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Dritte Dame

Schüler

  • »Dritte Dame« ist weiblich

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Registrierungsdatum: 29. September 2017

301

Sonntag, 15. Oktober 2017, 22:05

Von Vesta Tilly gibt's eine Menge Bilder im Internet. Aber überzeugend sieht sie als Kerl nicht wirklich aus... Da ging es wohl eher um Provokation! Hat im Krieg in ihrer Rolle als "Mann" Antikriegslieder gesungen, muss so eine Art "Vorreiter" für die Frauenbewegung gewesen sein und hat ulkigerweise sogar männliche Mode mitbestimmt! Junge Männer nahmen ihren Kleidungsstil teilweise als Vorbild!
Sie musste dann mit der ganzen Chose aufhören, als sie heiratete- weil ihr Zukünftiger Parlamentsmitglied und ihr "Job" dafür nicht seriös genug war...

  • »Hosenrolle1« ist männlich
  • »Hosenrolle1« ist der Autor dieses Themas

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302

Sonntag, 15. Oktober 2017, 22:36

Ich habe die Bilder auch gesehen, wirklich männlich wirkt das tatsächlich nicht. Aber wenn man sich die Frauenmode der damaligen Zeit ansieht, kann man doch nachvollziehen, wie ungewöhnlich sowas noch war ...

Eine Hosenrolle, die ich unnötig finde, ist für mich der "Little Lord Fauntleroy" aus dem gleichnamigen Stummfilm von 1921, mit Mary Pickford in der Titelrolle. Am bekanntesten dürfte bei uns wohl die Verfilmung von 1980 sein, mit Alec Guinness. Pickford wirkt auf mich absolut nicht bubenhaft oder kindlich, und trägt auch noch so eine irgendwie lächerliche Perücke. Das Stück wurde offenbar vorher schon im Theater gespielt, ich nehme mal stark an, dass es auch dort eine Hosenrolle war, was ich nachvollziehbar finde. Aber in einem Film für DIESE Rolle? (Bei Peter Pan ist das was anderes für mich, da finde ich eine Frau besser, weil die Rolle ja auch irgendwie "elfenhaft" ist, aber beim kleinen Lord kann ich das nicht ganz nachvollziehen)

Bemerkenswert ist aber diese Szene, wo er seine schlafende Mutter küsst, denn beide Rollen werden von der selben Schauspielerin gespielt; in einem Making of des Films sah ich, wie (aufwändig) dieser Effekt damals kreiert wurde. Pickford küsst sich sozusagen selbst auf die Wange.



In jedem Fall lohnt es sich immer, sie in der Rolle des Octavian zu sehen, ich habe zwei Dvd- Aufnahmen mit ihr in dieser Rolle, einmal die genannte mit Renée Flemming als Marschallin- perfektes Team die beiden, auch stimmlich und optisch- und eine, in der die Handlung in die Entstehungszeit der Oper verlegt wurde, also um 1910. Die Darstellung ist da eine komplett andere. Zwar auch so schwankend zwischen männlich selbstbewusst und kindlich impulsiv, gerade in der Anfangsszene. Die Marschallin ist schon wirklich "alt", bestimmt um die fünfzig... Da ist der Altersunterschied dann wirklich augenfällig und das ganze bekommt so einen Touch von Mutter- Sohn- Beziehung...

Ödipus lässt grüßen :D


(Völlig OT: wir sprachen ja vor kurzer Zeit über geschmackvolle erotische Inszenierungen; HIER habe ich einen Thread eröffnet wo es um meine Lieblings-Schleiertänze der Salome geht, und wo ich verschiedene Inszenierungen bespreche. Kannst du, wenn du mal Zeit und Lust hast, dir meinen Platz 2 ansehen (das ist die Inszenierung, die ich gelobt habe hier), sowie weiter unten im selben Beitrag meinen Platz 1 von den Tänzen, die nicht von Strauss sind, und mir deine Meinung dort im Thread dazu sagen? Da bin ich sehr gespannt!)



