Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

Free counters!

Dr. Holger Kaletha

Prägender Forenuser

  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 5 893

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

121

Dienstag, 17. November 2015, 13:55

Bei Krips singt dann mit FiDi wieder ein Bariton, womit ich mich nicht so recht anfreunden kann, daher habe ich die Aufnahme bislang ignoriert. Mal sehen.
Lieber Bertarido,

das solltest Du Dir überlegen! Selbst mir "Mahler-Erfahrenen" ist es so ergangen, dass ich da bei Fidi unerhörte Sachen vernommen habe!

Noch eine Aufnahme, die ich nicht missen möchte, vor allem vom Orchester her überragend ist:



Schöne Grüße
Holger

Bertarido

Prägender Forenuser

  • »Bertarido« ist männlich

Beiträge: 2 625

Registrierungsdatum: 24. April 2014

122

Montag, 23. November 2015, 00:05

Es gibt da auch noch


Lieber Michael,

ich stelle meine Antwort in diesen Thread, weil es hier besser passt. Ich habe gerade in diese Aufnahme hineingehört und bin nun doch froh, kein Geld dafür ausgegeben zu haben. Christian Gerhaher macht seine Sache - wie nicht anders zu erwarten - gut, er ist durchaus eine Alternative zu Fischer-Dieskau. Allerdings kann ich mich auch weiterhin nicht mit einem Bariton bei diesen Stücken anfreunden. Kent Naganos Dirigat finde ich ziemlich glattpoliert, in seiner Interpretation vermag mich dieses Stück kaum zu fesseln. Das schlimmste an dieser Aufnahme ist jedoch Klaus Florian Vogt: eine totale Fehlbesetzung. Mit seiner Schönklang-Stimme singt er die Lieder derart parfümiert, dass es nicht zum Aushalten ist. Ich habe keines der drei Tenor-Lieder bis zum Ende anhören können, was mir noch nie passiert ist. Aber hier habe ich ein geradezu körperliches Unwohlsein verspürt.

MSchenk

Prägender Forenuser

  • »MSchenk« ist männlich

Beiträge: 2 376

Registrierungsdatum: 5. März 2011

123

Sonntag, 29. November 2015, 21:17

Es gibt da auch noch


Lieber Michael,

ich stelle meine Antwort in diesen Thread, weil es hier besser passt. Ich habe gerade in diese Aufnahme hineingehört und bin nun doch froh, kein Geld dafür ausgegeben zu haben. Christian Gerhaher macht seine Sache - wie nicht anders zu erwarten - gut, er ist durchaus eine Alternative zu Fischer-Dieskau. Allerdings kann ich mich auch weiterhin nicht mit einem Bariton bei diesen Stücken anfreunden. Kent Naganos Dirigat finde ich ziemlich glattpoliert, in seiner Interpretation vermag mich dieses Stück kaum zu fesseln. Das schlimmste an dieser Aufnahme ist jedoch Klaus Florian Vogt: eine totale Fehlbesetzung. Mit seiner Schönklang-Stimme singt er die Lieder derart parfümiert, dass es nicht zum Aushalten ist. Ich habe keines der drei Tenor-Lieder bis zum Ende anhören können, was mir noch nie passiert ist. Aber hier habe ich ein geradezu körperliches Unwohlsein verspürt.

Hallo Bertarido, nun muss ich zu meiner Schande(?) gestehen, die Aufnahme selber garnicht zu kennen :untertauch: Ich wusste "nur", dass es da etwas mit Gerhaher gibt. - Nach Deiner Einschätzung werde ich mal reinhören, wobei ich KFV zumindest live (u.a. Lohengrin, Parsifal, Die tote Stadt und zuletzt Das Buch mit sieben Siegeln) ganz außerordentlich schätze.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

timmiju

Prägender Forenuser

  • »timmiju« ist männlich

Beiträge: 1 453

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

124

Montag, 30. November 2015, 18:17

"Das Lied von der Erde" ist wohl Mahlers ganz "persönlichste" Komposition. Ursprünglich fand ich gar keinen Zugang, inzwischen habe ich dieses Werk mehrmals in den verschiedensten Versionen kennengelernt.




