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Alfred_Schmidt

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31

Donnerstag, 18. Mai 2017, 10:55

Metropolitan Opera

Ich möchte mich an dieser Stelle noch Mal in Sache MET zu Wort melden. Es ging ja hier im Thread unter anderem um die Frage, warum das alte Gebäude abgerissen wurde, Dazu gibt es einige sehr interessante Aussagen des damaligen Generalmanagers Sir Rudolf Bing in seinen Memoiren (Bing: 5000 Abende in der Oper, erschienen bei Kindler Verlag und in Lizenz bei Knaur, sowie original in englischer Sprache unter dem Titel 5000 nights a the Opera erschinen im Verlag doubleday)
Bing beschreibt dort generell die Zustände an der MEt, das undisplinierte Bühnenpersonal, den überalterten, unterbezahlten und schlechten Chor, das inkompetente, selbstgefällige Publikum, das lediglich am "gesellschaftlichen Ereignis" interessiert war, nicht aber der Oper.
Speziell aber geisselt er (ein schonungloser analytischer Beobachter) den Zustand des Hauses. Er meint, daß alles was sich hinter dem Vorhang des Zuschauerraums befände. Die überwältigendes Pracht des hufeisenfürmigen Zuschauerraums lobt er ausdrücklich, mein aber spöttisch, er wäre zwar blendend dazu geignet gewesen, daß sich die Erbauer uns Stifter des Hauses gegenseitig in ihren Logen betrachten konnten, wogegen die Sicht auf die Bühne nicht von allen Sitzen aus optimal sei.
Bing bezeichnete die Garderoben als Hasenställe, wobei er anmerkt, daß die Tiere revoltieren würden. Proben mussten aus Platzmangel in der öffentlichen Bar stattfinden, Alle Räume waren eng, schmutzig und schäbig. Dekorationen waren uralt, ebenso wie die Bühnentechnik. Kulissen mussten von einem entfernt leigenden Depot geholt werden, sie standen oft stundenlang im Regen vor dem Haus.
Gelobt wurde lediglich das Orchester - das Bühnenpersonal indes sah er als Raubtiere, die gezähmt werden müssten....

Wir sehe aus den Beschreibungen, daß das alte Haus einfach zu klein war um - auch nach einem Umbau - zeitgemäße Anforderungen, die an ein Opernhaus ersten Ranges nun mal gestellt würden, zu erfüllen. Bing war in dieser Hinsischt sehr pingelig, er wollte kein "Provinztheater" leiten.

mfg aus Wien
Alfred


PS: Die Bing Memoiren sind nur noch antiquarisch zu erhalten - aber es lohnt sich. Es ist gut geobachtet, gut erzählt und strotzt vor Witz und Bosheit..

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Knusperhexe

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32

Mittwoch, 24. Mai 2017, 13:02

Faszinierende Filmsimulation

Ab 01:30 seht Ihr, wie der Habsburgerring in Köln heute aussehen würde, wenn die alte Oper nicht abgerissen worden wäre:



JAUL!
Regietheater? Nein, danke!

  • »Joachim Schneider« ist männlich

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33

Mittwoch, 24. Mai 2017, 14:42

Bei der Aussage " so wäre es gewesen bzw. so würde es heute aussehen, wenn z.B. die Kriegszerstörung nicht stattgefunden hätte", bekommt jeder historisch Interessierte, Informierte und einigermaßen Gebildete Magenkrämpfe.
Es gehört nun einmal zur Conditio humana, die Konsequenzen seiner Handlungen und Unterlassungen bewusst tragen zu müssen; dem Zuckerbäckerstil der Gründerzeit nachzuweinen, kann m.E. kaum als angemessene Herangehensweise an die Wiederaufbaujahre nach dem Krieg dienen!

Joachim
"Die Musik steht hinter den Noten" (Gustav Mahler)

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34

Mittwoch, 24. Mai 2017, 14:47

Stimmt, da hast du völlig recht. Ich finde auch man sollte den nicht mehr nachweinen sondern fleißig rekonstruieren.
Regietheater? Nein, danke!

Joseph II.

