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Bertarido

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Sonntag, 23. April 2017, 12:34

Genauso ist es natürlich und daher darf ich nun Bertarido bitten, wieder ein Rätsel zu stellen!

Lieber Wolfgang, das werde ich gerne tun. Ich habe aber lange nicht in diesen Thread hineingeschaut, daher bitte ich schon vorab um Pardon, falls das von mir nun erfragte Coverbild schon einmal Gegenstand eines Rätsels war. Die Suchfunktion immerhin habe ich ohne Ergebnis bemüht.



Wie heißt der Maler, und welchen Titel trägt das Bild?

Rheingold1876

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Sonntag, 23. April 2017, 16:32

Also ich weiß lediglich, wen das Bild darstellt: den Erzengel Gabriel. Ihm fällt auch die Aufgabe zu, Maria die Ankunft Jesu auf Erden zu verkündigen. Als einziger Engel trägt er in bildnerischen Darstelungen weibliche Attribute. Gabriel ist sozusagen eine Engelin. ;) Bei dem Bild dürfte es sich um einen Ausschnitt aus einer Verkündigungszene handelt, die es in der Kunst zuhauf gibt. Dafür spricht auch die Lilie, die im rechten Bildrand angeschnitten ist.
Es grüßt Rheingold

Erda: "Alles, was ist, endet."

Rheingold1876

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Sonntag, 23. April 2017, 19:58

Der Antwort zweiter Teil:


Der Maler des Bildes mit dem Erzengel Gabriel ist Guido Reni, geboren am 4. November 1575 in Calvenzano; gestorben am 18. August 1642 in Bologna. Der genaue Titel: Engel der Verkündigung. Zunächst ging ich davon aus, dass es sich um einen Ausschnitt eines noch größer gefassten Gemäldes handelt. Dem ist nicht so. Das Cover berücksichtigt schon die wesentlichen Elemente. Dennoch ist es wohl nur der trübe Schatten des Originals.

Es grüßt Rheingold

Erda: "Alles, was ist, endet."

Bertarido

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Sonntag, 23. April 2017, 23:18

Lieber Rheingold,

herzlichen Glückwunsch, Du hast den "Angelo dell'Annunciazione" von Guido Reni richtig identifiziert! :jubel:

Ein wunderschönes Bild, finde ich. Und ein würdiges Cover für eine CD mit wundervoller Musik (zu der ich dank des Hinweises eines Taminos gefunden habe).

Nun bist Du wieder an der Reihe, ein Rätsel zu stellen.

Rheingold1876

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Sonntag, 30. April 2017, 20:23

Liebe Rätsfreunde, dann mache ich es mal ganz einfach:



Diese CD ist neulich an anderer Stelle des Forum erwähnt und gezeigt worden, ich kenne sie nicht. Beeindruck aber war ich vom Cover. Deshalb soll es heute mein Rätsel sein. Wer hat das Bild, das als Vorlage dient, gemalt, wen stellt es vor?
Es grüßt Rheingold

Erda: "Alles, was ist, endet."

moderato

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Montag, 1. Mai 2017, 11:52

Lieber Rheingold1876, liebe Rätselfreunde

Im Fernsehen sah ich eine Sendung, in der Prominente sich im Stile eines Malers portraitieren lassen. In dieser Folge war es die Schlittschuhläuferin Katharina Witt. Der Kopierer war kein Geringerer als Wolfgang Beltracchi.



