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La Roche

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121

Dienstag, 5. September 2017, 13:51

Violinsolo "Ein Heldenleben"

Und noch einmal Richard Strauss. Aus dem Heldenleben (eines meiner Lieblingsstücke) das Violinsolo. Es spielt der auch hier bekannte Willy Boskovsky. es sind die Wiener Philharmoniker 1963, es dirigiert Karl Böhm.



Warum das mittendrin abgebrochen ist, weiß ich nicht!!!

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer
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musikwanderer

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122

Dienstag, 5. September 2017, 13:52

In der Tat ein berührendes Stück, in der Tat ein berückender Sänger - eine gute Wahl, lieber La Roche! (Die beiden anderen YT-Videos höre ich später.) Ich kehre stattdessen noch einmal zurück, und zwar in die Wiener Klassik mit folgenden Notturni-"Bellezzas":


Metastasio-Texte, ja, aber wie wunderschön vertont...

:hello:
.

MUSIKWANDERER

La Roche

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123

Dienstag, 5. September 2017, 20:30

Die Nachtigall singt bei Respighi

Und noch so ein krummes Ding von mir. Aus den "Pinien von Rom" von Ottorino Respighi den Teil 3 "Die Pinien auf dem Janiculum". Wo auch immer das ist, ein warmer Sommerabend in Rom, der Wind rauscht in den Pinien, es ist herrlich, dabeizusitzen. Vögel zwitschern, zum Schluß sogar eine Nachtigall. Zart, schön, Atmosphäre hoch 3.



Übrigens spielt das Chicago Symphony-Orchestra 1959 unter Fritz Reiner. Wer es turbulenter, ja pompös (und zu Mussolinis Zeiten auch benutzt für Aufmärsche) mag, der sollte sich den Teil 4 anhören "die Pinien der Via Appia". Gewaltig, monströs, ich mags eigentlich besonders, aber es paßt nicht hierher.

Herzlichst La Roche
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Rheingold1876

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124

Donnerstag, 7. September 2017, 08:32

Aus den "Pinien von Rom" von Ottorino Respighi den Teil 3 "Die Pinien auf dem Janiculum". Wo auch immer das ist, ein warmer Sommerabend in Rom, der Wind rauscht in den Pinien, es ist herrlich, dabeizusitzen. Vögel zwitschern, zum Schluß sogar eine Nachtigall. Zart, schön, Atmosphäre hoch 3.


Ein wunderbares Stück, lieber La Roche. Janiculum ist der lateinische Name des Gianicolo, eines Hügels in der Nähe der vatikanischen Gärten. Er gehört allerdings nicht zu den sieben Hügeln Roms. Der Zufall will es, dass ich die Gegend aus eigener Anschauung kennen. Und es ist noch immer fast so, wie es Respighi empfunden hat. Eine Nachtigall habe ich leider nicht gehört. Da Pinien mehr als zweihundert Jahre alt werden können, ist es durchaus denkbar, dass die Bäume, unter denen der Komponist gewandelt ist, alle noch vorhanden sind. Hier ein Foto mit den berühmten Garibaldi-Denkmal auf dem Gianicolo, das von Pinien umgeben ist:

Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

La Roche

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125

Donnerstag, 7. September 2017, 10:55

Danke für die Aufklärung, lieber Rheingold,

natürlich war ich auch schon in Rom, mit dem Reisebüro. Da wurde das übliche Programm runtergespult - spanische Treppe, Trevi-Brunnen, Forum Romanum + Colosseum, und immer wieder Vatikan. Wir waren im Petersdom, konnten die sixtinische Kapelle und den tollen Gestank darin bewundern (wofür wir doch einige Stunden brauchten), und hatten anschließend keine Kraft mehr, zur Engelsburg zu laufen. Immerhin hat man uns auch noch nach Castelgandolfo gekarrt, und rückwärts in Florenz gehalten. Da habe ich die erste richtig gute und bisher beste Pizza meines Lebens gegessen, gleich neben dem Dom in einer Gasse. Da siehst Du, woran sich ein Ossi erinnert, wenn er in Florenz war (allerdinsg nur 5 Stunden Zwischenstop).

Aber für so profane Dinge wie den Gianicolo war keine Zeit, außerdem kannte ich damals (1991 Silvester) Respighis Pinien noch gar nicht. Jetzt gehört die Trilogie zu meinen Favoriten! Übrigens habe ich auch noch nie eine Nachtigall live zwitschern hören. Ich habe das Gedühl, das Leben geht an einem vorbei!!

Herzlichst La Roche
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musikwanderer

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126

Donnerstag, 7. September 2017, 16:17

Ein harter Schnitt - zurück von Respighi zu Händel. Das darf hier ja auch nicht fehlen:

:hello:
.

MUSIKWANDERER

Mme. Cortese

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127

Donnerstag, 7. September 2017, 21:33

Wenn weiter oben schon die Nachtigallen gesungen haben beglückt uns auch Händel mit einem Vogelkonzert, in der Arie der Almirena aus "Rinaldo":



Denselben Text legt übrigens Telemann seinem Orpheus in den Mund, und auch diese Version verdient sicherlich dass Prädikat "Bellezza"

Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

Fiesco

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128

Donnerstag, 7. September 2017, 22:33

Mein schönstes Schubertlied .....

Hier zu hören!

Benjamin Appl „ Im Freien " D880 >Das ist wahrlich Bellezza<

LG Fiesco
Die Tonkunst begrub hier einen reichen Besitz, aber noch viel schönere Hoffnungen.

Grillparzers Worte auf der Reliefplatte Schuberts.

musikwanderer

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Donnerstag, 7. September 2017, 23:54

Manchmal ist das Wissen tief in den Gehirnwindungen vergraben. Manchmal kommt aber einiges doch wieder hervor. Ich habe in meinem Beitrag 111 zwei Versionen von Lascia la Spina (aus Il trionfo del Tempo e del Disinganno) und Lascia ch'io pianga (aus Rinaldo) vorgestellt. Letztere ist eine Kopie aus dem Oratorium. Heute erinnerte ich mich an HWV 1, Händels Oper ALMIRA, und dort gibt es am Beginn des ersten Aktes eine Sarabande, die ich hier einstelle:


Dies dürfte also der Ursprung der beiden Arien sein. Für eine Londoner Aufführung hat Händel Il trionfo del Tempo e del Disinganno überarbeitet, mit Chören und Instrumentalstücken versehen und das ganze Il Trionfo del Tempo e della Verità benannt. Und für diese dritte Version (es gibt noch eine vierte, die der erblindete Komponist einem Kopisten diktiert hat: The Triumph of Time and Truth) hat Händel Lascia la spina neu vertont - davon gibt es keine Version bei Youtube. Joachim Carlos Martini stellt sie in der bei Naxos erschienenen Aufnahme als Auswahl vor...

:hello:
.

MUSIKWANDERER

La Roche

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Freitag, 8. September 2017, 13:32

Alessandro Stradella

Denkt man an Flotow, kommt sofort die Martha ins Gedächtnis. Fast vergessen dagegen ist seine Oper "Alessandro Stradella", die Geschichte eines italienischen Komponisten, der im 17. Jahrhundert tatsächlich lebte und mit seinen amourösen Abenteuern nicht nur Freunde hatte. Das führt dazu, daß seine Hochzeit fast platzt, da gedungene Mörder des Vormundes der Auserwählten ihm an den Kragen wollen. Das Liebespaar flieht, die Mörder und der Vormund reisen hinterher. Doch Stradella singt das Lied von der Jungfrau Maria, und alle sind verzaubert von der Musik. Stradella darf leben und lieben, durch die Kraft der Musik. Die Oper hieß auch zeitweilig "Die Macht des Gesanges".

Welche Kraft die Musik haben kann, zeigt der Ausschnitt mit dem Lied "Jungfrau Maria", und ich habe eine Uraltaufnahme aus 1909 ausgewählt mit Leo Slezak, dessen Namen wohl fast jeder kennt als einer der größten Heldentenöre des zeitigen 20. Jahrhunderts. Benjamino Gigli soll gesagt haben, als er Slezak im Othello hörte, daß er diese Rolle nie singen wird, da er Slezak nie erreichen wird. Dafür dürfte neben dessen Riesenstimme auch seine optische Erscheinung beigetragen haben. Mit fast 1,95 Größe und rund 140 kg Gewicht ein stattlicher Othello, aber auch ein zarter Alessandro Stradella:



Herzlichst La Roche
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La Roche

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Freitag, 8. September 2017, 13:54

Und noch einmal Flotow. Jeder kennt Martha, und jeder denkt sofort an die letzte Rose oder an den ach so frommen Lyonel. Aber nicht das will ich einstellen.

Für mich gehört das Finale des 3. Aktes zu den schönsten Ensembles der gesamten Opernliteratur. Lady Harriet und Nancy haben sich auf dem Heiratsmarkt von Richmond zum Zeitvertreib ersteigern lassen, als Mägde bei Lord Plumkett und Lyonel. Den reichen Damen gefällt die Arbeit nicht. Dagegen verliebt sich Lyonel in Lady Harriet (alias Martha), doch die will nicht, die beiden Damen hauen ab. Auch als sie sich in einem Gasthaus zufällig wiedertreffen und Lyonel der falschen Martha seine Liebe gesteht, verlacht sie ihn. Der tief enttäuschte Lyonel versinkt im Weltschmerz und singt "mag der Himmel euch vergeben".

Meine Aufnahme ist aus dem Jahr 1944 mit der Staatskapelle Berlin und dem Chor der Berliner Staatsoper unter Johannes Schüler. Schon die Solisten Peter Anders und Erna Berger, aber auch der mächtige, kraftstrotzende Chor belegen, welche Bedeutung man dieser romatischen Oper vor über 70 Jahren zugemessen hat. Noch mehr erstaunt die hervorragende Klangqualität dieser wunderbaren Musik, auch wenn sicher heutige Technik dazu beigesteuert hat:



Ich weiß es nicht zu deuten, aber bei dieser Interpretation bekomme ich Gänsehaut!!

Herzlichst La Roche
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chrissy

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Freitag, 8. September 2017, 17:49

Und noch einmal Flotow. Jeder kennt Martha, und jeder denkt sofort an die letzte Rose... Aber nicht das will ich einstellen.
Aber ich!
Wenn man diese wunderbare kleine Arie immer mal in Abständen hört, ist diese berührende, ins Ohr gehende Melodie, immer wieder schön und man kriegt sie nie über.

CHRISSY

https://www.youtube.com/watch?v=KcfSEUE7kN4
Jegliches hat seine Zeit...

La Roche

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Samstag, 9. September 2017, 10:07

Königskinder

Eine der schönsten mir bekannten Melodien kommt aus den Königskindern. Leider habe ich diese herrliche Oper nur einmal im Fernsehen gesehen, in einer jämmerlichen Inszenierung, mit einem enttäuschenden Jonas Kaufmann. Ich hatte trotzdem durchgehalten, um die Musik der gesamten Oper überhaupt kennenzulernen.

Besonders angetan hat es mir das traumhafte Finale, der Spielmann singt sein letztes Lied. Die Musik hat Wagnersche Dimensionen, man kann Humperdincks Vorbild deutlich erkennen. Die Melodie ist grandios, der Text berührend, und die gewählte Interpretation von Hermann Prey aus dem Jahr 1956 mit der Nordwestdeutschen Philharmonie unter Wilhelm Schüchter ist nicht zu übertreffen. Ein Lied, welches es nicht verdient hat, in Vergessenheit zu geraten und welches manche berühmte Arie in fast jedem Punkt auszustechen vermag.



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La Roche

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Samstag, 9. September 2017, 10:28

Franz Liszt Orpheus

Franz Liszt als Vertreter der sinfonischen Dichtung und damit als einer der Wegbereiter der damals von der Kritik sehr verächtlich behandelten "Programmmusik" hat tolle Musik geschaffen. Seine Zeit in Weimar war seine aktivste Zeit dabei, und die Stadt Weimar hat sein Wohnhaus zum Museum umgestaltet.

Unter seinen in der Weimarer Zeit geschaffenen Werken hat es mir der "Orpheus" besonders angetan. Harfenklänge sind irgendwie berührend, dazu im Mittelteil ein Violin- und ein Cellosolo, das ganze völlig unaufgeregt, zum Entspannen und Zuhören. Die Gestalt des Orpheus hat Liszt genutzt, um die Kunst und Harmonie als Symbol darzustellen. Die Aufnahme ist vom Gewandhausorchester 1977 unter Kurt Masur, die Sologeige spielt Gerhard Bosse, das Cello Jürnjacob Timm.



Herzlichst La Roche
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Fiesco

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Samstag, 9. September 2017, 10:32

Neben dem „ Glück das mir verblieb " ist das > Mein Sehnen, mein Wähnen (Pierrot's Tanzlied) < das wohl schönste Stück aus der Korngold Oper „ Die tote Stadt ".

YouTube

Zitat

Mein Sehnen, mein Wähnen, es träumt sich zurück.
Im Tanze gewann ich, verlor ich mein Glück.
Im Tanze am Rhein, bei Mondenschein, gestand mir's aus Blauaug ein inniger Blick,
gestand mir's ihr bittend Wort: o bleib, o geh mit nicht fort,
bewahre der Heimat still blühendes Glück,
mein Sehnen, mein Wähnen, es träumt sich zurück.
Zauber der Ferne warf in die Seele den Brand,
Zauber des Tanzes lockte, ward Komödiant.
Folgt ihr, der Wundersüssen, lernt unter Tränen küssen.
Rausch und Not, Wahn und Glück, ach, das ist des Gauklers Geschick.
Mein Sehnen, mein Wähnen, es träumt sich zurück...


Und dazu noch gesungen vonThomas Hampson!


LG Fiesco
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Samstag, 9. September 2017, 10:45

Und dazu noch gesungen vonThomas Hampson!
Eine tolle Arie aus einer seltsamen Oper, mit einer heute sehr schwer zu begreifenden Handlung. Und auch die Musik hat für mich nicht viele Höhepunkte. Aber einige Stücke sind erstklassig, darunter auch das von Dir eingestellte Lied.

Das Finale, wo sowohl Marietta als auch Paul die wunderbare Melodie von "Glück, das mir verblieb" singen. Paul hat den Text nach "es gibt noch eine Strophe" zum Ausklang der Oper gesungen, bevor in zartesten Dur-Klängen die Oper zu Ende geht. Es gibt wunderbare Aufnahmen davon.

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Fiesco

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Samstag, 9. September 2017, 16:31

Vielleicht kann dir das behilflich sein für „ Die tote Stadt " .....

Der Roman von Georges Rodenbach >Das tote Brügge< seeehr lesenswert!



Und hier noch Wiki!

Ich kann dir diesen kurzweiligen Roman sehr empfehlen, vielleicht klappt es dann besser mit der toten Stadt.

LG Fiesco
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Sonntag, 10. September 2017, 10:00

Simone Boccanegra

Wer hat diese Oper schon gesehen, sicher nicht so viele. Dabei geht ihre Musik teilweise bis ins Mark. Die von mir eingestellte Arie des Fiesco "So lebe wohl für ewig" ist melodisch und auch inhaltlich eine der schönsten Arien des gesamten Baßfaches. Ich habe eine Aufnahme mit Georg Hann gewählt, 1941 mit dem Chor und Orchester der Berliner Staatsoper aufgenommen, Leitung Artur Rother.

Gerade bei dieser relativ unbekannten Oper kommt mir die deutsch gesungene Aufnahme sehr entgegen, denn wie sollte ich sonst ohne aufwendige Studien in Textbüchern oder sonstwo wissen, worum es geht. Die sehr verständliche Aussprache von Georg Hann verdeutlicht die Vorteile der Muttersprache, und das war bis in die 60-er Jahre hinein üblich, die Originaltexte ins Deutsche zu übersetzen und auch aufzuführen. Bei unbekannten Opern finde ich das auch jetzt noch wesentlich hilfreicher als die oft nur umständlich lesbaren und ablenkenden Texteinblendungen über der Bühne. Ich bin mit deutschen Übersetzungen aufgewachsen, bei Funkübertragungen und im Theater, der Wiedererkennungswert steigt mit der Verständlichkeit der Muttersprache.

Georg Hann wurde 1897 geboren (wie Rosvaenge), starb leider schon 1950 mit nur 53 Jahren. Er war einer der populärsten Sänger seiner Generation, und er hielt "seinem" Theater, der Bayerischen Staatsoper über 20 Jahre jang die Treue. Heute undenkbar. Der Kritiker Ernst Krause bezeichnete ihn als einen der musischsten, stimmgesegnetesten und menschlich liebenswertesten Verkünder großer deutscher und italienischer Opernkunst.



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Sonntag, 10. September 2017, 10:05

Ich kann dir diesen kurzweiligen Roman sehr empfehlen, vielleicht klappt es dann besser mit der toten Stadt.
Lieber Fiesco,

danke für den Tip. Die tote Stadt habe ich bisher 2x live gesehen, aber ich habe einige DVD, u.A. aus Straßburg. ich finde sie sperrisch, kann mich in die Scheinwelt nicht hineinversetzen. Dafür denke ich zu real. Als Opernstoff geht aber eigentlich alles, vom Einsperren in einen Waschkorb bis zur Überreichung eines abgeschlagenen Kopfes auf einem Silbertablett, vom Verwechseln frisch geborener Zwillinge bis zum Auftritt von Geisterboten und Zwergen. Dafür lieben wir die Oper mit ihrer Vielfalt.

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Bertarido

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Sonntag, 10. September 2017, 11:00

Die tote Stadt habe ich bisher 2x live gesehen, aber ich habe einige DVD, u.A. aus Straßburg. ich finde sie sperrisch, kann mich in die Scheinwelt nicht hineinversetzen. Dafür denke ich zu real.

Eine Scheinwelt ist es nur in der Oper, leider. In Rodenbachs Roman, den ich auch sehr schätze (ein wichtiges Werk des Symbolismus), finden die Begebenheiten wirklich statt, einschließlich der Ermordung Mariettas durch Paul. In der Oper entpuppt sich alles als Traum, der Paul dazu bringt, seine obsessive Trauer zu überwinden. Dieses Happy End ist eine große Schwäche der Oper, die ich dennoch mag.

Das Thema des Romans finde ich faszinierend: die obsessive Trauer eines Mannes über den Tod einer über alles geliebte Frau, die dazu führt, dass er die Verlorene in einer anderen nachzuschaffen versucht und sie tötet, nachdem sie sich in diese Rolle nicht hineinfinden will. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ein ähnliches Thema findet sich zum Beispiel in Alfred Hitchcocks genialem Film "Vertigo". Wer hier tiefer einsteigen will, dem empfehle ich Elisabeth Bronfens Buch "Over Her Dead Body. Death, Femininity and the Aesthetic".

La Roche

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Sonntag, 10. September 2017, 14:41

Mefistofele Finale

Noch ein Bellezza. Arrigo Boito kennen viele nur als Librettist von Verdis Othello und Falstaff, aber auch von La Gioconda. Dabei war er selbst ein begnadeter Komponist, wenn auch nur sein Mefistofele bis heute einen leider zu geringen Bekanntheitsgrad erlangt hat.

Die Oper wurde 1868 in Mailand unraufgeführt und fiel durch. Nach einer Umarbeitung und Neufassung erfolgte 1875 eine erneute Aufführung in Bologna, die bis heute in Italien zum Standardreportoire der Opernhäuser zählt. In Deutschland ist sie eher selten zu erleben.

Goethes Faust wurde oft zum Stoff einer Oper. Margarethe von Gounod ist die bekannteste Version, aber auch Busoni schrieb Dr. Faustus. Liszt (Faust-Sinfonie), Mahler (Teil 2 der 8. Sinfonie), Schumann (Faust-Szenen), Wagner (Faust-Ouvertüre) und auch Ludwig Spohr namen die Handlung als Grundlage ihrer Musik, mehr fallen mir im Moment nicht ein. Ich finde Boitos Werk phantastisch, und das eingestellte Finale einer Inszenierung der San Francisco-Opera unter Maurizio Arena bietet tolle Bilder, die Inszenierung ist einfach Klasse. Aber alles wird getopt durch die Sänger: Dennis O´Neill gibt einen hervorragenden, höhensicheren Faust, aber alles überragt Samuel Ramey. Nicht umsonst ist er der beste Mephistodarsteller aller Faust-Opern. Gänsehaut pur jeder Ton. Gänsehaut auch bei der Bühnenverwandlung und dem Abgang des Mephisto als 2. Sieger. Das Finale hat Mahlersche Dimensionen!

Viel Vergnügen für jeden Opernfreund!!! Um eine solche Aufführung zu sehen, würde ich sehr tief in die Tasche greifen.



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Fiesco

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Sonntag, 10. September 2017, 15:38

Wer hat diese Oper schon gesehen, sicher nicht so viele. Dabei geht ihre Musik teilweise bis ins Mark. Die von mir eingestellte Arie des Fiesco "So lebe wohl für ewig" ist melodisch und auch inhaltlich eine der schönsten Arien des gesamten Baßfaches. Ich habe eine Aufnahme mit Georg Hann gewählt, 1941 mit dem Chor und Orchester der Berliner Staatsoper aufgenommen, Leitung Artur Rother.

Gerade bei dieser relativ unbekannten Oper kommt mir die deutsch gesungene Aufnahme sehr entgegen, denn wie sollte ich sonst ohne aufwendige Studien in Textbüchern oder sonstwo wissen, worum es geht. Die sehr verständliche Aussprache von Georg Hann verdeutlicht die Vorteile der Muttersprache, und das war bis in die 60-er Jahre hinein üblich, die Originaltexte ins Deutsche zu übersetzen und auch aufzuführen. Bei unbekannten Opern finde ich das auch jetzt noch wesentlich hilfreicher als die oft nur umständlich lesbaren und ablenkenden Texteinblendungen über der Bühne. Ich bin mit deutschen Übersetzungen aufgewachsen, bei Funkübertragungen und im Theater, der Wiedererkennungswert steigt mit der Verständlichkeit der Muttersprache.

Georg Hann wurde 1897 geboren (wie Rosvaenge), starb leider schon 1950 mit nur 53 Jahren. Er war einer der populärsten Sänger seiner Generation, und er hielt "seinem" Theater, der Bayerischen Staatsoper über 20 Jahre jang die Treue. Heute undenkbar. Der Kritiker Ernst Krause bezeichnete ihn als einen der musischsten, stimmgesegnetesten und menschlich liebenswertesten Verkünder großer deutscher und italienischer Opernkunst.
Herzlichst La Roche


Das sehe ich jedoch ganz anders, ich bin mit der Oper in italienischer Sprache aufgewachsen, der deutsche Text verfälscht oftmals das Geschehen erheblich. So auch hier beim Boccanegra, wenn man dagegen eine einigermaßen gute wörtliche Übersetzung liest und dann hört was Hann singt. Hört man dagegen das gleiche Stück in italienisch gesungen, vermeint man etwas anderes zu hören, denn wie Hann das singt ist das überhaupt nicht im Fluss, ich erinnere an deine Kritik beim Chor, er singt abgehackt und zum Teil auch auch wenig differenziert, ok. kann auch mit dem deutschen Text zu tun haben, mag ich jetzt so nicht beurteilen, da ich auch keine Aufnahme in deutsch habe.

Noch ein paar Worte zum „ Simon Boccanegra ", ich liebe diese Oper sehr wie du an meinem Nick erkennen kannst, und heute ist diese düstere Oper keineswegs nicht so unbekannt, aber noch etwas speziell, aber nur bei den nicht Oper Enthusiasten .
Es gibt so viele Einspielungen inzwischen, daß man eine große Auswahl hat.

Nichts für ungut!
LG Fiesco
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Fiesco

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143

Sonntag, 10. September 2017, 15:52


Ich finde Boitos Werk phantastisch, und das eingestellte Finale einer Inszenierung der San Francisco-Opera unter Maurizio Arena bietet tolle Bilder, die Inszenierung ist einfach Klasse. Aber alles wird getopt durch die Sänger: Dennis O´Neill gibt einen hervorragenden, höhensicheren Faust, aber alles überragt Samuel Ramey. Nicht umsonst ist er der beste Mephistodarsteller aller Faust-Opern. Gänsehaut pur jeder Ton. Gänsehaut auch bei der Bühnenverwandlung und dem Abgang des Mephisto als 2. Sieger. Herzlichst La Roche

Dagegen kann ich dir hier die vollste Zustimmung erteilen, eine ganz wunderbare phantastische Inszenierung, mit einem der witkungsvollsten Mephistos in Person von Samuel Ramey, sowohl stimmlich als auch darstellerisch! :hail: :hail: :hail:

Zitat

eine solche Aufführung zu sehen, würde ich sehr tief in die Tasche greifen.

Ich auch! :)

LG Fiesco
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La Roche

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Montag, 11. September 2017, 14:41

Das sehe ich jedoch ganz anders, ich bin mit der Oper in italienischer Sprache aufgewachsen, der deutsche Text verfälscht oftmals das Geschehen erheblich. So auch hier beim Boccanegra, wenn man dagegen eine einigermaßen gute wörtliche Übersetzung liest und dann hört was Hann singt. Hört man dagegen das gleiche Stück in italienisch gesungen, vermeint man etwas anderes zu hören, denn wie Hann das singt ist das überhaupt nicht im Fluss, ich erinnere an deine Kritik beim Chor, er singt abgehackt und zum Teil auch auch wenig differenziert, ok. kann auch mit dem deutschen Text zu tun haben, mag ich jetzt so nicht beurteilen, da ich auch keine Aufnahme in deutsch habe.

Noch ein paar Worte zum „ Simon Boccanegra ", ich liebe diese Oper sehr wie du an meinem Nick erkennen kannst, und heute ist diese düstere Oper keineswegs nicht so unbekannt, aber noch etwas speziell, aber nur bei den nicht Oper Enthusiasten .
Es gibt so viele Einspielungen inzwischen, daß man eine große Auswahl hat.

Nichts für ungut!
Lieber Fiesco,

alles in Ordnung. Bei Deinem Nick hatte ich schon an diese Opernfigur gedacht, denn der Schillersche Fiesco gehört ja nicht in den Opernthread.

Zu meiner Meinung, daß der Simone zu den relativ unbekannten Opern gehört. Zur Vermeidung von Übernachtungen sind meine Opernbesuche auf den Umkreis um meinen Heimatort beschränkt, den ich am gleichen Tag hin und zurück schaffe. Das ist ein Kreis von Meiningen - Eisenach - Erfurt - Weimar- Halle - Leipzig - Dessau - Dresden - Chemnitz - Plauen und was da in der Mitte liegt. Und da ist mir während meiner Opernzeit dieser Verdi nicht untergekommen, deshalb meine Einstufung als eher selten gespieltes Werk. Ich weiß von einer Inszenierung in Berlin, wo sogar Domingo (allerdings erst nach Neuinszenierung der modernisierten und ihm nicht zusagenden Bühnengestaltung) die Baritonrolle sang. Aber sonst kenne ich in meinem Einzugskreis keine Aufführung. Gesehen habe ich eine Iszenierung aus Übersee mit Domingo in der Tenorrolle, dazu Anna Tomowa-Sintow. Es war eine tolle Aufführung, und es wird Zeit, sie mir im Internet wieder einmal anzusehen, ich glaube, YT hat sie drin.

Meine ersten Opernberührungen hatte ich Mitte der 50-er Jahre. In jedem Theater, bei jedem Opernkonzert gab es nur deutsche Übersetzungen. Ob im Radio, im Theater, kein deutscher Sänger sang damals eine Verdioper italienisch, auch Plattenaufnahmen waren deutsch. Traxel, Wunderlich, Rosvaenge, Schock, Metternich, Prey, Dieskau, Hann, Frick und erst recht nicht die Damen wie Teschemacher, Goltz, Klose, Otto und wie sie alle hießen sangen nur deutsch!! Man sang nicht la donna e mobile, sondern o wie so trügerisch. Das ging so bis mitte der 60-er, als Karajan und das Wiener Publikum auch die italienischen Stars sehen und hören wollten, und die wollten natürlich ihre Landessprache singen. Das ging so weit, daß bis dahin in Wien gefeierte Stars wie Helge Rosvaenge nie wieder in Wien aufgetreten sind, obwohl sie stimmlich dazu noch fähig waren. Einziger Grund - sie sollten italienisch singen, und das lehnten sie ab. Rosvaenge bekam sogar noch eine Abschiedsgala in Wien.

Meine ersten Schallplatten mit Opernquerschnitten waren alle in deutsch. das hat mich geprägt. Jetzt weiß ich, daß es nicht anders ging. Der heutige Weg ist aber auch nicht ideal, wenn in der Traviata die Hauptrollen ein Koreaner, ein Amerikaner und ein Bulgare singen, natürlich italienisch - da ist man froh, das nicht verstehen zu müssen, was da als italienisch verkauft wird. Man liest den deutschen Text, aber gerade auf den von mir bevorzugten Plätzen im Parkett 6.-10. Reihe bekommt man da einen steifen Hals.

Bei vielen Opern braucht der erfahrene Operngänger keinen deutschen Text mehr, Rigoletto kann ich wohl jede Stelle in deutsch mitsingen, weiß an jeder Stelle was passiert. Italienisch klingt es tatsächlich authentischer. Aber solle ich tatsächlich einmal "Die sizilianische Vesper" sehen, dann wäre mir deutsch lieber, schon des Verständnisses wegen (wenn die ausländischen Sänger denn verständlich sängen). Ich kenne allerdings viel gelegentliche Opernbesucher, die hinterher sagen, daß es schön war. Es wäre aber noch schöner gewesen, wenn man deutsch gesungen hätte. Im Sprechtheater geht ja auch keiner in original gesprochene Shakespreare- oder Goldoni-Stücke. Hier ist bis auf Ausnahmen die Übersetzung einfach Pflicht. Es hat alles zwei Seiten.

Herzlichst La Roche
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Caruso41

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Montag, 11. September 2017, 16:36

Das Finale, wo sowohl Marietta als auch Paul die wunderbare Melodie von "Glück, das mir verblieb" singen. Paul hat den Text nach "es gibt noch eine Strophe" zum Ausklang der Oper gesungen, bevor in zartesten Dur-Klängen die Oper zu Ende geht. Es gibt wunderbare Aufnahmen davon.


Lieber LaRoche!

Da hat dich leider deine Erinnerung im arg Stich gelassen: Beim Finale ist Marietta schon tot.
Von Paul mit dem Zopf seiner verstorbenen Frau erwürgt!!!

Marietta und Paul singen das schmerzwehe Lied zur Laute schon im ersten Akt.

Im Finale des dritten Aktes (also nach dem Mord an Marietta) ist Paul alleine mit seinem Freund Frank und klagt:

O Freund, ich werde
Sie nicht wiedersehn.
Ein Traum hat mir den Traum Zerstört,
Ein Traum der bittren Wirklichkeit
Den Traum der Phantasie.
Die Toten schicken solche Träume,
Wenn wir zu viel mit
Und in ihnen leben.
Wie weit soll unsre Trauer gehen,
Wie weit darf sie es,
Ohn' uns zu entwurzeln?
Schmerzlicher Zwiespalt des Gefühls!


Frank ermutigt ihn, die Stadt zu verlassen.
Und da erst singt er noch eine Strophe des Liedes, an die er im ersten Akt erinnert hatte:
Im ersten Akt hatte er gesungen:

Naht auch Sorge trüb,
Rück zu mir, mein treues Lieb.
Neig dein blass Gesicht,
Sterben trennt uns nicht.
Mußt du einmal von mir gehn,
Glaub, es gibt ein Auferstehn.


Jetzt im Finale singt er:

PAUL
Ich wills, ich wills versuchen ...

Glück, das mir verblieb,
Lebe wohl, mein treues Lieb.
Leben trennt von Tod,
Grausam Machtgebot.
Harre mein in lichten Höhn,
Hier gibt es kein Auferstehn.


Dass es viele schöne Aufnahmen dieses Finales gibt, würde ich nicht unterschreiben.
Eigentlich kenne ich nur zwei, die wirklich die eigentümlich elegische Magie realisieren und zugleich die Erwartung der Befreiung: Tauber und Schmidt

Richard Tauber




und Joseph Schmidt (sonderbarerweise fehlt hier bei der Youtube-Einstellung die Hinleitung zu der Strophe. Das ist schade, denn die Stelle "Ein Traum hat mir den Traum Zerstört, Ein Traum der bittren Wirklichkeit, Den Traum der Phantasie" gelingt bei keinem anderen so grandios wie gerade bei Joseph Schmidt).



Ich kenne mehr als drei dutzend weiterer Aufnahmen dieses Finales. Aber wenn man Tauber und Schmidt gehört hat, sind die nicht wirklich gleichwertig!

Beste Grüße

Caruso41
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Fiesco

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Montag, 11. September 2017, 18:12

Das Finale, wo sowohl Marietta als auch Paul die wunderbare Melodie von "Glück, das mir verblieb" singen. Paul hat den Text nach "es gibt noch eine Strophe" zum Ausklang der Oper gesungen, bevor in zartesten Dur-Klängen die Oper zu Ende geht. Es gibt wunderbare Aufnahmen davon.


Lieber LaRoche!
Da hat dich leider deine Erinnerung im arg Stich gelassen: Beim Finale ist Marietta schon tot.
Von Paul mit dem Zopf seiner verstorbenen Frau erwürgt!!!
Beste Grüße
Caruso41


Hallo lieber Caruso41, so kann man das aber auch nicht stehen lassen ;) , Marietta ist ja nicht tot, nachdem Paul aus seinem Traum erwach, und die Vision erlebt hat, beginnt die dritte Szene des dritten Bildes. Zuerst tritt dann Brigitta auf, dann Marietta .....

>Da bin ich wieder, kaum das ich dich verlassen -
vergaß den Schirm und meine Rosen -
Man sollte es für ein Omen nehmen -
ein Wink, als ob ich bleiben sollte. <

Dann tritt Frank auf und sieht Marietta noch, zu Paul sagt er mit den Worten, das also war das Wunder?
Es war das Wunder-
Ich lese in deinem Aug -
ist es nicht mehr.
Dann Paul ....
O Freund, ich werde sie nicht wiedersehen.
......dann dein Beitrag weiter!

Aber auf jedenfall ist es eine tolle Oper!

LG Fiesco
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Caruso41

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Montag, 11. September 2017, 19:24

Lieber Fiesco,
Hab Dank für die Richtigstellung. Ich auch schon bemerkt, dass ich die Geschichte falsch wiedergegeben habe. War aber im Zug! Jetzt kurz vor dem Konzert wollte ich es mittels Mobile berichtigen. Da sah ich, dass Du das schon gemacht hast!
Nochmals herzlichen Dank

und liebe Grüße
Caruso41
;) - ;) - ;)

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Fiesco

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Montag, 11. September 2017, 19:37

Lieber Fiesco,
Hab Dank für die Richtigstellung. Ich auch schon bemerkt, dass ich die Geschichte falsch wiedergegeben habe. War aber im Zug! Jetzt kurz vor dem Konzert wollte ich es mittels Mobile berichtigen. Da sah ich, dass Du das schon gemacht hast!
Nochmals herzlichen Dank
und liebe Grüße
Caruso41


Lieber Caruso41, wie sagt Alf so schön > Null Problemo < ! :)

LG Fiesco
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Dienstag, 12. September 2017, 09:27

In Beitrag 109 schreibt dr. pingel

Zitat

Ein großartiges Stück. Ich wette, dass der Dirigent Howard Arman ist, was immer für höchste Ansprüche steht.

Und ich kann, das jetzt als Nachtrag, diese Vermutung nunmehr bestätigen, weil ich inzwischen das ganze Konzert, das aus Anlass von Händels 250. Todestag in der Marktkirche zu Halle an der Saale stattfand, auf DVD gesehen habe.

:hello:
.

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Donnerstag, 14. September 2017, 14:38

Claude Debussy

Nun wird es Zeit, wieder einmal Musik außerhalb der Oper einzustellen. An Debussy komme ich nicht vorbei, wenn es um "Bellezza"-Musik geht.

Anfangen möchte ich mit "Vorspiel zum Nachmittag eines Fauns". Den französischen Titel möchte ich nicht schreiben, das ist mir zu kompliziert, ich könnte meine Tastatur oder meine Finger verknoten. Aber die Musik..... So etwas Verträumtes, Zartes gibt es in der Musik nicht so oft. Debussy beschreibt ein Gemälde von Boucher, und mit Flöten- und Harfenklängen wird der Wunsch eines schlafenden Fauns beschrieben, zwei schlafende Nymphen zu verführen. Wer hat nicht schon einaml in seiner Jugend ähnliche Träume gehabt??? Aber wer konnte das so in Musik umsetzen? Nur Debussy. Das Stück wurde auch als Ballettadaption, besonders von Nijinski aufgeführt.

Die Aufnahme ist vom HR-Sinfonieorchester unter Andres Orozco-Estrada vom 12.12.2014



Das zweite Stück assoziiert wie so oft die Verbindung Debussys zum Meer. Nicht nur in "La Mer", auch in den 3 Nocturnes, im Teil 3 "Sirenes" greift er auf diese Grundlage zurück. Er selbst sagt darüber: "Das ist das Meer und sein unaufhörlicher Rhythmus; aus den vom Mondlicht versilberten Wogen erklingt, lacht und verweht der geheimnisvolle Gesang der Sirenen." Er läßt dazu einen Frauenchor textlos mit dem Orchester einen Einklang bilden, in der Debussy die Natur der Schöpfung sieht. Man möchte diese Programmmusik fast theatralisch nennen. Es spielt das Los Angeles Phikharmonic Orcestra unter Esa-Pekka Salonen.




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