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William B.A.

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61

Donnerstag, 4. Februar 2016, 01:21

Ich glaube, liebert Melot , Beethoven wäre begeistert, ihm ginge es ja wie dir, er würde erstmals realiter alle Noten seines grandiosen op. 106 hören, und ich glaube auch, er wäre beeindruckt, dass hier ein wahrhaft großer Pianist auf seine ganz eigene Weise tief zum Kern dieser Musik vordringen würde. Schubert wäre eh begeistert, da er ja beileibe nicht das pianistische Potentail Sokolovs hatte.

Eine andere Frage: ist bei euch auch schon das neue Progamm Sokolovs bekannt?

In Köln spielt er am 31. Mai:


Robert Schumann
Arabeske C-Dur op. 18 (1838–39)
für Klavier

Robert Schumann
Fantasie C-Dur op. 17 (1836–39)
für Klavier

Pause

Frédéric Chopin
Deux Nocturnes op. 32 (1836/37)
für Klavier

Frédéric Chopin
Sonate für Klavier b-Moll op. 35 (1835–39)

dann natürlich noch ein halbes Dutzend Zugaben, sozussgen das Konzert nach dem Konzert. Die Übernachtung in Köln ist schon wieder gebucht :D .

Liebne Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Melot1967

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62

Donnerstag, 4. Februar 2016, 12:06

Eine andere Frage: ist bei euch auch schon das neue Progamm Sokolovs bekannt?

In Wien spielt Sokolov immer Anfang Dezember. Bisher ist nur das voraussichtliche Programm für die Auftritte bis August bekannt. Die nächsten Stationen kann man hier erfahren:
http://goo.gl/DfuHth
Vielleicht bleibt ja später der Schumann-Teil. Ich erinnere mich, dass er vor einigen Jahren auch in Kremsmünster (Salzkammergut) oder in Wels spielte. In einem kleineren Saal ist ein Klavierabend immer schöner als in einem großen wie dem Großen Saal des Wiener Konzerthauses.
Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

WoKa

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63

Donnerstag, 4. Februar 2016, 21:40

Hallo Willi!

Für Stuttgart am 21.4. ist dasselbe Programm angesagt.

Gruß
WoKa
"Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."

Victor Hugo

Theophilus

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64

Freitag, 5. Februar 2016, 14:39

Ist es, dass der Künstler entscheidet, welcher Abend besonders gelungen war?

Bei Sokolov ist das der Fall...

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

William B.A.

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65

Donnerstag, 19. Mai 2016, 01:43

Einer Anregung Holgers folgend, kopiere ich meinen letzten Beitrag aus dem Konzertbesuchsthread über meine Eindrücke über Sokolovs "Hammerklaviersonate" nach hierhin:

Zitat

Ich habe beute Nacht noch einmal die Hammerklaviersonate gehört und dabei darauf geachtet: was macht Sokolov eigentlich anders als der Großteil seiner Kollegen?
Man kommt ja nicht unbedingt sofort darauf, wenn man ihn in seiner imposanten Erscheinung, Marke "russischer Bär" sieht. Man könnte auf die Idee kommen: da ist ein gnadenloser Tastendonnerer, aber weit gefehlt!. Vor allem fiel es mit jetzt bei der op. 106 wie Schuppen von den Augen (Ohren), gleich bei den Eingangsakkorden, runde, beinahe weiche Akkorde, und währende des ganzen Kopfsatzes entspanntes, gleichwohl spannendes Musizieren und verstärktes Herausheben des lyrischen Ausdrucks.
Das war kein donnerndes Sturm- und Drang-Musizieren, wie man es oft im Kopfsatz hört, und das war in Beethovens Entwicklung ja auch beileibe kein Sturm und Drang mehr, das war eher schon die Richtung "Altersstil", und das heißt, wie die Entwicklung schon im op. 90 erkennen lässt, die wachsende Durchgeistigung der Musik, der schon beinahe vollzogene Übertritt in eine andere Sphäre, der hier, in op. 106, schon im Adagio sostenuto einen ersten Höhepunkt erfährt. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass es in der klassischen Klavierliteratur keinen anderen Satz gibt, der in der Konsequenz und vor allem in der zeitlichen Ausdehnung so überirdisch ist wie das Adagio sostenuto, auch nicht die Arietta, denn sie ist ja nicht durchgehend Adagio, wenn wir nur an die famose dritte Variation denken, die ich immer gerne als "Boogie-Woogie"-Variation bezeichne. Gleichwohl führt sie entwicklungsmäßig auf eine andere Art weiter, gerade durch die Variationen, die bei Beethoven in der Weiterentwicklung der Mozartschen Variationen in neue Höhen führten.
Aber Sokolov spielt dieses durchgeistigte Adagio sostenuto auf eine Art genau in diesem Sinne, die ich nur als "Wunder" bezeichnen kann.
Auch das Scherzo spielt er in diesem getragenen Tempo, aber auch sehr spannungsgeladen, und das Finale spielt er konsequent „bachischer“, als Bach es vielleicht je komponiert hätte, wenn ihm dieses Thema bekannt gewesen wäre.
Vielleicht ist es das, wovon so viele Anhänger Sokolovs (auch ich), schwärmen, wenn sie ihm zuhören, dass jedwedes Stück in dem Augenblick, da er es spielt, so klingt, als ob er es gerade komponiert und gleichzeitig gespielt hätte, als ob man es zum ersten Mal hörte.