Er ist eine zwielichtige Gestalt des Kunstbetriebs. 2010 wurde er verhaftet, weil er Bilder fälschte und 2011 zu sechs Jahren Gefängnis unbedingt verurteilt. Nach vier Jahren kam er wieder auf freien Fuss. Zu seiner Haftentlassung konnte man in der Badischen Zeitung am 15. Januar 2015 lesen, Zitat
„Über Jahre hinweg hatte der heute 63-Jährige ganze Serien von Bildern im Stil Max Ernsts, Heinrich Campendonks oder Max Pechsteins gemalt, sie mit Hilfe seiner Frau und eines Komplizen in den Kunstmarkt geschleust und nach Schätzungen damit zwischen 20 und 50 Millionen Euro erlöst. ... Bei weitem nicht alle seine Fälschungen wurden Beltracchi gerichtsfest nachgewiesen: Gemäß einem Deal der Prozessparteien beschränkte man sich auf 15 Bilder. Beltracchi selbst ließ des Öfteren durchblicken, dass dies nur ein Bruchteil ist.“

Wolfgang Beltracchi hat für seine Taten seine Strafe erhalten und hat gebüsst. Er stellt nun seine eigenen Bilder aus und hat auf 3sat verschiedene Prominente portraitiert: den Entertainer Harald Schmidt, den Schauspieler Christoph Walz, die Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, den Fernsehunterhalten Hape Kerkeling, um nur einige Namen zu nennen.

Beim Betrachten des Coverbildes wurde ich an die eingangs erwähnte Sendung erinnert. Für das Gemälde von Katharina Witt wähl er den Stil von Tamara de Lempicka (1898-1980), eine Vertreterin der Art-Deco-Malerei.
Das Porträt des Rätsels zeigt den Marqius d'Affittato und entstand 1925.



Beltracchi hatte den Stil dieser Künstlerin imitiert. Wie viele es sind und wo sie sich befinden - das bleibt das Geheimnis des Malers. Hoffen wir, die Vorlage für das knifflige Coverbildrätsel ist keine Fälschung.

Für dieses Gemälde ist die Urheberschaft gesichert, weil die Fotografie zeigt die Malerin bei der Arbeit.



Es grüsst euch alle herzlich

moderato
.
Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

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Rheingold1876

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Samstag, 13. Mai 2017, 21:01

Lieber moderato, Du hast - wie so oft - auch dieses Rätsel gelöst. So einfach dürfte das wechselvolle Leben der Malerin Tamara de Lempicka, die als personifizierte Ikone des des Art Déco gilt, nicht zu entschlüsseln sein. Selbst ihre Herkunft liegt im Dunkeln. Ist sie nun Polin, Russin oder eine in Russland geborene Polin? Sie spielte wohl selbst mit ihrer Biographie. Genau weiß ich es nicht. Ich finde ihre großflächigen Bilder faszinierend, heute allerdings weniger als noch vor Jahren. Wenn sich also Katharina Witt im Stil der Künstlerin porträtieren lässt, sagt das für mich alles. ;) Die Lempicka ist in den Niederungen angekommen.

Mich würde interessieren, wer dieser dargestellte Marqius d'Affittato ist. Die Malerin pflegte ja Umgang mit Gott und der Welt. Das Original soll sich in Privatbesitz befinden. Es ist ja so oft publiziert und abgebildet worden, dass es für mich fast schon egal ist, welcher Vorlage nun unser Cover folgt. Die Widergabe ist in jedem Fall beklagenswert, wie ich finde. Nicht eine Farbe stimmt. Der Herr auf dem Bild, das sich noch im Entstehen befindet, ist der erste Ehemann der Malerin, Tadeusz Julian Lempicki, um den sich auch diese und jene Legende rankt. Es blieb unvollendet und ist im Musée National d'Art Moderne in Paris zu besichtigen:



Ich gehe nun davon aus, dass Du uns bald mit dem nächsten Rätsel überraschen wirst. Meine Antwort zog sich etwas hin, weil ich verreist war und unterwegs nur ganz einfache und ganz wenige Textbeiträge einstellen konnte.
Es grüßt Rheingold

Erda: "Alles, was ist, endet."

Alfred_Schmidt

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Samstag, 13. Mai 2017, 21:54

In aller gebotenen Kürze. um den Thread nicht zu unterbrechen: Aus meiner Sicht ist es für unsere Welt bezeichnend den imitierenden Künstler zu verurteilen, den dier IMO wahre Betrug liegt ja dort, wo ein Betrag für ein Original verlangt wird, das einfach unangemessen ist, ein willkürlich bestimmter Wert des Kunsthandels und der Spekulanten (auf Kosten der Kunstliebhaber) -ähnlich wie bei den uralten "kostbaren Weinen" wo man nicht mal weiß ob er überhaupt noch geniessbar ist, wen dereinst vielleicht die Flasche geöffnet wird. Solche Fälscher hat es immer schon gegeben und sie waren den Spekulanten und Kunstexperten immer schon ein Dorn im Auge, weil sie ja ihre Geschäfte störte. In Wien hat vor etwa (30?) Jahren ein Student Schieles Stil so gut nachgemacht, daß die meisten "Experten" seine Bilder als echt besstätigten. Auch er wurde enttarnt und bestraft. Denn es geht hier nicht um Kunst, sondern um die Geschäftemacherei damit, ebenso wie bei alten Musikinstrumenten. Pfui Deibel !!!
Ob wir genug Material, Kompetenz ind Interesse für einen eigenen Thread zu diesem Thema hätten ?

mfg aus Wien
Alfred

Die wichtigste Aufgabe des Forenbetreibers besteht darin, an allem was im Forum passiert, prinzipiell schuld zu sein
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Rheingold1876

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Sonntag, 14. Mai 2017, 09:08

Das ist ein spannendes Thema - fürwahr! Ich fürchte nur, dass wir es hier in seiner Komplexität und Ausdehnung nicht einmal ansatzweise erfassen können. Es würde wohl nur auf die Benennung von Beispielen hinauslaufen. Fälschungen sind so alt wie der Kunstmarkt selbst. Schon in der Antike wurde Unechtes für Echtes ausgegeben, wie ich soeben bei der Lektüre dieses hier abgebildeten Buches vertiefend nachlese. Und das ist nur ein Buch von hunderten, die sich mit Kunstfälschungen befassen. Betrüger haben es allein dadurch oft sehr leicht, weil die potenziellen Käufer oft zu ungebildet und zu eitel sind. Warum ein Original besitzen wollen? Neulich habe ich hier in Berlin das intime Schloss der Humboldts besucht, das noch immer in Familienbesitz ist, für Führungen aber regelmäßig geöffnet wird. Es war bis zuletzt der Wohnsitz von Wilhelm von Humboldt, der in dem Schloss auch starb. Es beherbergt eine schöne Sammlung von Kopien antiker Statuten, Büsten und anderer Werke. Kopien, die auch sofort als solche erkennbar sind. Humboldt vertrat die Auffassung, dass Originale in Museen gehören und auf diese Weise der Öffentlichkeit zugänglich sein sollen. Ein sehr demokratischer Ansatz, wie ich finde. Schade, dass sich unser Freund JLang derzeit so rar macht, weil er offenbar beruflich zu stark eingespannt ist. :hello: Seine Meinung zum Thema hätte mich brennend interessiert.

Es grüßt Rheingold

Erda: "Alles, was ist, endet."

moderato

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Montag, 15. Mai 2017, 07:40

Neues Rätsel, neues Glück! Bewegen wir uns tanzend in die nächste Runde.

Wer hat's gemalt?

Es grüsst euch

moderato
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Alfred_Schmidt

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Montag, 15. Mai 2017, 22:16

Lieber moderato. liebe Rätselfreunde

Der Maler dieses Bildes ist Nicolas Poussin (1594-1665)

Dargestellt sind die 4 Jahreszeiten.

mfg aus Wien

Alfred

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moderato

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Dienstag, 16. Mai 2017, 15:17

Lieber Alfred Schmidt

Meine Gratulation! Für einen Kenner der französischen Malerei des Barock war dies selbstverständlich ein einfaches Rätsel.



