Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tamino Klassikforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Dieter Stockert

Prägender Forenuser

  • »Dieter Stockert« ist männlich
  • »Dieter Stockert« wurde gesperrt

Beiträge: 962

Registrierungsdatum: 27. September 2014

31

Samstag, 24. September 2016, 15:58

Ach, du meine Güte! Ich habe mal auf den Tip von Knusperhexe in den "Freischütz" reingeschaut. Wäre nicht die Musik gewesen, hätte ich auf eine Karnevalsprobe im Kölner Gürzenich getippt. :no:

Ich kann anhand weniger kurzer Szenenausschnitte die Inszenierung nicht beurteilen. Und wenn ich sage, dass man sich da zumindest einiges hat einfallen lassen und dass es unterhaltsamer (»alberner« sollte man vielleicht erst sagen, wenn man die ganze Inszenierung kennt, und ob es »lustig« gemeint war, daran habe ich meine Zweifel) war als die statische, langweilige und nicht werkgerechte Aida aus Verona, so soll das weder bedeuten, dass ich es gut fand, noch das Gegenteil.
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

Gerhard Wischniewski

Prägender Forenuser

  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich

Beiträge: 4 501

Registrierungsdatum: 7. April 2011

32

Samstag, 24. September 2016, 19:04

Zitat

Zitat von Wolfgang: Ach, du meine Güte! Ich habe mal auf den Tip von Knusperhexe in den "Freischütz" reingeschaut. Wäre nicht die Musik gewesen, hätte ich auf eine Karnevalsprobe im Kölner Gürzenich getippt. :no:
Lieber Wolfgang,

da muss ich dir widersprechen. So horrend dämlich ist noch nicht einmal eine Karnevalsveranstaltung in Köln oder auch auf irgend einem Dorfe. Wer das noch "unterhaltsam" findet, gehört besser auf eine verrückte Pop-Veranstaltung, und die sind noch nicht einmal so blöde. Ich wundere mich, dass die Sänger dieses Theater, dass allenthalben Affen würdig gewesen wäre - so pervers ist sie, mitmachen und sich damit so zu blamieren. Aber sie mussten wahrscheinlich, weil sie sonst um ihr Engagement fürchten mussten.
Lieber Knuspi, stelle das doch noch einmal in den "Sammelplatz für absude und lächerliche Inszenierungsideen", damit noch viel mehr Leute sehen, was heute an den Opernbühnen verbrochen wird.

Liebe Grüße
Gerhard
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

rodolfo39

Prägender Forenuser

  • »rodolfo39« ist männlich

Beiträge: 3 191

Registrierungsdatum: 7. Oktober 2010

33

Samstag, 24. September 2016, 19:33

Lieber Gerhard,
was meinst du mit einer " verrückten Pop Veranstaltung " ?

MSchenk

Prägender Forenuser

  • »MSchenk« ist männlich

Beiträge: 2 655

Registrierungsdatum: 5. März 2011

34

Samstag, 24. September 2016, 21:58

Ich glaube, die Hauptschuld trifft hier Schikaneder, der ein Monstrum [gemeint ist die Königin der Nacht] als Vorlage angeboten hat, dem nicht einmal Mozart zu vollem Leben verhelfen konnte.

Ich traue mich kaum zu fragen, da meine Erfahrungen nicht die besten sind, aber warum handelt es sich hier um ein "Monstrum"?
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

MSchenk

Prägender Forenuser

  • »MSchenk« ist männlich

Beiträge: 2 655

Registrierungsdatum: 5. März 2011

35

Samstag, 24. September 2016, 22:16

Peter Steins Leistung kann in den heutigen Zeiten nicht hoch genug eingeschätzt werden.Es muss ja einem Affront für die RT-Anhänger gleichkommen wieder mal ein Werk so zu inszenieren, wie es gedacht ist.

