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Uranus

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811

Montag, 12. Januar 2015, 16:39

Ich gestehe, dass ich "A.H."'s Aussagen zu bestimmten "Heiligtümern" der klassischen Musik auch als provokant und auch als kokett empfinde. Wenn man bei einem zweifellos überragend bedeutsamen Komponisten zwei seiner Kern-Werke lakonisch als uninteressant hinstellt, sollte man das schon mehr begründen. Muss man aber in diesem Forum nicht nicht, und das ist grundsätzlich auch gut so.

Dass dieses Verhalten solch agressive Reaktionen hier hervorruft, wundert mich - nachdem A.H. deutlich kundgetan hat, dass er das nicht näher zu begründen gedenkt, ist es einem doch unbenommen, seine Beiträge zu ignorieren.
Herzliche Grüße
Uranus

WolfgangZ

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  • »WolfgangZ« ist männlich

Beiträge: 2 240

Registrierungsdatum: 16. April 2007

812

Montag, 12. Januar 2015, 21:38

Zitat

Dass dieses Verhalten solch agressive Reaktionen hier hervorruft, wundert mich - nachdem A.H. deutlich kundgetan hat, dass er das nicht näher zu begründen gedenkt, ist es einem doch unbenommen, seine Beiträge zu ignorieren.

Nichts anderes wird jetzt auch geschehen. Aber es ärgert mich einfach, dass ich ganz konkret im anderen Thread ein Mozart-Angebot gemacht habe, bei dem genau die Harmoniewechsel - an denen sein Herz doch angeblich hängt - so berückend schön sind, und er sich dann weigert, es auch nur anzuhören. Ich bin im Vorfeld auf mehrere seiner Beiträge zustimmend bzw. Interesse zeigend eingegangen.

So kann doch wohl Austausch in einem Forum nicht aussehen - oder liege ich da völlig falsch?

Wahrscheinlich hast Du dennoch Recht! In Zukunft einfach ignorieren!

:hello: Wolfgang
Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

teleton

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  • »teleton« ist männlich

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Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

813

Sonntag, 13. September 2015, 16:43

Riccardo Muti mit dem Philadelphia Orchestra (EMI, 1985-1988, DDD)

Willi´s Beitrag vom 04.September hat mich angeregt mich wieder einmal mit Freude mit den Beethoven-Sinfonien zu beschäftigen. :angel: Was kann es in der Musik lohnenswerteres geben ?

Ich finde, dass die Gesamtaufnahme der neun Symphonien Beethovens eines Dirigenten, der immerhin auch zwölf Jahre dem Orchester vorstand, immer noch unter Wert laufen und auch hierher gehören:



In meiner Sammlung jedenfalls haben sie ihren festen Platz, und ich höre sie zwischendurch immer mal wieder.

Liebe Grüße

Willi :)

Deinen obigen Beitrag halte ich hier zur Beantwortung für angemessener, als im Thread "Referenzaufnahmen des Philadelphia Orchestra", lieber Willi.
;) Denn so einfach sollte man sich das mit den "Referenzen" nicht machen. (Dazu hatte ich Dir ja im anderen Thread schon meine Verwunderung mitgeteilt.)

Meine Neugier und wegen des aussergewöhnlich günstigen Preises dieser digitalen Beethoven-Sinfonien-GA (EMI, 1985-1988, DDD) mit Riccardo Muti (für knapp 9 Euro incl.Versand), habe ich mir diese gleich bestellt; nach wenigen Tagen war die GA im Neuzustand da.

