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Don_Gaiferos

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  • »Don_Gaiferos« ist männlich

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Registrierungsdatum: 4. Juni 2013

31

Donnerstag, 13. Juni 2013, 00:26

Kennengelernt habe ich die Ung.Tänze in der Karajan - DG - Einspielung.
Karajan hat nur die von Brahms selbst orchestrierten Ung.Tänze Nr. 1,3,5,6,17,18,19,20 mit den Berliner PH aufgenommen; leider nicht alle 20 Tänze.
Diese Aufnahme hat mir immer gut gefallen, da diese den ungarischen Pfiff und das Temprament hat, so wie es mir gefällt.

Diese Einschätzung kann ich nur bestätigen. Ich habe die Aufnahme Karajans in dieser Zusammenstellung neu erworben:

Der Schwung, die erstaunliche Wildheit, teilweise sogar Exaltiertheit sind nachgerade fulminant, die kraftvollen, dunklen Streicher, die klangschönen Bläser, der opulente Klang, alles das machen diese Aufnahme zu einem mitreißenden Erlebnis.
Einmal mehr kann man sich lediglich fassungslos fragen, wie man 1960 (!) einen solchen detailreichen, plastischen, vollmundigen Klang erzielen konnte - und wie anämisch und blass trotz aller technischen Fortschritte selbst modernste Aufnahmen dagegen wirken.
Gebraucht erhält man diese Aufnahme derzeit bei amazon marketplace für 10 cent (!)
Diese überschäumende Aufnahme ist jedoch wahrhaft unbezahlbar.

viele Grüße

teleton

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  • »teleton« ist männlich

Beiträge: 5 310

Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

32

Donnerstag, 13. Juni 2013, 10:22

Ung-Tanz Nr.5 - Ritardando - ja oder nein ?

Hallo Don Gaiferos,

es freut mich, dass Dir die megaspritzige Karajan-Aufnahme der Ungarischen Tänze auch so gut gefält wie mir.
Ich möchte aber nach 8Jahren noch einmal das Thema Ritardando im Mittelteil des Ungarischen Tanzes Nr.5 aufgreifen, in dem im Jahre 2005 bereits von Beitrag 13 - 26 diskutiert wurde. Inzwischen ist das Tamino-Forum anders und erweitert zusamnmmengesetzt und so wäre interessant zu erfahren, was heute dazu gesagt wird.

Den ung.Tanz Nr.5 bringt Karajan im Mittelteil ein verlangsamtes Tempo um dann wieder voll loszulegen - ein toller Effekt, der bei anderen Dirigenten ausbleibt.

Ich finde die Ungarischen Tänze bieten einen so weiten Interpretationsspielraum, dass man diesen fabelhaften Effekt ohne zu murren auskosten darf. Auch wenn Brahms das offenbar nicht im Notentext so notiert hat, wie Ulli (ein Ex) das geschrieben hatte ! :thumbsup: Keiner hat das besser gemacht, als Karajan. Das habe ich so zuerst auch gehört und bin davon geprägt. Wenn ich andere trockene Aufnahmen (wie Abbado (DG)) höre, dann fehlt mir dieses ungarische Pfeffer einfach ... und das nicht nur im Mittelteil des Ung.Tanzes Nr.5, sondern insgesamt bei den Ungarischen Tänzen Nr. 1,3,5,6,17,18,19,20, die Karajan aufgenommen hat.

Ich habe davon diese astreine CD-Kopplung:


DG, 1960, ADD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

AH.

Profi

Beiträge: 248

Registrierungsdatum: 10. Juli 2006

33

Dienstag, 6. Januar 2015, 20:24

Hallo,

die ungarischen Tänze in der Fassung von Joseph Joachim für Violine und Klavier finde ich besonders organisch. Die Melodiestimme scheint wie für die Solovioline gemacht. Ich möchte hier eine Einspielung mit Oscar Schumsky vorstellen, der ein gutes Gefühl für das ungarische Element in dieser Musik hat. Er phrasiert und artikuliert musikalisch sinnvoll und sehr schlüssig. Hier kann man bei jpc in die Aufnahme hineinhören:



Liebe Grüße

Andreas
De gustibus non est disputandum (über Geschmäcker kann man nicht streiten)

zweiterbass

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  • »zweiterbass« ist männlich

Beiträge: 4 166

Registrierungsdatum: 2. Juni 2010

34

Dienstag, 6. Januar 2015, 23:21

Was ist an Brahms ung. Tänzen ungarisch? Da halte mich doch lieber an Bartok/Kodaly.
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Don_Gaiferos

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  • »Don_Gaiferos« ist männlich

Beiträge: 1 276

Registrierungsdatum: 4. Juni 2013

35

Dienstag, 6. Januar 2015, 23:40

Was ist an Brahms ung. Tänzen ungarisch?


Lieber zweiterbass,

selbst wenn sie un-ungarisch sein sollten - ich finde sie sehr schön. Bartok und Kodaly aber natürlich auch. :D

m-mueller

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  • »m-mueller« ist männlich

Beiträge: 3 646

Registrierungsdatum: 9. Januar 2007

36

Dienstag, 6. Januar 2015, 23:47

So ziemlich das einzige, was ich regelmäßig von Brahms höre.

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 504

Registrierungsdatum: 12. August 2005

37

Mittwoch, 7. Januar 2015, 09:30

Was eben von Haydns "gypsy style" über Liszts ungarischen Rhapsodien bis zu Lehar als "ungarisch" galt. Eher "Salonzigeunermusik".

Markus

Anfänger

  • »Markus« ist männlich

Beiträge: 1

Registrierungsdatum: 15. März 2015

38

Sonntag, 22. März 2015, 16:25

Zitat

Kennt irgendwer die Version von Kurt Redel mit dem Budapest Symphonie Orchester (von 1989 glaube ich). Bei dieser Version sind die Tänze allesamt viel langsamer, der Herr Redel schafft es die Tänze so langsam zu spielen, dass die Tänze ganze 57:35 dauern.
Die CD kann ich nur empfehlen, ich finde die Version von Redel klingt durch die Langsamkeit auch düsterer, manchmal gar träge.
Jedenfalls finde ich, dass bei dieser Version dieses schwer zu beschreibende national-ethnische-österreich-ungarisch Angehauchte sehr gut rüber kommt.
Diese Version kenne ich nicht, allerdings habe und schätze ich das Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer:


Budapest Festival Orchestra
Iván Fischer
József Lendvay Jr (Violin)
Józsed Lendvay Sr (Gypsy Violin)
Oszkár Ökrös (Cimbalom/Zymbal)
Italian Institute Budapest, November 1998


Fischer führt die Tänze mit Orchesterbearbeitungen wieder mehr an die Zigeunermusik heran. Mit Cimbalom und Gypsy-Violine. Gespielt mit ungarischem Feuer, rasanten Tempowechseln, dann wieder melancholischem Tonfall. Eine wie ich finde überaus reizvolle Ergänzung zu den großen Bekannten wie Reiner, Karajan und Abbado.

Gibt es eigentlich neben Alfons & Aloys Kontarsky weitere Klavierfassungen, die man kennen sollte?

teleton

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  • »teleton« ist männlich

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Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

39

Freitag, 27. März 2015, 23:00

Kurt Masur und Katia & Marielle Labeque

Nach der grossen Enttäuschung über die ;( staubtrockene Abbado - GA der Ung-Tänze (DG) hatte ich diese schnellstens aus meiner Sammlung entfernt und um alle Ungarischen Tänze in den Orchester- und den Klavierfassungen zu haben, die abgebildete Doppel CD gekauft mit der ich rundum zufrieden bin.

Die Klasse der 8 Ung.Tänze unter Karajan (DG) - (siehe Beitrag 32) wird natürlich nicht erreicht, aber ansonsten habe ich am schmissigen musizieren des Gewandhausorchesters Leipzig unter Masur nichts auszusetzen. Die haben wenigstens ungarisches Pfeffer.
Auch die Klavierfassungen für 2 Klaviere mit den Labeque-Schwestern gefallen mir.


Decca, 1981, 1983, DDD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

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Registrierungsdatum: 9. August 2004

40

Montag, 6. Februar 2017, 21:05


Dass ich diesen Thread ausgrabe verdankt er einer Aufnahme die neu in meiner Sammlung ist: Moritz Moszkowski - Sämtliche Klaviervariationen. Hier findet sich unter anderen die Transkriptionen der Nr. 1- 10 der ungarischen Tänze von Brahms.
Diese Version ist besonders elegant und klangschön. Natürlich hatte ich die "ungarischen Tänze schon des öfteren gehört, ohne aber zu wissen, daß es hier die verschiedensten Varianten gibt. Bei einer Kontrolle habe ich übrigend zu meinem Entsetzen festgestellt, daß ich bislang keine einzige Aufnahme davon besitze. Ich hatte das Werk als "Nebenwerk" eingestuft und mich nicht darum gekümmert.
Dabei ist es hochinteressant wie viele Varianten es gibt: Klavier für 2 Hände, für 4 Hände, für 4 Pianisten, für violine und Piano, Dazu kommen nich zahlreiche Orchestrierungen von den verschiedensten Komponisten. Und als Krünung; Nicht alle Tänze sind wirklich von Brahms !

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

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Registrierungsdatum: 15. April 2010

41

Montag, 6. Februar 2017, 21:44

Obwohl überwiegend der Oper zugeneigt, höre ich auch Konzertantes. Heute z. Bsp. ist Klassik angesagt. Es laufen die Ungarischen Tänze Nr. 5 g-Moll, Nr. 6 D-Dur, Nr. 17 fis-Moll, Nr. 3 F-Dur, Nr. 1 g-Moll, Nr. 20 c-Moll, Nr. 19 h-Moll und Nr. 18 D-Dur in Vinyl. Gespielt von den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan. Das ist Musik, die ich auch liebe.
W.S.

zweiterbass

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Registrierungsdatum: 2. Juni 2010

42

Montag, 6. Februar 2017, 23:27

Was ist an den "Ungarischen Tänzen" ungarisch?
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

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Registrierungsdatum: 9. August 2004

43

Montag, 6. Februar 2017, 23:40

Zitat

Was ist an den "Ungarischen Tänzen" ungarisch?


WIKIPEDIA versucht immerhin eine Antwort auf diese Frage zu finden

Zitat

Bis auf die Nummern 11, 14 und 16 handelt es sich nicht um originale Gedanken Brahms’, sondern um Bearbeitungen vorgefundener Melodien. Allerdings sind die Vorlagen auch keine originalen Volkslieder ungarischer Roma, wie oft angenommen wird, vielmehr hatte Brahms die Themen von dem Geiger Eduard Reményi kennengelernt; sie dürften teilweise von Reményi selbst und teilweise von anderen Komponisten ungarischer Folklore dieser Epoche stammen.


Da wird auch viel mehr vermutet als gewusst......

Immerhin hat DAS mein Interesse an den ungarischen Tänzen geweckt---

Angeblich ist ja auch der Czardas aus der Fledermaus kein wirklich solcher, er soll (absichtlich ??) voll von Stilbrüchen sein, auch wenn der Laie das nicht bemerken kann (ähnlich wie bei der Neugotik)
Die "ungarische Gräfin" war schließlich auch nur ein Fake.....

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

teleton

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Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

44

Dienstag, 7. Februar 2017, 23:44

Die Frage, was an den Ungarischen Tänze ungarisch sein soll stellt sich mir gar nicht ! :P

Brahms hat die ungarisch empfundenen Themen teils selber komponiert, teils gehört und übernommen/bearbeitet. 8o Und er hat das verdammt schmissig mit ungarischem Pfeffer hin bekommen.
:thumbsup: Und wenn man die tollen Aufnahmen mit Karajan hört (- siehe Beiträge 31, 32), dann bekommt das ungarische Colorit sogar noch einmal einen fetzigen Nachschub. Das ist wieder etwas, was ich unter Hörspass verstehe !
Gruß aus Bonn, Wolfgang