiteren Einspielungen der Klavierkonzerte Beethovens mit dem Beethoven-Erfahrenen Minnesota Orchestra, die bereits alle Sinfonien Beethovens aufgenommen haben.

Herzliche Grüsse

romeo&julia

Bernward Gerlach

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11

Dienstag, 22. März 2011, 22:04

Yevgeny Sudbin: "Jungstar" aus Russland

Nachdem ich mir soeben noch einmal die Kritik von Gregor Willmes in fofonorum durchgelesen habe, bin ich noch unentschieden, ob ich mir diese Aufnahme auch noch zulege.

LG, Bernward

"Nicht weinen, dass es vorüber ist
sondern lächeln, dass es gewesen ist"
Waldemar Kmentt (1929-2015)


kalli

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12

Mittwoch, 23. März 2011, 14:53

beethoven sudbin

hallo,

ich habe neben vielen aufnahmen des 4. und 5 . klavierkonzertes auch die sudbin aufnahme , sie gefällt mir sehr, sehr gut. ich hatte sie direkt auf seiner homepage bestellt :
http://www.yevgenysudbin.com/index.php

sie ist signiert und herr sudbin hat sie wohl selbst verpackt (?) und versendet - sogar meine anschrift war von ihn selbst geschrieben - naja - das nur am rande. ich bin kein experte - aber die folgende kritik passt zu meinem empfinden :
http://www.klassik-heute.com/kh/3cds/20110128_20007.shtml

wirklich sehr empfehlenswert !

gruss

kalli

Alfred_Schmidt

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13

Dienstag, 21. Februar 2017, 23:05

Yewgeni Sudbin ist der nächste, der auf der Tamino Liste der bedeutenden Pianisten genannt wurde, deshalb hole ich diesen Thread nach oben. Soweit ich weiß habe ich bis heute keine einzige CD in meiner Sammlung (zumindest ist mir das nicht bewusst)
Das liegt nicht an einer Abneigung gegen ihn, aber bislang war da keine Aufnahme dabei, die mir zwingen erschien, denn all die Komponisten, die er abdeckt waren mir fpr Vollpreis CDs nicht wichtig genug. Im Rahne eines beginnenden Interessees für russisches Repertoire, wird sich das vermutlich noch heuer ändern, Derzeit übergebe ich diesen (bislang auffallend kurzen) Thread den Klavierspezialisten, uns insbesonderen an jenes Mitglied das ihn nominiert hat.....

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Maurice

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14

Freitag, 22. Dezember 2017, 09:46

Inzwischen ist wieder viel Wasser den Rhein runtergeflossen – Zeit, um die neuesten Scheiben zu nennen:



Die erste Scheibe hat inzwischen den Weg zu mir gefunden – und überzeugt. Die nächste wird mit Sicherheit folgen, denn die Rezensionen lesen sich sehr vielversprechend.

In der Pipeline ist auch noch eine neue Rachmaninov-Scheibe mit den Klavierkonzerten No 2 und No 3.

Wie schrieb »Der Spiegel« im Nov. 2011: Den Namen Yevgeny Sudbin muss man nicht kennen. Aber sich merken …
Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

Maurice

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15

Freitag, 22. Dezember 2017, 13:21

ich habe seine scarlatti-platte gehört. sie ist wirklich sehr gut. aber umgehauen hat sie mich nicht …

@ AcomA: Vielleicht hast Du mal Zeit und Muse, in diese Aufnahme hin(ein)zuhören – vielleicht könnte Dir diese Aufnahme besser gefallen …



Sudbin selbst blickt heute eher reserviert auf seine pianistische Großtat von damals zurück: "Das war meine erste Platte. Ich war jung, unerfahren und unglaublich angespannt – und glaube, das auch herauszuhören", sagt der Pianist selbstkritisch. Was ihm rückblickend an seinem Debütalbum fehle, sei das spontane, improvisatorische Element, das Scarlattis Musik auszeichne und so überraschend mache.

Kein Wunder, dass es Sudbin, der bei seinem Label längst Carte blanche hat und sein Programm selbst bestimmen kann, zehn Jahre später für ein weiteres Scarlatti-Album ins Studio zog. Sudbins aktuelle Platte fasziniert abermals: Man spürt schon nach ein paar Takten, dass er heute mehr wagt.

Zu beinahe orchestraler Fülle und Farbenpracht baut sich der Klavierklang unter Sudbins Händen bisweilen auf, in der Wahl der Tempi und dynamischen Valeurs erweist sich Sudbin gar noch wendiger als vor zehn Jahren. Es ist ein künstlerisch durch und durch eigenständiger Zugang zu Scarlatti: nichts für die Anhänger historisierender Lesart, sehr wohl aber für die Fans großer Klavierkunst. (Auszug aus der MAZ)
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