Bisher habe ich die Sinfonien Nr. 5, 1, 7, 8, 4, 2 gehört. :thumbsup: Meine überraschenden Eindrücke sind eindeutig und durchweg als positiv zu bezeichnen. Meine Überraschung deshalb, weil ich Muti eher nicht in die reine Klassik "einsortiert" hatte.
An seinem straffen, sinfonisch klingenden (keine Ansätze von HIP) gleich bleibend guten Beethoven-Interpretationen gibt es nichts auszusetzen. Der digitale Philadelphia-Sound (hier auch (oder trotz) EMI) ist ausgezeichnet und bildet das Orchester sehr natürlich und detailreich ab, sodass auch die geliebten Pauken nie zu sehr im Orchesterklang eingebettet erscheinen.
Als Referenz würde ich diese Muti-GA jetzt nicht bezeichnen, aber als eine sehr hörenswerte und sehr gute GA. Muti liefert keine besonderen Exzesse, sondern bietet einen spannenden Beethoven der Mitte, der Spass macht und zudem über alle Sinfonien mit dem fabelhaften Philadelphia Orchestra ein gleichbleibend hohes Niveau abliefert. Seine Tempi sind eher auf der straffen Seite, aber Muti macht auch in dieser Hinsicht keine Mätzchen hier von klassischen Konventionen abzuweichen.

Wenn ich mir über die Jahre überlege, welche Beethoven-Sinfonien-GA bei mir dazu gekommen sind, so gab es immer mal einige Sinfonien innerhalb der Zyklen, die mir mehr oder weniger gelungen erschienen; so glichbleibend deutlich nicht mal bei Leibowitz oder Karajan und erst recht nicht bei Mackerras; erst recht nicht bei Zinman und Blomstedt. So eindeutig klar über alle Sinfonien habe ich das nur bei meinen Lieblings-GA mit Bernstein (SONY), P. Järvi (SONY-DVD), Chailly (Decca) oder Solti (Decca, DDD) empfunden.

Jedenfalls kann ich mich bei Dir bedanken einen weiteren TOP-Beethoven-Zyklus in meiner Sammlung zu haben.
Nein, den "vergessenen Zyklus" hat man wirklich nicht ohne eine Denkanstoss auf dem Schirm!
Gruß aus Bonn, Wolfgang

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

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814

Sonntag, 13. September 2015, 18:14

Das freut mich, lieber Wolfgang, dass dir der Muti-Zyklus nun doch so gefällt. Manchmal ist es eben doch der Zyklus des klassischen Ebenmaßes, oder wie du es auch ausdrücktest, der "ohne besondere Exzesse", der für sich einnimmt und den einen oder anderen, z. B. mich, dazu veranlasst, ihn zu den persönlichen Referenzen zu rechnen. In der Tat liegen wir ja bei den von dir genannten Bernstein, Järvi, Chailly und Solti eh' auf einer Wellenlänge.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Liebestraum

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Registrierungsdatum: 5. Mai 2006

815

Freitag, 13. November 2015, 22:53

Nach langer Zeit ist nun auch einer der interessantesten Beethoven-Zyklen komplett, der sich seit Jahren unter meinen Top-Ten behauptet und konstant bei mir gelistet ist:


Bomi Lee, Agnieszka Rehlis, Adam Krzeszowiec, Tareq Nazmi

Polish Chamber Choir
Polish Chamber Philharmonic Orchestra Sopot
Wojciech Rajski

Label: Tacet, DDD, 2006-2015

:hello: LT
Arm bin ich auf die Welt gekommen,
alle meine Mitgift ist Haupt und Hand.
---
Beharrlichkeit führt zum Ziel!
---
Das wahre Genie wird bei Bewunderung des Fremden nicht dessen Nachahmer,
sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
---
... wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl!
---
Soli deo gloria
(CMvW -- Carl Maria von Weber)

Schneewittchen

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Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

816

Samstag, 14. November 2015, 20:03

Beethoven: 9 Sinfonien mit Kent Nagano


In diesem Monat November 2015 erschien diese Box von Analekta mit den Sinfonien Beethovens gespielt von dem Symphonieorchester Montreal mit Kent Nagano.
Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 2007 - 2014.
Sie erschienen zunächst auf einzelnen CDs bei Sony und wurden nun in einer 6 CD-Box zusammen gefasst.