Als einen Affront empfinde ich das Gesehene mitnichten, allerdings würde ich auch nicht so weit gehen, Peter Steins Mailänder Zauberflöte als Inszenierung zu bezeichnen. Eher würde ich sagen, es handelt sich um so eine Art Remake der vermeintlichen(?) Originalinszenierung von 1791. Allerdings hat Stein, wenn ich z.B. den Aussagen des Moderators folge, wohl auch nicht wirklich etwas anderes bezweckt; insofern ist ihm nichts vorzuwerfen. - Nun ja, kann man so machen, aber bzgl. einer werkgerechten Inszenierung, die zudem versucht, einen quasi-Originalzustand wiederherzustellen, schien mir ein Otto Schenk mit seinem MET-Ring schon vor einigen Jahrzehnten weiter zu sein, als Peter Stein heute. Zufällig habe ich vor einigen Tagen in die Zauberflöten-Inszenierung Peter Ustinovs an der Hamburgischen Staatsoper von 1971 hineingeschaut - auch diese wird man kaum der Regietheater-Nähe verdächtigen können - und auch Sir Peter schien mir schon damals mehr mit dem Werk anfangen zu können, als sein Namensvetter an der Scala. Allein schon der Verzicht auf die Baströckchen der Mohren (die auch in Hamburg durchaus noch schwarz sein durften) spricht eindeutig für Ustinov.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

Gerhard Wischniewski

Prägender Forenuser

  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich

Beiträge: 4 501

Registrierungsdatum: 7. April 2011

36

Samstag, 24. September 2016, 23:58

Zitat

Zitat von Rodolfo: was meinst du mit einer " verrückten Pop Veranstaltung " ?
Lieber Rodolfo,

ich kann mir zwar kaum denken, dass Weber seinen Freischütz als Blödelshow gedacht hat, wie sie jetzt in Zürich daherkommt, aber der Regisseur weiß es wohl besser.

Liebe Grüße
Gerhard
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

Sixtus

Prägender Forenuser

  • »Sixtus« ist männlich

Beiträge: 984

Registrierungsdatum: 2. Dezember 2015

37

Sonntag, 25. September 2016, 11:20

Nachträgliche Antwort auf Michaels Frage nach dem Monstrum:

Ich habe noch keine Zauberflöte erlebt, in der die Königin der Nacht nachvollziehbare menschliche Charakterzüge erkennen lässt. Sie behauptet zu Beginn, eine besorgte Mutter zu sein - und gibt sich im 2.Akt als Terroristin zu erkennen. Mozarts Musik beglaubigt zwar beides virtuos, aber notgedrungen beides isoliert, da sich Schikaneder zwischen den beiden Auftritten dazu ausschweigt. Das Resultat sind zwei perfekte Arien, die - ohne Schuld des Komponisten - in der Luft hängen.
Daraus einen menschlichen Charakter zu formen, bedeutet für die Interpretin die Quadratur des Kreises. Ihr bleibt nur die Chance, als Sängerin zu brillieren, und das ist für eine Anfängerin schwer - und für eine reife Sängerin, aus anderen Gründen, erst recht.

Über die Ungereimtheiten von Schikaneders Libretto, lieber Michael, sind von Musikwissenschaftlern schon ganze Bibliotheken geschrieben worden - nicht nur über die Königin, sondern auch über Sarastro (wie er sich vom Rassisten und Frauenfeind ohne erkennbare Motive zum Gutmenschen veredelt).

Herzlich grüßt Sixtus

musikwanderer

Prägender Forenuser

  • »musikwanderer« ist männlich

Beiträge: 4 242

Registrierungsdatum: 20. Januar 2010

38

Sonntag, 25. September 2016, 14:31

Das Naserümpfen über Schikaneders Libretto ist gefühlt uralt.
Aber was ist mit dem Herrn Geheimrat Goethe? Sein Eintreten für den Text wird selten thematisiert. Dabei war der Mensch doch wahrlich nicht dumm. Schade - in meinen Augen -, dass Mozart seinen zweiten Teil nicht mehr vertonen konnte...

:hello:
.