Übrigens hängt das Original von Nicolas Poussin (1594-1665) in der Wallace Collection in London.

Es grüsst ins frühlingshafte Wien aus der nicht weniger blühenden Schweiz herzlich

moderato
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  • »kurzstueckmeister« ist männlich

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Dienstag, 16. Mai 2017, 15:27

In aller gebotenen Kürze. um den Thread nicht zu unterbrechen: Aus meiner Sicht ist es für unsere Welt bezeichnend den imitierenden Künstler zu verurteilen, den dier IMO wahre Betrug liegt ja dort, wo ein Betrag für ein Original verlangt wird, das einfach unangemessen ist, ein willkürlich bestimmter Wert des Kunsthandels und der Spekulanten (auf Kosten der Kunstliebhaber) -ähnlich wie bei den uralten "kostbaren Weinen" wo man nicht mal weiß ob er überhaupt noch geniessbar ist, wen dereinst vielleicht die Flasche geöffnet wird. Solche Fälscher hat es immer schon gegeben und sie waren den Spekulanten und Kunstexperten immer schon ein Dorn im Auge, weil sie ja ihre Geschäfte störte. In Wien hat vor etwa (30?) Jahren ein Student Schieles Stil so gut nachgemacht, daß die meisten "Experten" seine Bilder als echt besstätigten. Auch er wurde enttarnt und bestraft. Denn es geht hier nicht um Kunst, sondern um die Geschäftemacherei damit, ebenso wie bei alten Musikinstrumenten. Pfui Deibel !!!
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mfg aus Wien
Alfred

Ein Thema der Art: Wer ist der Bösere - der Spekulant oder der Betrüger?
Na servas. Zu politisch.
Mögen die Betrüger auch künftig, sofern sie ertappt werden, einsitzen.
Sowas wie Reue scheint es bei ihnen aber nicht zu geben, jedenfalls zeigen die Beltracci-Auftritte nichts von Reue. Er sagt halt brav sein Satzerl.
Ich bin moralisch auch nicht empört, aber natürlich musste er ins Gefängnis und das erwarte ich mir auch für künftige Fälle dieser Art.

Alfred_Schmidt

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Dienstag, 16. Mai 2017, 18:28

Vielen Dank moderato, für das Kompliment. Diesmal ist es mir relativ leicht gefallen ein Cover für ein Rätsel zu stellen, bei der Letzten CD-Lieferung war was dabei.
Und hier ist auch schon die Frage, wer denn das gemalt hat ??

Beste Grüße aus Wien
sendet Alfred

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moderato

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Mittwoch, 17. Mai 2017, 15:38

Lieber Alfred Schmidt

Der Komponist lebte im 18. Jahrhundert. Das Gemälde ordne ich in diesen Zeitraum ein. Wer der Urheber sein könnte, weiss ich nicht. Wie in solchen Fällen angebracht, führt das genaue Hinsehen weiter.

Ein Palast, ein Herrenhaus, Jagdschloss oder ähnliches, liegt in der Krümmung eines kleinen schiffbaren Flusses. Menschliche Gestalten verlustieren sich vor dem Gebäude, zu dessen Eingang beidseitig eine Treppe ansteigt. Es herrscht sonniges Wetter. Eine Allee säumt die Strasse auf der Krone der Uferbefestigung. Man erkennt vier Leute auf einem Kahn, die an einer Ufertreppe ab- oder anlegen wollen. Zwei Säulen mit Figuren säumen oben die Stufen. Ein Mann sitzt an der gegenüberliegenden Böschung und hat seine Angel ausgeworfen. Eine Laubkrone ragt links ins Bild hinein, weshalb ich annehme, dass es sich um den Ausschnitt eines grösseren Gemäldes handelt. Im rechten Hintergrund steigt ein bewaldeter Hügel an. Man ahnt einzelne Häuser, auf der Höhe thront eine Burg. Der Maler versteht es mit Licht und Schatten und Luftperspektive räumliche Tiefe dazustellen. Links am Fluss ragen in der Ferne die Türme eines Städtchens empor.

Ich tippe auf eine österreichische, böhmische oder eher nord- als süditalienische Landschaft, welche der Maler auf die Leinwand gebracht hat.
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Montag, 22. Mai 2017, 16:29

Lieber Alfred Schmidt

Ich habe lange suchen müssen, bis ich auf den gesuchten Maler gestossen bin. Seine Gemälde von Landschaften haben viele Gemeinsamkeiten mit dem Rätselbild. Das war die einzige Spur, die hilfreich war: Die Art und Weise, wie die Bäume wiedergegeben sind. Eine Vielzahl von ähnlichen Bildern wie dieses findet man in den unermesslichen Weiten des Internets.



Das Rätselbild kommt nur einmal im Internet vor, was die Recherche zusätzlich erschwert hatte.

Nach einer intensiven Suche bei den Landschaftsmalern aus Böhmen, Frankreich, Deutschland und Österreich wurde ich in Italien, genauer gesagt in Norditalien fündig. Vittorio Amedeo Cignaroli war ein beliebter Landschaftsmaler und stammte aus Turin. Er lebte von 1730 bis 1800. Turin gehörte zum Herrschaftsgebiet von Savoyen.



Hier war Cignaroli oft tätig. Genau lokalisieren konnte ich die Landschaft auf dem Coverbild nicht. Es wird eine idealisierte Darstellung sein, welche nicht der Wirklichkeit entspricht, aber Elemente davon enthält.



Es grüsst dich herzlich

moderato
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Alfred_Schmidt

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Montag, 22. Mai 2017, 17:06

Lieber moderato
Einmal mehr eine perfekte Lösung - Gratuliere.
Leider vergesse ich oft beim Rätsel nachzuschauen und Tipps zu geben (schäm)
Ich hatte keine Ahnung wie schwierig oder leicht das Rätsel wirklich ist. Oft kennst Du ein Gebäude (das mir völlig fremd vom Ansehen her ist) und löst den Knoten in Windeseile. Ich habe aber auch nicht viel Einfluß drauf, welches Bild ich einstelle, denn meine Vorräte sind fast aufgebraucht - vo allem deshalb weil cpo auf der Rückseite seiner CDs die Lösuing schreibt und BRILLIANT überhaupt keinen Maler nennt . vermutlich deshalb, weil ihn die Verantwortlichen selber nicht kennen...

Das nächste Rätsel kommt aus der Schweiz

Beste Grüße aus Wien
Alfred

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Montag, 22. Mai 2017, 17:27

Lieber Alfred Schmidt, liebe Rätselfreunde

Ich darf dir versichern, dass das letzte Rätsel eine harte Schale hatte und ich einige Tage brauchte, um die Lösung zu finden.

Das Label cpo zeigt nicht bei jeder Aufnahme die verräterische Rückseite. So ist es bei dieser neuen Scheibe aus Januar 2017. Weil das Luther-Jahr gefeiert wird und der Reformator auch ein begnadeter Musiker war, passt das nächste Rätsel gut zum Coverbild-Rätsel des Tamino-Forums.

Die Frage lautet: Wer hat's gemalt



Ganz so knifflig wie die letzte Aufgabe wird das neue Rätsel nicht sein. Ich erlaube mir einen Hinweis: Der Vorname des gesuchten Malers, der bedeutend später lebte als die portraitierte Hauptperson, hat einen königlichen schwedischen Bezug.

Ich wünsche Erfolg in der Recherche und sende allen einen Frühlingsgruss.

moderato
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Reinhard

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Montag, 22. Mai 2017, 17:32

und BRILLIANT überhaupt keinen Maler nennt . vermutlich deshalb, weil ihn die Verantwortlichen selber nicht kennen...



Na, das ist doch ideal. Dann kannst Du ja selbst miträtseln. :D :untertauch:
Leiste guten Menschen Gesellschaft, und du wirst einer von ihnen werden. Miguel de Cervantes

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Montag, 22. Mai 2017, 17:42

Lieber Reinhart

Die Cover des Labels BRILLIANT CLASSICS sind für mich immer eine besondere Hausforderung, weil die editorischen Angaben, welche das ausgewählte Bild betreffen, in der Regel fehlen. Ich erkunde in diesem Fall für mich, wer die Person ist, von deren Hand das Gemälde stammt. Es gibt darunter Bilder, deren Urheber ich trotz intensiver Suche nicht bestimmen konnte.
Ich erinnere mich an die Fotografie einer Kirche im norddeutschen Backsteinstil, von der ich gerne gewusst hätte, wo sie zu finden ist.
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Rheingold1876

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Montag, 22. Mai 2017, 18:06

Lieber moderato, das Gemälde hat Gustav Adolph Spangenberg gemalt. Stimmts? Auf dem Cover erscheint es nur als Ausschnitt. So sieht es in Wirklichkeit aus:



Spangenberg war natürlich kein Zeitgenosse Luthers, wie dem Bild auch zu entnehmen ist. Er stammte aus Hamburg, wo er am 1. Februar 1828 geboren wurde. Gestorben ist er am 19. November 1891 in Berlin. Das Bild zeigt Luther im Kreis seiner Familie. Es ist stark idealisiert und stilistisch dem 19. jahrhundert verpflichtet. Mir gefällt es in seinem Detailreichtum und in seinem Realismus sehr gut. Es wurde 1866 gemalt und gehört zum Bestand des Museums der bildenden Künste Leipzig. Kein Zweifel, Spangenberg verstand sein Handwerk. Und so sah er aus:

Es grüßt Rheingold

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Montag, 22. Mai 2017, 18:14

Lieber Rheingold1876

Jawohl, die Lösung Gustav Adolph Spangenberg hast du fix gefunden. Dem Reformator hatte er neben Luthers Hausmusik fünf weitere Motive gewidmet:

Luther als Junker Georg
Luther die Bibel übersetzend
Luther und Melanchthon
Luther im Kreise seiner Familie musizierend (1866) >Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es sich um das gleiche Gemälde handelt<
Luthers Einzug in Worms

Zu meinem Hinweis: Der schwedische König Gustav II Adolf hatte Luther indirekt viel zu verdanken.

Zitat Wikipedia: "Zu dessen Zeit fasste in Schweden die lutherische Reformation Fuß und wurde auf dem Reichstag von Västerås 1527 verbindlich eingeführt. Dies gab dem König Gelegenheit, auf den Kirchenbesitz zuzugreifen und seine Familie zum größten Landeigentümer Schwedens zu machen – Basis für die Machtposition der Wasa. Obwohl als Land ständisch weiterhin stark konstitutionalisiert, gelang es Gustav Wasa durch einen Vertrag mit dem Reichstag, Schweden zugunsten seiner Familie zu einer Erbmonarchie zu machen."

Auf das nächste Rätsel, lieber Rheingold1876, warten wir gespannt.

Es grüsst dich herzlich

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Rheingold1876

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Donnerstag, 25. Mai 2017, 22:28

Die Spannung hat ein Ende, lieber moderato. Das nächste Rätsel wird gestellt.



Es führt uns in die harten und Niederungen menschlichen Strebens. Wer hat das Bild gemalt, was stellt es vor? Ich habe diese CD erst dieser Tage bekommen. Sie liegt noch ungehört auf meinem Tisch. Die inhaltliche Verbindung zwischen den Liedern, die ich in anderen Interpretationen kenne, und dem Bild ist durchaus gegeben.
Es grüßt Rheingold

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Alfred_Schmidt

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Freitag, 26. Mai 2017, 00:10

Da sage man noch einmal, Vorurteile taugen nichts.

Vorerst zog ich Abin Egger- Lienz in Betracht - aber das war Fehlanzeige
Dann begann ich das Bild zu analysieren: Was war da zu sehen: Lauter primitive Gesichter - Assoziation: Proleten.
Und welche Lieder waren auf der CD ? Lieder von Eisler. Die Titel waren zwar nicht extra aufgelistet, aber ich weiß wofür der Mann steht.

Ich suchte unter den Begriffen "Masse" "Aufstand" "Proleten" "Proletarier"

und siehe - ich wurde fündig. Ist meine Urteilskraft doch NEUTRAL und nicht ideologisch verbogen. Ich sah ubd suchte lediglich was der Maler so treffd dargestellt ahtte, wie es keine Photographe je vermocht hätte

Und wer nun sagt, meine Recherse sei tendenziös, meine Einschätzung bösartig, dem zeige ich die Definition von Wikipedia:

Otto Griebel war ein deutscher Maler der Neuen Sachlichkeit und der proletarisch-revolutionären Kunst.

Otto Griebel (1895-1972)
"Die Internationale"
Dresden, 1929/30

© Deutsches Historisches Museum, Berlin
Inv. Nr.: Kg 62/61

ACHTUNG !! Das BIld ist noch copyrightgeschützt !!

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Rheingold1876

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Freitag, 26. Mai 2017, 07:24

Richtig, Du bist wieder dran!

Ich hatte zwar eine längere Notiz zu Bild und Maler vorbereitet, die es zwingend erforderlich gemacht hätte, das Bild in seiner Gesamtheit hier einzustellen. Da es aber offensichtlich noch nicht frei ist, müssen diese Anmerkungen entfallen. :( Der Sache selbst ist dadurch nicht gedient. Das geschriebene Recht, das ein Kunstwerk schützen soll und auch muss, hebelt das Verlangen aus, sich öffentlich damit zu beschäftigen. Ein Widersprich, der kaum zu lösen ist. Also beschäftigen wir uns nicht damit.
Es grüßt Rheingold

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Alfred_Schmidt

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Freitag, 26. Mai 2017, 23:09

Wider Erwarten habe ich nun doch ein weiteres Cover gefunden, welches sich für ein Rätsel eignet. Die originelle Frage lautet - wie immmer: Wer ist der Maler ?

mfg aus Wien
Alfred

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Sonntag, 28. Mai 2017, 12:13

Lieber Alfred Schmidt

Was man so alles erfährt, wenn man sich mit einem Gemälde des kniffligen Coverbildrätsels beschäftigt!

John Dowland und Robert Jones lebten von 1562 bis 1626 bzw. 1577 bis 1617 unter der Regentschaft von Queen Elisabeth I, die von 1533 bis 1603 lebte. Auf dem Bild sind zwei ähnlich gewandete Damen zu erkennen. Sind es Schwestern oder Hofdamen?

Die Suchbegriffe "Age of Elizabeth I" und "Sisters" führen zielgenau zu einem Gemälde, das dem Coverbild entspricht: Robert Peake der Ältere ist sein Urheber. Die Lebensdaten des Malers 1551 bis 1619 passen zur Musik. Es wird auch vermutet, dass es sich um ein Gemälde handelt, dass im Umkreis von Robert Peake entstanden sei und Anne von Dänemark mit ihrer Schwester zeigen soll.