JPC liefert zum limitierten Sonderpreis von 29,99 Euro.
(Amazon.de verlangt derzeit teure 46,18 Euro für die Box.)
mfG
Michael

Hüb'

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817

Mittwoch, 7. September 2016, 16:49

Hallo zusammen,


Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Symphonien Nr. 1-9


Annemarie Kremer, Wilke te Brummelstroete, Marcel Reijans, Geert Smits
Netherlands Symphony Orchestra
Jan Willem de Vriend

stereo & multichannel (Hybrid)
Challenge, DDD, 2008-2010
6 Super Audio CDs 

Ich darf mich an dieser Stelle über mich selbst wundern, denn ich hätte nicht gedacht, dass ich diesen Beitrag so würde schreiben können. Gekauft habe ich diesen Zyklus mit „gebremstem Eifer“, vorwiegend, um eine moderne, neue SACD-Ausgabe von guter künstlerischer Qualität in der Sammlung zu haben. Der Preis tat dann ein Übriges.
Bekommen habe ich deutlich mehr. Die Einspielungen zeigen exemplarisch die Meisterschaft Beethovens, wie viel in dieser Musik steckt und wie viele Deutungsmöglichkeiten und zulässige -ansätze es gibt! Was wolle man Besseres über eine Interpretation schreiben? Zumal ich mich dazu bekennen muss, ein ewiger „schon wieder eine neue Beethoven-GA“-Nörgler zu sein…
De Vriend und das Netherland Symphony Orchestra aus Enschede spielen nicht bloß engagiert, frisch und transparent, geben den Tönen Raum und lassen sie teilweise mit neu wirkenden Betonungen erklingen, sie überzeugen gleichfalls mit einer flexiblen Tempowahl. Das i-Tüpfelchen ist dann das exzellente Klangbild der Aufnahmen. Dieser Zyklus spielt für mich ganz, ganz weit vorne mit. Ich bin begeistert, wie schon lange nicht mehr von einer Gesamtschau der Beethoven’schen Sinfonien!
Hört rein, bitte!
Kritiken, z. B. hier und hier. Einen Artikel über de Vriend findet ihr hier.

Viele Grüße
Frank

teleton

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Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

818

Mittwoch, 7. September 2016, 18:26

RE: Jan Willem de Vriend

Lieber Frank,

von Anfang an habe ich die Erfahgrung gemacht, dass man alle Beethoven-Zyklen bezüglich der einzelnen Sinfonienaufnahmen nicht über einen Kamm scheren kann. Es sind immer Sinfonien-Aufnahmen dabei die nicht ganz so überzeugen - andere dafür mehr.

Deshalb meine Frage: :?: Welche der Beethoven-Sinfonien haben dich bei Jan Willem de Vriend besonders überzeugt ??


Nur ein Beispiel:
Zuerst ganz konventionell --- Bei Karajan (DG (egal welche)) überzeugt mich die Sinfonie Nr.8 nicht "so doll"; die klingt mir zu altbacken, konservativ. Dafür empfinde ich die Sinfonien Nr. 5, 7, 9 als herausragend.

Mein letzter neuer Zyklus war Chailly (Decca) --- da finde ich die Sinfonie Nr. 8 geradezu hammermässig. Bei der Aufnahme der Sinfonie Nr. 7 fehlt mir hingegen der zündende Funke, obwohl auch nicht übel. Von ganz anderem Kaliber ist da bei der Siebten P. Järvi in Bonn 2010 (SONY-DVD) ...
Gruß aus Bonn, Wolfgang

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

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819

Mittwoch, 7. September 2016, 19:28

Die Hörschnipsel sind ja nun wirklich vielversprechend, vor allem von der Zweiten, mit der ich stets meine Hörsitzungen beginne. An der Gesamtdauer der Zweiten sehe ich, dass sich de Vriend auch wohl inmeinem Lieblingssatz, dem Larghetto, wohl genügend Zeit gelassen hat. Dieses Larghetto ist es ja auch, das Karajan in seiner ersten DG-Gesamtaufnahme so überragend gestaltet hat. :rolleyes:
Auf jeden Fall besten Dank für den wertvollen Tipp, lieber Frank!

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Hüb'

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820

Mittwoch, 7. September 2016, 20:03

Gerne, lieber Willi!

Deine Frage ist leider nicht so einfach zu beantworten, lieber Wolfgang. Möglicherweise ist keine einzige Einzelsinfonie in einer absoluten Referenzaufnahme enthalten. Das mag ich nicht beurteilen. Die Deutungen wirken auf mich in Summe bzw. im Mittel einfach ungeheuer frisch, wohlbekannt - klar - aber auch glleichzeitig neu. Dabei absolut stimmig, nicht erkennbar gezielt auf Effekte oder Extreme getrimmt. Da erklingt manches, wie ich es bisher nicht im Ohr hatte. Angesichts vieler mehr oder weniger uniformer Gesamtaufnahmen eine echte Wohltat.

Sehr gut gefallen haben mir die weniger populären Werke 1, 2 und 4. Insbesondere die Interpretation der 1. scheint diese "wachsen" zu lassen.

IMHO ist das einer der gelungensten Zyklen der letzten Jahre. Chailly aus Leipzig hat mich dagegen weitaus weniger berührt, wirkt auf mich gegen de Vriend - ich mag es eigentlich gar nicht schreiben - beinahe uninteressant. :untertauch:

Naja, vielleicht hat ja noch jemand Aufnahmen aus dem Zyklus und mag etwas dazu schreiben, damit mein "Fanboy-artiger" Sermon hier nicht als Einzelmeinung wohlmöglich in die Irre führt.

Viele Grüße
Frank

Hüb'

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821

Dienstag, 13. September 2016, 12:07

Gestern habe ich die 9. noch einmal gehört, unter de Vriend. Auch wenn mir die Sängerriege nicht als besonders herausragend erschien (das habe ich schon mit Stimmen gehört, die mir besser gefielen), scheint mir die Deutung insgesamt sehr gelungen. Gerade das Finale entwickelt einen beinahe rauschhaften, orgiastischen Sog, der auf mich sehr folgerichtig, sehr werkgetreu wirkt. Mich hat die Interpretation absolut gefangen genommen!

Viele Grüße
Frank

Maurice

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822

Dienstag, 13. September 2016, 13:21

Zitat

Naja, vielleicht hat ja noch jemand Aufnahmen aus dem Zyklus und mag etwas dazu schreiben, damit mein … e Einzelmeinung wohlmöglich in die Irre führt.

Diesen Zyklus besitze ich ebenfalls seit einiger Zeit und bin über die Frische und Interpretation des Orchesterspiels echt begeistert.

Ich denke, dass alles, was Hüb bereits gesagt/geschrieben hat bewusst zu unterstreichen.

Wer de Vriend nicht kennt, hat sowieso was verpennt … :baeh01:
Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

Bertarido

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823

Dienstag, 13. September 2016, 16:41

Zitat

Naja, vielleicht hat ja noch jemand Aufnahmen aus dem Zyklus und mag etwas dazu schreiben, damit mein … e Einzelmeinung wohlmöglich in die Irre führt.

Diesen Zyklus besitze ich ebenfalls seit einiger Zeit und bin über die Frische und Interpretation des Orchesterspiels echt begeistert.

Ich denke, dass alles, was Hüb bereits gesagt/geschrieben hat bewusst zu unterstreichen.

Wer de Vriend nicht kennt, hat sowieso was verpennt … :baeh01:

Dem kann ich mich nur vollumfänglich anschließen!

Hüb'

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824

Dienstag, 13. September 2016, 16:57

Freut mich sehr, dass euch die Aufnahmen offenbar ebenso gut gefallen, wie mir! :)

rodolfo39

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825

Dienstag, 13. September 2016, 19:34

Sehe grade aud youtube den Beethoven Zyklus aus Erl mit dem Dirigenten Gustav Kuhn. Gefällt mir bislang sehr gut.

Karl

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826

Mittwoch, 14. September 2016, 13:10

Die Eingangsfrage kann ich nicht beantworten, dafür sind mir die Sinfonien zu unterschiedlich angelegt, als daß ein Dirigent/ Orchester hier in der Gesamtsumme deutlich überragt.

Bei der 4.Sinfonie ist es z. B. die Adagio-Einleitung zum ersten Satz, der ich mich immer sehr konzentriert widme.

Bisher kenne ich nur eine Aufnahme, die vor diesem dunklen, fast düsteren Hintergrund den Aufbau von zaghaft/zerbrechlich Richtung forsch/kraftvoll schlüssig darstellt und die Musik - wie die Sonne nach dunklen Wolken - zu diesem so vorwärtsstürmenden lebensfrohen Stimmungswandel führt.

Das Wechselspiel von Spannung und Entspannung bleibt bis zum Ende der Sinfonie in dieser hohen Qualität erhalten.

Es ist die Einspielung von Bruno Walter mit dem eigens für diese Aufnahmen zusammengestellten Columbia Symphony Orchestra.

Alfred_Schmidt

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827

Mittwoch, 14. September 2016, 13:27

Die Mitglieder des Forums, von denen die meisten ja schon 30++ :untertauch: sind ist die nun folgende Erklärung ja überflüssig, aber vielleicht ist sie für jüngere Mitleser nicht uninteressant: Die Inflationären Veröffentlichungen von Beethoven Sinfonien Zyklen begannen ja erst seit der Ära Karajan. Aber auch dann wurden sie nur selten auf einmal gekauft. Während man heute möglichst die ganze Werkgruppe in der geschlossenen Lesart EINES Dirigenten kennen will, und sich allenfalls dann eine Zweit- oder Drittversion kauft (echte Fanatiker natürlich mehr), so war man in früheren Zeiten eher der Auffassung, daß jeder Dirigent nur eine kleine Auswahl der Sinfonien überzeugend gestalten könne, auch deshalb, weil er nicht jede Sinfonie gleichermaßen mag. Dazu kam - quasi unterstützend - die Tatsache, dass Schallplatten enorm teuer waren....
Heute bekommt man - quasi für'n Appl und'n Ei - jede Menge an Komplettzyklen. Was natürlich eine Auswirkung auf das Konsumverhalten hat...
Man kauft einen Gesamtzyklus auf 5 CDs zum Preis von eineinhalb Normalpreis-CDs und hört nur seine 3 Lieblingsaufnahmen daraus...

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

timmiju

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828

Mittwoch, 14. September 2016, 16:31

Man kauft einen Gesamtzyklus auf 5CDs zum Preis von eineindhalb Normalpreis-CDs und hört nur seine 3 Lieblingsaufnahmen daraus...

Wirklich? Ich würde das nicht verallgemeinern. Beethovens Sinfonien sind alle unterschiedlich, keine ist einer anderen ähnlich. Durch diese Vielseitigkeit sind sie alle interessant, je nach Stimmung greife ich mal zu dieser, mal zu jener. Sicher gibt es graduelle Abstufungen untereinander, die 1. Sinfonie ist natürlich nicht vergleichbar mit der 3. oder 9., aber ich höre sie alle mal. Bin ich in Feierlaune, muss es die 8. Sinfonie sein. Ich lese ja hier die Einschätzungen über diese oder jene Einspielung, da ich aber schon so einige habe, frage ich mich dabei immer, muss das nun auch noch sein? Bei Beethovens 9. habe ich die Auswahl unter 21 Aufnahmen und noch einigen auf DVD. So sehr viele Zyklen sind nicht dabei, viele sind Einzelaufnahmen, auch weil es früher keine Gesamtboxen gab. Ich schließe nicht aus, mir noch irgendwann vielleicht etwas zuzulegen, aber dann muss das schon mehr als vielversprechend sein.
:hello:
Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

Norbert

Moderator

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829

Donnerstag, 15. September 2016, 10:55

Gerne, lieber Willi!

Deine Frage ist leider nicht so einfach zu beantworten, lieber Wolfgang. Möglicherweise ist keine einzige Einzelsinfonie in einer absoluten Referenzaufnahme enthalten. Das mag ich nicht beurteilen. Die Deutungen wirken auf mich in Summe bzw. im Mittel einfach ungeheuer frisch, wohlbekannt - klar - aber auch glleichzeitig neu. Dabei absolut stimmig, nicht erkennbar gezielt auf Effekte oder Extreme getrimmt. Da erklingt manches, wie ich es bisher nicht im Ohr hatte. Angesichts vieler mehr oder weniger uniformer Gesamtaufnahmen eine echte Wohltat.