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35

Mittwoch, 24. Mai 2017, 16:40

[...] dem Zuckerbäckerstil der Gründerzeit nachzuweinen, kann m.E. kaum als angemessene Herangehensweise an die Wiederaufbaujahre nach dem Krieg dienen!

Gleichwohl ist Kritik an der Vorgehensweise beim Wiederaufbau nicht nur erlaubt, sondern sogar vonnöten. Die Art und Weise, wie man in den 50er Jahren mit dem historischen Erbe umging, ist teilweise regelrecht entsetzend. In Wien etwa: Die Rekonstruktion des Zuschauerraumes der Staatsoper ist bis heute ein Ärgernis erster Güte. Diese vollkommen deplacierte Sachlichkeit wirkt in einem solch prachtvollen Gebäude wie Stilbruch. Wenn man sich alte Bilder vor 1945 ansieht, merkt man erst, wie verhunzt dieser Wiederaufbau im 50er-Stil ist. Das betrifft freilich nicht nur die Oper. In Wien wurden an im Krieg unbeschädigten Wohngebäuden aus der Kaiserzeit teilweise nachträglich und mutwillig die Stuckverzierungen abgeschlagen. Ich weiß, wovon ich spreche, bin ich ja sozusagen direkt Betroffener. Die Begründung war damals lapidar, dass die Erhaltung des Stucks teurer wäre, als ihn eben herunterzuhauen ... Eine solche Barbarei wäre heutzutage aufgrund des Denkmalschutzes zum Glück nicht mehr denkbar.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

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36

Mittwoch, 24. Mai 2017, 18:12

Du erstaunst mich etwas, lieber Joseph. Waren es nicht österreichische Architekten, die einen wesentlichen Beitrag zur modernen Architektur geleistet haben? Beispiele spare ich mir, denn die wirst Du besser kennen als ich.
Adolf Loos hat doch dekretiert "Ornament ist Verbechen".
Auch wenn in der Nachkriegszeit im allgemeinen Aufbaufuror sicher einiges übertrieben wurde, fällt es mir schwer, die Geschmacksverirrungen der Ringstraßenbarone als wirklich erhaltenswert zu betrachten, auch wenn man heute -schon aus Gründen des Fremdenverkehrs- anders darüber denkt.
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Stimmenliebhaber

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37

Mittwoch, 24. Mai 2017, 18:29

Bei der Aussage " so wäre es gewesen bzw. so würde es heute aussehen, wenn z.B. die Kriegszerstörung nicht stattgefunden hätte", bekommt jeder historisch Interessierte, Informierte und einigermaßen Gebildete Magenkrämpfe.
Es gehört nun einmal zur Conditio humana, die Konsequenzen seiner Handlungen und Unterlassungen bewusst tragen zu müssen; dem Zuckerbäckerstil der Gründerzeit nachzuweinen, kann m.E. kaum als angemessene Herangehensweise an die Wiederaufbaujahre nach dem Krieg dienen!

Joachim
Und ganz unabhängig davon würde keine Stadt in Europa oder anderswo heute wirklich so aussehen wie vor 100 Jahren!
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Rheingold1876

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38

Mittwoch, 24. Mai 2017, 18:42

Und ganz unabhängig davon würde keine Stadt in Europa oder anderswo heute wirklich so aussehen wie vor 100 Jahren!


Am ehesten noch Venedig.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

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39

Mittwoch, 24. Mai 2017, 18:56

Lieber Joseph,

als ich das erste Mal in Wien war bekam ich einen Eindruck davon wie die Kölner Ringstraße einmal ausgesehen haben muss. Sie wurde ja 1880 nach Wiener und Pariser Vorbild angelegt. Köln und Wien gleichen sich vom Stadtgrundriss immens. In der Mitte steht der Dom die Altstadt geht bis zu den Ringen und dort liegen die ganzen Prunkbauten des Historismus.

Unsere Altstadt wurde leider in Köln zu 98% vernichtet. Teilweise gab es hier nur noch Krater. Schlimmer als in Dresden. Köln ist die Stadt mit den meisten Luftangriffen. Die Ringe und die dahinter beginnende historistische Neustadt war allerdings nur zu 25% zerstört. Weitere 50% wurden bis 1970 entstuckt, abgerissen und gesprengt. Völlig intakte Straßenzüge wurden komplett abgerissen, Alleen abgeholzt, Denkmäler zermahlen. Die neobarocke Oper, das Hohenstaufenbad, das neugotische Kunstgewerbemuseum , das neoromanische Kirchenmuseum, der Neorenaissance-Hauptbahnhof, der neugotische Gürzenichanbau, das neugotische Wallraf-Richartz-Museum, das Neorenaissance- Schauspilhaus - diese Gebäude waren nur geringfügig beschädigt und hätten ohne großen Aufwand wiederhergestellt werden können und müssen. Leider saßen aber die falschen Entscheidungsträger an den Schalthebeln und argumentierten, dass die großen Zeiten vorbei seien und nun endlich die Chance gegeben wäre, mit den kitschigen Gründerzeitbauten aufzuräumen. Das ist diese bornierte Meinung heute auch noch gibt beweisen ja die Statements von Joachim. Die ewig Gestrigen eben.

Das Resultat sieht man heute: Eintönige Architektur an den Ringstrassen ohne Ende. Wem das gefällt, der hat meiner Meinung nach eine an der Klatsche Bereits in den 60er Jahren kamen die ersten Zweifel, ob man nicht etwas zu rigoros aufgeräumt hätte. Aber was nutzen Zweifel? Erst vor zwei Monaten wurde das letzte Gründerzeit Palais am Hohenstaufenring abgerissen. Bei uns gilt leider Investorschutz vor Denkmalschutz.


Wenn ich da gegen Leipzig sehe, wo Historismus Bauten, die bis zur Wende nur noch als Ruinen da standen und die heute vorbildlich restauriert und rekonstruiert werden, so geht mir das Herz auf. Auch beim Anblick des Stadtschlosses in Berlin oder der wieder auferstandenen Frankfurter Altstadt. Wir brauchen dringend mehr Rekonstruktionen. Die Diktatur des Bauhauses neigt sich langsam dem Ende entgegen.

Hier mal ein paar Impressionen der Kölner Ringstraße. Ansichten vor und nach der Barbarei:









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40

Mittwoch, 24. Mai 2017, 19:02

Und ganz unabhängig davon würde keine Stadt in Europa oder anderswo heute wirklich so aussehen wie vor 100 Jahren!


Am ehesten noch Venedig.
Als ich da 1990 das erste Mal war, war ich sehr enttäuscht. Durch den Kanal treibende Coca-Cola-Dosen gab es 100 Jahre vorher bestimmt nicht! Stattdessen jedoch die Cholera...
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41

Mittwoch, 24. Mai 2017, 19:28

Es ist erstaunlich, daß jemand, der sich für moderne Architektur einsetzt, weil er der Meinung ist, daß eine Stadt -völlig unabhängig von Baustilen und dem Zeitgeschmack- den Menschen und ihren Bedürfnissen dienen soll, als borniert und ewig Gestriger bezeichnet wird, zusätzlich zum Verdacht "einen an der Klatsche" zu haben.
Wer so argumentiert und zusätzlich von "Bauhausdiktatur" spricht, begibt sich des Anspruchs, in einer solchen Diskussion ernstgenommen zu werden.
Man sollte vielleicht an den Disney-Konzern herantreten, ob Interesse besteht, für die Perlen des Gründerzeit-Städtebaus eine Art Architektur-Resort zu konstruieren; dies wäre dann wirklich etwas für echte "Ewiggestrige".
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42

Mittwoch, 24. Mai 2017, 19:41

Du hast weiter oben ja schon bemerkt, dass unsereins nicht zu den "historisch Interessierten, Informierten und einigermaßen Gebildeten" zählen. Was regst Du Dich also auf? Lies doch lieber ein bisschen. Z.B. den Geo-Artikel "EEine Chance für Mickey Mouse" oder den FAZ Artikel von Martin Mosebach: Und wir nennen diesen Schrott auch noch schön
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43

Mittwoch, 24. Mai 2017, 20:24

Als ich da 1990 das erste Mal war, war ich sehr enttäuscht. Durch den Kanal treibende Coca-Cola-Dosen gab es 100 Jahre vorher bestimmt nicht! Stattdessen jedoch die Cholera...