Interessant ist auch die Klavierfassung, die von Mahler selbst stammt:



Die hier besprochene Einspielung mit Kant Nagano habe ich mir gerade angehört, das ist eine durchaus gelungene Aufnahme mit eindrucksvollen Orchesterpassagen und guter solistischer Besetzung. Klaus Florian Vogt singt wieder einmal vorzüglich. Ich schätze ihn ebenso wie MSchenk u.a. wegen Lohengrin, dem Parsifal und neuerdings auch den Meistersingern. Aber wenn man ihn nicht mag, dann fällt er eben auch hier durch.
Auf DVD ist ebenfalls interessant diese Einspielung von den Londoner Proms aus dem Jahre 1988:



Diskutieren kann man darüber, warum Mahler die zweite Solostimme mit Alt oder Bariton besetzen lässt. Ich habe da keine Präferenz, entscheidend ist immer die stimmliche Qualität.

:hello:
Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

Bertarido

Prägender Forenuser

  • »Bertarido« ist männlich

Beiträge: 2 625

Registrierungsdatum: 24. April 2014

125

Montag, 30. November 2015, 18:51

Klaus Florian Vogt singt wieder einmal vorzüglich. Ich schätze ihn ebenso wie MSchenk u.a. wegen Lohengrin, dem Parsifal und neuerdings auch den Meistersingern. Aber wenn man ihn nicht mag, dann fällt er eben auch hier durch.

Ich mag Klaus Florian Vogt durchaus, habe ihn auch schon live als Lohengrin gehört und war sehr beeindruckt. Nur hören sich bei ihm die Mahler-Lieder wie die Gralserzählung an, und weiter entfernt von einer angemessenen Interpretation kann man nicht sein. Daher bleibe ich dabei: eine völlige Fehlbesetzung.

Stimmenliebhaber

Prägender Forenuser

  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 6 803

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

126

Montag, 30. November 2015, 20:21

Auf DVD ist ebenfalls interessant diese Einspielung von den Londoner Proms aus dem Jahre 1988:

Diskuutieren kann man darüber, warum Mahler die zweite Solostimme mit Alt oder Bariton besetzen lässt. Ich habe da keine Präferenz, entscheidend ist immer die stimmiche Qualität.

Wenn man auf den amazon-Link klickt, dann man erfahren, dass das BBC Philharmonic Orchester ein Darsteller und Kurt Sanderling ein Regisseur ist... :hahahaha:
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

Portator

Prägender Forenuser

  • »Portator« ist männlich

Beiträge: 639

Registrierungsdatum: 9. Oktober 2010

127

Montag, 30. November 2015, 20:27

Lieber Stimmenliebhaber,

bei amazon wundert mich das überhaupt nicht. Da werden wahllos Komponisten mit Dirigenten durcheinander geworfen bzw. beide als Künstler bezeichnet. Wenn man die CD-Beschreibungen liest, glaubt man, eine Putzkolonne habe die Texte zusammengestellt.


Liebe Grüße

Portator

zweiterbass

Prägender Forenuser

  • »zweiterbass« ist männlich

Beiträge: 4 035

Registrierungsdatum: 2. Juni 2010

128

Dienstag, 1. Dezember 2015, 18:30

Da ist JPC sehr viel besser.
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Dr. Holger Kaletha

Prägender Forenuser

  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 5 893

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

129

Dienstag, 11. April 2017, 22:10



Hat jemand dieses Wagnis schon erstanden und gehört? :)

Schöne Grüße
Holger

Norbert

Moderator

  • »Norbert« ist männlich

Beiträge: 7 030

Registrierungsdatum: 11. August 2004

130

Dienstag, 11. April 2017, 22:25

Lieber Holger,

oh nein und das werde ich mit Sicherheit auch nicht tun.
Es gab Hörbeispiele bei Sonymusic, die mich in meiner Meinung bestätigt hatten, dass Mahler sich etwas dabei dachte, die Solopartien mit zwei verschiedenen Singstimmen zu besetzen.
In den natürlich nicht repräsentativen Ausschnitten forcierte mir Kaufmann zu stark, seine Stimme neigte in den veritablen Tenorpartien zum Überschlagen. Also, er bot das, was man ihm leider stellenweise negativ ankreiden muss.