LG,
Hosenrolle1
„Gewohnheit, Sitte und Brauch sind stärker als die Wahrheit.“ (Voltaire)

Dritte Dame

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  • »Dritte Dame« ist weiblich

Beiträge: 149

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303

Montag, 16. Oktober 2017, 07:32


Ich habe die Bilder auch gesehen, wirklich männlich wirkt das tatsächlich nicht. Aber wenn man sich die Frauenmode der damaligen Zeit ansieht, kann man doch nachvollziehen, wie ungewöhnlich sowas noch war ...
Das könnte dann also ein geschickt ausgeklügelter Plan gewesen sein, der unbequemen Damenmode von damals zu entgehen... ;) Eine Strategie, die ich für die Barockzeit auch wärmstens empfehlen würde!!

Dritte Dame

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304

Montag, 16. Oktober 2017, 08:09

Kleine Verständnisfrage: Weswegen findest Du die Rolle des "Kleinen Lord" im Theater nachvollziehbar, aber nicht in einer Verfilmung?
Ich kenne nur die Verfilmung mit Alec Guiness, aber auch da finde ich Cedric (hoffe, die Orthographie stimmt... ;) ) auffallend mädchenhaft mit den langen, blonden Haaren! Habe das immer so hingenommen, weil ich dachte, es sei vielleicht damals Mode gewesen, aber da die Rolle offenbar in den ersten Inszenierungen als Hosenrolle konzipiert war, spielt da vielleicht doch noch etwas anderes hinein...
Ich könnte mir vorstellen, dass er vielleicht etwas Abgehobenes, "Engelmäßiges" an sich haben sollte, denn vom Charakter her ist er ja auch beinahe schon "zu gut für diese Welt"!
Ähnlich wie Melanie aus der "Vom Winde verweht"- Verfilmung, zu der Scarlett irgendwann einmal sagt: "Melli, du bist so anständig, dass einem schon übel werden kann!"
Oder es wurde einzig und allein auf die Kuss-Szene hingearbeitet... ;) Die muss allerdings den "Machern" ja wirklich wichtig gewesen sein, sonst hätten sie damit nicht so einen Aufwand betrieben!
Dass in diesem Fall ein und dieselbe Person die Szene spielen, soll vielleicht zeigen, wie ähnlich sich die beiden auch charakterlich sind. Beide sind ja wirklich so gestrickt, dass sie niemandem etwas Böses wollen- auch eben die Mutter nicht, obwohl sie von ihrem Schwiegervater ja nichts als Ablehnung erfährt! Während sie allerdings vom Leben bereits ernüchtert wurde, vieles einfach so hinnimmt, versucht Cedric ja immer allen gerecht zu werden, möchte, dass alle sich verstehen und glücklich sind- auch auf seine Kosten!
Er ist ja sogar bereit, seine Position als "Lord" dem Sohn der geldgierigen Mutter zu überlassen- ihm ist das Materielle nicht wichtig, es sollen eben nur alle zufrieden sein...
Er ist eben manchmal auch auch "so anständig, dass..."usw. (Danke, Scarlett!)
Es sollte ihm also vielleicht auch etwas "Engelmäßiges" anhaften! Was auch die alberne Perücke erklären würde...






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305

Montag, 16. Oktober 2017, 17:17

Kleine Verständnisfrage: Weswegen findest Du die Rolle des "Kleinen Lord" im Theater nachvollziehbar, aber nicht in einer Verfilmung?

Im Theater sind die Voraussetzungen doch andere, da muss der kleine Lord doch mehr Text sprechen und ein guter Schauspieler sein, und da ist eine erfahrene Schauspielerin, die ihn spielt, doch besser. Beim Film aber kann man schon einen echten Burschen nehmen, da werden ja nur kurze Szenen gedreht, ohne großes Publikum, ohne dass der gesamte Text auswendig gelernt werden muss, etc.
Ich finde es im Stummfilm nicht "schrecklich" oder schlimm, wenn er von einer Frau gespielt wird, aber ich sehe in diesem konkreten Fall die Notwendigkeit nicht wirklich (anders als bei Peter Pan).


Ich habe jetzt mal drei verschiedene Lord Fauntleroys rausgesucht, zuerst der von 1921, dann der von 1936, dann von 1980:






Die Perücke von 1921 finde ich ziemlich lächerlich, vor allem, weil sie auch aussieht wie eine Perücke, und nicht wie echte Haare. Auch das Gesicht von Mary Pickford finde ich wenig kindlich, während der Peter Pan von 1924 doch wesentlich jünger aussah. Ich weiß nicht ob die Frisur von 1980 schon um 1880 herum (als der Roman geschrieben wurde) da war, aber mich erinnert sie übelst an die 1980er Jahre, bzw. späten 1970er Jahre.



