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Theophilus

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331

Sonntag, 11. Mai 2014, 13:47

Ich habe gerade alle sechs Cellosuiten in einer kleinen mittelalterlichen Dorfkirche mit Stephan Schrader gehört.

Das ist schon heftig - wahrscheinlich sogar für die meisten Zuhörer zu viel - vom Ausführenden gar nicht zu reden. Ich habe einmal Heinrich Schiff an zwei aufeinanderfolgenden Abenden gehört - das war genau richtig!

:hello:

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

seicento

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332

Sonntag, 11. Mai 2014, 17:13

Das ist schon heftig - wahrscheinlich sogar für die meisten Zuhörer zu viel - vom Ausführenden gar nicht zu reden.

Was die Zuhörer angeht, hatten wir mehrere Fluchtmöglichkeiten. Außerdem wurde kein Eintritt verlangt, so dass der Zuhörer kein Risiko einging. Man wurde nur um eine Spende gebeten. Das Programm war ziemlich streng festgelegt. Ab 17:00 die ersten drei Suiten. In der sehr langen Pause gab es Brezeln sowie Wasser oder Weißwein. Um 18:30 folgten Suite vier und fünf. Dazwischen eine kleine Pause, um die oberste Saite etwas tiefer zu Stimmen, was auf Anweisung Bachs erfolgte, um der düsteren Stimmung der fünften Suite Rechnung zu tragen - wie Herr Schrader kurz erläuterte. Nach einer weiteren etwa 20-minütigen Pause - wieder mit Snacks im benachbarten Gemeindezentrum - folgte um 19:45 die sechste Suite. Man hätte bequem einen Teil der Suiten gestern in Göttingen und den Rest heute in Kassel hören können.
Das Cello von Pieter Rombouts ~1710 hat einen sehr angenehmen Klang, was das Zuhören sicher viel leichter macht. Stephan Schrader legte insgesamt ein sehr flottes Tempo vor. Weil es in der Kirche einen starken Hall gibt, hatte ich im zweiten und dritten Teil mehr vom Konzert, weil ich dann weiter vorne sitzen konnte.
Für den Ausführenden gab es nicht wirklich eine Pause. Soweit ich das mitbekommen habe, hat er in der Pause in der Sakristei weiter gespielt. Stephan Schrader, der ja sonst wohl einem Scherz nicht abgeneigt ist, wirkte extrem konzentriert. Was mich wundert ist die Tatsache, dass er diese Leistung an zwei Tagen hintereinander bringen kann. So weit ich weiß gönnen sich auch Marathonläufer eine längere Pause zwischen zwei Wettbewerben.
Als Zuhörer war ich zumindest noch so fit, dass mich die sechste Suite noch mal richtig vom Hocker hauen konnte. ;)

Liebe Grüße

seicento

Alfred_Schmidt

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333

Samstag, 3. Oktober 2015, 04:40

Daß dieser Thread heute fortgesetzt wird, verdankt er einer Reihe von Zufällen. Zum einen hatte ich nach Neuerscheinungen des Labels Alpha gesucht und die abgebildete Aufnahme gefunden. Allerdings handelte es sich nicht um eine Neuaufnahme, sondern Alpha hat zahlreiche seiner Aufnahmen als Budget-Editionen wiederaufgelegt. Die Aufnahme der 6 Cellosuiten von Johann Sebastian Bach ist eine davon. Also kurz hineinhören. Ich gestehe, daß ich an sich kein fanatischer Bachfreak bin - und schon gar kein -Kenner. Aber ein kurzes hineinhören in die Suite Nr 1 liess in mir den Entschluss reifen: Die Aufnahme will ich haben - sie hatte eine hypnotische Wirkung auf mich. Dabei tauchte dann die Frage auf, wie denn andere Interpretationen klingen - und ich hört Yo-Yo-Ma. Mir wurde bewusst, daß diese Werke durch Interpret und gewähltem Instrument über eine enorme Bandbreite verfügen mussten. Schade, daß ich die Werke vermutlich nicht in meiner Sammlung hatte, denn es war mir gerade danach sie bewusst zu hören. Mal nachschaun, vielleicht hatte ich doch vor Urzeiten irgendeine Alibi-Aufnahme gekauft - um dem enzyklopädischen Anspruch meiner Sammlung gerecht zu werden. Zuzutrauen wäre es mir ja. (such - such -such)

Und siehe da! Wie ich vermutet hatte hatte ich zumindest eine Aufnahme, nämlich mit Jaap ter Linden (für harmonia mundi usa - 1997) aber es gibt noch eine weitere - nämlich die mit Maria Kliegel (für Naxos). Zuerst wanderte jedoch die Aufnahme mit ter Linden in den Player - und dort befindet sie sich noch immer, ich fand sie als Spitzeneinspielung und sie ist für mich überzeugender als manch andere Einspielung, die ich inzwischen kostprobenweise gehört habe, interessant, wie viele Möglichkeiten es gibt die Cello-Suiten zu spielen. Dummerweise hatte ich begonnen den über 330 Beiträge umfassenden Thread zu lesen. Das habe ich natürlich nicht wirklich durchgehalten - aber ich habe gesehen wie viele Meinungen es über Interpreten und Aufnahmen im Laufe der letzten 10 Jahre gab, Dabei fand ich auch einen zehn Jahre alten Beitrag von mir selbst, wo ich schon damals die hypnotische Wirkung der Suite Nr 1 auf mich beschrieb. Warum, zum Teufel habe ich (vermutlich) die anderen nicht gehört - und warum ist das Werk aus meinem Gedächtnis entschwunden?
Fest steht, daß ich für heuer noch zumindest eine, vermutlich aber zwei weitere Aufnahmen dieser Suiten erwerben werde. Janos Starkers Aufnahme hat mich fasziniert - sie ist ein Fixstarter - so sie lieferbar ist. Die von mir hier gezeigte Aufnahme ist es indes nicht......
Das trifft leider auch auf viele andere, in diesem Thread empfohlenen Einspielungen zu. Manche davon werden vermutlich unter anderer Bestellnummer und in anderer Verpackung wieder aufgelegt worden sein - Hier hilft nur Recherche....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Theophilus

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334

Samstag, 3. Oktober 2015, 05:43

Janos Starkers Aufnahme hat mich fasziniert - sie ist ein Fixstarter - so sie lieferbar ist.

Wie schon im Thread erwähnt, gibt es "Janos Starkers Aufnahme" nicht, da er die Suiten viermal vollständig eingespielt hat...

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Alfred_Schmidt

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335

Samstag, 3. Oktober 2015, 15:22

Theophilus schrieb:

Zitat

Wie schon im Thread erwähnt, gibt es "Janos Starkers Aufnahme" nicht, da er die Suiten viermal vollständig eingespielt hat...

Da ich den 330 Beiträge beinhaltenden Thread nur ansatzweise überfliegen konnte - ist mir das natürlich entgangen.
Ich bezog mich bei meiner Aussage auf die hier abgebildete Aufnahme für RCA aus dem Jahre 1992.



mfg aus Wien
Alfred

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moderato

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336

Samstag, 2. Januar 2016, 05:05

Henk van Twillert hat alle sechs Cellosuiten auf dem Baritonsaxophon für das Label Brilliant Classics eingespielt. Man mag diese Fassung für ein Rohrblattinstrument als unpassend qualifizieren. Ich höre diese Bearbeitung gerne und zolle der Leistung des Musikers grössten Respekt. Das Baritonsaxophon ist ein schwierig zu spielendes Instrument der Saxophonfamilie. Wie er die schnellen Läufe und die Wechsel der Register meistert, ist phänomenal. Eine Bereicherung der Discographie dieses Werkes ist es allemal. Liebhaber des Baritonsaxophons werden ihre Freude haben.
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Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

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337

Samstag, 2. Januar 2016, 05:36

Noch eine Aufnahme in der Interpretation mit einem anderen Instrument, einem Instrument der Familie der Zupfinstrumente, Unterfamilie Lauteninstrumente: die Theorbe. Sie war zur Zeit Bachs in Gebrauch, weshalb mir diese Fassung als legitim erscheint. Für die Suite BWV 1011 hatte Bach eine Lautenfassung BWV 995 erstellt.

In Beitrag 316 hat zweiterbass die Adaption der Cellosuiten Nr- 1-3 BWV 1007-1009 für Theorbe in der Interpretation von Patrick Monteilhet bereits vorgestellt. Damals war der Musiker bei virgin classics unter Vertrag. Dann hatte er zum Label ZicZac gewechselt und die restlichen drei Suiten BWV 1010-1012 im Jahr 2004 eingespielt. Aufnahmetechnisch finde ich die erste CD der zweiten etwas überlegen.



Es gibt die zweite Scheibe noch in einer anderen Ausgabe aus dem Jahr 2010.


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338

Samstag, 2. Januar 2016, 05:53

Der Lautenist Hopkinson Smith hat die Cellosuiten BWV 1007-1012 auf der Barocklaute eingespielt. Das Label naïve hat sie als Neuauflage der Aufnahme aus dem Jahr 1990 auf zwei Scheiben wieder herausgebracht. Bei der Suite BWV 1011 griff Smith zurück auf eine Lautenbearbeitung durch J.S. Bach selbst, die als BWV 995 katalogisiert ist. Smith hat hierbei nur die Ausgangstonart g-Moll um einen Ganzton nach a-Moll erhöht.



Ich finde, ob man die tiefer klingende Fassung mit Theorbe (Monteilhet) oder jene mit der Barocklaute (Smith) vorzieht, ist eine Frage des persönlichen Geschmackes.

Das Streichertypische geht in diesen Fassungen verloren, trotzdem sind für Kenner der Suiten in der Cello-Originalfassung diese Adaptionen Ohrenöffner, weil sie die altvertrauten Werke in neuem und ungewohntem Licht präsentieren.
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339

Samstag, 2. Januar 2016, 10:09

Man könnte glauben, ich höre mir nur die Adaptionen für andere Instrumente der Cellosuiten an, wenn man meine drei zurückliegenden Beiträge liest. Dem ist nicht so. Ich besitze viele der in diesem thread erwähnten Aufnahmen.

Pieter Wispelwey wurde hier bereits mit seinen beiden Aufnahmen der bachschen Cello-Suiten BWV 1007-1012 erwähnt. Er hat 2012 alle sechs Suiten zum dritten Male beim Label EPR eingespielt. Das finde ich recht bemerkenswert. Gründe sind neue Erkenntnisse der Forschung, wohl auch die persönliche Entwicklung und ein neues Instrument, die ihn erneut ins Aufnahmestudio führten. Er hat sein Instrument im tiefen Köthener Stimmton von nur 392 Hz gestimmt. Es müssten aber noch mindestens drei folgen, sagt der verschmitzt lächelnde Wispelwey auf der beigelegten DVD. Sechs Einspielungen für sechs Suiten, das sei angebracht. ;)

Als eine "Kaleidoskop-artige Sammlung von sechs Präludien und 30 Tänzen, verkleidet als 36 Charakterstücke" beschreibt Wispelwey die Suiten im Booklets-Text. "Zu solchen werden sie für den Spieler, wenn er beginnt, mit ihnen zu leben, und das ist es auch, was es unmöglich macht, dieses Buch wieder zu schließen - in meinem persönlichen Falle selbst nach der dritten Aufnahme nicht. Die 36 Charaktere werden zu lebendigen Wesen, beginnen Stimmungsveränderungen durchzumachen, manche werden älter, andere trauriger, wieder andere jünger und verwegener. Oder umgekehrt. Sie zu interpretieren, ist wie in einem Gespräch zu sein: mit dem Komponisten, mit der Vergangenheit und der Gegenwart, mit den eigenen Kollegen und sich selbst und - vor allem - mit dem Hörer."

Wenn ich mir die Fotographie des Booklets mit dem eine Strasse lang gehenden Cellisten betrachte, finde ich sie zu seinen Aussagen passend. Da ist jemand mit Neugierde unterwegs.


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Igor Strawinsky

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zweiterbass

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340

Dienstag, 27. September 2016, 15:45

Hallo,

einen Vergleich der 6 Bach Sonaten für Solo-Violine (BWV 1001-1006) transkribiert auf Barocklaute/Theorbe gab es bereits im Thread „Bach Violine solo“, dort auf den Seiten 4 + 5.
Nun der Vergleich der 6 Bach Suiten für Solo-Cello (BWV 1007-1012) auch transkribiert auf Barocklaute/Theorbe. Es gibt hier schon Beiträge zu diesem Thema, auf die von m-müller und moderato weise ich besonders hin.

Als Vergleichsbasis für eine Cello-Aufnahme nehme ich diese CD.
Nun zu den Suiten 1-3, es handelt sich um gleich strukturierte Werke mit höfischen Tänzen, also Prelude, Allemande, Courante, Sarabande, Menuet 1-2-1, Gigue – nur bei der 3. gibt es statt Menuet 1-2-1 Bourrée 1-2-1. Die Spieldauer beträgt bei der 1. rd. 15:00, bei der 2. rd. 21:00 und bei der 3. rd. 24:00 min; die Spieldauer der jeweils einzelnen Sätze weicht nur geringfügig untereinander ab, mit Ausnahme der Sarabande, 3:21, 6:07, 5:18.
Bei folgenden Sätzen gibt es erwähnenswerte musikalische Besonderheiten hinsichtlich sehr eingängiger Melodien und sehr tanzgeeigneter Rhythmen, sodass „schmissige“ Musik entsteht, die ins Ohr und oder in die Beine geht: 1. Suite – Prelude, Allemande, Courante, Gigue; 2. Suite – Gigue; 3. Suite – Allemande, Courante, Bourèe, Gigue; da kann das Cello gegenüber den Zupfinstrumenten punkten.
Die Harmonik kann das Cello, von der Melodieführung abgesehen, nur über Akkordbrechung - mit Übergangsnoten - bzw. nur Übergangsnoten darstellen oder mit Doppel-, Dreifachgriffen, was große spieltechnische Beherrschung des Cello erfordert.

YouTube-Einspielgen gibt es viele, aber auch mit viel unterschiedlichem Niveau.


Hier ist der Vergleich Cello/Theorbe. Die Harmonik kann die Theorbe durch das Spielen von Akkorden sofort darstellen, Durchgangsnoten werden nur zu Verzierung gebraucht oder wenn der Bachsatz 1:1 dargestellt wird. Das Problem des Nicht-Nachklingens gegriffener/gestrichener Saiten beim Cello hat die Theorbe nicht, besonders hörauffällig bei den nicht gegriffenen tiefen, frei schwingenden Saiten, die meist zur Vervollständigung der Harmonik verwendet wird. Das Klangbild ist insgesamt wesentlich hörfreundlicher und entspricht mehr der üblichen Hörerwartung homophoner, akkordgebundener Musik.
Nennenswerte Abweichungen in der Spieldauer einzelner Sätze bestehen bei (erst Cello, dann Theorbe): Suite 1 – Allemande 3:20 zu 4:34 – Sarabande 3:21 zu 2:19. Suite 2 – Allemande 2:49 zu 3:47 – Sarabande 6:07 zu 3:48 (das liegt wohl an unterschiedlichen Notenausgaben?). Suite Nr. 3 – Sarabande 5:18 zu 3:16 - bei Gigue ist die Zeitangabe auf dem Theorbe-Booklet falsch.

https://www.youtube.com/playlist?list=PL…LWCgWLSnuuKvZfH




Hier ist der Vergleich Cello/Barocklaute

Es gilt weitestgehend das zum Vergleich Theorbe/Cello Geschriebene – Ausnahme: Auf der Barocklaute sind es weniger frei schwingende und zugleich höher (etwa 1 Oktave) klingende Saiten als bei der Theorbe, das Klangvolumen ist also nicht so breit

https://www.youtube.com/watch?v=QBfemDC0nIo

Die Cello-Suiten 4-6 (BWV 1010-1012) im Vergleich mit Zupfinstrumenten kommen in meinem nächsten Beitrag.

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

zweiterbass

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341

Mittwoch, 28. September 2016, 09:43

Hallo, ein kleiner Nachtrag zu Beitrag Nr. 340. Wer bei YouTube eingibt "Pepe Romero Bach BWV 1009" kann die einzelnen Sätze BWV 1009 hören (die einzeln einzustellen ist mir zu umständlich). Romero "transkribiert" BWV 1009 auf Gitarre und von C-Dur nach D-Dur.

Wer möchte kann nun diese Aufnahme (über CD oder YouTube) vergleichen mit den Aufnahmen "Vergleich Cello/Theorbe" und "Vergleich Cello/Barocklaute" aus dem Beitrag Nr. 340. Wer nun Bach so auf der Gitarre interpretiert auch sehr gut findet - das mag durchaus sein - aber es ist keine Transkription sondern eine Bearbeitung, weniger (aber auch) wegen des Tonartenwechsels, sondern weil Bach, transkribiert auf ein Zupfinstrument, authentisch nur auf Theorbe/Barocklaute klingt.

Viele Grüße
zweiterbass
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zweiterbass

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342

Freitag, 30. September 2016, 16:44

Hallo,

einen Vergleich der 6 Bach Sonaten für Solo-Violine ... weiter siehe Absatz 1 Beitrag Nr. 340 - dies gilt auch hier für die weiteren Absätze - die ich nur den anderen Werten angepasst, aber auf textliche Wiederholungen ab und zu verzichtet habe.

Nun zu den Cello-Suiten 4-6 - als Vergleichsbasis für eine Cello-Aufnahme nehme ich die CD (Rostropovich) aus Beitrag Nr. 340. Dabei handelt es sich um gleich strukturierte Werke mit höfischen Tänzen, also Prelude, Allemande, Courante, Sarabande, Gavotte 1-2-1, Gigue – nur bei der 4. gibt es statt Gavotte 1-2-1 Bourrée 1-2-1.
Die Spieldauer beträgt bei der 4. rd. 26:00, bei der 5. rd. 27:00 und bei der 6. rd. 33:00 min;. Die Spieldauer der jeweils einzelnen Sätze weicht nur geringfügig innerhalb der Suiten 4-6 ab, mit Ausnahme Prelude, 4:26, 7:23, 5:17 – Allemande 3:32, 5:11, 10:31 - Gigue 2:31, 2:25, 4:09.
Nun die besonders einprägsamen Sätze: 4. Suite – Bourée, Gigue; 5. Suite – Gavotte; Gigue; 6. Suite – Courante, Gavotte, Gigue; da kann das Cello gegenüber der Barocklaute punkten.
Die Harmonik kann das Cello, von der Melodieführung abgesehen, nur über Akkordbrechung - mit Übergangsnoten - bzw. nur Übergangsnoten darstellen oder mit Doppel-, Dreifachgriffen, was große spieltechnische Beherrschung des Cello erfordert.

YouTube-Einspielungen gibt es viele, aber auch mit viel unterschiedlichem Niveau.


Eine CD mit einer Transkription der Cello-Suiten 4-6 auf Theorbe habe ich nicht, sodass nur verbleibt
der Vergleich Cello/Barocklaute. Die Harmonik kann die Barocklaute durch das Spielen von Akkorden unmittelbar darstellen, Durchgangsnoten werden nur zu Verzierungen gebraucht oder wenn der Bachsatz 1:1 dargestellt wird. Das Problem des Nicht-Nachklingens gegriffener/gestrichener Saiten beim Cello hat die Barocklaute nicht, besonders hörauffällig bei den nicht gegriffenen frei schwingenden Saiten, die meist zur Vervollständigung der Harmonik verwendet werden.. Das Klangbild ist insgesamt hörfreundlich und entspricht mehr der üblichen Hörerwartung homophoner, akkordgebundener Musik.
Nennenswerte Abweichungen in der Spieldauer einzelner Sätze bestehen bei (erst Cello dann Barocklaute): Suite 4 – Sarabande 5.09 zu 3;27. Suite 5 – Prelude 7:23 zu 5:32 . Suite Nr. 6 – Allemande 10:31 zu 7;45
https://www.youtube.com/watch?v=TPA9wqcZ1mc

Viele Grüße
zweiterbas
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