Indes bin ich mir sicher, dass sich wegen Jonathan Nott der Kauf der CD lohnen würde. Aber man kann ihn auch in einer anderen, kürzlich erschienenen, Einspielung hören:



Orchestral ist die Aufnahme eine Pracht: in allen Bereichen hervorragend besetzt und in der Homogenität des Klangs in etwa vergleichbar mit der (für mich) unerreicht guten Aufnahme mit Rafael Kubelik (Audite).

Ich habe die CD (genauer: SACD) erst einmal gehört, deswegen möchte ich detailliert auf die Gesangsleistungen noch nicht eingehen. Roberto Saccà gefiel mir beim ersten hören sehr gut, Stephem Gadd leider weniger. Dazu aber später mehr.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Rheingold1876

Prägender Forenuser

  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 020

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

131

Dienstag, 11. April 2017, 22:33

Hat jemand dieses Wagnis schon erstanden und gehört? :)


Hören würde ich das schon mal, lieber Holger. Für soetwas ist Spotify gut. Ich werde dort gleich mal danach suchen. Ansonst dürfte das wohl ehr eine sportliche denn eine künstlerische Leistung sein. Ich sehe keinerlei Notwedigkeit und tieferen Sinn für so eine Lösung. Es gibt ja auch in der Oper deratige Hochleistungsversuche - eine Sängerin für Venus und Elisabeth oder für Cassandra und Dido.

Danke für den Tipp.
Gruß Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Bertarido

Prägender Forenuser

  • »Bertarido« ist männlich

Beiträge: 2 625

Registrierungsdatum: 24. April 2014

132

Dienstag, 11. April 2017, 23:21

Es gibt ja auch in der Oper deratige Hochleistungsversuche - eine Sängerin für Venus und Elisabeth [...]

Im "Tannhäuser" kann es ja durchaus Sinn machen, lieber Rheingold, stehen doch Venus und Elisabeth für zwei Ausprägungen der Liebe. Im "Lied von der Erde" kann ich allerdings keinen Sinn darin erkennen, alle Lieder von einer Person singen zu lassen, das ist dann wohl doch vor allem ein Marketing-Gag und ein Anreiz für Kaufmann-Fans. Davon abgesehen bevorzuge ich es ohnehin, wenn eine Frau die eine Hälfte der Lieder singt, insbesondere den "Abschied". Nein, diese Aufnahme brauche ich ganz sicher nicht.

Dr. Holger Kaletha

Prägender Forenuser

  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 5 893

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

133

Mittwoch, 12. April 2017, 07:24

Ich bin gespannt auf Eure späteren Berichte! Besten Dank! :hello:

Schöne Grüße
Holger

Rheingold1876

Prägender Forenuser

  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 020

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

134

Mittwoch, 12. April 2017, 07:58

Dann fange ich mal an, lieber Holger. Tatsächlich habe ich die Aufnahme von Mahlers "Lied von der Erde" mit Jonas Kaufmann in allen Rollen auf Spotify gefunden - und sofort angehört. Ein Hoch auf diese Plattform, die einen vor Fehlkäufen bewahrt. :)

"Und wenn ich nicht mehr singen kann ..." Was geht wohl einem Sänger durch den Kopf, wenn er an diese Stelle im "Trunkenden im Frühling" kommt? Ich gehöre zu denen, die für Kaufmann immer viel übrig hatten und noch haben - und für das Werk ohnehin. Diesmal war ich nicht angetan oder gar ergriffen, wie es sein sollte. Die Stimme klingt ziemlich grau, müde und ohne jeden Glanz, in den extremen Höhen überanstrengt. Inhaltlich hat der Tenor auch fast nichts zu sagen. Es tönt so vor sich hin. Keine Magie im "Abschied". Da müsste einem doch der Atem stocken. Offenbar wird alle Konzentration für den physischen Vortrag selbst gebracht. Für die Interpretation bleibt nichts mehr übrig. Auch die begleitenden Wiener Philharmoniker haben mich nicht erreichen können. Sie wirken ziemlich routiniert. Wie Bertarido schon vermutete: Ein "Marketing-Gag und ein Anreiz für Kaufmann-Fans". Da stimme ich zu.

