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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

Beiträge: 17 317

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

61

Freitag, 13. Februar 2015, 00:24

Mit dieser Vivaldi-CD will ich daran erinnern, dass Philippe Jaroussky am 13. Februar 1978 geboren ist:


Er feiert heute seinen 37. Geburtstag.


Joyeux anniversaire!

Willi :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 689

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

62

Donnerstag, 26. März 2015, 21:19

Willi hat eine CD eingestellt, die für mich eine der schönsten ist, die ich in letzter Zeit gehört habe.

Der eigentliche Neuigkeitswert dieser Produktion versteckt sich zwischen den Zeilen. Erstmals tritt Jaroussky mit seinem eigenen Ensemble Artaserse in einer erweiterten Orchesterbesetzung in Erscheinung – als Sänger und Dirigent. Aufnahmen in kleiner Besetzung gibt es bereits. Der Name Artaserse stimmt mit dem Titel einer Oper überein, für die Pietro Metastasio das Libretto schrieb und die 1730 erstmals in Rom, komponiert von Leonardo Vinci, aufgeführt wurde. Mehr als neunzig weitere Vertonungen sollten folgen. Jaroussky hatte in einer Produktion der Vinci-Version den Titelhelden gesungen, die bei Erato sowohl auf CD als auch auf DVD gelangte und ihm viel Lob einbrachte. Das Werk ist ihm offenbar wichtig. Nun also Vivaldi, der fast dreißig Jahre älter als Vinci gewesen ist, diesen aber überlebte. „Musikalisch und für mich persönlich war es ein bewegendes Abenteuer, eine so große Zahl von Musikern zu dirigieren und dabei gleichzeitig zu singen“, lässt er die Leser des Booklets wissen. Er hoffe, dass „diese Einspielung der Beginn einer neuen Richtung in meinem Leben als Musiker sein wird. Möge Vivaldi mir Glück bringen, wie er erst stets getan hat“. Denkt Jaroussky, der langsam auf die Vierzig zugeht, über seine künstlerische Zukunft nach? Eröffnet sich eine ähnliche Laufbahn, wie sie einst René Jacobs mit Erfolg eingeschlagen hat? Man darf gespannt sein.

Immerhin ist in das Programm – diskret in der Mitte platziert – auch ein rein instrumentales Werk, das Concerto for strings and continuo RV 120, aufgenommen worden, das der Dirigent Jaroussky mit großer Entschlossenheit und gar nicht zögerlich angeht. Noch aber ist der Countertenor auf der Höhe. Ja, ich habe den Eindruck, als sei seine Stimme einerseits noch geschmeidiger und aussagestärker geworden, in den Höhen aber mitunter etwas rau. Der musikalische Auftakt der CD ist mit der Kantate Clarae stellae, scintillate RV 625, virtuos und diesseitig gewählt: „Helle Sterne, funkelt und gebt neuen Glanz der Helle des Tages“, beginnt das Werk in deutscher Übersetzung. Es ist, als spräche sich Jaroussky damit selbst Mut zu für die kommenden Herausforderungen. Inhaltlich und formal fällt das Stück aus dem Rahmen der sehr ernst gehaltenen Neuerscheinung, die mit Pietà überschrieben ist. Pietà, steht einerseits für die Darstellung Marias mit dem Leichnam Jesu Christi, andererseits war das Ospedale della Pietà in Venedig kirchliches Waisenhaus und Musikschule in einem. Antonio Vivaldi, selbst als Priester ausgebildet und tätig, wirkte dort viele Jahre als Violinlehrer. Heute sind in der Pietà noch immer soziale Einrichtungen für Menschen in Not untergebracht. Auf der DVD, die ihn nicht nur bei der Arbeit mit seinem Ensemble zeigt, führt Jaroussky die Zuschauer selbst an den Ort, den jeder Venedig-Reisende kennt, weil sich in unmittelbarer Nachbarschaft die imposante Kirche Santa Maria della Pietà erhebt.

Pietà also ist ein weitgehend getragenes Angebot mit dem berühmten Stabat Mater im Zentrum. Mir ist die Kantate Filiae maestae Jerusalem RV 638 („Betrübte Töchter Jerusalems, seht, der König aller, euer König verwundet und mit Dornen gekrönt …“) besonders nahe gegangen. Ein sehr verinnerlichtes Stück, dem Jaroussky eine unnachahmliche Schlichtheit gibt. Es bohrt sich einem ins Herz – und verbreitet doch keine Trauer und Schwermut. Jaroussky entlockt dieser Musik Zuversicht, Hoffnung und Poesie. Eine Wirkung, die von dem gesamten Album ausgeht.

