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Traubi

Schüler

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1

Mittwoch, 15. Februar 2017, 17:59

Ballett - Die Leidenschaft und Qual hinter der Schönheit

Hallo liebe Taminos,

Ich beschäftige mich eigentlich seit Beginn meiner Anwesenheit im Forum mit dem Ballett. Zu einem guten Teil hat ja auch das Ballett Schwanensee mein Interesse für klassische Musik, den Tanz und schlussendlich auch die Oper geweckt.
Seit kurzem habe ich damit begonnen, mich damit zu beschäftigen, was hinter dieser schönen Kunstform steckt. Wer sind die Menschen, die auf der Bühne stehen und uns mit ihrer Perfektion erfreuen? Was müssen sie leisten, von dem wir Zuseher gar nichts mitbekommen? Wie sieht das Leben eines Tänzers, einer Tänzerin aus? Ein wenig habe ich bereits versucht, das mit dem Thread über Polina Semionova zu tun, möchte mich aber noch einmal im allgemeinen damit beschäftigen und mich nicht nur auf eine Person beschränken.

Ich habe mir gedacht, dass würde die Taminos vielleicht auch interessieren und habe beschlossen einen Thread aufzumachen.

Zuerst ein Interview mit Gregor Hatala, einem ehemaligen Mitglied des Ensembles der Wiener Staatsoper. Er beschreibt in diesem Interview sehr gut die Sorgen eines Berufstänzers und gibt einen ersten Einblick zu diesem Thema:
https://kurier.at/stars/abschied-des-bal…tars/99.132.425

Eine guten Einblick mit vielen Fotos bietet die Ballett-Fotografin Darian Volkova. Sie sagt über ihre Arbeit laut dem untenstehenden Kurierartikel: "Ich möchte den Menschen eine Möglichkeit geben, die Welt des Balletts durch die Augen einer Ballerina zu sehen."
Der Kurierartikel gibt einen ersten Einblick in ihre Arbeit:
https://kurier.at/leben/aus-dem-leben-ei…ina/189.015.113
Wer noch mehr Bilder sehen möchte, kann hier ihre Website besuchen:
https://darianvolkova.com/
Wer noch mehr über die Person Volkovas wissen möchte, findet auf ihrer Website eine interessante Beschreibung Volkovas über sich selbst:
https://darianvolkova.com/about/

Besonders ans Herz legen möchte ich den Artikel "Bis der Körper schreit" von "Zeit Campus" der gut einfängt unter welchem Druck junge Tänzerinnen und Tänzer aber auch die bekannten Profis stehen und natürlich bietet er auch sonst allerhand spannende Einblicke.
http://www.zeit.de/2016/49/ballett-tanze…elle-maia-beruf


Alle diese Artikel und Fotografien lassen mich tief beeindruckt in meiner Wohnung zurück, tief beeindruckt von Menschen die sprichwörtlich mit Laib und Seele bei der Sache sind, oftmals ohne großen Lohn und Anerkennung wie sie berühmte Sportstars einfahren, viele sind sich ihrer tatsächlichen Leistung gar nicht bewusst.
Ich möchte mit dem Thread ihre Opfer die sie bringen und bringen müssen den Taminos und anderen Lesern nahe bringen und natürlich meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, für die Menschen, die auf der Bühne für die Schönheit und das Publikum alles geben, auch sich selbst!


aus der Galerie von Darian Volkova


Lg. euer Traubi (ich würde mich natürlich freuen wenn die Taminos noch mehr über dieses Thema wissen)
Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst; sie liegt in unserem Herzen eingeschlossen
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lutgra

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2

Mittwoch, 15. Februar 2017, 21:49

Lieber Traubi

Du wirst bereits festgestellt haben, dass die Zahl der Ballettinteressenten hier im Forum überschaubar ist. Aber einige gibt es doch, z.B. mich. Wobei ich ehrlicherweise sagen muß, dass meine große "Ballettphase" schon eine geraume Zeit vorbei ist, da war ich ähnlich alt wie Du jetzt. Da lebte ich auch noch in Hamburg und war Zeuge der ersten großen Jahre von John Neumeier und seinem Ballet, das es ja immer noch gibt. Ich habe damals (1980-1986) so ziemlich alle seine Ballette, viele sogar mehrfach gesehen. Leider gibt es davon so gut wie keine Aufzeichnungen im Internet. Ich war auch regelmäßig in seine Primaballerinas verliebt, Gigi Hyatt, Bettina Beckmann und wie sie alle hiessen. Kennengelernt habe ich leider keine davon. Aber später in New York habe ich tatsächlich zwei Tänzerinnen kennengelernt. Eine war die Lehrerin in meinem Aerobicskurs. Sie tanzte für eine nicht ganz unbekannte Kompanie, aber musste sich ihren Lebensunterhalt durch solche Kurse verdienen. Mit einer anderen ehemaligen Tänzerin war ich sogar kurzzeitig liiert. Die war zu dem Zeitpunkt schon schlecht-bezahlte Lehrerin an einem College. Das ist tatsächlich kein einfaches Leben und nur wenige schaffen den Sprung ganz nach oben. Das gilt aber ganz allgemein für Künstler, nicht nur für Tänzer. Im Gegensatz zu Musikern, Schriftstellern und Malern haben sie auch nur eine relativ kurze Zeit der Blüte. Danach verschwinden sie im Nichts, es sei denn, sie schaffen es, berühmte Choreographen zu werden, was aber nur den wenigsten gelingt. Ansonsten bleibt die Ballettschule vor Ort, wo man versucht, fünfjährigen in rosa Tütü etwas beizubringen. Ich war in den letzten zwei Jahren auch hier in Stuttgart mehrfach im Ballett, das hiesige Ballett ist ja durch seinen ehemaligen Chef John Cranko auch weltberühmt. Und jedesmal war ich begeistert. Montag in zwei Wochen sehe ich das Ballett "Krabat" nach dem berühmten Jugendbuch. Ich werde berichten.
Es freut mich, dass Dich diese Kunstform anspricht und auch die Menschen, die dahinter stehen und oft große Opfer für ihre Passion bringen. Den von Dir eingestellten Film über Polina Semionova werde ich mir anschauen.

Liebe Grüße
von
lutgra

Dr. Holger Kaletha

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3

Donnerstag, 16. Februar 2017, 07:19

Ich möchte mit dem Thread ihre Opfer die sie bringen und bringen müssen den Taminos und anderen Lesern nahe bringen und natürlich meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, für die Menschen, die auf der Bühne für die Schönheit und das Publikum alles geben, auch sich selbst!

Das finde ich wunderbar und erfrischend, lieber Traubi, dass Du endlich mal den bei Tamino völlig eingeschlafenen Ballett-Thread belebst. Ich bin auch ein großer Ballett-Liebhaber! :hello:

Schöne Grüße
Holger

9079wolfgang

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4

Sonntag, 19. Februar 2017, 21:23

Zitat

Ballett - Die Leidenschaft und Qual hinter der Schönheit

Hallo, Traubi!

Ich höre zwar sehr gerne Ballettmusik, aber der Tanz selber ist so meine Sache nicht. Aber da meine jüngste Tochter mehr als ich dachte Leidenschaft für das Ballett zeigt, befasse ich mich daher nun öfter damit. Es scheint auch keine kurzfristige Neulust zu sein, da sie Anfang April 2 Auftritte in dem Ballett "Dornröschen" von Tschaikowski zu tanzen hat. Gestern war sie ganz begeistert von der Ballettmusik aus "Faust" von Gounod, die ich ihr vorspielte. Na, dann werde ich mich nicht nur mit der Musik selbst beschäftigen müssen.
W.S.

Traubi

Schüler

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5

Sonntag, 19. Februar 2017, 21:39

Lutgra, ich beneide dich für deine Liaison mit einer Ballerina :-)
Ich würde mich freuen demnächst einen eigenen Thread über das von dir besuchte Ballett "Krabat" zu lesen! :)


Das finde ich wunderbar und erfrischend, lieber Traubi, dass Du endlich mal den bei Tamino völlig eingeschlafenen Ballett-Thread belebst. Ich bin auch ein großer Ballett-Liebhaber!
Schöne Grüße Holger
Ja das war auch meine Motivation, ich würde ihn gerne noch weiter beleben und aufwerten, vielleicht hilft Lutgra ja auch bald mit einem weiteren Thread über "Krabat mit :-)


Hallo, Traubi!

Ich höre zwar sehr gerne Ballettmusik, aber der Tanz selber ist so meine Sache nicht. Aber da meine jüngste Tochter mehr als ich dachte Leidenschaft für das Ballett zeigt, befasse ich mich daher nun öfter damit. Es scheint auch keine kurzfristige Neulust zu sein, da sie Anfang April 2 Auftritte in dem Ballett "Dornröschen" von Tschaikowski zu tanzen hat. Gestern war sie ganz begeistert von der Ballettmusik aus "Faust" von Gounod, die ich ihr vorspielte. Na, dann werde ich mich nicht nur mit der Musik selbst beschäftigen müssen.
Wie schön das deine Tochter Interesse am Ballett hat, ich hoffe sie hat noch weiter viel Freude damit. Sollte sie es sich antun und eine professionelle Ballerina werden (was ihr angesichts der Artikel oben und der Fotografien von Volkova nicht zu raten ist) hoffe ich sie einmal live zu sehen, vielleicht tanzt sie ja dann auch schon in einer besseren Ballett-Welt als der heutigen?

Ein frommer und naiver Wunsch, ich weiß,

Lg. Traubi
Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst; sie liegt in unserem Herzen eingeschlossen
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La Roche

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6

Montag, 20. Februar 2017, 14:31

Als junger Mensch war Ballett kein tragendes Element meiner Musikleidenschaft. Vielleicht lag es daran, daß ich auch auf dem Tanzparkett eine schlechte Figur abgab. Deshalb lernte ich als Student Saxophon und konnte von "oben" aus zugucken, wie sich manche unten abstrampelten.

Von 1986 bis 1989 habe ich im Ural gearbeitet (keine Verbannung, freiwillig!), und im Opernhaus Perm sah ich erstmalig Schwanensee. Was war ich auf einmal begeistert von der Körperbeherrschung, der Disziplin beim Umsetzen der Musik in Körperbewegung, der Gruppendynamik und natürlich auch der zündenden Musik. Ich sah in Perm auch noch Giselle und den Feuervogel, alles klassische Handlungsballette.

Zurück in D habe ich dann Ballett nicht mehr gemieden. Ich konnte mich vor Ort davon überzeugen, welche Anstrengungen (körperlich, Eßdisziplin usw) dazu gehören, den Beruf möglichst gut auszuführen. Und mit dem Ergebnis, daß in der Regel mit 40 Schluß ist (Ausnahmen wie Fontaine mit Nurejew, Uljanowa u.a. gibt es auch).

Im Fernsehen sah ich aus Hamburg die Neumeier-Vertanzung von Mahlers monumentaler 3. Sinfonie, und plötzlich habe ich auch modernen Ausdruckstanz versucht zu verstehen. Dennoch liebe ich die Original-Handlungsballette mit Choreographien von Petipa besonders und muß leider sagen, daß diese in unseren Breiten auch der Modernisierungswelle zum Opfer gefallen sind. Welcher Choreograph ist bereit, zu Lasten eigener Ideen etwas schon oft Gebrachtes zu wiederholen? Leider Keiner, er muß sich sonst sagen lassen, daß er keine Einfälle mehr hat. Ich wünsche mir wieder mal den Korsar, Dornröschen, Nußknacker, Coppelia, Giselle, Spartacus usw.!

Herzlichst La Roche

Gerhard Wischniewski

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7

Montag, 20. Februar 2017, 22:03

Zitat

Zitat von La Roche: Ich wünsche mir wieder mal den Korsar, Dornröschen, Nußknacker, Coppelia, Giselle, Spartacus usw.!

Lieber La Roche,

das ist ein frommer Wunsch. Leider gibt es klassisches Ballett nur noch sehr selten auf deutschen Bühnen, es sei denn, man erwischt mal eine Tourneeveranstaltung einer osteuropäischen Truppe. Im Fernsehen ist auch nur selten noch mal ein Klassiches Ballett zu sehen, es sei denn zu Weihnachten der Nussknacker. Ich besitze glücklicherweise die Ballette von Adam, Delibes, Khatschaturian, Minkus, Prokowjew, Strawinski, Tschaikowski und noch manche andere auf DVD in wunderbaren Choreographien, u.a. von Ashton, Balanchine, Grigorowitsch, Macmillan, Nurejew, Petipa u.a. aus dem Bolschoi, Marinski usw.
Da die Eröffnung des renovierten Kölner Opernhauses immer noch nicht in Sicht ist (Leser der Tageszeitungen haben schon geschrieben, da die Kosten inzwischen um ein Vielfaches gewachsen sind, solle man die Arbeiten ganz einstellen, die Oper sei doch nur für eine kleine Minderheit), fand sich kein geeignetes Ausweichquartier für Ballette in Köln, so dass diese jetzt im Leverkusener Forum gegeben. Es sind aber alles nur moderne Choreographien, für die auch ich weniger schwärme.

Liebe Grüße
Gerhard

9079wolfgang

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8

Montag, 20. Februar 2017, 22:56

Liebe Freunde!

Meine Tochter hat nicht irgendeine Ballett-Lehrerin, sondern eine ausgezeichnete Lehrerin mit Auszeichnung und zertifiziert mit Diplomen der Royal Ballet School, London, Associate der Royal Academy of Dance®, Licentiate Diplom der Imperial Society of Teachers of Dancing und ist Mitglied im Deutschem Berufsverband für Tanzpädagogik e.V. Auch die 2. Ballett-Lehrerin kommt von der gleichen Academy in London. Ob meine Kathi da noch lange durchhält, muß man abwarten. Die Gymnasien heute verlangen auch viel. Dazu ist sie eine ausgezeichnete Handballerin, spielt nächste Saison in der Jugend-Verbandsliga und trainiert mit mir noch im Verein JiuJitsu. Das ist entschieden zuviel, dies weiß ich auch. Sie wird sich bald zu einer Sportart weniger entscheiden müssen. Ich gehe mal davon aus, daß sie Ballett weitermacht, da sie wie ich die Musik über Alles liebt wie ich.

Herzliche Grüße
Wolfgang
W.S.

La Roche

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9

Dienstag, 21. Februar 2017, 14:46

das ist ein frommer Wunsch. Leider gibt es klassisches Ballett nur noch sehr selten auf deutschen Bühnen, es sei denn, man erwischt mal eine Tourneeveranstaltung einer osteuropäischen Truppe.
Lieber Gerhard, das kann ich nur befürworten. Leider gastieren die vorwiegend russischen Balletttruppen nicht in unserem Theater mit seiner relativ kleinen Bühne und dem Fassungsvermögen von ca. 650 Besuchern. Die treten jährlich im "Haus der Kultur" auf, einem Haus mit dem Charme eines Kinos. Am Tag zuvor war Hansi Hinterseer zu Gast, am nächsten Tag kommt ein Komiker namens Profitlich - das versaut schon ein wenig die Atmosphäre.

Trotzdem sind wir sehr oft dabei, denn wie soll ich sonst das Ballett der Ballette erleben - den herrlichen Schwanensee?

Herzlichst La Roche

9079wolfgang

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10

Mittwoch, 22. Februar 2017, 11:46

Da hatten wir schon zweimal Glück. Letztes Jahr konnten meine Frau und meine kleine Tochter das Ballett "Nussknacker" in Bonn bewundern und dieses Jahr nach Weihnachten "Schwanensee". Beide male mit dem originalen Bolschoi-Ballett. Meine Kathi schwärmt noch immer davon.
W.S.

Gerhard Wischniewski

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11

Mittwoch, 22. Februar 2017, 13:12

Zitat

Zitat von Wolfgang: Letztes Jahr konnten meine Frau und meine kleine Tochter das Ballett "Nussknacker" in Bonn bewundern und dieses Jahr nach Weihnachten "Schwanensee". Beide male mit dem originalen Bolschoi-Ballett.

Ja, lieber Wolfgang, da hattet ihr Glück. Aber es sind ja - wie schon gesagt - immer nur solche Tourneeveranstaltungen aus Russland oder anderen osteuropäischen Ländern, die bei uns noch klassisches Ballett bringen. Wir hatten vor ein paar Jahren das Glück bei einem Wienbesuch. Dort bekamen wir Romeo und Julia auch noch als klassischen Ballett geboten. Die Karten hatte uns die Tochter eines Nachbarn vorab reserviert, die dort Ballettmeisterin ist.
Früher wurden hier des öfteren auch Operninszenierungen aus osteuropäischen Ländern eingekauft, die durchweg gut waren, was aber leider jetzt nicht mehr der Fall ist


Liebe Grüße
Gerhard

musikwanderer

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12

Mittwoch, 22. Februar 2017, 13:20

Ich kann es nicht mit Sicherheit beschreiben, habe lediglich eine vage Vorstellung davon, warum ich mit einem Ballett als Aufführung nichts anfangen kann. Ich mag jede Ballettmusik, würde aber niemals eine Vorstellung im Theater besuchen, mir niemals eine TV-Sendung oder DVD ansehen. Diese Abneigung umgehe ich halt mit dem bloßen Hören der Musik...

:hello:
.

MUSIKWANDERER

Gerhard Wischniewski

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13

Mittwoch, 22. Februar 2017, 22:20

Zitat

Zitat von Musikwanderer: Ich mag jede Ballettmusik, würde aber niemals eine Vorstellung im Theater besuchen, mir niemals eine TV-Sendung oder DVD ansehen. Diese Abneigung umgehe ich halt mit dem bloßen Hören der Musik...

Lieber Musikwanderer,

vielleicht würdest du deine Abneigung verlieren, wenn du einmal eines der großen klassischen Handlungsballette in einer auch klassischen Choreographie sehen würdest, die ähnlich spannend und in meinen Augen noch teilweise noch mitreißender sind als eine gesungene Oper, so etwa die Tschaikowski-Ballette, aber auch Romeo und Julia von Prokowjew oder der Feuervogel von Strawinsky. Allerdings fange ich mit verschiedenen modernen Balletten auch nichts an.

Liebe Grüße
Gerhard

musikwanderer

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14

Donnerstag, 23. Februar 2017, 10:44

Lieber Gerhard, meine erwähnte Abneigung (gegen das Gehopse :D ) lässt sich auch nicht mit noch so einem schönen Bühnenbild in einer noch so wunderbaren Inszenierung stoppen. Ich bleibe beim Anhören ...

:hello:
.

MUSIKWANDERER

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15

Donnerstag, 23. Februar 2017, 21:00

Sicherlich eine der schönsten Ballettaufnahmen überhaupt:


;)
... und wer kennt nicht diese Ballett-Parodie:



(aus dem Film 'Top Secret' ^^ )

Dr. Holger Kaletha

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16

Freitag, 24. Februar 2017, 07:06

Zum Ballett - insbesondere des 20. Jhd. - gehört natürlich auch der moderne Ausdruckstanz. Klassisches Ballett ist nicht nur Spitzentanz a la Schwanensee. Das war ja gerade der Skandal um Strawinskys "Sacre" bei der Uraufführung. Ich kenne Ballett-Liebhaber, die dem Pina-Bausch-Ensemble um die ganze Welt nachreisen. Was ich sehr gut verstehen kann - denn das ist wirklich außergewöhnliche (Tanz-)Kunst. Sicher, man kann Oper auch von der CD hören. Aber wie Oper letztlich Theater ist gehört auch zum Ballett das Tanztheater mit dazu.

Schöne Grüße
Holger

La Roche

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  • »La Roche« ist männlich

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17

Freitag, 24. Februar 2017, 09:11

Aber nicht ausschließlich. Handlungsballett gehört auch zum Theater, wird aber vernachlässigt. Leider.

Eines stimmt - auch das "Gehopse" ist extrem anstrengend, und es ist live. Daher hat es gleichberechtigt seine Existenzbestätigung.

Herzlich La Roche

  • »Classicophil« ist männlich

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18

Sonntag, 26. Februar 2017, 11:07

Eines stimmt - auch das "Gehopse" ist extrem anstrengend, und es ist live. Daher hat es gleichberechtigt seine Existenzbestätigung.

Ich finde ganz generell, jede Art von Kunst oder künstlerischer Betätigung hat ihre Existenzberechtigung... solange es jemanden gibt, der sie mag.

(Zumindest solange, bis mich jemand vom Gegenteil überzeugen kann...)

La Roche

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19

Sonntag, 26. Februar 2017, 14:12

Ich finde ganz generell, jede Art von Kunst oder künstlerischer Betätigung hat ihre Existenzberechtigung... solange es jemanden gibt, der sie mag.

So leid es mir tut, gerade in Malerei und Bildhauerei kann ich manches nicht als Kunstwerk verstehen. Ein leeres Blatt Papier, ein zu Schrott gefahrenes Auto oder auch ein braunes garniertes Häufchen sind für mich keine Kunst, wie auch 4:33 "Musik" ohne einen Ton für mich nicht in diese Kategorie gehören. Aber wenn das jemand für Kunst hält und dafür auch noch Geld ausgibt, ist das nicht mein Problem.

Herzlichst La Roche

Gerhard Wischniewski

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20

Sonntag, 26. Februar 2017, 15:38

Klassisches Ballett im Fernsehen

Es ist zwar inzwischen in deutschen Raum äußert selten geworden, noch klassisches Ballett zu zeigen und daher auch im Fernsehen nur noch selten zu sehen. Aber am Samstag, dem 04.03. gibt es ausnahmsweise wieder eines, auf das ich jetzt schon aufmerksam machen möchte, und zwar "Don Quichotte" zur Musik von Ludwig Minkus, getanzt vom Ballett der Wiener Staatsoper, das ich als ein hervorragendes Ensemble kenne. In wien gibt es dazu auch noch live-Musik, während es heute häufig auch üblich ist, Ballett zu Schallplatte oder Bandmusik zu zeigen. Schon das hat mich an den Balletten von Pina Bausch, die ich hier im Rahmen meiner früheren Abonnements gesehen habe, abgestoßen, abgesehen von den Verrenkungen, die mir oftmals nichts sagten. Dass es aber ein Kunststück (und sicher manchmal auch eine Qual) ist, solche Verrenkungen zu machen, will ich nicht leugnen.

Liebe Grüße
Gerhard

Dr. Holger Kaletha

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21

Sonntag, 26. Februar 2017, 15:55

So leid es mir tut, gerade in Malerei und Bildhauerei kann ich manches nicht als Kunstwerk verstehen. Ein leeres Blatt Papier, ein zu Schrott gefahrenes Auto oder auch ein braunes garniertes Häufchen sind für mich keine Kunst, wie auch 4:33 "Musik" ohne einen Ton für mich nicht in diese Kategorie gehören. Aber wenn das jemand für Kunst hält und dafür auch noch Geld ausgibt, ist das nicht mein Problem.

"4:33" von Cage ist ja auch kein "Werk" sondern Aktionskunst und bezieht sich natürlich auf Musik (die Werkcharakter hat), die tatsächlich gespielt wird (auch solche von Cage selbst). Ohne diesen Bezug wird der Kunstcharakter dieser Aktion selbstverständlich nicht verständlich. Dasselbe gilt für das leere Blatt Papier. Es kommt immer auf dem Kontext an. Im Kontext der Historienmalerei hat man auch Claude Monet vorgehalten, dass einen Heuhaufen (der mit dem leeren Blatt Papier insofern vergleichbar ist, als er nichts "bedeutet") und sonst nichts zu malen keine Kunst sein kann. Aber Monet wollte eben keine bedeutungsschwangere Historienmalerei mehr machen.

Schöne Grüße
Holger

Misha

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22

Sonntag, 26. Februar 2017, 16:05

.......... getanzt vom Ballett der Wiener Staatsoper, das ich als ein hervorragendes Ensemble kenne. In wien gibt es dazu auch noch live-Musik, während es heute häufig auch üblich ist, Ballett zu Schallplatte oder Bandmusik zu zeigen. Schon das hat mich an den Balletten von Pina Bausch, die ich hier im Rahmen meiner früheren Abonnements gesehen habe, abgestoßen, abgesehen von den Verrenkungen, die mir oftmals nichts sagten. Dass es aber ein Kunststück (und sicher manchmal auch eine Qual) ist, solche Verrenkungen zu machen, will ich nicht leugnen.

Liebe Grüße
Gerhard

Pina Bausch (die anfangs in meiner Heimatstadt sehr umstritten war, bevor ihr das Publikum zu Füßen lag) und ihr (mE sehr interesssantes) Tanztheater mit dem klassischen Ballett der WSO Wiener Staatsoper zu vergleichen ist aber schon arg schräg................
res severa verum gaudium

Herzliche Grüße aus Sachsen
Misha

Dr. Holger Kaletha

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23

Sonntag, 26. Februar 2017, 16:51

Pina Bausch (die anfangs in meiner Heimatstadt sehr umstritten war, bevor ihr das Publikum zu Füßen lag) und ihr (mE sehr interesssantes) Tanztheater mit dem klassischen Ballett der WSO Wiener Staatsoper zu vergleichen ist aber schon arg schräg................

... aber nur dann, wenn man nicht berücksichtigt, dass sich im 20. Jhd. im klassischen Ballett neben dem Spitzentanz der Ausdruckstanz etabliert hat. Die Uraufführung von Strawinskys "Sacre" in der Choreographie von Nijinsky wurde nicht zuletzt auch deshalb ein Skandel (nicht nur wegen der Musik!), weil Nijinsky erstmals den für das Publikum damals völlig ungewohnten Ausdruckstanz auf die klassische Ballettbühne brachte. Zum Jubiläum hat man ja Nijinskys Choreographie rekonstruiert - die Tänzer kamen quasi in Säcken in Indianerverkleidung auf die Bühne. Wenn man Pina Bauschs allgemein als Meilenstein des Ausdruckstanzes gerühmte Inszenierung des "Sacre" mit Nijinskys Original vergleicht, dann war das damals tatsächlich noch eher "Herumgehopse". Pina Bausch hat wirklich Maßstäbe gesetzt im Metier Ausdruckstanz. Die Frau war ein Genie - ihre Bedeutung für den Tanz kann man finde ich durchaus mit der von Ernst Ludwig Kirchner für die moderne Malerei vergleichen.

Einen schönen Sonntag wünscht
Holger

Dr. Holger Kaletha

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24

Sonntag, 26. Februar 2017, 17:18

Strawinskys Sacre Nijinskys Choreographie von 1913 und Pina Bausch




Bertarido

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25

Sonntag, 26. Februar 2017, 17:34

Ich muss gestehen, dass ich mit Ballett und Tanztheater auch so meine Probleme habe. Irgendwie ist mir diese Kunstform nicht zugänglich. Ich tanze aber auch selbst nicht, vielleicht hat es auch damit zu tun. Während meiner Berliner Zeit hatte ich aufgrund beruflicher Kontakte öfter Gelegenheit, Aufführungen von Sasha Waltz & Guests im Radialsystem V beizuwohnen. Das was war schon alles irgendwie beeindruckend, aber doch einfach nicht meins.

Sasha Waltz ist ja wohl die bedeutendste lebende deutsche Choreographin, die in aller Welt sehr gefragt ist. Man hat sie sogar zum 100-jährigen Jubiläum des "Sacre" eingeladen, eine neue Choreographie zu erarbeiten, die bei der Feier in Paris zusammen mit einer Rekonstruktion der originalen gezeigt wurde. Sie war dann auch in Berlin und an vielen anderen Orten zu sehen:


Dr. Holger Kaletha

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26

Sonntag, 26. Februar 2017, 17:42

Ich muss gestehen, dass ich mit Ballett und Tanztheater auch so meine Probleme habe. Irgendwie ist mir diese Kunstform nicht zugänglich.
Hast Du den Film über Pina Bausch gesehen, lieber Bertarido? Das ist wirklich sehr eindrucksvoll. Ich habe ja in Wuppertal studiert und ausgerechnet die Japaner bei uns, die es eigentlich klassisch distanziert mögen, passend zur asiatischen Haltung des vornehmen Sich-Zurücknehmens, sind auf Pina Bausch damals total "abgefahren". Einer von ihnen ist heute Professor in Tokyo und Experte für Tanz - läßt keine Pina Bausch-Aufführung wo immer auf der Welt aus.


Ich tanze aber auch selbst nicht, vielleicht hat es auch damit zu tun.
Das haben wir gemeinsam. Ich bin ein "Tanzmuffel" (meine Frau flucht deshalb.... :D ) und entschuldige mich immer sehr geschickt damit, dass die das im Ballett viel besser können und ich mit meinem unbeholfenen Gehopse nicht die Augen beleidigen will. :D :D


Sasha Waltz ist ja wohl die bedeutendste lebende deutsche Choreographin, die in aller Welt sehr gefragt ist. Man hat sie sogar zum 100-jährigen Jubiläum des "Sacre" eingeladen, eine neue Choreographie zu erarbeiten, die bei der Feier in Paris zusammen mit einer Rekonstruktion der originalen gezeigt wurde. Sie war dann auch in Berlin und an vielen anderen Orten zu sehen:
Das habe ich in Ausschnitten gesehen und fand es sehr beeindruckend. :hello:

Schöne Grüße
Holger

Gerhard Wischniewski

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27

Sonntag, 26. Februar 2017, 18:18

Zitat

Zitat von Misha: Pina Bausch (die anfangs in meiner Heimatstadt sehr umstritten war, bevor ihr das Publikum zu Füßen lag) und ihr (mE sehr interesssantes) Tanztheater mit dem klassischen Ballett der WSO Wiener Staatsoper zu vergleichen ist aber schon arg schräg

Lieber Misha,

das sollte kein Vergleich sein. Ich wollte damit nur sagen,
1. dass in Wien im klassischen (Handlungs)ballett noch zur Live-Musik getanzt wird, während ich bei modernem Tanztheater, wie ich es wenige Male im meiner damaligen Abonnements erlebt habe, oft Schallplatten oder Bänder eingesetzt wurden, die sogar rauschten und knacksten, eben, wie ich es bei Pina Bausch, die hier einige Male gastiert hat, erlebt habe. Mag sein, dass Pina Bausch sich später gesteigert hat. Aber nach diesen Erlebnissen habe ich mich für sie nicht mehr interessiert.
2. dass ich dem modernen Tanztheater - ähnlich wie La Roche - nichts abgewinnen kann.

Liebe Grüße
Gerhard

Dr. Holger Kaletha

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28

Sonntag, 26. Februar 2017, 18:41

Aufschlußreich war für mich zu meiner Studentenzeit der Besuch eines Strawinsky-Ballettabends in der Düsseldorfer Rheinoper zusammen mit drei Studienkollegen aus Asien. Es gab "Petruschka" und zwei klassizistische Ballette. "Petruschka" fand ich umwerfend, ein wahres Fest für die Augen (ein russischer Jahrmarkt mit viel Bewegung, bunten Luftballons), eine total witzig-komische Petruschka-Szene... Dagegen empfand ich die klassizistischen Stücke als langweilig wie ich bis heute Strawinskys Klassizismus nicht mag und als langweilig einstufe - anders als den Klassizismus von Ravel (die "Sonatine" ist für mich geradezu der Inbegriff von Schönheit) oder von Prokofieff. Zu meiner Überraschung waren die Asiaten von "Petruschka" schockiert und begeistert von den klassizistischen Balletten... :D Überhaupt fand ich alle Ballettabende in Düsseldorf gelungen bis auf einen, wo sie Satie vertanzt haben. Es wurde ein großes Quadrat auf der Bühne hin- und hergehieft, also Bewegung inszeniert zu einer Musik, die Bewegungs- und Zeitlosigkeit ausdrücken will.

Schöne Grüße
Holger

Knusperhexe

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  • »Knusperhexe« ist männlich

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Sonntag, 26. Februar 2017, 19:16

Vorbei, vorbei sind die herrlichen Zeiten, wo beinahe jedes Theater noch ein zumindest 12 -köpfiges Ballett Ensemble hatte. Da waren dann die Walpurgisnacht bei Faust, die Traumpantomime bei Hänsel und Gretel, all die eingestreuten Ballettszenen bei Aida, Traviata, Afrikanerin und so weiter kein Problem sondern ein Genuss.

Ganz zu schweigen von den Handlungsballetten.
Echt schade, dass nur noch Häuser wie Wien, Berlin, München und so weiter sich so etwas leisten. Die herumreisenden Kompanien empfinde ich als schwachen Trost, da ihre Darbietungen immer nur von Musik aus der Konserve begleitet werden.

Der aktuelle Ballettmeister von Düsseldorf reagierte übrigens auf die ihm wiederholt vorgetragenen wünsche und Fragen, warum die Düsseldorfer Oper keine Handlungsballett mehr realisieren würde, etwas merkwürdig. Er antwortete, dass so etwas ja niemand mehr sehen wolle. Ha, ha, ha ...

Ich denke mit Begeisterung daran, wie ich live im Bolschoi Schwanensee habe sehen dürfen. Hier ein Link zu Dornröschen aus St Petersburg:

https://m.youtube.com/watch?v=vFzrqJBUUN4
Regietheater? Nein, danke!

  • »Classicophil« ist männlich

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Montag, 27. Februar 2017, 11:35

So leid es mir tut, gerade in Malerei und Bildhauerei kann ich manches nicht als Kunstwerk verstehen.
Insofern pflichte ich bei, dass ich mit der Kunst der späten Moderne auch so meine Probleme habe... hören/sehen/geniessen tue ich diese in der Regel nicht.


Zitat

Ein leeres Blatt Papier, ein zu Schrott gefahrenes Auto oder auch ein braunes garniertes Häufchen sind für mich keine Kunst, wie auch 4:33 "Musik" ohne einen Ton für mich nicht in diese Kategorie gehören.
"Kunst" ist es deshalb, weil (zumindest 4:33) ein bedeutendes Werk eines bedeutenden Vertreters der modernen Kunst ist. Die Vertreter derselben haben ja Kunst durch schrittweise Demontage all dessen, was z.B. Musik klassischerweise ausmacht, gedanklich weiterentwickelt (ob nun in eine schöne Richtung, oder letztlich in einen Irrweg/Sackgasse, lasse ich mal offen - es bleibt die Konsequenz einer gedanklichen Entwicklung, die logisch und letztendlich unvermeidbar war).

Musik verwendet Pausen und Leeren. In 4:33 wird die Pause und Leere selbst zum Musikinhalt gemacht - und befindet sich damit tatsächlich schon hart an der Grenze zur Nichtmusik, denn Musik ist letztlich als Schall mit gewissen Eigenschaften definiert.

Viele Grüße
Chris