Prinzipiell stimme ich mit Bertarino auch überein (so viel Übereinstimmung gibt es zwischen uns auch selten ;) ), dass ich das "Lied von der Erde" lieber zweigeteilt höre. Am liebsten von einem Tenor und einem Alt. Schon der Einsatz eines Baritons statt der Frauenstimme überzeugt mich nicht, wenngleich der "Abschied" auch gewisse ambivalente Züge in sich trägt. Es ist für mich nicht eindeutig, dass es da aus eine Frau spricht.

Gruß Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

lutgra

Prägender Forenuser

  • »lutgra« ist männlich

Beiträge: 4 840

Registrierungsdatum: 9. April 2013

135

Mittwoch, 12. April 2017, 10:00

Prinzipiell stimme ich mit Bertarino auch überein (so viel Übereinstimmung gibt es zwischen uns auch selten ), dass ich das "Lied von der Erde" lieber zweigeteilt höre. Am liebsten von einem Tenor und einem Alt.

Ich bin mit den Aufnahmen von Bruno Walter (Patzak/Ferrier), Fritz Reiner (Lewis/Forrester) und Otto Klemperer (Wunderlich/Ludwig) sozialisiert worden, deshalb existieren für mich Aufnahmen außerhalb der Tenor/Alt-Variante quasi gar nicht.

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 228

Registrierungsdatum: 12. August 2005

136

Mittwoch, 12. April 2017, 10:10

Ich besitze ebenfalls immer noch keine Tenor/Bariton-Aufnahme (ich hatte mal eine (Rattle/Seiffert/Hampson), die mir aber gar nicht gefallen hat). Ich habe Kaufmanns tour de force nicht gehört, aber das scheint mir auch übertrieben, ganz abgesehen davon, dass ich einen Alt vorziehe. Andererseits kann man natürlich mit solch einem Husarenstück Aufsehen erregen und es ist auch nachvollziehbar, weil der Tenor nach dem (wohl anstrengenden und schwierigen) ersten Lied nur noch zwei relativ kleine Stückchen hat, während, vom "Abschied" ganz abgesehen, auch die beiden anderen Alt/Bariton-Stücke gewichtiger sind.

Norbert

Moderator

  • »Norbert« ist männlich

Beiträge: 7 030

Registrierungsdatum: 11. August 2004

137

Mittwoch, 12. April 2017, 10:57

Der einzige Bariton, den ich gerne im "Lied von der Erde" höre, ist Dietrich Fischer Dieskau in der hervorragenden Aufnahme mit Paul Kletzki:


(auch wegen der Interpretation der 4. Sinfonie, in der das "so als ob", die versteckte Ironie, mustergültig herausgearbeitet wird, sehr zu empfehlen)

Über die sehr gute Behandlung des gesungenen Wortes muss man bei Fi-Di keine Worte verlieren, vielmehr beherrscht er die unangenehm hohen Lagen seines Gesangsparts mustergültig. Sehr negativ ist mir diesbezüglich Thomas Hampson in Erinnerung geblieben, der sich durch die hohen Töne falsettiert und quält, mit entsprechend quälendem Ergebnis. Auch der von mir schon angesprochene Stephen Gadd hat mir Höhenproblemen zu kämpfen.

Aber auch ein sehr, sehr guter Fi-Di kann nicht mit Christa Ludwig oder gar der göttlichen Janet Baker (Kubelik) mithalten. Der verzückte, intime, verinnerlichte Charakter in "Der Abschied" scheint mir von einer weiblichen Singstimme besser getroffen werden zu können als von einer männlichen.

