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zweiterbass

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  • »zweiterbass« ist männlich

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211

Donnerstag, 2. November 2017, 22:05

Hallo m-mueller,

ich höre zu viele unsaubere Töne, das klirrt/wimmert; das mag ja nun an dem schwierig (13! Saiten zum Greifen und entsprechend breites Griffbrett) zu spielenden Zupfinstrument liegen - und/oder der Solist macht unsaubere Griffe und Anschläge.

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Helmut Hofmann

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212

Freitag, 3. November 2017, 11:43

Zit. zweiterbass: "ich höre zu viele unsaubere Töne, das klirrt/wimmert;"

Ja, gewiss, lieber zweiterbass, das ist in der Tat zu hören. Aber diese instrumentenbedingte "Unsauberkeit" des Klangs verleiht dieser Sarabande eine klangliche Wärme, die sie in der Interpretation durch das Cembalo nicht entfalten kann. Darin stimme ich m-mueller zu. Ich bin an sich kein Freund von Interpretationen mittels Instrumenten, für die das musikalische Werk nicht komponiert worden ist. Aber ein HIP-Fanatiker bin ich auch nicht und halte so etwas für zulässig, wenn die musikalische Aussage getroffen und nicht verfälscht wird. Dann vor allem halte ich es für vertretbar, wenn das Instrument bei Wahrung der kompositorischen Faktur dem musikalischen Werk eine klangliche Dimension zu entlocken vermag, die ihm eigen ist, in der Interpretation durch das Original-Instrument aber verborgen bleibt.

Wie man das hier erleben kann. Der Cembalo-Klang wirkt auf mich vergleichsweise fremd und kalt, wie man in der nachfolgend eingestellten Aufnahme vernehmen kann. Die klangliche Wärme, die der der immanenten melodischen Linie innewohnt, kann man in der Interpretation mit der Bolin-Gitarre viel schöner erfahren. (Ich muss allerdings ehrlicherweise hinzufügen, dass sich hier ein Mensch äußert, der mit einer Konzertgitarre Musik macht)



m-mueller

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213

Freitag, 3. November 2017, 13:30

Leichte "Unsauberkeiten" sind bei Zupfinstrumenten nicht ganz ungewöhnlich, und ich meine, hier auch nicht mehr als bei anderen guten Interpreten zu hören. "Klirren und Wimmern " würde ich es jedenfalls nicht nennen.

Und Helmut hat ja zu Recht daraufhingewiesen, daß diese leichten Abweichungen vom an sich "richtigen" Ton zur Musikalität beitragen.

Wenn der Mensch reine Töne hören wollte, wäre vermutlich ein Sinustongenerator das bevorzugte Instrument.

m-mueller

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214

Freitag, 3. November 2017, 18:56

Lieber Helmut,

ich bin neugierig. Was spielst Du denn auf der Gitarre?

Helmut Hofmann

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215

Samstag, 4. November 2017, 11:16

Ach, das ist nicht der Rede wert, lieber m-mueller. Ich hab´s nicht weit gebracht in dieser Kunst. Allenfalls für einfache Stücke aus der klassischen und romantischen Gitarrenmusik-Literatur reicht sie mehr schlecht als recht hin.
Ich habe das ja nur deshalb erwähnt, weil ich darauf hinweisen wollte, dass ich in meinem Urteil über die Interpretation der Händel-Sarabande mittels einer Gitarre sozusagen befangen war, - eben weil mir dieses Instrument am Herzen liegt.

zweiterbass

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  • »zweiterbass« ist männlich

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216

Samstag, 4. November 2017, 11:30

Hallo Helmut,

zu Deinem Beitrag Nr. 212 besteht fast Einigkeit.

Ein Volkslied z. B. benötigt nicht die technisch-musikalischen Feinheiten eines Kunstliedes und dieser andere Klangcharakter bewirkt z. T. auch die musikalische Wirkung des Volksliedes. (Weshalb viele Stars des Operngesangs als Interpret/in für Volkslieder ungeeignet sind; das fängt schon beim Vibrato/Tremolo an und endet nicht mit der Sprachbehandlung.)


Darum geht es aber hier nicht. Der Solist hat in seinem Spiel leichte technische Mängel, die ich mit unpassenden Adjektiven zu beschreiben versucht habe (ob die Mängel an ihm liegen oder an der Besonderheit des Instrumentes?), dadurch entsteht ein teilweise leicht verzerrtes Klangbild. Ich vergleiche das mal mit dem Rauschen alter LPs; der Vergleich hinkt, weil es hier ein rein aufnahme- und wiedergabetechnisches Problem ist, aber der eigentliche Klang ist auch hier mehr oder weniger leicht verfälscht.

Mit einer Cembaloaufnahme habe ich nicht verglichen - da käme es aber auch auf das Instrument an - ob alt, gut restauriert oder perfekter Nachbau (mit allen heutigen technischen Möglichkeiten) eines "altersschwachen" Originalinstrumentes.

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

zweiterbass

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217

Samstag, 4. November 2017, 16:26

Hallo m-mueller,

Du hast zu sehr guten Interpretationen auf Zupfinstrumenten, die keinerlei "leichte Unsauberkeiten" hatten, gepostet; diese Einspielungen waren (auch spieltechnisch) auf sehr hohem Niveau.

Für eine gute Intonation sind "reine Töne " nicht zu gebrauchen.

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler