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Wulf

Prägender Forenuser

  • »Wulf« ist männlich
  • »Wulf« wurde gesperrt

Beiträge: 3 833

Registrierungsdatum: 14. Februar 2006

31

Mittwoch, 26. Dezember 2007, 18:47

Achtung Stauballergiker!

Im Auftrag der Administration wird dieser thread augenblicklich durch ein eingebautes Anti-Dust-Programm vom Staub zweieinhalbjährigen Lagerns in der Mottenkiste für ungeliebte Bits und Bytes befreit. In ihrem eigenen Interesse treten Sie einen Schritt vom Monitior zurück und warten bis das Terminierungs-Signal
ertönt. Wir danken für Ihr Verständnis.

******pffffffffffffffffffffff*schkschkschkschk********pffffffffffff*schkschkding!****


Ah, da seid ihr also! :P

Nun, nicht ganz ungefährlich dieser Einsatz, aber eine News and Stories-Folge auf Sat1 drängte mir den Gedanken förmlich auf, Deutschlands wohl bekanntesten Musikkritiker erneut auf den Plan zu rufen. Dort gab Herr Kaiser seine gewonnenen Einsichten zur klassischen Epoche wieder. Er tituliert sich selbst als Verfechter des Klassischen , das er als ein Parralelogramm der Energien auffast (wäre es eins der Kräfte gewesen, so wäre es jedenfalls physikalisch sinnvoll :pfeif: ).

Hat sonst noch jemand diese Sendung gesehen und wenn ja, was haltet ihr von den Ausführungen Kaisers?
Wäre schön, wenn noch ein paar grundsätzliche Meinungen zu Kaiser geäußert werden.....

:hello:
Wulf
Carreras, I'll never stop saying Carreraaaas!
(Leonard Bernstein)

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 17 406

Registrierungsdatum: 9. August 2004

32

Donnerstag, 11. Mai 2017, 19:20

Der Entstaubungsversuch von 2007 ist anscheinen nicht voll geglückt, daher unternehme ich - 10 Jahre später - eine zweiten:

Durch den soeben mitgeteilten Tod von Joachim Kaiser mag das Interesse an ihm - zumindest für einen gewissen Zeitraum - anwachsen. Ob er dann zu einer Legende wird oder zu jemandem, dessen "Ansichten von gestern" man nicht teilt und nicht verstehen kann, das wird die Zukunft zeigen. Wir müssen uns vor Augen halten, was Joachim Kaiser eigentlich wollte: Minuziös ausgearbeitete Beurteilungen und Beschreibungen von Pianisten, die er für würdig befand, immer bereit sein Urteil zu revidieren, bzw auf den neuesten Stand zu bringen. Er schreibt über seine Fehlbarkeit in einem seiner Vorworttexte, über das, daß er sich dessen bewusst ist, wichtige Pianisten übersehen zu haben, oder sie falsch eingeschätzt zu haben, trotz seines Bemühens um "Neutralität" oder zumindest doch Fairness. Die Zeit hinterlässt an uns allen Spuren, und niemand war sich dessen mehr bewusst als Joachim Kaiser. Entgegen seinem Ruf als "eitel, selbstgefällig und dogmatisch" erkannte er eines Tages, daß ihn neue Pianisten eigentlich kaum mehrt zu faszinieren vermochten, was er sogar schriftlich festhielt. Er räumte quasi noch zu Lebzeiten seinen Thron, damit sein Werk weiterbestünde. Der Kronprinz Klaus Bennert hatte aber IMO nicht das Format seines Vorgängers und ausserdem starb er nach relativ kurzer Mitarbeit an der letzten Auflage von Kaisers Buch. Es muß ein herber Schlag für Kaiser gewesen sein.
Zu Bennerts Rehabilitation sei gesagt, er war von Kaiser ja selbst gewählt worden und hätte sich vermutlich nach einiger Zeit freigespielt (ähh -geschrieben). Denn hier rächt sich die Marketingstrategie, die Kaiser ja zu einem Kritikerpapst, wenn nicht -Gott hochstilisiert hat: Jeder Nachfolger wird an diesem Götzenbild gemessen - und kann natürlich nicht bestehen. So erging es auch Jürgen Otten mit seinem Nachfolgebuch, es wurde IMO ungerechtfertigterweise verrissen bevor es noch wirklich erschienen war. Wer immer heute solch ein Buch schreibt - er wird es mit eigenen Worten formulieren, seine eigenen Auswahl treffen und völlig anders sein als das große Vorbild. Desto schneller man dies akzeptiert, desto besser.
Den der Bedarf an einem solchen Buch besteht.

mfg aus Wien
Alfred

PS: Der beste Dienst an der Pianistenbibel von Joachim Kaiser wäre, sie unverändert aufzulegen, quasi als Dokument ihrer Zeit, und sie NICHT zu aktualisieren, das verwässert der Kern.....
ARBEIT ist aller Laster Anfang