Inzwischen hat sich Jaroussky mit seinen Mélodies françaises schon wieder ein neues künstlerisches Betätigungsfeld erschlossen. Auf die CD "Opium" mit entsprechenden Titeln folgte eine sehr umfangreiche Sammlung von Liedern nach Gedichten von Paul Verlaine. Einige werden in unterschiedlichen Kompositionen angeboten. Das macht den besonderen Reiz dieses Albums aus. Debussy, Ferré, Fauré, Chabrier, Massenet, Hahn, Brasses, Schmitt, Poldwoski, Honegger - alle habe sich von Verlains Versen packen lassen. Das Album ist thematisch und konzeptionell sehr klug aufgebaut und üppigst ausgestattet. Ein Wunder, das es so etwas noch gibt. Einen Querschnitt bietet Jaroussky derzeit auf einer Tournee. Ich habe das Berliner Konzert besucht und war sehr angetan. "Himmlisches Stimmchen"?


P.S. Der Name des Threads ist - milde gesprochen - mit den Jahren mehr als veraltet. Ich bin fest davon überzeugt, dass er schon bei seiner Eröffnung nicht stimmte. :(
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Stimmenliebhaber

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  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 7 999

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

63

Donnerstag, 26. März 2015, 21:30

P.S. Der Name des Threads ist - milde gesprochen - mit den Jahren mehr als veraltet. Ich bin fest davon überzeugt, dass er schon bei seiner Eröffnung nicht stimmte. :(
Auch wenn ich kein so großer Jaroussky-Fan bin wie du, teile ich deine Einschätzung des Thread-Namens absolut: Das Wort "Stimmchen" im Rubriktitel für einen der seit Jahren führenden Countertenöre der Gegenwart ist für ein seriöses Klassik-Forum nicht gerade eine Auszeichnung...
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 689

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

64

Sonntag, 26. März 2017, 17:55



La storia di Orfeo: Das ist die neueste CD von Philippe Jaroussky. Aus drei Opern von Monteverdi, Rossi und Sartorio, die sich dem Stoff aus unterschiedlicher Perspektive widmen, wurde eine in sich geschlossene Auswahl getroffen. Das ist typisch für den Countertenor, von dem man es gewöhnt ist, dass er nicht nur eine Arie an die andere reiht, sonderm immer auch spannende konzeptionelle Ansätze liefert.

Ausdrücklich möchte ich in diesem Zusammenhang den vorausgegangenen Eintrag von Stimmenliebhaber von vor zwei Jahren unterstützen:

"Auch wenn ich kein so großer Jaroussky-Fan bin wie du, teile ich deine Einschätzung des Thread-Namens absolut: Das Wort "Stimmchen" im Rubriktitel für einen der seit Jahren führenden Countertenöre der Gegenwart ist für ein seriöses Klassik-Forum nicht gerade eine Auszeichnung... "

Wenn wir denn in nächster Zeit an Hochschulen, in Konzerthäusern und an anderen ähnlichen Orten für Tamino werben und neue Mitglieder finden wollen, machen wir uns mit so einem Titel wirklich lächerlich. :no: Ich weiß aber auch nicht, wie und ob man da wieder herauskommen kann - und soll. Geschrieben ist geschrieben. Andererseits fände ich es unsinnig, einen neuen Thread zu starten, zumal sich in diesem auch sehr gute Beiträge befinden.

Gruß Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Dr. Holger Kaletha

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  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 7 086

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

65

Sonntag, 26. März 2017, 18:26

Ausdrücklich möchte ich in diesem Zusammenhang den vorausgegangenen Eintrag von Stimmenliebhaber von vor zwei Jahren unterstützen:

"Auch wenn ich kein so großer Jaroussky-Fan bin wie du, teile ich deine Einschätzung des Thread-Namens absolut: Das Wort "Stimmchen" im Rubriktitel für einen der seit Jahren führenden Countertenöre der Gegenwart ist für ein seriöses Klassik-Forum nicht gerade eine Auszeichnung... "

Wenn wir denn in nächster Zeit an Hochschulen, in Konzerthäusern und an anderen ähnlichen Orten für Tamino werben und neue Mitglieder finden wollen, machen wir uns mit so einem Titel wirklich lächerlich. :no:
Ich glaube allerdings, dass dies humoristisch und nicht wirklich Ernst oder gar Bierernst zu nehmen gemeint war, denn der Threadstarter hat den Nickname "Violoncellchen", wozu "himmlisches Stimmchen" genau passt. :D

Schöne Grüße
Holger

Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 689

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

66

Sonntag, 26. März 2017, 18:39

Ja, ja, lieber Holger. So kann es auch sein. Ich bin mit meinem "Rheingold" auch nicht mehr zufrieden.

Es grüßt Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Dr. Holger Kaletha

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  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

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Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

67

Sonntag, 26. März 2017, 18:49

Ja, ja, lieber Holger. So kann es auch sein. Ich bin mit meinem "Rheingold" auch nicht mehr zufrieden.
"Rheingold", lieber Rüdiger, gefällt mir doch sehr gut! :D Du hast aber Recht, auch wenn der Threadstarter ein Humorist ist, liest ja keiner mehr den Eröffnungsbeitrag nach Jahren und somit ist so ein Thread-Titel eher dazu geeignet, Klischees zu assoziieren. :hello:

Schöne Sonntagsgrüße
Holger

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