MUSIKWANDERER

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 18 976

Registrierungsdatum: 9. August 2004

39

Sonntag, 25. September 2016, 15:27

Bevor ich meinen (etwas längeren Beitrag) hier starte weise ich darauf hin, daß es bei Tamino Klassikforum EINIGE Threads gibt, die sich mit den Ungereimtheiten von Schikaneders Libretto befassen, ditto mit Anspielungen auf die Freimaurer und ihren Anführer...
mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 18 976

Registrierungsdatum: 9. August 2004

40

Sonntag, 25. September 2016, 15:31

Vorausschickend möchte ich bemerken, dass es in den letztan 16 Jahren EINIGE (beinahe) „konventionelle“ Inszenierungen der Zauberflöte gegeben hat (Paris und London) mit kleinen „Ausrutschern“
Ursprünglich hatte ich leider auf den Sendetermin vergessen, aber glücklicherweise hat Arte die Aufführung noch voll im Internet.
Ich hatte vorerst einen kurzen Blick auf ein paar Schlüsselstellen geworfen und war eigentlich nicht wirklich begeistert. Zu spartanisch waren teilweise die Bühnenbilder, zu „frisch“ die Dialoge, Es war bereits nach Mitternacht, als ich mich entschloss die (gefühlte) 20. Inszenierung der Zauberflöte vollkommen anzusehen – und – ich habe es nicht bereut.

Zunächst sollte man wissen, dass es sich hier um ein Projekt der Academia der Mailänder Scala handelt, wo ausschliesslich hochbegabte Nachwuchssänger unter 30 teilnehmen dürfen.
ditto ist das Orchester das Orchester der Academia der Mailänder Scala

Kommen wir zu den Bühnenbildern, Hat man jene von Schinkel, bzw die der Inszenierung von August Everding im Kopf, dann wirken sie eher schmucklos. Das bringt allerdings die Wirkung der handelnden Personen besser hervor und wird zudem durch eine vorzügliche Lichttechnik weitgehend kompensiert.

Aufgefallen sind mir die Texte, die zwar dem Original entsprachen, nicht aber die Diktion, welche mich irgendwie an „einfache Leute von heute“ erinnerte. Beispiel: An der Stelle in der Eingangsszene vo der Prinz Papageno fragt, ob die Damen denn hübsch seien, legt er diesem kumpelhaft den Arm auf die Schulter und lächelt anzüglich. Derartiges wäre an sich niemals möglich beim Standesunterschied der beiden handelnden Personen. Es gäbe da noch weitere Beispiele, teilweise ist es lediglich die Sprachmelodie, die IMO nicht passt.
Die Ursache fand ich dann im Pausenfilm erklärt, wo der Darsteller das Tamino erläutert, dass es für das gesamte junge Team schwer war seine jugendliche Spontanität abzumildern um den Rollen gerecht zu werden.
Anzumerken auch, dass die Mohren wieder Mohren sein dürfen und man sich nicht dem Diktat sogenannter „Political-Korrektnes.Besserwisser“ gebeugt hat.
Indes ist des dem Darsteller des Monostatos gelungen die menschlich-schwachen, ja sogar sympathischen Züge der Person herauszuarbeiten – was Schikaneder ja durch seinen text „Alles kennt der Liebe Freuden“ vorgelegt hat.
Sehr gut fand ich die Auftritte von Sarastro und den Priestern.
Man hat – im Gegensatz von anderen (auch „konventionellen“) Inszenierungen der letzten Jahre darauf verzichtet diesen Männerbund ironisch zu überzeichnen und so der Lächerlichkeit preiszugeben, Hier ist kein doppelter Boden – Sarastro ist hier eine unantastbare Autorität. Auch die Kostüme sind hier schlicht gehalten und entbehren jeglicher lächerlicher Attribute, die – meist vom allgemeinen Publikum unbemerkt – oft diese „weisen Männer“ zieren und sie in den Geruch von Scharlatanen bringen. Die vorzügliche Lichtregie verleiht zudem teilweise den Hauch des Überirdischen.
Das Tierballett war – wie fast immer – lieb und ästhetisch ansprechend.

Papageno, sein Kostüm mit dem Hahnenschwanz war umwerfend komisch, arbeitete mit vollem Körpereinsatt, er hüpfte und tänzelte. Einen ebenfalls sportlichen Papageno erlebten wir unlängst erst vor einingen Jahren in der New MET Inszenierung mit Nathan Gunn
Es ist Till von Orlowsky jedenfalls gelungen der Figur Profil zu verleihen,

Der Österreicher Martin Piskorski sang enen makellosen Tamino, etwas dunkler und männlicher, als man dies seit den letzten Jahrzehnten gewohnt ist, allerdings knüpft er hier an ältere Traditionen an.

Fatma Said als Pamina war IMO rollendeckend und stimmlich makellos. dazu optisch ansprechend.

Yasmin Özkan als Königin der Nacht würde ich wesentlich positiver beurteilen als es mein „Kritikerkollege“ Hart hier tut. Es hat sich eingebürgert, die Bewältigung dieser Rolle an drei oder vier Sopranen auf der ganzen Welt zu messen, was ich für nicht richtig finde. Die Frage ist IMO vielmehr ob sie die Arie auf ihre Art bewältig und außerdem in der Rolle glaubhaft rüberkommt. Das ist meiner Meinung nach gut gelungen.


Der junge Schweizer, Sascha Emmanuel Kramer als Monostatos hat mich mehr überzeugt als jeder seiner Vorgänger, die ich kannte, hier hat auch die tänzerische und Gestaltung des ambivalenten Charakters und seiner Nöte ihren Anteil, den Humor nicht vergessend.

Martin Summer als Sarastro war für mich überzeugend. Er wurde weiter oben wegen seines „balsamischen schwarzen Basses“ gerühmt.
Balsamisch schön – JA
Schwarzer Bass –NEIN
In den allertiefsten Lagen ist dann nur mehr wenig da, aber ich würde das nicht als Manko sehen, viele ausgezeichnete Sarastros erreichten die untersten Lagen nicht ohne Abstriche . Eine sehr schöne Baßstimme - das sollte genügen...

Und schwarze Bässe sind FAST so selten wie siebenflächige Würfel….

Lob noch an den Chor und das Orchester,
Adam Fischer steht ohnedies über jeglicher Kritik

Mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

kalli

Profi

  • »kalli« ist männlich

Beiträge: 472

Registrierungsdatum: 14. Oktober 2010

41

Montag, 26. September 2016, 10:46

Guten Morgen Alfred,

Ich habe jetzt erst ein Drittel der Aufführung konzentiert gesehen und kann mich dir nur anschließen - was ich bis jetzt gesehen und gehört habe gefällt mir ausnehmend - Vergleiche lasse ich weg - das sind alles junge Menschen die noch weiter kommen können ! Und die Pamina ist ja wirklich eine Augenweide........Ich freue mich schon darauf weiterschauen zu können.

Gruss

Kalli

Dieter Stockert

Prägender Forenuser

  • »Dieter Stockert« ist männlich
  • »Dieter Stockert« wurde gesperrt

Beiträge: 962

Registrierungsdatum: 27. September 2014

42

Dienstag, 27. September 2016, 11:19

Peter Stein hat eine Inszenierung geschaffen, die die Vorgaben Mozarts und Schikaneder fast eins zu eins umsetzt

Wenn ich eine solche Aufführung sehe, dann ist es mir egal, ob das nun »konventionell« oder werkgerecht« oder »regietheatermäßig« ist. Solche Kategorisierungen spielen da doch überhaupt keine Rolle mehr. Natürlich wäre diese Inszenierung zur Entstehungszeit der Oper nicht möglich gewesen. Ich glaube auch nicht, dass es Peter Stein darauf angelegt hatte, eine »originalgetreue« Inszenierung abzuliefern. Dann hätte man ja schon das Orchester auf historischen Instrumenten spielen lassen müssen. Auch was das Bühnenbild betrifft, geht Peter Stein weit über das hinaus, was zu Mozarts Zeit möglich gewesen wäre.

Peter Stein macht einfach das, was er an der Oberfläche der Partitur liest, lebendig. Er nimmt das, was an »Handlung« da ist, und überlegt, wie das wohl »im richtigen Leben« in so einer Situation aussehen würde. Tausend kleine und kleinste Details in Bewegungen und Mimik machen aus den Figuren lebendige Personen. Das in Verbindung mit dem stilisierten, aber Stimmung transportierenden Bühnenbild lässt mich nach kurzer Zeit die Lächerlichkeit des Anfangs mit dem Drachen (das kann mit dem Züricher Freischütz wohl gut mithalten) vergessen. Auch die Wandlung der Königin der Nacht, die am Anfang zwar als besorgte Mutter erscheint, sich dann aber später als rachelüstiges Monstrum entpuppt und dafür sogar ihre Tochter darangeben würde, erscheint mir in dieser Inszenierung nicht unglaubwürdig. Der Inszenierung gelingt es, dass ich mitfiebere und mich die Ungereimtheiten der Handlung und der ideologische Blödsinn Sarastros nicht mehr stören. Das hat mit dem Rampensingen der kürzlich hier besprochenen Aida aus Verona (ich warte immer noch darauf, dass mir jemand erklärt, was daran werkgerecht gewesen sein soll) überhaupt nichts zu tun. Und auch wenn ich mich im Nachhinein frage, ob in Mozarts Zauberflöte »zwischen den Zeilen« mehr stecken sollte als in dieser, vielleicht in gewisser Weise «verharmlosenden« Lesart, so schmälert das für mich in keiner Weise die Tatsache, dass ich völlig verzaubert war.
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 18 976

Registrierungsdatum: 9. August 2004

43

Mittwoch, 28. September 2016, 02:48

Zitat

Auch was das Bühnenbild betrifft, geht Peter Stein weit über das hinaus, was zu Mozarts Zeit möglich gewesen wäre.

Wenn wir uns die Beleuchtung ansehen, mag das wohl zutreffen, aber auch hier bin ich mir nicht sicher, es gab immer wieder technische Vorreiter. Die Zauberflöte wurde von Zeitgenossen wegen ihrer für die damalige Zeit aussergewöhnlichen Bühneneffekte abschätzig "Maschinenoper" genannt.
Dennoch muß die Ausstattung aussergewöhnlich gewesen sein, denn sie wird immer wieder erwähnt:

Aus einer zeitgenössischen Kritik:

„Die Zauberflöte, mit Musik von unserm Kapellmeister Mozard, die mit grossen Kosten und vieler Pracht in den Dekorationen gegeben wird, findet den gehoften, Beifall nicht, weil der Inhalt und die Sprache des Stücks gar zu schlecht sind.“

mfg aus Wien
Alfred

Die Zauberflöte - Ein Machwerk ?
Die Zauberflöte – Oper im Spannungsfeld von Kirche, Illuminaten und Aufklärung?
"Die Zauberflöte" - welch großartige Musik trotz grauenvollem Libretto
Mozarts Zauberflöte: Mozarts beste Oper?
Die Unlogik in der Zauberflöte

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Dieter Stockert

Prägender Forenuser

  • »Dieter Stockert« ist männlich
  • »Dieter Stockert« wurde gesperrt

Beiträge: 962

Registrierungsdatum: 27. September 2014

44

Mittwoch, 28. September 2016, 11:04

Die Zauberflöte wurde von Zeitgenossen wegen ihrer für die damalige Zeit aussergewöhnlichen Bühneneffekte abschätzig "Maschinenoper" genannt.
Dennoch muß die Ausstattung aussergewöhnlich gewesen sein, denn sie wird immer wieder erwähnt:
[...]

Vielen Dank für die Links. Ich kann das jetzt zum größten Teil nur überfliegen, aber auch das bringt schon Gewinn. Nach dem, was Du im letzten Beitrag der Diskussion über »Mozarts Zauberflöte: Mozarts beste Oper?« schreibst, muss ich bezüglich des Bühnenbilds und der Effekte doch etwas umdenken. Die Stein-Inszenierung geht wohl vom technisch Möglichen über Mozarts Zeit hinaus, nicht aber von der Intention, und Mozart dürfte davon begeistert gewesen sein.
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)