Die göttliche Janet Baker gibt es hier zu hören:

Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

  • »Antalwin« ist männlich

Beiträge: 320

Registrierungsdatum: 10. Januar 2011

138

Mittwoch, 12. April 2017, 11:31

Hallo,

ich bewundere die Karriere von Jonas Kaufmann und sein riesenhaftes Repertoire, aber seine "Allein-Aufnahme" des Liedes von der Erde ist Effekthascherei und unnötig ! Da macht jemand auf Placido Domingo und will alles singen und aufnehmen ! Außerdem widerspricht es der künstlerischen Grundaussage des Werkes.

Antalwin

Dr. Holger Kaletha

Prägender Forenuser

  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 5 893

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

139

Mittwoch, 12. April 2017, 15:31

Dann fange ich mal an, lieber Holger. Tatsächlich habe ich die Aufnahme von Mahlers "Lied von der Erde" mit Jonas Kaufmann in allen Rollen auf Spotify gefunden - und sofort angehört. Ein Hoch auf diese Plattform, die einen vor Fehlkäufen bewahrt. :)

"Und wenn ich nicht mehr singen kann ..." Was geht wohl einem Sänger durch den Kopf, wenn er an diese Stelle im "Trunkenden im Frühling" kommt? Ich gehöre zu denen, die für Kaufmann immer viel übrig hatten und noch haben - und für das Werk ohnehin. Diesmal war ich nicht angetan oder gar ergriffen, wie es sein sollte. Die Stimme klingt ziemlich grau, müde und ohne jeden Glanz, in den extremen Höhen überanstrengt. Inhaltlich hat der Tenor auch fast nichts zu sagen. Es tönt so vor sich hin. Keine Magie im "Abschied".
So etwas hatte ich mir schon gedacht, lieber Rheingold. Die kurzen Hörschnipsel machten mir genau diesen Eindruck. Das "Lied von der Erde" ist nun mal keine Oper. :hello:
Die göttliche Janet Baker gibt es hier zu hören:
Janet Baker, lieber Norbert, ist für mich die Einzige, die das "Urlicht" (2. Symphonie) wirklich episch und nicht sentimental singt wie es sein soll. Nur sie gefällt mir wirklich. Nur fehlt mir die CBS-Bernstein-Aufnahme aber auch in meiner Sammlung - ich muss demnächst mal schauen, ob es die in einer günstigen Box gibt. Und die Hörschnipsel mit Kubelik finde ich ebenfalls beeindruckend - wirklich außergewöhnlich. Die Aufnahme muss ich wohl haben. :) Die Bamberger mit Nott sind wunderbar, aber die Sänger.... Fidi finde ich entdeckt wirklich bislang ungehörte Tiefen - ich habe die Aufnahme mit Wunderlich und Krips und möchte sie nicht missen. Die Kletzi-Aufnahme brauche ich wohl auch noch.... :hello:

Schöne Grüße
Holger

Norbert

Moderator

  • »Norbert« ist männlich

Beiträge: 7 030

Registrierungsdatum: 11. August 2004

140

Mittwoch, 12. April 2017, 15:49

Lieber Holger,

der Musikkritiker Karl Schumann schrieb über das Konzert mit Kubelik u.a.: "Das Orchester spielte wie ein einziger Organismus aus hundert Solisten"

In der Tat erreicht der Mitschnitt eine Homogenität aller Beteiligten, die in nur ganz wenigen Aufnahmen (nicht nur des "Lieds von der Erde") erreicht worden ist.
Auch Waldemar Kmentt ist unglaublich gut mit seinem "metallischen Timbre" und seinem temperamentvollen Vortrag.

Auch zu Kletzki kann ich nur Lobeshymnen beisteuern. Gerade die 4. Sinfonie ist wunderbar interpretiert. 1957, als die Aufnahme entstand, war Mahler noch nicht "en vogue". Es war noch etwas besonderes, ihn einzuspielen. Das merkt man der Aufnahme an. Kletzki versteht es wie kaum ein anderer Dirigent, die Doppeldeutigkeit der Sinfonie herauszuarbeiten und lässt mit sehr geschmackvollen Rubati mehr als einmal aufhorchen.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler