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Christoph_Glaus

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1

Dienstag, 26. April 2005, 10:46

Sergej Rachmaninov: "Die Toteninsel"

Hallo (schon) wieder einmal,

da ich relativ neu bin hier, aber viele meiner Favoriten noch nicht zur Debatte stehen, will ich mich um diese kümmern!
So ist nun ein weiteres Werk, dass ich leider noch nie live miterleben durfte, an der Reihe!

Es ist dies Rachmaninovs "Toteninsel".

Ob es diese Version des Bildes ist muss ich noch überprüfen, seine Biographie ist im Moment ausser Haus.

Ein Werk, welches mich jedesmal gefangen nimmt und in seinen Bann zieht. Diese Rachmaninov typischen Wellen, die sich zuerst aus dem nichts "anschleichen", um dann immer intensiver zu werden und beinahe brachial über einen hereinstürzen und zumindest mich in ihren Sog mitreissen und mich in das musikalische Werk reinziehen, so dass ich ihm wunderbar ausgeliefert bin... dann eine Fantasie zum Thema, das sich immer weiter entfernt bis plötzlich wieder die noch gewaltigeren Wellen einen auf den Boden zurück holen und einen unmissverständlich sagen wollen, dass es dem Ende entgegen geht. Leider!
Ähnlich ergeht es mir beim c-moll Prelude aus Op. 3

Ich hab zwar eine Aufnahme, welche mir sehr gefällt, aber ich glaube Ihr kennt auch hier Preferenzen, solche Aufnahmen, die unter die Haut gehen! In meiner Einspielung vom Royal Philharmonic Orchestra unter Andrew Litton dauert das Werk 20'50''. Gibt es noch langsamere, spannendere, knisterndere Einspielungen?
Schreibt mir bitte Eure Lieblingsaufnahmen! Es ist grad Lohn gekommen und neue CD's liegen im Buget.

Gruss
Christoph

PS
zu diesem Thread müsste teleton am meisten wissen, denn er hat seinem Profil eben dieses Bild von Arnold Böcklin der Toteninsel beigefügt, welches Rachmaninov zu dieser schaurig schönen Tondichtung initiert hat.
Über Geschmack kann man - aber muss man nicht streiten!

teleton

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2

Dienstag, 26. April 2005, 12:46

Die Toteninsel mit BATIZ auf NAXOS - die ist es!

Hallo Chr_Glaus und Rachmaninow-Freunde,

ich hatte schon im Thread über die Sinfonischen Tänze op.45 von der hervorragenden NAXOS-CD mit Enrique Batiz/Royal Philharmonic Orchestra über die Toteninsel (ist da mit drauf) geschrieben:

Rachmaninow: Sinfonische Tänze op.45

Auch an anderen Stellen im Forum ist einiges geschrieben worden; bei Rachmaninow-Sinfonie Nr.2 und anderes. Ich habe aber tatsächlich keinen eigenen Thread über die Toteninsel gefunden !

:) Ich möchte hier nochmal erwähnen, das diese CD eine der besten NAXOS-CD´s ist, die mir bisher auf den CD-Teller kamen:



Die Spieldauer der Toteninsel ist länger als alle anderen Aufnahmen und beträgt über 22Min., obwohl Batiz ein sehr emotionaler und energischer Dirigent ist und bei ihm sonst straffe Tempi vorherschen. Aber die Toteninsel wird auszelebriert und die düstere unheimliche Athmosphäre kommt genial rüber - könnte kaum besser sein.

Meine Vergleichinterpretationen (zum Teil im Hochpreissektor) der Toteninsel mit Ashkenazy/CGO auf DECCA, Maazel/Berliner PH auf DG, Jansons/St.Petersburg SO und Reiner/Chicago SO auf RCA(LP) sind auch nicht schlecht, können aber Batiz nicht das Toteninselwasser reichen:
a.) Bei Decca/Askkenazy sollte man eine TOP-Klangqualität erwarten - ist ja auch nicht schlecht, aber NAXOS hat auch hier die Nase weit vorn.
b.) Jansons romantisiert die Musik zu stark und ist sonst klanglich sehr gut.
c.) Maazel kommt da der Stimmung schon sehr nahe....
d.) Reiner auf LP liefert eine TOP-Interpretation, aber die Aufnahme ist von 1960 und rauscht (das ist aber nicht das Wasserrauschen um die Toteninsel :D ).

:yes: Jetzt kann man nur noch sagen: Kaufen, marsch,marsch ....
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Richard

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3

Dienstag, 26. April 2005, 13:13

RE: Die Toteninsel mit BATIZ auf NAXOS - die ist es!

