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Harald Kral

Erleuchteter

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Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

1

Montag, 1. Oktober 2012, 19:35

ein gefeierter Wagner-Tenor: Manfred Jung

Er stand immer im Schatten der Sänger mit den großen Namen.

Manfred Jung, deutscher Tenor, * 9.7.1940 Oberhausen.
War 1970–73 Chorist in Bayreuth, begann als Solist in Kaiserslautern und Dortmund und gehört seit 1977 der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf an.
Mit seiner Verpflichtung nach Bayreuth als Siegfried für die Jubiläumsinszenierung des Ring des Nibelungen 1976 eröffnete sich ihm eine große Karriere als Wagner- Tenor. Sang seither ständig in Bayreuth, gastierte an den großen europ. Bühnen, auch in Chicago, und wurde 1980 an die New Yorker Metropolitan Opera verpflichtet.
Neben Siegfried, Tristan, Erik, Loge, Stolzing, Siegmund, Parsifal gehören auch Max, Florestan und Don José in sein Repertoire. Übernahm zu Beginn der 90er-Jahre auch Charakterpartien, Mime in Bayreuth, daneben ist er auch als Dirigent tätig.



Seit Jahren widmet Manfred Jung sich der Förderung junger Musiker; er ist seit ca. 2005 künstlerischer Leiter der „Junge Musiker-Stiftung“, die in Bayreuth den „Cantilena Gesangswettbewerb“ durchführt. Hier sollen Nachwuchssänger verschiedener Kategorien (Oper, Konzert, Operette) gefördert werden.

Zitat

Wenn sich Manfred Jung an seine Zeit an der Rheinoper erinnert, kommt er immer noch ins Schwärmen und zählt die Namen der großen Kollegen auf, die damals zum festen Ensemble des Hauses gehören: Hildegard Behrens, Berit Lindholm, Karl Ridderbusch, Peter Meven, Hans Tschammer, Hermann Becht, Leif Roar, Helmut Pampuch. „Ich werde gleich noch heiser, so lang ist die Liste der Namen“, witzelt Manfred Jung. „Mein Theater war das Stammhaus weltweit gefragter Wagner-Sänger, die für das Renommee der Deutschen Oper am Rhein standen.“
34 Ring-Zyklen der Inszenierung von Georg Reinhardt in den plastischen Projektionen von Heinrich Wendel gingen zwischen 1971 und 1986 über die Bühnen beider Theater und waren regelmäßig ausverkauft.
Damit Jung und seine berühmten Kollegen für die Aufführungen zur Verfügung standen, wurden ihnen die Termine und die damit verbundene Urlaubssperre sogar schon zwei Jahre im Voraus mitgeteilt.
Die Bühne der Deutschen Oper am Rhein betrat Manfred Jung erstmals 1977, als er als Einspringer den Max in „Der Freischütz“ sang. Nach seiner Arie „Durch die Wälder, durch die Auen“ gab es Bravo-Rufe von Hildegard Behrens und Karl Ridderbusch, die den Auftritt von der Seitenbühne verfolgten. Am nächsten Tag bot Intendant Grischa Barfuss dem Tenor den Loge im „Rheingold“ an und versprach: „Wenn wir uns einig werden, mach ich dich zu einem großen Tenor!“
Barfuss hielt Wort, nahm Jung in das Ensemble auf und der trug seinen Teil dazu bei, wurde zum Spezialisten für das schwere Wagnerfach, um den sich schnell noch größere Häuser rissen.
Mit dem Engagement an der Rheinoper ging für Jung ein Jugendtraum in Erfüllung. Als dieser Anfang der 60er Jahre noch als Starkstromelektriker bei der Oberhausener Ruhrchemie arbeitete, sparte er jeden Pfennig, um sich Opernkarten kaufen zu können. Deshalb verzichtete er auf eine Anreise mit der Bahn und wählte den Fußweg. Als erste Vorstellung in Duisburg erlebte Jung 1960 gleich eine Oper, in der er später selbst oft auf der Bühne stand: Wagners „Götterdämmerung“.
(Von Rudolf Hermes)
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Norbert

Moderator

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2

Montag, 1. Oktober 2012, 21:18

Nicht als Wagner-Sänger, sondern als Waldemar in Schönbergs "Gurre-Lieder" hat Manfred Jung bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, wenngleich eher als Darsteller denn als stimmschöner Sänger.

Näheres kann man hier nachlesen.

Mit seiner engagierten Rollengestaltung fügt sich Jung quasi als primus inter pares in das sehr gute Sängerensemble ein. Jedem Liebhaber der "Gurre-Lieder" sei diese Aufnahme wärmstens ans Herz gelegt:

Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Theophilus

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3

Montag, 1. Oktober 2012, 23:01

Mit seiner Verpflichtung nach Bayreuth als Siegfried für die Jubiläumsinszenierung des Ring des Nibelungen 1976 eröffnete sich ihm eine große Karriere als Wagner- Tenor.

Da bin ich etwas skeptisch. 1976 hat auf jeden Fall René Kollo den Siegfried gesungen. Jung dürfte diese Rolle erst ab 1977 auf der Bayreuther Bühne verkörpert haben.

:hello:

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Harald Kral

Erleuchteter

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Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

4

Dienstag, 2. Oktober 2012, 08:42

Hier die offizielle Liste der Bayreuth-Auftritte von Manfred Jung:

Mitwirken in Bayreuth:
Jahr: Oper: Rolle:
1998 Siegfried - Mime
1998 Das Rheingold - Mime
1997 Siegfried - Mime
1997 Das Rheingold - Mime
1996 Siegfried - Mime
1996 Das Rheingold - Mime
1995 Siegfried - Mime
1995 Das Rheingold - Mime
1994 Siegfried - Mime
1994 Das Rheingold - Mime
1986 Götterdämmerung - Siegfried
1986 Das Rheingold - Loge
1985 Götterdämmerung - Siegfried
1985 Das Rheingold - Loge
1984 Siegfried - Siegfried
1984 Götterdämmerung - Siegfried
1983 Siegfried - Siegfried
1983 Götterdämmerung - Siegfried
1983 Das Rheingold - Loge
1981 Parsifal - Parsifal
1980 Parsifal - Parsifal
1980 Siegfried - Siegfried
1980 Götterdämmerung - Siegfried
1979 Götterdämmerung - Siegfried
1979 Siegfried - Siegfried
1979 Parsifal - Parsifal
1978 Götterdämmerung - Siegfried
1978 Parsifal - Parsifal
1977 Götterdämmerung - Siegfried
1977 Parsifal - Parsifal

Auszug aus dem Jahrbuch der Bayreuther Festspiele (Aufführungs-Datenbank)

Näheres hier: http://www.bayreuther-festspiele.de/fsdb…n/161/index.htm

LG

:hello:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

5

Mittwoch, 3. Oktober 2012, 14:41

Lieber Harald!

Zunächst einmal bitte ich um Entschuldigung für diese Antwort auf den von Dir eingeleiteten Thread. Wie immer finde ich es außerordentlich verdienstvoll, wie Du Dich Sängern widmest, die leicht vergessen werden, wie häufig habe ich Schwierigkeiten mit dem Titel "ein gefeierter Wagner-Tenor". Ein verlässlicher und oft eingesetzter Wagner-Tenor? Mit Sicherheit ja (siehe Deinen Auszug aus der Bayreuther Datenbank). Aber "gefeiert"? Nun, da denke ich an einige Bayreuther Premieren zurück (war es im Hall-Ring?), wo Wolfgang Wagner nach Buhrufen schon in der Pause vor Beginn des nächsten Aufzugs vor den Vorhang trat und mit Absage drohte.

Aus meiner Sicht hat Manfred Jung die Gunst der Stunde genutzt, zum ersten nach Kollos Absage (Chéreau-Ring), dann nach Goldbergs Ausbootung im Hall-Ring. Natürlich war er ein verlässlicher Sänger, der vor allem durch seine unbekümmerte Darstellung für sich einnahm. Seine Stimme habe ich immer als unschön empfunden, eher passend für Partien wie Loge oder Mime denn für das Heldentenor-Fach. Also ein Charaktertenor im Helden-Fach! Sicher könnte man jetzt einwenden, dass ein Sänger, der von 1977 bis 1998 immer wieder nach Bayreuth engagiert worden war, kein schlechter gewesen sein kann. Dem würde ich widersprechen, dass Bayreuth immer auf Sänger angewiesen war, die jederzeit einsetzbar waren. So kam Hermin Esser zum Tannhäuser, so kam Manfred Jung zum Siegfried!

Nichts für Ungut!
Peter

Liebestraum

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Registrierungsdatum: 5. Mai 2006

6

Mittwoch, 3. Oktober 2012, 16:37

Hallo Peter,

ich bin dir sehr dankbar für deinen Beitrag, denn nun kann ich mir einen ähnlich angedachten sparen. Harald geht mitunter ob seiner vielen Recherchen und der Sammelwut der Überblick verloren bzw. das vergleichende Hören abhanden...


:hello: LT
Arm bin ich auf die Welt gekommen,
alle meine Mitgift ist Haupt und Hand.
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Beharrlichkeit führt zum Ziel!
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Das wahre Genie wird bei Bewunderung des Fremden nicht dessen Nachahmer,
sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
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... wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl!
---
Soli deo gloria
(CMvW -- Carl Maria von Weber)

Sven Godenrath

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Registrierungsdatum: 24. März 2010

7

Mittwoch, 3. Oktober 2012, 23:38

Jürgen Kesting hat seinen Siegfried in den großen Sängern Band 1 Seite 228 auch nicht gefeiert, sondern wies eher auf erhebliche stimmliche Defizite, was die Klangentfaltung der Stimme bei dramatisch wichtigen musikalischen Stellen anbelangt, hin.
Und wenn mich meine Erinnerung nicht allzusehr trügt, gab es in den Jahren zwischen 1990 und 2000 was Wagner Tenöre auf dem grünen Hügel anbelangt nicht sehr viele Momente, wo einem nach Feiern zu mute war.
Bei Wolfgang Schmidt ( Siegfried bis 2004 ) zum Beispiel, packte einen eher das nackte grauen.

Und was den Vorwurf Harald gegenüber anbelangt, ihm entginge der Überblick beim vergleichenden Hören.
Manchmal würde es schon genügen sich die Aufnahmen eines Sängers / einer Sängerin (sagen wir so ca. zu 50 %) noch einmal zu vergegenwärtigen bevor man einen Threat eröffnet, dann blieben einem so manche peinliche Rückbesinnungseröffnung im fortlaufenden Thread (Kommentar im Booklet verlassen, bei der Einschätzung einer Stimme. Sorry aber da verlasse ich mich in erste Linie auf meinen eigenen Geschmack und nicht auf den eines verlagsbezahlten Hymnenschreibers) erspart.

Rheingold1876

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8

Donnerstag, 4. Oktober 2012, 07:26

Liebe Freunde, ich kann beim besten Willen aus Haralds Texten keine Überbewertung von Manfred Jung heraus lesen. Harald trägt lediglich Fakten zusammen und zitiert Quellen. Das ist ungemein verdienstvoll. Die Überschrift zu diesem Thread ergibt sich für mich aus dem einschlägigen Material. Ich bin bin ganz erstaunt, welch beachtliche Karriere Jung mit dieser trockenen Stimme hinlegen konnte. Ich mochte ihn nie. Aber sein Erfolg beruhte in erster Linie auf dem Mangel an Konkurrenz. In Bayreuth dürfte er vor allem deshalb genommen worden sein, weil es keinen anderen gab. Und sicher war er auch pflegeleicht, was auf dem Grünen Hügel oft noch mehr geschätzt wurde als eine gute Stimme. Peter hat andere Beispiele genannt.

Und sollte Wolfgang Wagner wirklich in einer offiziellen Vorstellung mit Abbruch gedroht haben, weil ein Sänger nicht gut ankam? Ich kenne das persönlich aus Generalproben, wo derartige Bekundungen als verpönt galten. Schließlich waren dort die Zuschauer Gäste der Festspielleitung. Und Gäste haben sich nun mal "anständig" zu benehmen. Sonst brauchten sie gar nicht erst zu erscheinen.

Warum sollte Manfred Jung keinen eigenen Thread haben sollen? Ein Thread an sich ist doch noch keine Würdigung, kein Denkmal. Geht man mal die ganzen Sängerlisten durch hier in Thread, dann müsste man, gemessen an solcher Herangehensweise, manchen Namen streichen. Es geht doch zunächst immer erst einmal um Information.

Herzliche Grüße von Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Sven Godenrath

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9

Donnerstag, 4. Oktober 2012, 09:41

LIebes Rheingold!

Du sprichst mir aus der Seele, es geht um Informationen.
Und gerade hier liegt doch der Hund begraben, der Informationsgehalt tendiert wie leider bei Harald in vielen Fällen gen Null.
Kein Wort darüber wie die Stimme geklungen hat.
Es wird kein relativierender Vergleich mit anderen Sängern angestellt die zur selben Zeit diese Rollen gesungen haben, um die Stimme einigermaßen einordnen zu können.
Stattdessen Hymen über Hymnen, die bestenfalls irgendwann denn wieder vom Autor relativiert werden müßen ( was für den betroffenen bzw. besprochenen dann auch wiederum nicht sehr schmeichelhaft ist ), weil eben bei der Vorrecherche (sofern diese Überhaupt stattfand )zu diesem Thread starke Versäumnisse nicht mehr von der Hand zu weisen sind.
Informationen die einem einen guten Einblick über Tonträger verschaffen könnten, um sich ein Bild zu machen, welche Aufnahmen verfügbar sind oder waren, werden bestenfalls irgendwann vom ihm einmal Nachgereicht, sofern überhaupt.

Dem Autor liegen diese Informationen doch vor, so dürfte es doch ein leichtes sein den Text von Kutsch Riemens einzukopieren ( wurde auch schon des öfteren von ihm gemacht, dauert bestenfalls 10 Sekunden), zusammenzustreichen ( vielleicht 5 Minuten ), Ommer (Aufnahmenverzeichnis) einzukopiern ( wiederrum 10 Sekunden ) hinzu kommt jetzt die Endkontrolle ob sich Herr Ommer nicht irgentwo geirrt haben könnte (10 Minuten) und eine eigene Bewertung der Stimme ( dazu müßte man sich diese natürlich noch einmal Vergegenwärtigen ( schreibzeit 10 Minuten, Hörzeit, vielleicht 2 Stunden oder weniger, jenachdem wie lange man für eine eigene Einschätzung braucht und unterm Strich haben wir dann ein Porträt mit einem Informationsgehalt mit dem man etwas anfangen kann.

rodolfo39

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10

Donnerstag, 4. Oktober 2012, 09:53

Wieso reicht es nicht einfach bei den Überschriften bei den Dirigenten und Sängern den Namen zu nennen ? Und ich denke mal das Harald schon genau überlegt was er schreibt und sich vorher informiert.

Siegfried

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11

Donnerstag, 4. Oktober 2012, 17:16

Manfred Jung

In diversen Ring-Zyklen war Manfred Jung auch in Stuttgart zu erleben. So hatte ich das "Vergnügen", ihn als Loge, Siegmund, Siegfried I und II zu erleben sowie in der Titelrolle einer Tristan-Aufführung in den Achtzigern.
Als schön habe ich seine Stimme nie empfunden, auch seine Bühnenerscheinung war oft etwas hölzern-tapsig. Als Siegmund z.B. war ihm da Peter Hofmann Meilen voraus.
Was ihm aber immer Respekt abnötigte, war seine Zuverlässigkeit und sein Stehvermögen. Das hat ihm auch letztlich die Plätze auf den hochkarätigen Besetzungslisten eingebracht. Um die Spezies der schön singenden Wagnerhelden ist es eben nicht so gut bestellt.

Haralds Titulierung als gefeierter Wagner-Tenor kann dennoch bestehen bleiben. Oft wurde er dafür gefeiert, daß er als Einspringer in letzter Minute eine Vorstellung gerettet hat. Das sollte man nicht gering schätzen.
Freundliche Grüße Siegfried

Harald Kral

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12

Donnerstag, 4. Oktober 2012, 17:55

Jetzt muß man sich sogar für seine Formulierungen rechtfertigen - aber man kann sich seine Mit-Forianer nicht aussuchen.... :no:
Der von mir zitierte Text von Rudolf Hermes stammt von den Festivitäten "100 Jahre Opernhaus Duisburg" und ist natürlich lokalpatriotisch gefärbt.


Wieso darf ein Publikum einen der "ihren" - den Kumpel hier aus dem Ruhrgebiet - bei seinen Auftritten nicht feiern? Ich kenne Manfred Jung persönlich und habe ihn oft hier auf der Bühne gesehen - nicht unbedingt mit Wagner, wer mich kennt weiß, dass ich mit dem nichts anfangen kann - sondern z.B. als Max im Freischütz oder als Florestan im Fidelio, von dem ich einen schönen Mitschnitt besitze (mit Hildegard Behrens und Peter Mever unter Peter Schneider). Da muß er keinen Vergleich mit anderen Tenören scheuen - und das Publikum weiß das lautstark zu schätzen.
Harald

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Rheingold1876

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13

Donnerstag, 4. Oktober 2012, 18:21

Passend zum Thema flattert mir heute der Mitschnitt dieses Konzert ins Haus:

SIEGFRIED WAGNER CONCERT

01. Sonnenflammen: Fridolins Abschied
Manfred Jung

02. Bruder Lustig: Ballade der Urme (2.Akt)
Ortrun Wenkel

03., 04. Der Friedensengel: Szene der Mita mit Chor der Nonnen (2.Akt)
Sabine Hass

05. Herzog Wildfang: Szene des Einhart (2.Akt)
Klaus Hirte

06. Sternengebot: Monolog des Helferich
Manfred Jung

07. Schwarzschwanenreich: Duett Hulda - Liebhold (2.Akt)
Sabine Hass, Manfred Jung

08. Das Flüchlein, das jeder mitbekam: Schlussszene
Sabine Hass, Ortrun Wenkel, Manfred Jung, Friedrich Lenz, Klaus Hirte

Münchner Runfunkchor
Münchner Rundfunkorchester
conducted by HEINZ WALLBERG
Munich 1980

Nun bin ich aber gespannt, ob sich mein ehr gespaltenes Verhältnis zu Manfred Jung auch bei Siegfried Wagner bestätigt.

Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

William B.A.

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14

Donnerstag, 9. Juli 2015, 00:08

Heute hat Manfred Jung, der am 9. Juli 1940 geboren wurde, Geburtstag. Zu seinem Ehrentage habe ich aus meiner Sammlung dies ausgesucht:



Manfred Jung feiert heute seinen 75. Geburtstag.


Herzlichen Glückwunsch!

Willi :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Siegfried

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15

Donnerstag, 20. April 2017, 01:16

Wie ich der heutigen Presse entnehmen musste, ist Manfred Jung am Karfreitag nach langer Krankheit in Essen gestorben.
Auf der Bühne konnte ich ihn als Siegmund sowie als beide Siegfriede und als Tristan erleben.

Große Bekanntheit erlangte er durch seine Mitwirkung beim Bayreuther Jahrhundertring von Patrice Chéreau.

Ruhe in Frieden!
Freundliche Grüße Siegfried