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musica

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Sonntag, 4. Januar 2009, 21:19

Grace Bumbry zum Geburtstag



Grace Bumbry

Am 4. Januar 1937 als Grace Ann Melzia Bumbry geboren und dort aufgewachsen, wurde die spätere (Mezzo-)Sopranistin bereits mit 11 Jahren Mitglied des Union Memorial Methodist Church's Choir. Ihr sensationeller Auftritt beim Arthur Godfrey Talent Scout Program im Jahre 1954 brachte ihr ein Stipendium für die Northwestern University in Evanstown ein, wo sie Lotte Lehmann traf, die sie sofort einlud, zur Music Academy von Santa Barbara zu wechseln, wo sie bis 1958 blieb (vorher hatte sie auch an der Boston University studiert). Im selben Jahr gewann sie die Met Auditions, 1959 gab sie ihr Konzertdebüt in London, 1960 ihr Bühnendebüt als Amneris in Paris.

Ihren internationalen Durchbruch feierte die Künstlerin am 23. Juli 1961 bei den Bayreuther Festspielen, in deren Annalen sie als Schwarze Venus einging. 1961 debütierte sie auch in Brüssel, 1963 in London und Chicago, 1964 bei den Salzburger Festspielen als Lady Macbeth. 1965 trat sie zum ersten Mal an der Metropolitan Opera auf, 1966 an der Scala di Milano. 1966 und 1967 war sie Karajans Carmen in Salzburg, 1970 fand ihr Debüt an der Wiener Staatsoper statt. In dieser Zeit wandte die Sängerin sich verstärkt dem Sopranfach zu und reüssierte mit Partien wie Santuzza, Aida, Tosca, Abigaille, Medea, Gioconda, Turandot oder Salome.

In späteren Jahren kehrte sie wieder zu einigen ihrer Mezzorollen zurück und verabschiedete sich 1997 als Strauss' Klytämnestra in Lyon von der Opernbühne. Als gesuchte Konzert- und besonders Liedersängerin ist Grace Bumbry bis heute auf den bedeutendsten Podien zuhause (am 14. August diesen Jahres etwa wiederholt sie ihre "Hommage à Lotte Lehmann" beim Schleswig-Holstein Musikfestival in Kiel), gibt Meisterkurse und ist als Jurorin in Gesangswettbewerben engagiert. Seit dem 17. Mai 1992 nennt sie einen Stern auf dem St. Louis Walk of Fame ihr eigen, sie ist Ehrendoktorin des Ebner-Rust College Holy Springs (Missouri) und der University of Missouri St. Louis und nicht zuletzt in verschiedenen Unesco-Projekten engagiert.

Auf Ton- und Bildträgern ist Grace Bumbry im Vergleich zu vielen anderen Sängerinnen und Sängern recht gut dokumentiert, vor allem wenn man halboffizielle und private, aber über das Internet und in Spezialgeschäften durchaus erhätliche Aufnahmen hinzurechnet. In dem unschätzbaren diskographischen Handbuch von Karsten Steiger sind zahlreiche Aufnahmen ihrer Carmen gelistet, Glucks Orpheus (in der Studioaufnahme aus Leipzig mit der Rothenberger), Jenufa aus der Mailänder Scala neben Magda Oliveros Küsterin (natürlich auf italienisch), Santuzza mit Franco Corelli und Leonard Bernstein am Pult, Chimène in Massenets Le Cid, Abigaille aus Paris, Lady Macbeth aus Salzburg und Bologna, diverse Ebolis (zuletzt auch als Video bzw. inzwischen als DVD aus der Met aus dem Jahre 1983) und immer wieder Amneris, die die Künstlerin gleich zweimal im Studio einspielen konnte, die Bayreuther Venus und aus späteren Jahren die Türkenbab in Strawinskis The Rake's Progress unter Kent Nagano. In den Läden findet man auch einen deutschen Querschnitt von La forza del destino aus Dresden mit Grace Bumbry als Leonora di Vargas, die Norma aus Martina Franca des Jahres 1977, die Studioaufnahme des Zigeunerbaron, in der sie Saffi singt, Hammersteins Carmen Jones, das Requiem von Mozart und Verdi und natürlich diverse habenswerte Recitals, die einen guten Überblick über das Schaffen der Künstlerin liefern, besonders die pinkfarbene "Early Recordings"-Compilation aus dem Jahre 2004 der Deutschen Grammophon, die auch die frühen Händel-Aufnahmen und die ersten Arien- und Liedaufnahmen aus Berlin bringt.

Habenswert ist natürlich auch das Portrait der Firma Gala, besonders wegen des Salome-Schlussgesangs aus Cleveland, dem durch Einspielungen unterbrochenen Interview und dem Aida-Duett, bei dem sie beide Partien singt (Wunder der Technik!). Freunde des Liedgesangs sollten die DVD mit Grace Bumbrys "Hommage à Lotte Lehmann" aus dem Pariser Châtelet erwerben. Darüber hinaus soll es neben weiteren Mitschnitten der bereits erwähnten Opern auch Aufzeichnungen ihrer Azucena, Dalila, Tosca und selbst ihrer Poppea geben. Und auch einen Mitschnitt ihres Bühnenabschieds bekommt man leicht aus den amerikanischen Internetquellen, während ich Bumbrys Gioconda nicht beschaffen konnte (die hin und wieder in den Läden stehenden Auszüge unter Patané singt - anders als es auf dem Cover steht - Martina Arroyo, nicht Grace Bumbry!).

(Quelle: Online Musik Magazin)
musica

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oper337

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2

Montag, 5. Januar 2009, 07:14

RE: Grace Bumbry zum Geburtstag

Ich kann mich noch gut an ihre Venus 1961 in Bayreuth erinnern, das war für damals, eine Wucht, schon allein der Ausdruck der Stimme und ihre Gebärden sie saß, am Anfang da, die Arme weit ausgestreckt, grandios. :jubel: :jubel:

Und Jahre später ihre Prinzessin Eboli im Don Carlos, auch einzigartig.

Ich gratuliere dieser außergewöhnlichen Künstlerin und Sängerin.

Liebe Grüße von keinem allzu großem Wagnerianer, aber was gut ist, ist immer gut. :jubel:

Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello:

wega

Profi

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3

Freitag, 12. März 2010, 16:11

RE: Grace Bumbry zum Geburtstag

Ich habe Grace Bumbry in den frühen 80er Jahren als Eboli in Hamburg erlebt, auch wenn die Aufführung sehr schlecht dirigiert war: Sie und Nicolai Ghiaurov (Philipp) waren phänomenal.
Auch sonst schätze ich sie sehr. Vor allem ihre Carmen (auch die Rodgers-Fassung Carmen Jones" und ihre Leonoren-Interpretationen (Forza und Trovatore) und ihre Aida und Amneris sind kaum zu übertreffen.
Leider besitze ich auch zwei Mißgriffe: Einen deutschen forza-Querschnitt mit Bumbry, Prey und Gedda, in dem nahezu alle überfordert sind und einen "Ausflug" in die Operette: Eine Saffi im Zigeunerbaron (Emi ca 1967) ist Grace Bumbry nicht.

Siegfried

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Registrierungsdatum: 26. Oktober 2005

4

Freitag, 12. März 2010, 18:12

Grace Bumbry

Aus dem Jahr 1973 gibt es einen Musikfilm, in welchem Grace Bumbry die Aida und die Amneris singt, man kann sie mit sich selbst im Duett singend hören und sehen.

:hello:
Freundliche Grüße Siegfried

William B.A.

Erleuchteter

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5

Sonntag, 4. Januar 2015, 20:00

Aus gegebenem Anlass möchte ich darauf hinweisen, dass

Grace Bumbry heute ihren 78 Geburtstag feiert.


Happy Birthday!

Willi :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

Erleuchteter

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6

Mittwoch, 4. Januar 2017, 11:35

Grace Bumbry zum 80. Geburtstag

Ich möchte auch hier heute meinen Beitrag aus dem Erinnerungs- und Geburtstagsthread einstellen:

Grace Bumbry, * 4. 1. 1937, ist eine amerikainische Sopranistin und Mezzosopranistin,



Sie studierte an der Boston University, an der Northwestern University in Evanston (Illinois) und 1955–1958 an der Music Academy of the West in Santa Barbara (Kalifornien). In der internationalen Musikwelt erlangte sie ihren Durchbruch 1961 bei den Bayreuther Festspielen in der Rolle der Venus in Richard Wagners Tannhäuser. Aufgrund ihrer Hautfarbe wurde sie als „Schwarze Venus“ tituliert. Neben vielen Wagner- und Verdi-Rollen sang sie auch sehr erfolgreich die Rolle der Bess in George Gershwins Porgy and Bess.

Grace Bumbry ist die Tochter eines Eisenbahnangestellten und einer Hausfrau. Aufgewachsen in St. Louis (Missouri), wurde Grace Bumbry von ihren Eltern auf die Charles Summer High School geschickt (die erste afroamerikanische High School westlich des Mississippi River).
Während ihrer Jugend sang Grace Bumbry im Kirchenchor. Im Alter von 17 Jahren gewann sie zum ersten Mal bei einem Radiowettbewerb, nachdem sie die Arie der Eboli „O don fatale“ aus Verdis Don Carlos vorgetragen hatte. Zu einem der Preise, die sie dabei gewann, zählte das Studium am lokalen Konservatorium, des St. Louis Institute of Music, welches sich weigerte, Grace Bumbry aufzunehmen, da man wegen der Rassentrennung in den Südstaaten keine schwarzen Kursteilnehmer wollte.
Ein Auftritt bei dem Arthur Godfrey Talent Scout Programm brachte ihr ein Stipendium für die Northwestern University in Evanston (Illinois) ein, das gefördert wurde durch zwei mäzenatische Familien. Als sie dort die berühmte deutsche Sopranistin Lotte Lehmann traf, die sie einlud, nach Santa Barbara zu kommen, wechselte Grace Bumbry von der Northern University zur dortigen Music Academy und blieb bis 1958 (vorher hatte sie auch an der Boston University studiert). Grace Bumbry gilt als bedeutendste Schülerin Lotte Lehmanns. 1958 war sie auch zusammen mit der Sopranistin Martina Arroyo Siegerin der Metropolitan Opera Hörproben (Met Audienz).
Grace Bumbry gab ihr Bühnen-Debüt 1958 in Basel, ein Jahr später ihr Konzertdebüt in London, 1960 sang sie an der Pariser Oper die Amneris in Verdis Aida. Anschließend engagierte Wieland Wagner sie für die Bayreuther Festspiele. Mit der Rolle der Venus in Wagners Tannhäuser von 1961 hatte sich Grace Bumbry in Europa etabliert. Als erste „schwarze Venus“ bei den Bayreuther Festspielen (mit der Venusberg-Choreografie von Maurice Béjart) löste sie einen Pressewirbel aus. Später wurde sie von Jacqueline Kennedy eingeladen, im Weißen Haus zu singen.

Weiteres in dem sehr umfangrechen Artikel kann man hier lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Grace_Bumbry

Heute feiert sie ihren 80. Geburtstag.


Herzlichen Glückwunsch!

Willi :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).