Zitat

Original von teleton
Hallo Chr_Glaus und Rachmaninow-Freunde,

ich hatte schon im Thread über die Sinfonischen Tänze op.45 von der hervorragenden NAXOS-CD mit Enrique Batiz/Royal Philharmonic Orchestra über die Toteninsel (ist da mit drauf) geschrieben:

Rachmaninow: Sinfonische Tänze op.45

Auch an anderen Stellen im Forum ist einiges geschrieben worden; bei Rachmaninow-Sinfonie Nr.2 und anderes. Ich habe aber tatsächlich keinen eigenen Thread über die Toteninsel gefunden !


Wie heißt es so schön: Zwei Dumme ein Gedanke!
Ging mir gestern auch so kurz bevor ich die F. Reiner Aufnahme bestellt habe um eben die Toteninsel zu erwerben.

Zitat


:) Ich möchte hier nochmal erwähnen, das diese CD eine der besten NAXOS-CD´s ist, die mir bisher auf den CD-Teller kamen:



:yes: Jetzt kann man nur noch sagen: Kaufen, marsch,marsch ....


Werde ich demnächst wohl bestellen "müssen" :D
S. Rachmaninov:
Music must first and foremost be loved, it must come from the heart and it must be directed to the heart.’

Michael_Flaschberger

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4

Freitag, 29. April 2005, 22:47

Habe gerade erst heute eine geradezu grandiose Aufnahme der "Toteninsel" gehört:


ThomasBernhard

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5

Samstag, 30. April 2005, 14:14

Zitat

Original von Michael_Flaschberger
Habe gerade erst heute eine geradezu grandiose Aufnahme der "Toteninsel" gehört:



Hallo michael

Ist das die Aufnahme von 1945 live aus Boston? oder gibts noch eine andere?

Gruß, Markus
Frauen und Kinder zuerst

good night and good luck

thomasbernhards-1[ätttttt]yahoo[punkt]de

C.Huth

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6

Samstag, 30. April 2005, 15:21

Hallo Markus,

bin zwar nur kurz aus dem Freien nach Hause gekehrt, ehe es mich bei solchem Wetter wieder in den Biergarten zieht, aber: Diese Aufnahme mit Kussewitzky ist vom 23.4.1945 aus der Boston Symphony Hall - ich nehme an, es ist die, welche Du auch meinst.

Beste Grüsse,

C.
Die wirkliche Basis eines schöpferischen Werks ist Experimentieren - kühnes Experimentieren! (Edgar Varèse)

Maik

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7

Samstag, 7. Januar 2006, 18:36

Hallo allerseits,

ich staune echt das der Thread noch so leer ist, nachdem hier und dort (vor allem in 'was hört ihr gerade jetzt') Begeisterungsbekundungen ausgesprochen wurden.

Für mich persönlich muss ich sagen, komme ich mit dem Werk (noch) nicht so richtig zurecht.
Warum weiß ich nicht. Nachdem ich Christoph seine Eindrücke gelesen habe, kommt mir eine mögliche Begründung in den Sinn: ich habe die falschen Erwartungen gestellt.
Ich fand es sehr schön beschrieben, dieses Bild der Wellen. Selbst hatte ich diesen Gedanken nicht. Ich orientierte mich eher an dem Titel - Die Toteninsel.
Irgendwie habe ich ein etwas ungmein schwerfälliges und finsteres Werk erwartet. Durch diese 'auflockernden' Passagen bekomme ich aber nicht dieses (von mir erwartete) schaurige Gefühl - kein eiskaltes Gefühl, welches mir den Rücken runter läuft.

Ich werde es beim nächsten Mal (sie läuft zwar gerade, aber jetzt ist es zu spät dafür...) mit dem Motiv der Wellen und der sogenden Flut versuchen.
(Ansonsten wird die CD wohl erstmal nur wegen den fantastischen Symphonischen Tänzen eingelegt werden.)

Übrigens besitze ich die von Wolfgang gepriesene Batiz Aufnahme von Naxos...


Gruß, Maik
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

Sirach 32, 7

Caesar73

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8

Samstag, 7. Januar 2006, 19:54

Lieber Maik,

da ich zu denen gehöre, die das Werk angepriesen haben, hier einige Zeilen:

Hört man das Stück, ohne das Gemälde zu kennen, assoziert man Schauder. Betrachtet man dann das Gemälde kommt mir ein Wort in den Sinn: "Unheimlich", sanfter Schauder a la´ Hitchcok stellt sich ein- vor drei Jahren gab es in München eine große Arnold Böcklin Ausstellung bei der zwei der insgesamt fünf Versionen des Gemäldes zu sehen waren, ich habe das Bild dort gesehen- das Stück von Rachmaninov kannte ich vorher.

Böcklin hatte bei der Komposition des Bildes auch weniger ein Inferno a la´ Dante im Sinn. Pate standen ihm eher heidnische Vorstellungen: Die Felder der Seeligen, das Elysium, oder auch der Fährmann der die Toten über den Styx, beides Bilder aus der griechischen Mythologie. Auch die Vegitation der Insel erinnert eher an südliche Gefilde- kein Wunder, da Böcklin eine Villa in der Toskana besaß und dort - in San Domenico- auch starb: "Non omnis moriar" (Horaz, Carmina Liber III 30, 6) steht auf dem Grab- "Nicht alles von mir wird sterben". Diese Haltung spiegelt sich für mich auch in diesem Gemälde wieder, eine eher versöhnliche Einstellung zum Tod

Rachmaninov kannte das Bild nicht im Original und somit in Farbe sonder in Form einer Schwarz-Weiß-Reproduktion, denkbar dass ihn das bei der Komposition beeinflusst hat. Mir drängt sich beim Hören das Bild von Wellen auf die an den Strand schlagen.

So, nach diesem Exkurs, meine Hörempfehlung: Mikhail Pletnev mit dem Russischen Nationalorchester:



Ein dunkler, samtiger Streicherklang und sehr gute Bläser- grell und scharf akzentuiert. Die CD lohnt sich auch wegen der ersten Symphonie des Komponisten.

Herzliche Grüße,:hello::hello:

Christian
Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

Cosima

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9

Samstag, 7. Januar 2006, 20:15

Hallo allerseits,

ein tolles Werk, wenn mir auch die Sinf. Tänze noch besser gefallen.

Ich habe hier vier verschiedene Aufnahmen. Ungefähre Rangfolge (ohne Gewähr):

1) Die schon erwähnte Batíz-Aufnahme (Naxos); mit den Sinf. Tänzen m.E. unschlagbar.
2) Koussevitzky – auch schon genannt, mit dem Boston Symphony Orchestra; IMO schon sehr packend, sehr "russisch". Je nach Gemütslage schwanke ich zwischen Nr. 1 und 2.
3) Polyansky mit dem Russian State Symphony Orchestra. Müsste ich mal wieder reinhören, um ein Urteil abgeben zu können, aber sie gefiel mir glaube ich besser als die Nr. 4.
4) Previn mit dem LSO: Habe ich relativ schnell zur Seite gelegt, wohl die „eleganteste“ Aufnahme, deshalb auch meine unbeliebteste.

Unter Pletnev besitze ich die 3. Sinfonie, gekoppelt mit den Sinf. Tänzen. So richtig überzeugt hat sie mich nicht, weshalb ich mir die von Christian erwähnte Einspielung zunächst schenkte.

Ich bin gespannt, ob unsere „Russenfraktion“ noch ein paar Empfehlungen hat. Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass das alles noch ein klein bisschen mitreißender geht und wäre nicht abgeneigt, mir eine weitere Aufnahme zuzulegen.

Gruß, Cosima

Uranus

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10

Dienstag, 6. März 2007, 12:54

Kennt evtl. jemand die Svetlanov-Aufnahme mit dem "USSR-State-Symphony-Orchestra", die derzeit auf Regis erhältlich ist?
Herzliche Grüße
Uranus

  • »ben cohrs« ist männlich
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11

Dienstag, 6. März 2007, 16:06

... auch bei diesem Werk bleibt die frühe Previn-Aufnahme mit dem LSO bei EMI mein Favorit...
Ben

-------------
[I]"Kritik an anderen sollte keinem die eigene Leistung ersparen."[/I]

Herbert Henn

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12

Dienstag, 6. März 2007, 16:28

Die Toteninsel

Ich möchte noch erwähnen,daß in diesem Werk,wie in einigen
Werken Rachmaninows auch das "Dies irae" herumgeistert.

Meine Favoriten sind :
Philad.Orch.Rachmaninow(1929)
Boston Sinf.Orch.Kussewitzki,
Chicago Sinf.Orch.Reiner.

:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

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13

Dienstag, 6. März 2007, 18:03

RE: Die Toteninsel

Hallo!

Die Toteninsel ist IMO ein wahnsinnig ergreifendes, niederschmetterndes stück.
Ich besitze diese interpretation (angeblich die einzige gute aufnahme previns, wenn man die meinung der mehrheit im forum annnimmt :baeh01: ) :



Dauert 21 minuten.

Das mit dem bild wusste ich nicht ?(

LG florian

:hello:
Gustav Mahler: "Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten."

teleton

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14

Samstag, 25. Juni 2016, 13:51

Swetlanow

Kennt evtl. jemand die Svetlanov-Aufnahme mit dem "USSR-State-Symphony-Orchestra", die derzeit auf Regis erhältlich ist?

Eigendlich schade, dass manche Threads mit solchen fabelhaften Werken für viele Jahre in der Versenkung verschwinden. Wir hatten gerade eine interessante Diskussion über die Rachmaninoff-Sinfonien. :!: Aber einige Sinf.Dichtungen und die Sinfonischen Tänze haben es auch absolut in sich !

Seit 2007 haben sich auch bei mir noch weitere Aufnahmen Der Toteninsel angesammelt.
So auch die Aufnahme mit Pletnev (DG), die Caesar in Beitrag 8 vorstellte. Ich finde diese soweit OK und angemessen, doch kann ich dem Zitat - "Die CD lohnt sich auch wegen der ersten Symphonie des Komponisten." - gar nicht zustimmen. Die ist viel zu lasch und unrussisch geraten; was fürmich dann der Grund war die CD aus meiner Sammlung zu eliminieren ...

Uranus fragte nach Swetlanow.
Ich besitze inzwischen auch die Swetlanow - Aufnahme und möchte diese als die "Referenzwürdige" bezeichenen. :thumbup: Swetlanow vereinigt quasi alle genannten positiven Punkte. Die Stimmung hat eine unsagbar Atmosphäre, Ausbrüche kommen unerbittlich zur Geltung, es reisst mich als Hörer voll mit.
Ich hatte auch die neuere Swetlanow-Aufnahme auf Warner (aber da die gekoppelte Dritte Sinfonie in ihrer zerdehnten Int-Fassung mir so ganz und gar nicht zusagte, habe ich die Warner-CD wieder verkauft). Bei der Toteninsel hingegen sah ich auch qualitativ keine essentiellen Unterschiede zwischen beiden Swetlanow-Aufnahmen - die sind beide spitzenmässig. Wobei Swetlanows Tendenz die Werke breit auszuzelebrieren auch dort gegeben ist - die Toteninsel dauert 22:53 bei Warner gegenüber der "Biss-Stärkeren" Alten auf Melodiya von 1968 nur 20:29.

Im Netz finde ich derzeit nur die Regis-CD:

REGIS, 1968 (TInsel), ADD

Ich besitze die 2003 sehr gut remasterte CD-Ausgabe vom amerikanischen Label Mocow Studio Archives:

MSA, 1966 (3.), 1968 (TI), ADD

Auf den CD´s steht immer USSR SO. Die richtige Bezeichnung von Swetlanows langjährigem Hausorchester ist: Staatliches So der UDSSR Moskau


Interessant finde ich die Aussage von Cosima in Beitrag 9 zur Previn-Aufnahme:

Zitat

Previn mit dem LSO: Habe ich relativ schnell zur Seite gelegt, wohl die „eleganteste“ Aufnahme, deshalb auch meine unbeliebteste.

Da Previn im allgemeinen ohnehin nicht mein Dirigent ist, habe ich es auch nie erwogen die EMI-CD zu kaufen. ;) Zumal wenn man von Swetlanow schon verwöhnt wurde ...
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Friese

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15

Donnerstag, 10. August 2017, 10:31

Es ist genau das passende Wetter für dieses Stück. Grau und regnerisch und von daher hole ich diesen Thread mal wieder hoch. Und ich höre die Toteninsel unheimlich gerne. Und mir gefällt diese Version von 2010 mit Petrenko und den Liverpoolern.

schon am Anfang höre ich wunderbar die Ruderschläge und die ruhige, aber nicht zu verleugnende Dramatik/ Gefahr. Es ist eine geheimnisvolle Dramatik, die für mich sehr stimmungsvoll umgesetzt ist. Als Vergleich habe ich nur die Ashkenazy Aufnahme von 1993 mit dem Cgo (ja, die hatte ich mir mal gekauft :pfeif: ) Bei Ashkenazy ist die Dramatik sehr offensichtlich. Mir gefällt das von Petrenko besser. Auch empfinde ich die Bläser bei Petrenko als präsent, aber nicht so scharf.

Im Ganzen gefällt mir die Petrenko Aufnahme hervorragend. Sie ist differenziert. durch das geheimnisvoll, dramatische ist sie sehr schön zu hören und passt perfekt zu dem inneren Bild das ich dazu habe. Die dramatischen Entladungen sind gut. Auch die Stellen wo sich das Leben zeigt, finde ich toll, weil ich immer noch, manchmal ganz weit weg, manchmal nah, eine Traurigkeit, den Tod hören kann. Super!

Falls jemand die Aufnahme kennt, würde ich mich über andere Meinungen freuen.

LG, Friese

teleton

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16

Donnerstag, 10. August 2017, 11:08

Vasili Petrenko vs Vladimir Ashkenazy

Hallo Friese,

finde ich gut, dass Du jetzt geschätzte "Aufnahmen nach 2000" von Dir vorstellst !
:thumbsup: Jetzt gehts an Eingemachte und ich werde Dir in Zukunft immer mal wieder Aufnahmen vor 2000 entgegensetzen, die es von der Int locker damit aufnehmen können.

:!: Dazu gehören von Der Toteninsel (und den Sinf.Tänzen op.45) schonmal klar die Swetlanow-Aufnahmen aus dem Vorbeitrag 14.
Die V.Petrenko-CD habe ich nicht, aber ein früherer Hörtest zeigte mir, dass ich die nicht wirklich benötige. Deine Beschreibung zeigt, dass er alles präzise und mit Gefühl darbietet, aber der grosse Ausdruck voller Dramatik unterbleibt - OK, was Dir so auch gefällt.
Bei den Schostakowitsch-Sinfonien mit Petrenko (NAXOS), habe ich das gleiche Gefühl, dass da alles sehr präsent dargeboten wird, aber der letzte Pfiff, der wirkliche Biss fehlt mir eindeutig bei diesen Neuaufnahmen.

*** Ashkenazy (Decca) dessen Aufnahme ich neben denen von Swetlanow sehr schätze, hat ebenfalls genau die düstere Atmosphäre im Wecheselspiel mit dramatischem Feeling mit Biss zu bieten, was in der Toteninsel zum Ausdruck kommen sollte. Dazu gehören auch scharfe Blechbläser, die diese Atmosphäre unbarmherzig und hochdramatisch wiederspiegeln.
Auch Klangtechnisch erfüllt hier Decca audiophile Ansprüche ... aber das ist ja ohnehin nicht unser Thema !
:thumbup: Mein Votum geht klar an Ashkenazy !
*** Auch Swetlanow´s geniale Aufnahme von 1968 trifft hier das Wechselspiel zwischen geheimnissvoller Dramatik am Anfang bis zur ausuferndernden Entladung ideal mit einer Kontrastwirkung, die ich im Vergleich zu den meisten Aufnahmen für unerreicht halte. Die Blechbläser der russischen Orchester sind in diesem Punkt ohnehin unerreicht.
:angel: Gänsehautfeeling und Hörspass vom Feinsten !


Hier auch die Abb der empfehlenswerten Ashkenazy-Aufnahme, auch was die Sinf.Tänze angeht:
- habe noch die Decca-Erstausgabe mit dem schönen Cover der Toteninsel -
=> oder Decca-Ovation
Decca, 1983, DDD

Nebenbei:
Die Ashkenazy-Aufnahme ist nicht wie Du schreibst von 1993 sondern von 1983.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Norbert

Moderator

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17

Donnerstag, 10. August 2017, 11:36


Falls jemand die Aufnahme kennt, würde ich mich über andere Meinungen freuen.


Lieber Friese,

ich kenne die Aufnahme zwar nicht, habe sie aber auf meinem Wunschzettel, da mir Petrenkos Interpretationen der ersten beiden Rachmaninoff-Sinfonien ausnehmend gut gefallen und ich mir einen ähnlichen Hörspaß bei der vorgestellten CD verspreche.

Mein Favorit stammt übrigens auch aus den 2000ern, genauer aus 2012:



Trotz Previn, Swetlanov und Ashekanzy: Düsterer, mystischer, spannungsvoller habe ich "Die Toteninsel" in noch keiner anderen Aufnahme gehört.
Ein weiteres, großes Plus gehen an das hervorragende Orchesterspiel und die nicht minder hervorragende Klangqualität.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Joseph II.

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18

Donnerstag, 10. August 2017, 12:18

BBC Symphony Orchestra/Swetlanow (1999)

In Sachen "russische Komponisten" führt m. E. selten ein Weg vorbei an Jewgeni Swetlanow (der in diesem Thread ja auch schon hervorgehoben wurde).

Rachmaninows "Toteninsel" hat er etliche Male aufgenommen. Meine Lieblingsaufnahme dieses Werkes ist die letzte von Swetlanow, entstanden am 28. Oktober 1999 live in der Royal Festival Hall, London, mit dem BBC Symphony Orchestra:





Ungemein detailliert und tiefgründig, alles haargenau ausgelotet, präsentiert sich die russische Dirigentenlegende auf dem Zenit. Mit 25 Minuten Spielzeit dürfte er Rekordhalter sein. Er weiß diese Zeit zu nutzen. Besser geht's für mich nicht. Als ich die Aufnahme zum ersten Mal hörte, stieg das Stück in meiner persönlichen Wertschätzung noch einmal ungemein.

P.S. Die "Bilder einer Ausstellung" in der Ravel-Orchestrierung sind ebenfalls erste Sahne.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

teleton

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19

Donnerstag, 10. August 2017, 12:56

RE: Die Toteninsel (n) mit Swetlanow

Hallo Josef,

da hast Du ja ein richtiges Schnäppchen mit der BBC-CD vorliegen, wenn man sich den derzeiten Mondpreis ansieht.
Swetlanows Hang in seinen letzten Jahren alles sehr auszudehnen (ähnlich wie bei Bernstein) kommt hier auch wieder zu tragen: 25 Minuten.

((Entsetzlich und unangemessen fand ich diese Eigenschaft des Alters bei Strawinsky´s Petruschka (WARNER, 1999) ... aber das nur nebenbei !
Diese Aufnahme findet sich auf der WARNER_CD mit seiner Hammeraufnahme 1966 von Le Sacre.))

*** Bereits in seiner vorigen Aufnahme von 1995 mit seinem Staatlichen SO der UDSSR Moskau (WARNER) hatte er es auf 22:55 Min gebracht.
Leider ist die dort gekoppelte Sinfonie Nr.3 auch nicht das was ich mir vorstelle, denn die ist viel zu ausgedehnt ... Eine ebenfalls tolle Interpretation, die voll zu der Toteninsel passt ist ihm aber gelungen.
*** Trotzdem liegt mir seine klassische und spannende Aufnahme aus Beitrag 14 von 1968 mehr, da sie auf mich dramatischer wirkt und absoluten Biss hat:
20:29 Min ist hier die IMO ideale Spielzeit.


Der bisherige Rekordhalter, von mir bekannten Aufnahmen, war Batiz (NAXOS, 1991, DDD), die ich bereits 2005 in Beitrag 2 goutiert hatte: stattliche 23:08 Min !
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Joseph II.

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20

Donnerstag, 10. August 2017, 13:07

Hallo Wolfgang,

ich dachte mir beinahe, dass Dir 25 Minuten bei diesem Werk "verdächtig" vorkommen. ;) Vermutlich ist "Die Toteninsel" aber ein gutes Beispiel dafür, dass sehr unterschiedliche Tempovorstellungen durchaus werkgerecht sein können.

Für Dich dürfte dann auch eher Swetlanows frühere Liveaufnahme vom 22. August 1968 aus der Royal Albert Hall, London, von Interesse sein. Es spielt hier das UdSSR-Staatsorchester.



Die Spielzeit beträgt 19:59, unterschreitet die Studioeinspielung aus demselben Jahr also sogar noch um eine halbe Minute. Die Aufnahme ist derzeit glücklicherweise deutlich günstiger zu erstehen als jene von 1999.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

teleton

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21

Donnerstag, 10. August 2017, 13:21

Hallo Josef,

diese BBC-CD mit der Toteninsel-Aufnahme von 1968 würde ich mir aber auch für den günstigeren Preis nicht kaufen wollen:
Denn Schostakowitschs Fünfte wäre mit dem LSO für mich eine Enttäuschung (siehe auch die Kritiken). Gleiches ging mir mit der BBC-Aufnahme der Achten ! Irgendwie hat er mit Westorchestern nie die Qualität hinbekommen, wie mit seinem Staatlichen SO der UDSSR.
*** Wenn man Swetlanows Aufnahme der Fünften mit seinem Orchester (WARNER, 1970; gekoppelt mit Nr.1 und 7) hat, schätzt und kennt, dann wäre die mit dem LSO nur noch ein Rückschritt und für mich "fehl am Platze".

Aber Du hast Recht:
Bei der Toteninsel sind sehr unterschiedliche Tempovorstellungen durchaus voll im Rahmen, wie man ja auch bei der ausgezeicheneten Batiz-Aufnahme NAXOS) sieht ... bei den Sinfonien nicht !
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Friese

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22

Freitag, 11. August 2017, 08:45

Hallo Teleton,
Ja du hast recht spannender und dramatischer ist die Ashkenazy Aufnahme, die ich auch als erstes hatte und lange gehört habe. Es ist halt Geschmacksache. Zeitlich sind ja beide gleich. Mich haben halt die ersten Tackte von Petrenko direkt gepackt und ich habe gedacht, wow, dass ist es. Wobei Petrenko auch hervorragend geeignet wäre als Untermalung wenn man die Schatzinsel liest. :yes:


Hallo Norbert,
Das klingt wirklich gut. Ich habe zwar noch nie was von Slatkin gehört, aber es klingt verlockend, obwohl ich ja eigentlich vorhabe mir von Petrenko auch noch die drei Rachmaninov Sinfonien zu holen. Und du sagst, die machen Hörspaß? Übrigens mir gefällt auch "the "Rock" von Petrenko gut. Ich finde es läßt sich prima hören.

Klaus 2

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23

Freitag, 11. August 2017, 09:13

Ich tue mich nach wie schwer mit diesem Stück, eigentlich bin ich jedesmal enttäuscht, wenn ich es höre. Ich bin ein großer Fan von Rachmaninov und ich liebe solche schwermütigen Stücke. Aber bei der Toteninsel funktioniert es einfach nicht. Ganz automatisch denke ich dann fast jedesmal: hättest du doch lieben den Schwan von Tuonela aufgelegt.
Mir fehlt da so was Wummerndes, Grollendes aber auch hoffnungsloses. Der große Gefühlszauberer Rachmaninov bleibt für mcih in diesem Stück Formalist. Das ist schön, berührt mich aber nicht im Innersten.
Schade.
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

Norbert

Moderator

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Registrierungsdatum: 11. August 2004

24

Freitag, 11. August 2017, 10:28


Hallo Norbert,
Das klingt wirklich gut. Ich habe zwar noch nie was von Slatkin gehört, aber es klingt verlockend, obwohl ich ja eigentlich vorhabe mir von Petrenko auch noch die drei Rachmaninov Sinfonien zu holen. Und du sagst, die machen Hörspaß? Übrigens mir gefällt auch "the "Rock" von Petrenko gut. Ich finde es läßt sich prima hören.


Hallo Friese,

es ist im Prinzip nicht entscheidend, ob Du Dir die Aufnahmen mit Petrenko oder Slatkin zulegst. Du wirst in beiden Fällen sehr gut klingende und interpretierte Aufnahmen erwerben.

Ein paar kurze Sätze zum Vergleich beider Aufnahmen der 1. Sinfonie hatte ich gestern hier geschrieben, aber es sind Geschmacksnuancen, die den Ausschlag geben.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

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Alfred_Schmidt

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25

Freitag, 11. August 2017, 18:25

Die "Toteninsel habe ich gute 20 Jahre lang nicht gehört. Zum einen weil mich der Gedanke an den Tod* nicht nur bedrückt, sondern sogar in Panik versetzt, zum andern weil Rachmaninoff mich nie begeistert hat.
Heute indes wäre ich - angeregt durch Euren Thread - interessiert gewesen, nachzuprüfen, wie denn dieses Werk heute auf mich wirkt. Ich hatte nicht in Erinnerung in welche Aufnahme in meiner Sammlung ist, Auf LP hatte ich seinerzeit die Previn Aufnahme, aber ich habe die LPS komplett entsorgt-

Und so musste ich feststellen, daß sich in meiner einige tausend CDs umfassenden CD-Sammlung (ich hab aufgehört zu zählen) keine einzige Aufnahme deiser Komposition befinder (es sei denn bei den Ungehörten - aber das galube ich nicht) Um diesem Übelstand abzuhelfen habe ich Abneigung hin-Abneigung her, das Werk auf meine Bestelliste gesetzt. Ich habe mich fürs erste für die Naxos Aufnahme unter Batiz entschieden. Vermutlich folgt dann in einiegen Monaten eine Alternativaufnahme....

mfg aus Wien
Alfred




*)Nicht das "Sterben" sondern das "ewige Nichtsein", das Erlöschen des Ich, damit habe ich mich schon als 10jähriger befasst.

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Agon

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26

Freitag, 11. August 2017, 19:40

Vermutlich folgt dann in einiegen Monaten eine Alternativaufnahme....
Dann nimm aber bitte diese, lieber Alfred:



Chicago Symphony Orchestra,

Fritz Reiner, Ltg.

(RCA, 1957)
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. (Theodor W. Adorno)

Rheingold1876

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27

Freitag, 11. August 2017, 22:26

Angeregt duch diesen Thread, habe ich mir mal drei andere Kompositionen zum Thema bei Spotify angehört. Ich zitiere aus der Wikipedia-Liste:

Heinrich Schulz-Beuthen: Die Toteninsel, Sinfonische Dichtung, 1890.
Andreas Hallén: Die Toteninsel, 1898.
Felix Woyrsch: Drei Böcklin-Fantasien für großes Orchester, op. 53 (1910)

Schulz-Beuthen hat mir noch am meisten zugesagt. Auch Woyrsch hat große Momente. Ihn finde ich am stimmungsvollsten mit Neigung zum Gefälligen. Niemand aber kommt nach meinem Eindruck an Rachmaninow heran, nicht einmal der von mir geschätzte Reger. Bei Rachmaninow ist das Stück wie ein Sog. Man wird regelrecht hineingezogen, kann nicht entrinnen. Ich fühle mich immer an "Tristan" erinnert. Mehr zufällig hörte ich heute die Einspieling von Maazel, an der ich nichts auszusetzen habe.

Gibt es eigentlich mal abgesehen von "Lemminkäinen in Tuonela" von Sibelius noch andere "Toteninseln"?
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

teleton

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28

Freitag, 11. August 2017, 23:38

Reiner / Chicago SO (RCA, 1957)

Niemand aber kommt nach meinem Eindruck an Rachmaninow heran, nicht einmal der von mir geschätzte Reger. Bei Rachmaninow ist das Stück wie ein Sog. Man wird regelrecht hineingezogen, kann nicht entrinnen. Ich fühle mich immer an "Tristan" erinnert.

Lieber Rheingold,

das hast Du treffend ausgedrückt. :hail: Mich berührt dieses Rachmaninoff-Werk auch genau so wie Du es ausdrückst.
Von daher kann ich die Eindrücke von Klaus nicht nachvollziehen. An Formalissmus im Zusammenhang mit dem Meisterwerk könnte ich nun gar nicht denken.
Interessant Dein Test verschiedener Komponisten mit anderen Toteninseln. Reger finde ich bei seinem Toteninsel Satz in der Böcklin-Suite auch bei weitem nicht so prickelnd, wie Rachmaninoff.

Aber macht ja nichts, Klaus Eindrücke sind akzeptiert, wenn auch nicht geteilt; zumal er oft überraschend andere Eindrücke über Werke und Aufnahmen hat.
:?: Vielleicht liegt´s an deiner Aufnahme, lieber Klaus ...


*** Ohne wenn und aber kann ich Dir neben den von mir Genannten auch die von Agon (für Alfreds Einkauf) vorgeschlagene Fritz Reiner - Aufnahme mit dem CSO (RCA, 1957) empfehlen.
Dies war bereits meine erste Aufnahme, mit der ich die Toteninsel auf LP kennengelernt habe. Diese RCA-LP hatte bei mir Geschichte: Das Cover der RCA-VISC-LP hat das grossartige Böcklin-Bild, das ich mir dann Jahre später als Ölbild von meiner Mutter (Malerin) malen lies. Dies ist ja auch mein ewiges Avatarbild.

:thumbup: Die Reiner-Aufnahme gehört in der Tat zu den referenzwürdigen Aufnahmen und liefert eine Atmosphäre, die auch den letzten Zweifler in den Bann zieht. Es ist klanglich trotz des Aufnahmedatums eine grossartige Aufnahme. Reiner legt es mehr auf den Ausdruck der Toteninsel-Atmosphäre an. Die ganz grosse Dramatik mit absoluter Sidehitze, die Swetlanow (hochglanztechnisch auch Ashkenazy) in das Werk hineinlegt, die findet man dort so ausgeprägt nicht vor.

Die in Beitrag 26 abgebildete Reiner-Sound-CD hatte ich mir vor einigen Jahren gekauft ... aber in erster Linie nicht nur wegen der Toteninsel, sondern wegen der :angel: besten Aufnahme des Liszt: Totentanz für Klavier und Ochester mit Byron Janis ! Meine RCA-LP ist damit auch gekoppelt. Leider hat sich RCA nicht entschieden für die CD das schöne Cover der LP zu übernehmen ... stattdessen ein langweiliges Bild mit Reiner in der "Botanik" ...
... die RCA-CD ist derzeit sehr teuer ...
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Agon

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29

Samstag, 12. August 2017, 10:20

Die in Beitrag 26 abgebildete Reiner-Sound-CD hatte ich mir vor einigen Jahren gekauft ... aber in erster Linie nicht nur wegen der Toteninsel, sondern wegen der :angel: besten Aufnahme des Liszt: Totentanz für Klavier und Ochester mit Byron Janis ! Meine RCA-LP ist damit auch gekoppelt. Leider hat sich RCA nicht entschieden für die CD das schöne Cover der LP zu übernehmen ... stattdessen ein langweiliges Bild mit Reiner in der "Botanik" ...
... die RCA-CD ist derzeit sehr teuer ...
Außerdem ist auf dieser CD noch Reiners unerreichte Aufnahme von Ravels "Rapsodie espagnole" enthalten. Man hat hier also mindestens drei Referenzaufnahmen auf einer CD!
Neu ist sie zwar etwas teurer, aber gebraucht geht es.
Mir gefällt das Bild von Fritz Reiner im Garten sehr gut. Auch der Stuhl und das Notenpult sind wunderbar... :)
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Dr. Holger Kaletha

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30

Samstag, 12. August 2017, 18:10



Für nur 20 Euro gibt es diese exemplarische Box - das Concertgebouw-Orkest ist mit seinem warmen und sonoren Klang eigentlich das ideale Orchester für Rachmaninow und Ashkenazy der genau richtige Dirigent. Für mich sind das Referenz-Aufnahmen.

Gerade eine wirklich bedeutende Komposition wie die "Toteninsel" zeigt finde ich, dass Rachmaninow ein großer Symphoniker war. Eine Phänomenologie des Grauens habe ich das mal genannt. Der Witz mit dem "Formalismus" ausgerechnet bei einer symphonischen Dichtung war natürlich gut. :D

Schöne Grüße
Holger