Nach dem Hören des op. 106 habe ich noch das Booklet gelesen, in dem Interessantes über die sechs Zugaben zu lesen waren, fünfmal Rameau und einmal Brahms. Sie werde ich mir heute Nacht zu Gemüte führen und morgen darüber berichten.

Liebe Grüße

Willi :)


Liebe Grüße

Willi
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Dr. Holger Kaletha

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66

Donnerstag, 19. Mai 2016, 15:27

Lieber Willi,

ich habe mir angeregt durch Deine so begeisterte Beschreibung hin die Hörschnipsel nochmals angehört und bin doch auf den Geschmack gekommen. Du hast Recht, wenn man seine Hörgewohnheiten vergißt und sich auf ihn einläßt, ist das wirklich faszinierend! Später Beethoven als reine "tönend-bewegte Form" - in der kompromißlosen Radikalität und mit der Musikalität, wie er das verwirklicht, ist das sehr beeindruckend. Ich sehe, die CD muß ich wohl doch endlich auch haben.... :D

Herzlich grüßend
Holger

William B.A.

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67

Mittwoch, 1. Juni 2016, 03:57

Ich komme zurück auf meinen Beitrag Nr. 61 vom 4. Februar. Bevor ich hier zu schreiben begann, habe ich erst mal in meinem Schumannregal nach vergleichbaren Aufnahmen gesucht, denn ich kam von einem unglaublichen, aber in Teilen auch rätselhaften Abend zurück:


Grigory Sokolov, (hier ein Archivbild aus der Kölner Philharmonie), begann laut Programm mit der Arabeske C-dur op. 18 von Robert Schumann und hatte schon mit den ersten Takten das Publikum in seinen Bann gezogen (wie eigentlich immer). Wenn man es nicht selbst erlebt hat, klingt es eigentlich unglaublich. Seine großen Stärken sind ja m. E. neben seiner schier grenzenlosen Pianistik seine Fähigkeiten, auch hier im ersten Programmpunkt, lyrische Momente und dynamisch-dramatische Sequenzen ansatzlos miteinander zu verknüpfen und auch seine grandiose Anschlagskraft, die schon hier, aber auch später in der Fantasie und vor allem nach der Pause in unglaublicher Weise in Chopins b-moll-Sonate zum Tragen kamen.
Aber jetzt kommen wir schon zu einem Fragezeichen, deshalb kann ich nicht weiter darüber schreiben, bevor ich nicht den Bericht des Rezensenten gelesen habe. Ich kenne die Arabeske gar nicht und habe auf meiner Uhr für das, was ich für die Arabeske gehalten habe, 19 Minuten abgelesen, sehe aber nun zu Hause, dass die meisten Pianisten dafür um die 6 Minuten brauchen. Was hat er also noch gespielt? Er hat das Stück ja nicht zweimal wiederholt, das wäre auch Unsinn.
Was ich aber sagen kann, dass in diesem Stück Sokolovs schier grenzenlose Fähigkeit, einen Klang zu produzieren, von dem auch der Laie (ich) sofort sagen kann: genau so stelle ich mir das Stück vor (das ja klanglich zu den sogenannten "Blumenstücken" gehört, wie z. B. in dem Roman "Siebenkäs" von Schumanns Lieblingsdichter Jean Paul davon die Rede ist. Dass sich Melodien wie Blumenblüten und -blätter entwickeln können, davon haben wir ja auch vor einiger Zeit in einem Beethoven-Sonatenthread gesprochen.
Im zweiten Stück des Abends, der Fantasie C-dur op. 17, stimmte der temporale Zuschnitt jedoch, wie ein Vergleich mit Jörg Demus' Aufnahme zeigt, von dem ich Schumanns komplettes Klavier-Oeuvre vorliegen habe:
Demus: 29:22 min.;
Sokolov: ca. 30 min.;
(ich konnte im Konzert nur die ca.-Werte notieren, die Dame rechts neben mir schaute schon ganz neugierig, was ich da aufschrieb).
Auch aus der Fantasie holte Sokolov m. E. alles an dramatisch-dynamischem Impetus einerseits und lyrisch-ätherischen Ausdruck andererseits heraus, was ihr innewohnt. Ich bedauere jetzt, dass ich auf Schumanns Klavierwerke nicht dezidierter eingehen kann, als das bei Beethovens Sonaten der Fall ist.

