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lutgra

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181

Freitag, 21. April 2017, 19:09

Krzysztof Meyer 6. Symphonie Die Polnische (1982)

Anfang der 1980er Jahre wurde in Polen das Kriegsrecht verhängt. Krzysztof Meyer hat darauf mit der Komposition der 6. Symphonie "Die Polnische" reagiert. Meyer hat nicht nur die beste Schostakowitsch-Biografie geschrieben, er lehnt sich zumindest in seiner 6. auch kompositorisch stark an das große Vorbild an. Ich kenne wohl keine andere Symphonie, die so stark nach Schostakowitsch klingt. Man könnte ihm also mangelnde Originalität vorwerfen. Wenn man das Werk aber vorurteilsfrei hört, dann kann man eigentlich nur zu dem Schluß kommen, dass es Meyer gelungen ist, mit den Mitteln von DSCH ein Werk zu schaffen, das nicht minder eindrucksvoll ist als dessen Symphonien, speziell Nr. 8, 10 und 11, dessen Tonfall Meyer hier vielleicht noch etwas extremer vorantreibt. Ein überaus eindrucksvolles, sehr düsteres Werk, nicht unähnlich auch den mittleren Symphonien von Landsmann Penderecki, z.B. seiner 3. Ich kenne das Stück schon seitdem die LP Mitte der 1980er Jahre herauskam, heute lief mir die seit langem vergriffene CD-Version günstig über den Weg, die unmittelbar in meinen Besitz überging und gerade gehört wurde.
Wieso die anderen Symphonien (außer einer spät entstandenen 7.) bisher nicht eingespielt wurden, ist mir schleierhaft. Fast alle wurden uraufgeführt und gespielt und sogar mehrfach preisgekrönt. Hier wäre also noch Handlungsbedarf, ein mögliches Betätigungsfeld für cpo und den polnischen Dirigenten Lukasz Borowicz.


Reinhard

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182

Mittwoch, 3. Mai 2017, 21:03

Rautavaara

Angeregt durch einen anderen Thread, in dem gewünscht war, der finnische Komponist Rautavaara möge nicht vergessen werden, habe ich meine Sammlung durchforstet und muß gestehen, bei den CDs bin ich nicht fündig geworden.
Aber einen Teil einer Konzertaufzeichnung mit den Göteborger Sinfonikern unter Sakari Oramo habe ich mir gerade angehört, nämlich Rautavaaras Cantus Arctic.

Ein, wie ich finde, leicht zugängliches kurzweiliges Werk. Für mich im Moment aber auch nicht mehr. Vielleicht bin ich ungerecht, ich werde es definitiv nochmals hören.
Leiste guten Menschen Gesellschaft, und du wirst einer von ihnen werden. Miguel de Cervantes

WolfgangZ

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183

Mittwoch, 3. Mai 2017, 23:34

Fast alles von Rautavaara, das ich kenne (etliches!), finde ich allerdings mittlerweile interessanter als immer diesen Cantus Arcticus ... :P :)

Es ist ein Effektstück, dessen Wirkung durch Wiederholung allmählich eher verlorengeht - zumindest meine Erfahrung!

:hello: Wolfgang
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Agon

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184

Donnerstag, 4. Mai 2017, 11:26

Also, ich finde den "Cantus Arcticus" sehr gut und faszinierend. Das Stück übt eine starke Sogwirkung auf mich aus. Wie es Rautavaara hier versteht, die teilweise sehr expressiven Vogelstimmen mit sehnsüchtigen Streicherklängen und Holzbläsern zu verbinden, ist einmalig. Das Stück hat eine mystische Aura und ist eine Hymne an die Natur.

Sehr empfehlenswert ist die Aufnahme mit dem RSO Leipzig unter Max Pommer:



(Ondine, 1989/90, Bethanienkirche Leipzig)
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. (Theodor W. Adorno)

WolfgangZ

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185

Donnerstag, 4. Mai 2017, 20:21

Cantus Arcticus

Das Werk hat etwas Unvergleichliches, das gestehe ich gerne zu. Vielleicht habe ich mich einfach satt gehört und muss es in einem Jahr oder so wieder mal probieren.

In jedem Fall kann ich praktisch alle Sinfonien und Solokonzerte des Komponisten empfehlen, auch wenn ich die ein wenig ins Postmodern-Mystizistische - vulgo New Age - tendierenden, also die letzten drei, nicht ganz so schätze wie die anderen, von denen beinahe jede ein Unikum darstellt.

Aber wir haben ja hier einen eigenen Thread:

Rautavaara, Einojuhani - Die Orchesterwerke

:hello: Wolfgang
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lutgra

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Dienstag, 9. Mai 2017, 20:45

Andrei Golovin Symphonie Nr. 4 "Light Unapproachable"

Die Sonderpreisaktion beim Werbepartner des Toccata Label hat eine Handvoll CDs mit symphonischer Musik mir bisher völlig unbekannter Komponisten ins Haus gebracht. Gleich der erste Griff in den Stapel förderte eine höchstwillkommene Erweiterung des musikalischen Horizonts zutage, Komponist und Dirigent Andrei Golovin (Jg. 1950) dirigiert u.a. die UA seiner 2013 vollendeten 4. Symphonie mit dem schön gewählten Namen. Im Booklet wird der Komponist "downstream" von Schostakowitsch und Boris Tschaikowsky angesiedelt. Ich höre allerdings hier eher einen russischen Rautavaara, der lyrisch-meditative tonale Musik schreibt, die sich ab und zu zu gewaltigen hymnischen Steigerungen verdichtet, das erinnert entfernt teilweise auch etwas an die Musik Messiaens, vor allem die frühe. Das Werk hat zwei Sätze und dauert um die 25 min. Die Live-Aufnahme durch den Komponisten klingt prächtig, das Publikum hört man kaum. Guter Start der Entdeckungsreise.

lutgra

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187

Mittwoch, 10. Mai 2017, 18:06

David Hackbridge Johnson Symphonie Nr. 9

Die Musikgeschichte ist voll von ungewöhnlichen Personen und David Hackbridge Johnson ist sicher eine davon. 1963 geboren, hat er seit frühester Zeit in seinem Elternhaus klassische Musik gehört. Schon bald begann er die gehörten Stücke im Kopf weiterzukomponieren. Ab 11 schrieb er eigene Kompositionen. Er erlernte Klavier und Geige, brachte sich selbst das Schlagzeugspielen bei und arbeite 15 Jahre als Jazzdrummer. Daneben komponierte er ständig weiter. Er zeigte einige Werke einem Musikprofessor, der sich skeptisch äußerte und das bewog ihn, weiterhin nur für sich zu komponieren. Einige Kammermusikstücke führte er gelegentlich mit befreundeten Musikern auf.
Jetzt ist die erste CD mit Orchestermusik erschienen, die enthält seine 9. Symphonie sowie zwei kürzere Orchesterstücke, das neueste trägt die Opuszahl 359 (!). Da hat jemand 360 Werke komponierte, bevor davon irgendeine Notiz genommen wird.

Der aufstrebende junge englische Dirigent Paul Mann, der schon einige Dutzend CDs auf dem Buckel hat, schreibt zu dieser CD: "This is some of the most exciting new orchestral music that has ever come my way. David writes with complete mastery and meticulous craftsmanship, and above all packs an immense emotional punch."

Die 9. Symphonie hat drei Sätze und dauert fast 50 min. Die Musiksprache ist gemäßigt modern und knüpft an die amerikanischen, britischen und skandinavischen Symphoniker des 20. Jahrhunderts an. Von den deutschen Komponisten steht ihm vermutlich Hindemith am nächsten. Das ist überaus kompetent geschriebene, interessant klingende Musik, deren Begegnung sich IMO lohnt. Ich höre zwar nichts, was ich in irgendeiner Form nicht schon mal gehört habe, aber die Art und Weise wie er diese vertrauten Elemente zu einem neuen Ganzen zusammenfügt, finde ich schon bemerkenswert, da habe ich von berühmteren Namen schon viel Langweiligeres gehört. Die CD ist als Volume 1 angekündigt, was auf weitere Aufnahmen hoffen lässt. Paul Mann und das Royal Liverpool PO konnten für diese Aufnahmen gewonnen werden und machen ihre Sache sehr gut. Weiter so.

lutgra

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Samstag, 20. Mai 2017, 14:43

Vytautas Bacevicius Symphonie Nr. 2 Della Guerra

Vytautas Bacevicius (1905-70) gilt als noch zu entdeckender Radikaler des 20. Jahrhunderts. Der 1905 in Lodz geborene Bruder der polnischen Komponistin Grazyna Bacewicz spielte Klavier und Violine und ging nach dem Abschluss der Pianistenausbildung nach Kaunas in Litauen (1926-39). Von hier aus tourte er als gefragter Pianist durch ganz Europa und spielte u.a. in Paris, Berlin, Prag und Warschau. Von einer Südamerikatournee 1939 kehrte er nie mehr nach Europa zurück, sondern ließ sich in New York nieder, wo er 1970 starb. Er schlug sich als Klavierlehrer und Pianist (u.a. 8 Auftritte in der Carnegie Hall) mehr schlecht als recht durch. Seine Musik wurde weitgehend ignoriert. Er schrieb u.a. 6 Symphonien, von denen die 2. und 6. auf Toccata erschienen sind.

Die 2. entstand 1940 in Buenos Aires und trägt den Namen "Della Guerra". Dass es sich um eine Kriegsymphonie handelt, hört man auch vom ersten bis zum letzten Takt. Düster und dissonant ist das Werk. Die Tonsprache ist sehr eigenständig, entfernt erinnert sie an den Prokofieff der 2. und 3. Symphonie und die Maschinenmusik Honeggers. Interessante Entdeckung. Gute Aufnahme.

teleton

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189

Samstag, 20. Mai 2017, 18:48

Was Du hier noch alles an Komponisten ausgräbst (die letzten drei beiträge), lässt einen mit den Ohren schlackern, lieber Lutgra.
Allerdings muss ich für mich sagen, dass ich hier nicht mehr mitziehe um mich dem zahlreichen Material widtmen zu können, das mir am Herzen liegt. Ich bin ja immer aufgeschlossen für neue Komponisten, aber irgendwann ist "Schluss mit Lustig". Man muss und sollte Prioritäten setzen um das wirklich Wertvolle geniessen zu können.

Ich habe jetzt zum Beispiel die "offenbare" Hammeraufnahme von Brahms: Sinfonie Nr.4 mit Steinberg bestellt. ;) Da weis ich was ich habe und was mir gefällt ! :hail:
Gruß aus Bonn, Wolfgang

lutgra

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190

Sonntag, 21. Mai 2017, 06:21

Allerdings muss ich für mich sagen, dass ich hier nicht mehr mitziehe um mich dem zahlreichen Material widtmen zu können, das mir am Herzen liegt.

Ich empfinde gerade die Vielfalt als Bereicherung, Brahms Vierte z.B. mag ich nicht mehr oft hören, die hat mir nie besonders gefallen. Aber natürlich entscheidet das jeder für sich selbst, was er noch kennenlernen mag und was nicht. Außer Streichquartetten höre ich kaum noch vor 1890 komponierte Musik. Jedenfalls nicht wenn ich gezielt höre.

Hüb'

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Freitag, 2. Juni 2017, 14:45

Richard Arnell (1917-2009)
Symphonie Nr.3

Royal Scottish National Orchestra, Martin Yates
+ The New Age-Ouvertüre op. 2
Dutton, DDD, 2005

Die 2. Sinfonie (6 Sätze, rd. 60 Minuten) konnte ich nun ebenfalls hören. Den Vergleich zu Nielsen und Simpson (siehe Beiträge im Thread zu Arnell: KLICK) halte ich nicht für so treffend. Mir jedenfalls erscheint Arnells Zweite deutlich "süffiger" und eingänger (mit Nielsen tue ich mich schwer und Simpson habe ich nun wahrlich nicht im Ohr). Hinsichtlich melodiösem Erfindungsreichtum und der Fülle an Einfällen steht das Werk dem Klavierkonzert kaum nach. Schwierigkeiten mag allenfalls der Umfang bereiten, denn Abwechslungsreichtum, Dauer und die Aufteilung in sechs Sätze machen es nicht einfach, das sinfonische Konzept hinter der Komposition direkt zu erfassen. Daher sicher ein Fall für wiederholtes Hören, dass dabei wohl nicht schnell langweilig werden dürfte. Orchesterleistung und Klangqualität sind super. Für meinen Geschmack definitiv ein sehr guter Kauf und ein Anreiz zur Komplettierung der Arnell-Sammlung!

Viele Grüße
Frank

teleton

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192

Sonntag, 25. Juni 2017, 11:44

Copland: Sinfonische Werke mit Dorati auf Decca

In den letzten Tagen "schiele" ich ja immer wieder als Kaufanreiz für mich auf die neuen Copland-Aufnahmen mit Slatkin / Detroit SO (auf NAXOS).

Nachdem ich mir heute die abgebildete CD mit den entsprechenden Werken (gem. Decca-CD-Cover) mit Dorati / Detroit SO angehört habe, ist der Kaufanreiz für Slatkin (von dem ich auch seine Aufnahmen mit den St.Louis PO (EMI) habe, für mich recht klein geworden:
:thumbup: Interpretatorisch und klanglich kann man es sich (hier mit Dorati) nicht besser vorstellen.

Die Dance Symphony ist Rhythmus pur und hat unter Doaati eine Energie, wie man es sich nicht besser vorstellen kann.
Bei El Saaloon Mexico und Rodeo - 4 Tanzepisoden kann im Vergleich ohnhin nur noch Bernstein / NYPH ein Wörtchen mitreden - Wahnsinnsaufnahmen !
Auf meiner Decca-Doppel-CD mit diesen Aufnahmen (-nicht mehr bei amazon gelistet-) ist Appalachian Spring mit der ausgezeichneten Metha-Aufnahme vertreten; sowie die Spitzenaufnahme vom Lincoln Porträt mit Gregory Peck, Sprecher vorhanden, die ich ich früher schon auf LP hatte.

:angel: Klanglich audiophiler Decca-Sound, der einmal mehr für Hörspass sorgt:


Decca, 1981/82, DDD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

teleton

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Sonntag, 25. Juni 2017, 22:58

Eötvös: Speaking Drums ∙ hr-Sinfonieorchester ∙ Martin Grubinger ∙ Vasily Petrenko

​Heute habe ich auf YT die Speaking Drums für Schlaginstrumente und Orchester entdeckt.
Die Aufzeichnung vom HR Sinfonieorchester Frankfurt ist vom März 2016.

*** Martin Grubinger ist wieder voll im Element und muss hier auch schauspielerisches Talent zeigen, da er neben seiner Arbeit an den Schlaginstrumenten auch gewisse Texte sprechen (eher ausrufen) muss und quasi die Instrumente sprechen lässt.

Hört sich auf jeden Fall interessant an. Könnte aber auf Dauer nicht mein zu meinen Lieblingsstücken werden, weil das ganze doch eher "strange" ist und mich nihct zu direkter Begeisterung und Gänsehautfeeling anregen kann. Vasili Petrenko macht seinen Job gut, wirkt aber (im Prinzip wie der Hörer) nihct so, als wenn er wirklich total begeistert ist.

8o Aber die Bewunderung für Martin Grubingers Leistung bleibt und macht das Stück letztendlich interessant. Ohne Videobild (nur auf CD) würde das Stück weit weniger Wirkung auf mich haben, da es letztendlich keine Höhepunkte hat und mich als Hörer relativ kalt lässt.

Gruß aus Bonn, Wolfgang

teleton

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Donnerstag, 6. Juli 2017, 21:47

Michael Hersch (geb 1971) - Sinfonien Nr.1 (1998) und Sinfonie Nr.2 (2001)

Der letzte Beitrag führte zu einer moderenen Musik, die mich relativ kalt liess, aber wegen Martin Grubinger hochinteressant war.

Heute führt mich mein Weg zu einer Neuentdeckung, von der Lutgra bereits vor einiger Zeit berichtete, die bei mir noch als Kaufoption offen stand: Micheal Hersch
Er bietet mit seinen Werken eine Musik, die den Hörer ganz und gar nicht kalt lässt.

Sein Weg als Komponist ist ungewöhnlich: Er war ein Spätzünder und Wunderkind zugleich = Sein Bruder Hornist brachte den 19jähigen Teenager dazu sich Beethovens Fünfte - mit Solti als Video anzusehen/hören. Der Damm war für ihn gebrochen und er schrieb sich am Pebody Conservatorium im Baltimore ein ... auch auf dem Klavier brillierte er mit moderem Repertoire ...

Seine Sinfonie Nr.1 (27 Minuten) in einem Satz soll laut Textheft von Einflüssen von Mahler und Berg entsprungen sein. Warum Berg ? Ich würde eher auf eine Mischung von Sibelius und Penderecki (durch die düstere Stimmung mit einem Schuss Petterson) schliessen wollen.

Die Sinfonie Nr.2 (knapp 20 Minuten in 4 Sätzen) hat äusserst dramatische Zwischentöne zu bieten. Marins Jansons gab dieses Werk in Auftrag auf führte 2002 die UA mit dem Pittsburgh SO.

Aber egal, es klingt schon sehr modern und für so manchen würde bei der Zweiten durch die atonalen Zwischentöne die Grenze des Geniesbaren erreicht sein. Er schafft es aber dennoch in seinen Werken den Hörer zu fesseln und bietet keine Musik, die man mal eben so zwischendurch (zum Reinhören) fassen kann. Tolle Orchesterfarben mit Glocken und allem TammTamm (so wie ich es schätze !).


NAXOS, 2005, DDD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

teleton

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Samstag, 30. September 2017, 12:18

Bartok - Violinkonzerte Nr.1 (1908) und 2 (1938)

Das Violinkonzert Nr.2 ist das weit beliebtere und meistgespielte Bartok - VC (auch was die Anzahl der CD-Einspielungen anbetrifft).

Mir lag das Violinkonzert Nr.1 auch bisher nur in der Aufnahme mit Chung/Solti (Decca) vor. Wie mir beim VC.2 schon aufgefallen war spielt Chung ihren Violinpart technisch einwandfrei, aber es fehlt ihr das Einfühlungsvermögen.
Nachdem ich nun meine abgebildete CD-Neuerwerbung heute hörte, kann ich dies auch für das VC Nr.1 feststellen. Den Unterschied zum grossen Altmeister Isaac Stern, der bei den Partituren auch die Tiefe auslotet, hört man deutlich. Den Orchesterpart liefert hier Ormandy (so wie Solti) ausgezeichnet mit Biss.
Das VC Nr.2 wird von Bernstein/New Yorker PH ausgeführt ... herausragend ...

*** :thumbup: Erste Wahl für die beiden Bartok - VC:
Ausgezeichnetes 20Bit-Remastering lässt bei beiden Aufnahmen nicht an die angegebenen frühen Aufnahmedaten denken. Der Klang ist ausgezeichnet, natürlich, detailreich und hat keinerlei Verfärbungen - auch in diesem Punkt volle Empfehlung.


SONY, 1961 (VC1), 1958 (VC2), ADD
Gruß aus Bonn, Wolfgang