Schon William Turner, dessen Venedig-Bilder ich sehr liebe, hat das Treibgut auf dem Canale Grande thematisiert. Es gehörte und gehört dazu. Die Vorstellung von einer Stadt, wie sie in der Vergangenheit einmal ausgesehen hat, sollte nicht idealisiert werden. Dennoch ist es erlaubt und macht auch mir Spaß, sich optisch hineinzuversetzen. Ich blättere gern in entsprechehenden Büchern. Was wir dabei aber nicht erfahren, ist die Kloake, der Gestank, die Heerscharen von Ratten, das Elend, das sich oft mit der Prostitution und dem Verbrechen verknüpfte. Die berühmten Massenmörder fanden ihre Opfer genau in diesem Milieu der großen Städte, denen wird manchmal nachtrauern. Postkarten bilden das nicht ab. Die Altstadt von Halle mit ihren Gassen, schiefen Häusern, Gängen und düstern engen Hinterhöfen wie sie auch Dickens genau schildert, diente Thomas Mann als Vorbild für die fiktive Stadt Kaisersaschern im in seinem Faust-Roman. Dort lässt er auch den unheimlichen Professor Schleppfuß, Theologe und Dämonologe, wohnen. Diese verwinkelte Altstadt wird zum Ort des Teufels. Ich kenne sie noch, denn sie wurde erst in den 1980er Jahren teilweise abgerissen. Es ist nach meiner Meinung nicht schade darum gewesen. Niemand hätte in dieser Finsternis wohnen wollen - nicht einmal mehr der Teufel. ;) Die deutschen Städte sind im Krieg untergegangen. Sie hatten faktisch aufgehört zu existieren. Der Krieg war dorthin zurückgekehrt, wo er seinen Anfang genommen hatte, von wo er ausgegangen war. Meine Mutter hat der zerstörung ihrer Heimatstadt Hamburg hautnah erlebt. Diese Generation, der nichts geblieben was als das eigenen Leben, dachte nicht daraüber nach, Gründerzeitfassaden zu retten.
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44

Mittwoch, 24. Mai 2017, 21:49

Schon William Turner, dessen Venedig-Bilder ich sehr liebe, hat das Treibgut auf dem Canale Grande thematisiert. Es gehörte und gehört dazu.
Aber Coca-Cola-Dosen waren vor 100 Jahren trotzdem nicht dabei! :P


Die deutschen Städte sind im Krieg untergegangen. Sie hatten faktisch aufgehört zu existieren. Der Krieg war dorthin zurückgekehrt, wo er seinen Anfang genommen hatte, von wo er ausgegangen war. Meine Mutter hat der zerstörung ihrer Heimatstadt Hamburg hautnah erlebt. Diese Generation, der nichts geblieben was als das eigenen Leben, dachte nicht daraüber nach, Gründerzeitfassaden zu retten.
Das kann ich alles nur ganz dick und fett unterstreichen! :thumbup:

(Was nicht heißt, dass ich vieles an gerade in Westdeutschland Neugebautem ncht furchtbar hässlich finde, aber das Gesagte relativiert diese Abscheu doch sehr!)
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Knusperhexe

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45

Donnerstag, 25. Mai 2017, 14:08

Und dennoch regte sich immer wieder Protest in der Bevölkerung, wenn nur leicht beschädigte Gebäude niedergestreckt worden. Ich stelle es mir furchtbar vor, wenn die Anknüpfungspunkte an meine Kindheit und Jugend systematisch auch noch nach dem Krieg vernichtet werden, nur weil irgendwelche Stadtplaner bestimmen dass diese Gebäude zu "überflüssiger Architektur" zu zählen sind.
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Caruso41

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46

Dienstag, 18. Juli 2017, 18:35

Nun wird in Berlin bald - endlich - die Staatsoper in herrlich zartrosa Glanze zu bewundern sein.



Sicher wird man sie dann auch als eines der schönsten Opernhäuser bewundern. Zu Recht!
Aber mit der "Königlichen Hofoper Berlin", der "Staatsoper Unter den Linden" und mit der "Deutsche Staatsoper" hat sie doch nicht mehr viel gemeinsam.
So ist das halt: „Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel.“ (Charles Darwin)
Gilt das nicht auch für die von Menschen errichteten Bauten?

Trotzdem (oder: Deshalb) freuen wir uns auf die Eröffnung!


http://www.tagesspiegel.de/berlin/staats…k/20068094.html

Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

chrissy

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47

Dienstag, 18. Juli 2017, 19:28

Nun wird in Berlin bald - endlich - die Staatsoper in herrlich zartrosa Glanze zu bewundern sein.
Mit dieser Mitteilung und dem schönen Foto, hast Du mir eine große Freude bereitet - vielen Dank, lieber Caruso.
Nun sind also nach mehr als fünf Jahren die Außengerüste und Bauverkleidungen gefallen und der Blick ist endlich wieder frei auf dieses schöne Haus.
Ein Grund, wieder mal nach Berlin zu kommen um vor der Staatsoper in dankbaren Erinnerungen zu schwelgen, an die, für mich, allerschönste und wichtigste Theaterzeit,
die mich für immer nachhaltig geprägt und beeinflußt hat.

Nochmals danke und herzliche Grüße
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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48

Mittwoch, 19. Juli 2017, 10:03


Auch in meiner Heimatstadt Heilbronn wurde das alte Theater mit einer wunderschönen, kulturell wertvollen Fassade im Jahr 1970 leider gesprengt. Meiner Meinung nach hätte das alte in Teilen erhaltene Theater in den 60er Jahren wieder aufgebaut werden können - ja müssen. Der erhaltenswerte Bau musste dem Streben nach Modernität weichen und es wurde 1982 ein modernes Theater eingeweiht, in dem von durchweg tüchtigen Intendanten gutes, engagiertes Sprechtheater geboten wird. Auf der Strecke blieb leider ein eigenes Opern- und Operettenensemble. Operngastspiele werden eingekauft. Überwiegend mit sehenswerten Inszenierungen. Was fehlt ist die Identifikation der kulturfreudigen Bevölkerung in der Region mit einem eigenen Opern-Ensemble also mit ihren Künstlern. Ich bin im Moment wahrscheinlich der Einzige in Heilbronn, der immer wieder auf diese schmerzliche Lücke hinweist. Ich kann und will es nicht einsehen, dass eine Stadt wie Heilbronn, die zur Zeit einen ungeahnten, positiven Aufbruch erlebt und in der 2019 die Bundesgartenschau stattfindet, sich nicht leisten kann, was in anderen Städten, wie Pforzheim, Ulm, Gießen, Lüneburg Meiningen und sogar Rudolstadt finanziert wird und dort aus dem Kulturleben nicht wegzudenken ist. Wir hatten erst vor ein paar Tagen eine Kulturdiskussion in Heilbronn, in der ich als Zeitzeuge und laut Presse "Kulturelles Urgestein" mitwirken durfte. Auch dort trat ich für meine Vision ein und bekam sogar viel Beifall aus dem Publikum. Wir Opernfreunde und alle, die in der Kultur eine Funktion haben, müssen für die Oper kämpfen, dazu gehört besonders auch kulturelle Perlen, was die alten Opernhäuser ja meistens sind, zu erhalten.

Herzlichst
Operus

ipel

Anfänger

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49

Samstag, 26. August 2017, 18:09

Theater am Kärntnertor

Das Theater am Kärntnertor, auch Kärntnertortheater oder in der alten Schreibweise Kärnthnerthor-Theater, war ein für Oper, Ballett und Schauspiel bestimmtes Theater in Wien. Es kann gemeinsam mit dem Burgtheater am Michaelerplatz als Vorläuferhaus der Wiener Staatsoper gelten.
Zu den Höhepunkten in der Geschichte gehört das Konzert, das Beethoven dort am 7. Mai 1824 veranstaltete. Es erklangen in ihrer Wiener Erstaufführung Teile der Missa solemnis und die Uraufführung der 9. Sinfonie.



Am 17. April 1870 wurde Rossinis Wilhelm Tell als letzte Oper aufgeführt. Bald darauf wurde das Theater abgerissen.
Über Musik kann man am besten mit Bankdirektoren reden. Künstker reden ja nur übers Geld (Sibelius)

chrissy

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50

Dienstag, 3. Oktober 2017, 16:33

Nun wird in Berlin bald - endlich - die Staatsoper in herrlich zartrosa Glanze zu bewundern sein.
Sicher wird man sie dann auch als eines der schönsten Opernhäuser bewundern. Zu Recht!
Trotzdem (oder: Deshalb) freuen wir uns auf die Eröffnung!
Gestern kam in den Nachrichten die Mitteilung:
Bis auf Restarbeiten im Innenraum, sind die Arbeiten so gut wie abgeschlossen.
Die Berliner Staatsoper steht nach sechsjähriger Bauzeit unmittelbar vor der Wiedereröffnung!
(Rheingold weiß bestimmt mehr und genauer zu berichten).

CHRISSY
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Dienstag, 3. Oktober 2017, 17:42

Die Berliner Staatsoper steht nach sechsjähriger Bauzeit unmittelbar vor der Wiedereröffnung!
(Rheingold weiß bestimmt mehr und genauer zu berichten).


Lieber chrissy, dafür bin ich nicht der Richtige. Die Sanierung dieses Hauses ist ein handfester Bauskandal, der uns Steurzahler teuer zu stehen kommt. Und ich möchte die allgemeine Jubelstimmung nicht mit sehr notwendigen kritischen Anmerkungen trüben. Ich freue mich darauf, das Haus hoffentlich bald selbst in Augen- und Ohrenschein zu nehmen. Vorerst wird es aber nur provisorisch eröffnet mit Schumanns Faust-Szenen. Für das Volk gab es auf dem Bebelplatz schon mal Beethovens Neunte, die ich bei derartigen Anlässen nicht mehr gut hören kann. Im öffentlich-rechtlichen Berliner Fersehen, das zum Wohlfühljournalismus neigt, wurde vor ein paar Tagen eine langer Film gezeigt, dessen Informationswert fast egen Null ging. Er kann in der Mediathek noch aufgerufen werden.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

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Dienstag, 3. Oktober 2017, 19:02

Die Berliner Staatsoper steht nach sechsjähriger Bauzeit unmittelbar vor der Wiedereröffnung!
(Rheingold weiß bestimmt mehr und genauer zu berichten).
Lieber chrissy, dafür bin ich nicht der Richtige. Die Sanierung dieses Hauses ist ein handfester Bauskandal, der uns Steurzahler teuer zu stehen kommt.
Doch, lieber Rüdiger, ich wußte es - Du bist der Richtige. Und ich danke Dir ganz herzlich für Deine Antwort. Insbesondere auch für das Reinstellen des Links mit dem Film,
den ich nicht kannte. Zur Hälfte habe ich ihn mir schon angesehen und die Aussagen von Mtarbeitern, und überhaupt die einzelnen Phasen des Baugeschehens dokumentiert
zu sehen, ist hochinteressant. Da Du ja um meine Liebe und Verehrung für die Staatsoper weißt, muß ich nicht betonen, daß Du mir damit eine große Freude bereitet hast.
Deine Bemerkung zum Bauskandal ist natürlich richtig, aber machen wir uns nichts vor, das ist doch heutzutage schon zur Normalität geworden und die vielen Beispiele lassen
sich beliebig fortführen. Im Juni 1993 war ich das letzte Mal in diesem Haus. Und ich bin gespannt und freue mich darauf, irgendwann demnächst, vielleicht im nächsten Jahr,
dieses nun "neue Haus" dann zu betreten und rückschauend in Erinnerungen zu schwelgen, in Erinnerung "an meine schönsten Theaterzeiten".

Nochmals danke und sei herzlichst gegrüßt
CHRISSY
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chrissy

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53

Dienstag, 3. Oktober 2017, 20:19

Wie ich gerade im TV - Programm sehe, bringt ARTE heute um 21.10 Uhr eine Live - Übertragung
Festakt zur Eröffnung der Berliner Staatsoper

CHRISSY
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