Nach der Pause spielte Sokolov zunächst die beiden Nocturnes op. 32 von Chopin in H-dur und As-dur, für die er knapp 12 Minuten verwendete, wobei er da eher der Tempogestaltung Barenboims nahekommt, während z. B Rubinstein und Pires deutlich (über 2 Minuten) schneller sind. Aber auch hier war das vom lyrischen Ausdruck her m. E. eine Sternstunde, womit ich allerdings nicht allein stand, sondern ca. 2000 Gleichgesinnte um mich herum fand. Nach den Nocturnes fiel eins auf, was ich schon früher festgestellt hatte: Auch wenn ein Stück zu Ende ist, aber noch keine Pause oder nicht das Konzertende gekommen ist, hat es der Maestro nicht gerne, wenn applaudiert wird. Als dies aber der Fall war, stand er blitzschnell auf verbeugte sich, setzte sich ebenso schnell wieder und begann mit der Sonate Nr. 2 b-moll.

Zwei Aussagen aus den diskographischen Anmerkungen zur Sonate im Programmheft des Autors Christoph Vratz mögen ein wenig das beleuchten, was da nun geschah:
Er sagt erstens über Horowitz: "Niemand hat das Grauen des Trauermarsches so orchestral gedeutet wi er, ein Trauermarsch, in dem man das Andenken eines ganzen Volkes hört. Das Krachen der Bässe ist einzig. Wer es einmal gehört hat, wird es nicht vergessen"-- Wir von gestern Abend werden es auch nicht vergessen.
Er sagt zweitens über Sokolov von 1992: "Er möchte sich ganz hingeben, seiner Konzentration, seinem Verständnis der wenigen Werke, die er spielt. Würde ihm das nicht gelingen, besäße er nicht Legendenstatus. Das hört man auch diesem Mitschnitt an. Ein winziger Augenblick aus dem Trio des Trauermarschsatzes als Beispiel genügt: Willkommen bei Sokolov. In seiner eigenen Welt. Nicht ganz von dieser. --- Dem war gestern Abend nichts mehr hinzuzufügen.

Der Maestro selbst fügte natürlich noch die obligatorischen sechs Zugaben hinzu, von denen ich zwei von Schubert erkannt habe, die Nr. 2 und Nr. 6 aus den Moments musicaux, bezeichnenderweise beide in As-dur, wie das Nocturne op. 32 Nr. 2 von Chopin- Zufall?

Wenn ich herausgefunden habe, was da am Anfang des Konzerts war, melde ich mich hier noch einmal.

Liebe Grüße

Willi :)
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Dr. Holger Kaletha

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68

Mittwoch, 1. Juni 2016, 07:18

begann laut Programm mit der Arabeske C-dur op. 17 von Robert Schumann
Lieber Willi,

Danke für Deinen wunderbaren Bericht! Sokolov im Konzert ist wirklich ein Erlebnis!

Es muß Fantasie C-Dur op. 17 heißen! ("Fantasie" steht in der Romantik für den sehr freien Umgang mit der Sonatenform)

Herzlich grüßend
Holger

William B.A.

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69

Mittwoch, 1. Juni 2016, 14:05

Lieber Holger,

in der Tat hat Sokolov als erstes Stück die Arabeske gespielt, und deswegen müsste es "Arabeske C-dur op. 18" heißen. Die tonartgleiche Fantasie C-dur op. 17 hat er danach gespielt, wie aus meinem Text hervorgeht :D .

Liebe Grüße

Willi :)
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70

Mittwoch, 1. Juni 2016, 21:21

Lieber Willi,

bei dem Konzert wäre ich so gerne dabei gewesen. Die C-Dur Fantasie ist für mich eins der schönsten Klavierwerke überhaupt. Ich sammle zwanghaft alle Aufnahmen. Es gibt einen älteren Live-Mitschnitt von Sokolov. Da benötigt er für den ersten Satz fast 15 Minuten, was ca. 2 Minunten langsamer ist als üblich (und die Arabeske spielt er in knapp 8 Minuten - unvorstellbar, dass er sein Konzept grundlegend geändert hat!? Was hat er da nur gespielt?).

Sehr schön finde ich Deinen Hinweis auf Jean Paul und die Blumenstücke. Hast du den "Siebenkäs" gelesen?

In dieser Box findet sich die ältere Aufnahme (1966!) der Fantasie:



Viele Grüße,
Christian

William B.A.

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71

Donnerstag, 2. Juni 2016, 00:37

Lieber Christian,

die Fantasie C-dur op. 17 hatte ich ja auch schon verschiedentlch gehört, und ich sie mir auch gerade wieder aufgelegt, hier in einer Einspielung von Evgeny Kissin, der sicherlich das Zeug hat, einmal in Die Fußstapfen Sokolovs zu treten. Kissin spielt übrigens die Fantasie noch etwas getragener als Sokolov.
Leider konnte ich ja, wie ich in meinem Bericht schon geschrieben habe, nicht alle Einzelzeiten notieren. Für Sokolov hatte ich eine Gesamtzeit von 30 Minuten notiert.
Kissin spielt nun die drei Sätze in folgenden Zeiten: 13:30-7:24-11:57 --- 32:51. Er ist also knapp drei Minuten langsamer als Sokolov. Wer hätte das gedacht. Aber es geht, wie ich finde, in die gleiche Richtung, auch und gerade vom Ausdruck her. Von der Pianistik her sind beide ohnehin auf einem eigenen Level,
Ich muss allerdings gestehen, dass ich Kissin noch nie live gehört habe, aber mein nächstes Konzert Sokolovs ist schon geplant:
in Köln schlägt er wieder auf am 8. April 2017. Vielleicht ist ja weder Beethovn dabei.