Was hat Dänemark mit dem englischen Königshaus zu tun? Reine Heiratspolitik. 1574 bis 1619 sind ihre Lebensdaten. Sie war durch ihre Heirat mit James VI bzw. I Königin von Schottland, England und Irland. Warum dieses unterschiedliche Nummerierung dieses Regenten? Schottland und England waren souveräne Staaten. VI bezieht sich auf das Herrschaftsgebiete Schottland und Irland, dessen König er war. Die Namensgebung James I bezeichnet das vereinigte Königreich, also England, Schottland und Irland. Unter diesem Blickwinkel wäre auch der Suchbegriff James VI passend gewesen, um zum Bild zu gelangen. Könnte man meinen, doch hier finden sich keine Treffer. Englische Geschichte ist zuweilen recht kompliziert. Elizabeth I liess die Mutter von James VI bzw. I, Mary of Scotland, hinrichten. Friedrich Schiller hatte ein fünfaktiges Trauerstück geschrieben, das Drama Maria Stuart, welches 1800 seine Uraufführung erlebte. Gaetano Donizetti diente es als Vorlage für seine Oper Maria Stuarda aus dem Jahr 1835.



Sommerliche Grüsse mit Sonnenbrille :thumbup: sende ich dir an die kühlen Donauwellen

moderato
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Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

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Alfred_Schmidt

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Sonntag, 28. Mai 2017, 13:08

Lieber moderato

Alle Achtung !
Hier hätte ich erwartet, daß es länger dauert mit der Lösung.
Aber es ist wahr, unser Bilderrätsel hat sich zu einem Bildungszentrum par Excellence entwickelt.
Und wrnn man es genau betrachtet, dann ist das auch beim Musikforum der Fall - so man das Angebot akzeptiert. Da ergeben sich Verknüpfungen zur Literatur der Gegenwart, aber auch der griechischen und römischen Mythologie, politische Verknüfungen etc etc...

Das nächste Rätsel kommt aus der Schweiz....

mfg aus Wien
Alfred

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(Alfred Schmidt)

moderato

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Montag, 29. Mai 2017, 07:25

Wer hat's gemalt?

Viel Erfolg bei der Recherche wünsche ich euch!

Der Gesuchte lebte in Jugend und Alter nicht unweit des dargestellten Berges.

moderato
Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
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Rheingold1876

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Montag, 29. Mai 2017, 08:06



Das Bild stammt von Paul Klee und heißt "Ägyptische Nacht". Es stellt den Niesen (2362 Meter über dem Meeresspiegel) im Berner Oberland, südlich des Thunersees dar. Er wird, so ist bei Wikipedia zu lesen, gelegentlich als Spiezer oder auch als Thuner Hausberg betrachtet. Klee wurde im Kanton Bern geboren. Während des Jahreswechsels 1928 auf 1929 weilte der Maler in Ägypten. Das Bild entstand allerdings viel früher. Es gelingt ihm eine faszinierende Synthese zwischen einer ägyptischen Pyramide und dem Berg seiner Heimat. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang die perspektivische Linie von der Spitze bis zum Fuß, die leicht schräg nach rechts auslaufend angelegt und auf der Reproduktion (und auch auf dem Foto) besser zu erkennen ist als auf dem Cover. Klee findet den ästhetischen und kulturellen Zusammenhang zwischen Orient und Okzident.





Ich kannte das Bild nicht. Hoffentlich blamiere ich mich mit diesem Eingeständnis nicht zu sehr. ;) Ein Detail, das sich auch auf anderen Bildern von Klee findet, führte mich darauf. Der Baum im unteren Bereich des Bildes. Der ist ganz typisch. Interessant ist auch der Himmel mit dem Halbmond und dem Stern, der für mich eindeutig der sechseckige Davidstern ist. Es ist nach meinem Informationen nicht eindeutig klar, ob Klee eine jüdische Herkunft hatte, die vor allem die Nazis ihm nachsagten. Er zweifelte wohl auch selbst in dieser Sache. Der Stern hat gewiss damit zu tun. Ein sehr eindrucksvolles und stimmiges Bild, das mir zu Schönbergs "Verklärter Nacht" gut zu passen scheint.

Lieber moderato, Du hast wieder ein sehr anregendes Rätsel gestellt. Habe ich es gelöst?
Es grüßt Rheingold

Erda: "Alles, was ist, endet."

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