LG,
Hosenrolle1
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306

Montag, 16. Oktober 2017, 19:23

Alles klar, dann verstehe ich die Argumente! Bin jetzt von ähnlichen Grundvoraussetzungen ausgegangen, in diesem Falle, dass die Rolle sowohl im Theater als auch im Film von einem Kind- egal welcherlei Geschlechts gespielt wird...
Der zweite "Kleine Lord" gefällt mir am besten! Ist das denn auch ein Mädchen?
Nummer eins sieht eindeutig zu weiblich aus, darüber müssen wir, glaube ich, nicht diskutieren, oder. Nicht nur wegen der albernen Perücke, sondern auch Gesicht, Haltung usw.
Der dritte ist wohl der Bekannteste- sieht man jedes Jahr zu Weihnachten im Fernsehen! Ist eindeutig ein Junge, aber die Frisur wirkt wirklich etwas verunglückt, finde ich...
Was mich interessieren würde: Wie alt war Nummer eins zur Zeit der Verfilmung? Ich glaube, ich schätze sie jünger ein, als sie ist, da du vorhin von einer "erfahrenen Schauspielerin" gesprochen hast. Oder war das im allgemeinen gemeint?

Dritte Dame

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307

Montag, 16. Oktober 2017, 19:36

Nur so am Rande: Habe gestern auf dem Spielplatz einen kleinen Jungen gesehen, der meiner Meinung nach gute optische Voraussetzungen für einen "Cherubino" mitgebracht hat! Leider kann man ja fremde Eltern schlecht fragen, ob man mal eben ihr Kind fotografieren darf.. ;)
Der war noch sehr klein, vielleicht so sechs Jahre: ein sehr weiches Gesicht, aber trotzdem gut als Junge zu erkennen, blonder Wuschelkopf, mit nur leichter Note ins Rötliche, trotzdem aber die typische, helle Haut der meisten Rothaarigen. Große, braune Kulleraugen mit dichten Wimpern und leicht rundliche, aber nicht dicke Wangen.
Dachte so bei mir: Jep, noch ein paar Jahre drauf und er könnte vermutlich den Cherubino in einer Verfilmung von Figaros Hochzeit spielen...

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308

Montag, 16. Oktober 2017, 19:59

Der zweite "Kleine Lord" gefällt mir am besten! Ist das denn auch ein Mädchen?

Nein, das ist ein Junge, der war 11 oder 12 (je nach Monat) als der Film gedreht wurde.



Wie alt war Nummer eins zur Zeit der Verfilmung?

Die war bereits 29. Was ich auch schon problematisch finde; der Peter Pan war in dem Stummfilm erst 18.

da du vorhin von einer "erfahrenen Schauspielerin" gesprochen hast. Oder war das im allgemeinen gemeint?
Im allgemeinen, und auch nur auf das Theater bezogen :)



LG,
Hosenrolle1
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309

Dienstag, 17. Oktober 2017, 07:11

Habe die "Salome" nicht vergessen, allerdings muss ich dazu sagen, dass ich in diesem Fall eher eine negative Einstellung mitbringe... Ich habe generell Vorbehalte gegen biblische Geschichten ( wurde als Kind damit geradezu überfüttert!). Außerdem mag ich den Klang orientalischer Musik so gar nicht und dachte mir schon, dass der Komponist bei diesem Thema natürlich damit arbeiten würde...
Aber ich bin ja aufgeschlossen, und schließlich hast du dich auch auf den "Rosenkavalier" eingelassen ;)
Die erste Salome habe ich mir schon angesehen, habe mit der Nummer 1 begonnen, die du ja im entsprechenden Thread als deine derzeitige Lieblingsversion angegeben hast. Ich antworte dann im Thread über die "Schleiertänze"!

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310

Dienstag, 17. Oktober 2017, 07:22

Übrigens bin ich dir noch immer einen Kommentar schuldig über Susannas beherzten Übergriff auf Cherubino in der Verkeidungsszene... Hatte da auch schon einen Text geschrieben und geschafft, diesen durch einen kleinen, falschen Tastendruck zu eliminieren... So kann's laufen, wenn man in der Bahn schreibt!!!

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311

Dienstag, 17. Oktober 2017, 15:07

...und Mary Pickford sieht auf der Schwarz- Weiß Fotografie aus wie eine bockige Sechzehnjährige...

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