Liebe Grüße

Willi :)
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  • »Christian B.« ist männlich

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72

Donnerstag, 2. Juni 2016, 14:09

Kissin finde ich bei der C-Dur Fantasie nicht ideal. Viele Temposchwankungen und er findet den großen Bogen nicht. Vor kurzem habe ich ihn wieder live in München gehört - das war toll, vor allem sein Brahms und Albéniz! Den Siebenkäs hast Du dann also wohl nicht gelesen. Es ist ein ganz außeroderentliches, aber wegen der vielen Exkurse und Zwischenkapitel nicht ganz einfaches Buch. Aber wenn wenn man die Einschübe weglässt und nur den Siebenkäs liest, dann ist das einer der allerschönsten Texte, die ich kenne.

Viele Grüße,
Christian

Dr. Holger Kaletha

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73

Freitag, 3. Juni 2016, 12:31

Kissin finde ich bei der C-Dur Fantasie nicht ideal.

Ich auch nicht! :D Das ist mir zu "gemütlich", da fehlt die aufrührerische Leidenschaft!

Herzlich grüßend
Holger

William B.A.

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74

Donnerstag, 9. Juni 2016, 00:17

Noch ein anderes Konzert, das m. E. exemplarisch ist für die große Kunst Sokolovs, und bei dem ich leider persönlich nicht anwesend war, aber durch den heute erhaltenen Live-Film von Bruno Monsaingeon vor gut 3 Jahren in der Berliner Philharmonie (5. 6. 2013) doch so gut wie:


Zuerst gelangten die Impromptus D.899 zum Vortrag, und gleich bei dem ersten, in c-moll, Allegro molto moderato, öffnete Sokolov den Blick in die Abgründe der Schubertschen Seele. Ich glaube, ich habe noch nie die Impromptus auf diese Weise gehört und werde sie auch wohl nie wieder so hören. Das klingt alles wie gerade komponiert, und Sokolov meint es dabei nicht gut mit der geschundenen Seele, sondern legt durch seine gnadenlose Dynamik den Blick frei auf den Kern dieser großen Musik.
Mehr noch als in den Impromptus greift uns sein Vortrag in den drei Klavierstücken an, in denen er die ersten Beiden Gott sei Dank in der Originallänge spielt, also die beiden Stücke Nr. 1 in es-moll und Nr. 2 in Es-dur im Themenschema:
a-b--a-c-a, (Nr. 3: a-b-a), wobei er besonders in dem Es-dur-Stück das dort vorhandene Seitenthema (c) einige Male varrieert, wie ich beim ersten Durchhören festzustellen meinte.
Nun ist Sokolov aber nicht der Erste, der die beiden Stücke original ausführt, sondern vor ihm hat das auch schon Arrau gemacht, wie in dessen weißer Heritage-Box dokumentiert ist:

und zwar gleich zweimal im Abstand von 34 Jahren, im September 1956 und im November 1990. Und weil Arraus Konstanz so erstaunlich ist, will ich alle drei Aufnahmen mal in den Spielzeiten vergleichen:

Arrau 1956:.... 15:21-15:37-5:13 --- 36:11 min.;
Arrau 1990:.... 14;47-15:21-5:37 --- 35:45 min.;
Sokolov 2013: 14:06-13:35-7:32 --- 35:17 min.;

Eines fällt doch auf, dass Sokolov in seiner Sicht radikaler ist als Arrau, auch radikaler als alle anderen, die ich kenne und in meiner Sammlung habe, wobei Pollini, Brendel, auch Uchida, die allesamt als große Schubert-Interpreten gelten, leider in D.946 nur die Kurzversion spielen. Sokolov und Arrau belassen ihnen die Größe, die sie haben, die im dramatischen Impetus die Größe der Impromptus m. E. weit übersteigt.
Jedenfalls haben alle genannten großen Schubert-Interpreten nun einen mindestens ebenso Großen in ihrer Mitte.

So, und nun werde ich mich dem zweiten Teil des Konzertes widmen mit einer "Hammerklaviersonate" der ganz besonderen Art.

Liebe Grüße

Willi :)
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William B.A.

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75

Donnerstag, 9. Juni 2016, 02:42

Nun ist die grandiose Interpretation Sokolovs der Hammerklaviersonate auch verklungen:


Spielzeiten (brutto): 13:34-3:34-21:14-15:07 --- 53:29 min;
Netto waren es ca. 2 Minuten weniger. Ich möchte mich jetzt auch nicht mehr lang und breit darüber auslassen, weil ich in den Beethoven-Sonatenthreads nach der jetzt bald beendeten Sonate Nr. 11 und der dann schon avisierten Sonate Nr. 3 C-dur op. 2 Nr. 3 doch die Sonate Nr. 29 B -dur op. 106 besprechen möchte, was lange genug dauern dürfte, weil ich dsvon zur Zeit schon 56 Aufnahmen habe.

Zu Sokolovs Aufnahme nur so viel:

Ich habe ja noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich es liebe, wenn Pianisten die langsamen Beethovensätze langsam spielen, wie ich auch im aktuellen Thread zur Sonate Nr. 11 B-dur op. 22 immer wieder betont habe. Nun ist das Adagio sostenuto ja m. E. das längste Adagio in der Geschichte der Klaviersonaten, auch wenn Richter z. B. die Kopfsätze der Sonaten Nr. 18 G-dur D.894 und Nr. 21 B-dur D.960 von Schubert noch länger spielt. Aber das sind ja auch keine Adagios, sondern "Molto moderatos", D.894 mit dem Zusatz "cantabile", also recht schwammig, und das ist Richter.
Dass nicht nur das Adagio in dieser Sonate so ausgedehnt ist, sondern auch die langsamen Sätze in Sinfonien, wie der Zweiten, der Dritten und der Neunten, ist ja auch bekannt, aber einige andere langsame Sätze in seinen Sonaten wie der Nr. 3, der Nr.4, 5, 7, 11, 16, 17, 27, 31 und 32, sind auch jeweils die längsten Sätze in der jeweiligen Sonate, und da finde ich es optimal, wenn Pianisten sie so lang spielen, natürlich nur, wenn sie, wie Sokolov hier in der Hammerklaviersonate, so ein überirdisches Wunderwerk daraus machen, dass man wünschen möchte, es würde noch so weitergehen.
Es ist einerseits zu überprüfen, wenn Gulda in 15 Minuten fertig ist, ob sein Ergebnis genauso aussagekräftig ist oder andererseits, ob Korstick in über 28 Minuten den Spannungsbogen immer halten kann. Jedenfalls, wenn ich gesund bleibe und ich vielleicht Anfang 2017 mit der Hammerklaviersonate fertig bin, so wage ich die Vorhersage, dass in meinem internen Ranking zwei Russen auf den ersten beiden Plätzen liegen werden.

Noch ein Wort zu den Encores in Berlin. Sokolov hat auch die fünf Rameaustücke äußerst engagiert vorgetragen, obwohl sie ähnlichen Zuschnitt hatten (viele Triller), aber das sechste Stück, der Brahms, hat mir dann doch noch besser gefallen.

Liebe Grüße

Willi ^^
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Dr. Holger Kaletha

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76

Samstag, 16. Juli 2016, 22:17

Studioaufnahme der Hammerklaviersonate von 1975

jpc wirbt gerade für die neu erschienene Studioaufnahme von 1975 (Eurodisc), da war Sokolov 25 Jahre alt:



Die Hörschnipsel gefallen mir sogar vielleicht noch besser als beim aktuellen Mitschnitt aus Berlin!

Schöne Grüße
Holger

William B.A.

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77

Samstag, 16. Juli 2016, 23:45

Ich dachte, ich hätte sie schon, weil sie schon in meiner Sonaten-Datenbank stand, aber es war wohl der Eintrag für die CD, die Anfang dieses Jahres erschien, etwas später habe ich mir dann ja auch die DVD zugelegt, diese Aufnahme von 1975 aber hatte ich offenbar noch nicht, also habe ich sie jetzt doch schnell bestellt. Hier ist er im Adagio noch etwas langsamer als knapp 40 Jahre später, aber nur um gut zwei Minuten, was ja beinahe so viel wie nichts ist, was darauf hindeutet, dass er vierzig Jahre später immer noch das gleiche Tempo für richtig hielt. Die ganz Großen haben ja schon früh das richtige Tempo gefunden und sind dann ein Leben lang dabei geblieben.

Liebe Sonntagsgrüße

Willi :)
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Dr. Holger Kaletha

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78

Sonntag, 17. Juli 2016, 10:40

Lieber Willi,

für Dich besonders war mein Tip auch gedacht, und dass Du gleich bestellst, war mir schon klar! ;) :D

Einen schönen Sonntag wünscht ebenfalls :hello:
Holger

lutgra

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Sonntag, 17. Juli 2016, 15:50

Beim Stöbern in meiner alten Cassettensammlung ist mir eine Rundfunkaufnahme aus den 90er Jahren in die Finger gefallen, da spielt Sokolov das 3. Klavierkonzert von Serge Rachmaninov, es ist eine Live-Aufnahme von den Proms mit dem BBC SO unter Yan-Pascal Tortelier. Wenn jemand die Möglichkeit und das Interesse hat, die Aufnahme auf CD zu transferieren, stelle ich die Cassette gerne zur Verfügung.

Dr. Holger Kaletha

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80

Sonntag, 17. Juli 2016, 19:19

Beim Stöbern in meiner alten Cassettensammlung ist mir eine Rundfunkaufnahme aus den 90er Jahren in die Finger gefallen, da spielt Sokolov das 3. Klavierkonzert von Serge Rachmaninov, es ist eine Live-Aufnahme von den Proms mit dem BBC SO unter Yan-Pascal Tortelier. Wenn jemand die Möglichkeit und das Interesse hat, die Aufnahme auf CD zu transferieren, stelle ich die Cassette gerne zur Verfügung.
Lieber Lutz,

ich habe leider kein funktionierendes Cassettendeck und auch keinen Hifi-Brenner mehr! Natürlich interessiert mich die Aufnahme auch sehr - etwa diese hier aus Stockholm 1996 - bei Youtube gibt es gleich mehrere Konzertaufnahmen:



Hier die berühmte Kadenz:



Und es gibt sogar eine DVD mit Carlos Kleiber (???) - oder Kitaienko:

http://carloskleiber.blogspot.de/2011/12…noff-piano.html

:hello:

Schöne Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

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81

Sonntag, 17. Juli 2016, 23:37

Die ganz Großen haben ja schon früh das richtige Tempo gefunden und sind dann ein Leben lang dabei geblieben.
Wenn Du das Allegro hörst, lieber Willi, wirst Du aber doch deutliche Unterschiede feststellen. Der junge Sokolov spielt das noch "stürmend und drängend", deutlich schwungvoller, in der späten Aufnahme ist das alles viel, viel langsamer: Beethovens op. 106 "entdynamisiert" und radikal reduziert auf das strukturelle Skelett, vorgetragen als reine "tönend bewegte Form", wie ich das genannt hatte. Das ist natürlich faszinierend weil wahnsinnig akribisch alles durchleuchtet und eine wahre Schönheits-Apotheose, aber letztlich eine ganz bewußte Abkehr vom üblichen Ansatz, der beim frühen Sokolov noch lebendig ist. Im Alter hat er halt dazu den Mut und die Souveränität, sich von der herrschenden Aufführungstradition abzuwenden. :)

Ich sehe, für beide Aufnahmen muss ich mir die nötige Zeit nehmen, wenn ich später dazu komme!

Herzlich grüßend
Holger

Melot1967

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82

Donnerstag, 8. Dezember 2016, 00:03

Ich komme zurück auf meinen Beitrag Nr. 61 vom 4. Februar. Bevor ich hier zu schreiben begann, habe ich erst mal in meinem Schumannregal nach vergleichbaren Aufnahmen gesucht, denn ich kam von einem unglaublichen, aber in Teilen auch rätselhaften Abend zurück:


Grigory Sokolov, (hier ein Archivbild aus der Kölner Philharmonie), begann laut Programm mit der Arabeske C-dur op. 18 von Robert Schumann und hatte schon mit den ersten Takten das Publikum in seinen Bann gezogen (wie eigentlich immer). Wenn man es nicht selbst erlebt hat, klingt es eigentlich unglaublich. Seine großen Stärken sind ja m. E. neben seiner schier grenzenlosen Pianistik seine Fähigkeiten, auch hier im ersten Programmpunkt, lyrische Momente und dynamisch-dramatische Sequenzen ansatzlos miteinander zu verknüpfen und auch seine grandiose Anschlagskraft, die schon hier, aber auch später in der Fantasie und vor allem nach der Pause in unglaublicher Weise in Chopins b-moll-Sonate zum Tragen kamen.
Aber jetzt kommen wir schon zu einem Fragezeichen, deshalb kann ich nicht weiter darüber schreiben, bevor ich nicht den Bericht des Rezensenten gelesen habe. Ich kenne die Arabeske gar nicht und habe auf meiner Uhr für das, was ich für die Arabeske gehalten habe, 19 Minuten abgelesen, sehe aber nun zu Hause, dass die meisten Pianisten dafür um die 6 Minuten brauchen. Was hat er also noch gespielt? Er hat das Stück ja nicht zweimal wiederholt, das wäre auch Unsinn.
Was ich aber sagen kann, dass in diesem Stück Sokolovs schier grenzenlose Fähigkeit, einen Klang zu produzieren, von dem auch der Laie (ich) sofort sagen kann: genau so stelle ich mir das Stück vor (das ja klanglich zu den sogenannten "Blumenstücken" gehört, wie z. B. in dem Roman "Siebenkäs" von Schumanns Lieblingsdichter Jean Paul davon die Rede ist. Dass sich Melodien wie Blumenblüten und -blätter entwickeln können, davon haben wir ja auch vor einiger Zeit in einem Beethoven-Sonatenthread gesprochen.
Im zweiten Stück des Abends, der Fantasie C-dur op. 17, stimmte der temporale Zuschnitt jedoch, wie ein Vergleich mit Jörg Demus' Aufnahme zeigt, von dem ich Schumanns komplettes Klavier-Oeuvre vorliegen habe:
Demus: 29:22 min.;
Sokolov: ca. 30 min.;
(ich konnte im Konzert nur die ca.-Werte notieren, die Dame rechts neben mir schaute schon ganz neugierig, was ich da aufschrieb).
Auch aus der Fantasie holte Sokolov m. E. alles an dramatisch-dynamischem Impetus einerseits und lyrisch-ätherischen Ausdruck andererseits heraus, was ihr innewohnt. Ich bedauere jetzt, dass ich auf Schumanns Klavierwerke nicht dezidierter eingehen kann, als das bei Beethovens Sonaten der Fall ist.

Nach der Pause spielte Sokolov zunächst die beiden Nocturnes op. 32 von Chopin in H-dur und As-dur, für die er knapp 12 Minuten verwendete, wobei er da eher der Tempogestaltung Barenboims nahekommt, während z. B Rubinstein und Pires deutlich (über 2 Minuten) schneller sind. Aber auch hier war das vom lyrischen Ausdruck her m. E. eine Sternstunde, womit ich allerdings nicht allein stand, sondern ca. 2000 Gleichgesinnte um mich herum fand. Nach den Nocturnes fiel eins auf, was ich schon früher festgestellt hatte: Auch wenn ein Stück zu Ende ist, aber noch keine Pause oder nicht das Konzertende gekommen ist, hat es der Maestro nicht gerne, wenn applaudiert wird. Als dies aber der Fall war, stand er blitzschnell auf verbeugte sich, setzte sich ebenso schnell wieder und begann mit der Sonate Nr. 2 b-moll.

Zwei Aussagen aus den diskographischen Anmerkungen zur Sonate im Programmheft des Autors Christoph Vratz mögen ein wenig das beleuchten, was da nun geschah:
Er sagt erstens über Horowitz: "Niemand hat das Grauen des Trauermarsches so orchestral gedeutet wi er, ein Trauermarsch, in dem man das Andenken eines ganzen Volkes hört. Das Krachen der Bässe ist einzig. Wer es einmal gehört hat, wird es nicht vergessen"-- Wir von gestern Abend werden es auch nicht vergessen.
Er sagt zweitens über Sokolov von 1992: "Er möchte sich ganz hingeben, seiner Konzentration, seinem Verständnis der wenigen Werke, die er spielt. Würde ihm das nicht gelingen, besäße er nicht Legendenstatus. Das hört man auch diesem Mitschnitt an. Ein winziger Augenblick aus dem Trio des Trauermarschsatzes als Beispiel genügt: Willkommen bei Sokolov. In seiner eigenen Welt. Nicht ganz von dieser. --- Dem war gestern Abend nichts mehr hinzuzufügen.

Der Maestro selbst fügte natürlich noch die obligatorischen sechs Zugaben hinzu, von denen ich zwei von Schubert erkannt habe, die Nr. 2 und Nr. 6 aus den Moments musicaux, bezeichnenderweise beide in As-dur, wie das Nocturne op. 32 Nr. 2 von Chopin- Zufall?

Wenn ich herausgefunden habe, was da am Anfang des Konzerts war, melde ich mich hier noch einmal.

Liebe Grüße

Willi :)

Das Programm im Wiener Konzerthaus war heute Abend:

Wolfgang Amadeus Mozart

Sonate C-Dur K 545 «Sonata facile» (1788)

Fantasie c-moll K 475 (1785)

Sonate c-moll K 457 (1784)

Er ist zwischen den Stücken nicht aufgestanden (wollte also keinen Applaus) und hat sofort das nächste Stück gespielt. So machte er es auch im zweiten Teil (nach der Arabeske):

Robert Schumann

Arabeske C-Dur op. 18 (1838)

Fantasie C-Dur op. 17 (1836-1838)


Die Zugaben waren:
Schubert Moments musicaux As-Dur D 780/2, f-Moll D 780/3, cis-Moll D 780/4, f-Moll D 780/5, As-Dur D 780/6 und das letzte Stück wusste ich nicht - laut nachträglichem Konzerthaus-Zugabenservice per SMS Mazurka h-Moll op. 30/4 (??), aber die war's sicher nicht. Ich glaube, das Stück war auch von Schubert; bin nicht sicher.
Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

William B.A.

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Donnerstag, 8. Dezember 2016, 01:49

Lieber Melot,

herzlichen Dank für deinen kurzen Bericht, der mir Aufschluss gibt über das Programm, das er am 8. April 2017 in Köln spielen wird. Der Mozart, so wie er ihn in Wien gespielt hat, steht schon fest, und den Schumann hat er schon in Köln am 31. Mai dieses Jahres gespielt. Er spielt meistens wie früher auch Brendel über die Saison das gleiche Programm, aber er wird nicht zwei solche exponierten Stücke an einem Ort innerhalb einer Jahresfrist zweimal spielen, zumal ja aus Köln verlautete, dass der Rest des Programms noch nicht bekannt sei.

Liebe Grüße

Willi :)

P. S.: So, jetzt verabschiede ich mich bis heute Abend, weil ich am Morgen meine Rückreise von Puerto de la Cruz antreten werde.
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
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Donnerstag, 8. Dezember 2016, 02:28

Lieber Melot,

herzlichen Dank für deinen kurzen Bericht, der mir Aufschluss gibt über das Prgroamm, das er am 8. April 2017 in Köln spielen wird. Der Mozart, so wie er ihn in Wien gespielt hat, steht schon fest, und den Schumann hat er schon in Köln am 31. Mai dieses Jahres gespielt. Er spielt war meistens wie früher auch Brendel über die Saison das gleiche Programm, aber er wird nicht zwei solche exponierten Stücke an einem Ort innerhalb einer Jahresfrist zweimal spielen, zumal ja aus Köln verlautete, dass der Rest des Programms noch nicht bekannt sei.

Liebe Grüße

Willi :)

P. S.: So, jetzt verabschiede ich mich bis heute Abend, weil ich am Morgen meine Rückreise von Puerto de la Cruz antreten werde.

Der Vorverkauf-Beginn für Köln ist heute, 8. Dezember ab 10 Uhr, habe ich gerade gelesen. Bei euch kosten die Karten auch nur halb so viel wie bei uns, hab ich gesehen. Bin schon neugierig, was er im zweiten Teil bei euch spielt. Auf den Mozart kannst du dich jedenfalls schon mal freuen - sage ich aus meiner jüngsten Erfahrung. Sehr eigenartig, aber im besten Sinne. Umwerfend!

https://www.konzerthaus.at/konzert/eventid/53689

Die letzte Zugabe sollte heißen op. 30/2 - ich glaub's immer noch nicht, aber es ist mir bei Sokolov schon öfter so gegangen, dass ich Stücke, die ich schon ein paar Male gehört hatte, bei ihm nicht gleich erkannte; der Hörgenuss war dennoch immer enorm.
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William B.A.

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Mittwoch, 25. Januar 2017, 22:55

Lieber Melot, lieber Holger,

jetzt weiß ich, was er nach der Pause spielt. Ich habe es durch Zufall auf der Dortmunder Homepage entdeckt, wo er im März auftritt. In Köln spielt er dasselbe. Es ist sensationell:

Beethoven, Sonate Nr. 27 e-moll op. 90
Beethoven, Sonate Nr. 32 c-moll op. 111

Herz, was willst du mehr?

Liebe Grüße

Willi :)
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Dr. Holger Kaletha

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Donnerstag, 26. Januar 2017, 07:13

Es ist sensationell:

Beethoven, Sonate Nr. 27 e-moll op. 90
Beethoven, Sonate Nr. 32 c-moll op. 111

Lieber Willi,

ja, das ist natürlich toll! Leider kann ich mich beruflich bedingt so lange im voraus nicht festlegen. Gibt es das nicht auch auf CD von ihm?

Herzlich grüßend
Holger

lutgra

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Donnerstag, 26. Januar 2017, 16:13




Die von mir in Beitrag 79 erwähnte Aufnahme von Rach 3 erscheint jetzt bei DGG.

William B.A.

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Donnerstag, 26. Januar 2017, 21:36

Zitat

Dr. Holger Kaletha: Gibt es das nicht auch auf CD von ihm?

Davon ist mir nichts bekannt, lieber Holger. Außerdem war es bisher ja auch so, dass Sonaten, die er neu in sein Programm nahm, in den seltensten Fällen schon eingespielt hatte. Ich sehe das eher so, dass, wenn wir Glück haben, sie später auf CD oder in Ton und Bild erscheinen.

Liebe Grüße

Willi :)
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Dr. Holger Kaletha

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89

Donnerstag, 26. Januar 2017, 22:34

Davon ist mir nichts bekannt, lieber Holger.
Lieber Willi,

schau mal hier (die Seite ist allerdings von der GEMA gesperrt):

https://ok.ru/video/7554598291

Er hat op. 111 offenbar in Leningrad 1988 für das russische Melodya-Label eingespielt. :)


Die von mir in Beitrag 79 erwähnte Aufnahme von Rach 3 erscheint jetzt bei DGG.
Toll - und das wird natürlich schon vorgemerkt, lieber Lutz...


Herzlich grüßend
Holger

William B.A.

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Freitag, 24. Februar 2017, 18:27

Lieber Holger,

du schriebst, dass du im Semester nicht so lange vorausplanen kannst, aber ich hätte da noch einen Ersatztermin für dich:

am 25. Juli (also in der vorlesungsfreien Zeit) spielt Grigory Sokolov im Kieler Schloss, natürlich das gleiche Programm wie in Köln, also Mozart und Beethoven. Das wäre doch die Möglichkeit, einmal das Schleswig-Holstein-Musikfestival zu besuchen, falls du dann nicht gerade wieder in Übersee oder in Bulgarien herumstromerst. Also ich habe mir die Karte schon bestellt.
Tip: schau mal in deinen Yuja Wang-Thread.

Liebe Grüße

Willi :)
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