Sehr gut gefallen haben mir die weniger populären Werke 1, 2 und 4. Insbesondere die Interpretation der 1. scheint diese "wachsen" zu lassen.

IMHO ist das einer der gelungensten Zyklen der letzten Jahre. Chailly aus Leipzig hat mich dagegen weitaus weniger berührt, wirkt auf mich gegen de Vriend - ich mag es eigentlich gar nicht schreiben - beinahe uninteressant. :untertauch:

Naja, vielleicht hat ja noch jemand Aufnahmen aus dem Zyklus und mag etwas dazu schreiben, damit mein "Fanboy-artiger" Sermon hier nicht als Einzelmeinung wohlmöglich in die Irre führt.

Viele Grüße
Frank

Lieber Frank,

mit ein paar Tagen Verspätung habe ich gerade etwas Senf übrig, den ich zu Deinen informativen Zeilen dazu geben kann... ;)

Ich kenne und besitze:


CD 1: Sinfonien 4 und 6; CD 2: Sinfonien 1 und 5

und habe gestern bestellt:


-Sinfonien 7 und 8
(bei der 2., 3. und 9. Sinfonie werde ich bei günstigen Angeboten ebenfalls käuflich tätig werden...)

Ebenfalls gestern hatte ich die CD mit der 4. und 6. Sinfonie gehört und komme zu einer ähnlichen Einschätzung wie Du.
Die Tempi sind frisch, aber weniger stark an den Metronomangaben orientiert wie bei z.B. Järvi, Chailly oder Gardiner. Das Orchesterspiel wirkt durch die etwas entspannteren Tempi weniger "akademisch" als bei z.B. Gardiner (insbesondere bei den neuen Aufnahmen mit dem Orchestre Révolutionnaire et Romantique), die Musik kann mehr "atmen", "organisch fließen".
Das Klangbild profitiert enorm von der guten Balance der einzelnen Orchestergruppen zueinander; es entsteht zu keiner Zeit der Eindruck einer "Pflichtveranstaltung".

Du hattest die 4. Sinfonie besonders hervor gehoben. Zu recht, denn wenn man nicht gerade "Kleiberschen Überschwang" erwartet, dann hört man eine sehr schwungvolle Interpretation und fragt sich, warum die 4. Sinfonie ein "Schattendasein" in der Aufführungshäufigkeit von Beethovens Sinfonien führt. Es macht Spaß die Sinfonie zu hören.

Ähnliches gilt im Prinzip auch für die "Pastorale". Es ist eine farbige, tempomäßig gut disponierte und sensibel ausgehörte Aufnahme, bloß ist mir de Vriend in der Vermittlung der Stimmungen der vermeintlichen "Programme" der einzelnen Sätzen ein bisschen zu verhalten. Die "Szene am Bach" z.B. klingt bei Philippe Herreweghe noch "fließender", noch farbiger; man spürt die einzelnen Stimmungen deutlicher.

Einen (off-topic) Tipp habe ich noch in Bezug auf Jan Willem de Vriend:


-Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 1

Hier ist die frühere Hamburger Version von 1893 zu hören und das so für mich überzeugend wie in keiner anderen Aufnahme (sorry, Herr Hengelbrock ;) ).
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Hüb'

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Donnerstag, 15. September 2016, 19:30

Hallo Norbert,

danke für Deine differenzierten Höreindrücke. :)
Den Tipp mit Mahler 1 nehme ich gerne auf. Meiner Erinnerung nach war die CD bei meiner Bestellung im Rahmen der Challenge-Classics-Aktion ebenfalls dabei.
Werde sie demnächst sicher hören, denn Mahler steht sowieso mal wieder an.

Viele Grüße
Frank

rodolfo39

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Donnerstag, 15. September 2016, 20:44

Hab mir grade die Beethoven Sinfonien mit de Vriend bestellt. Handelt es sich hierbei um eine Studioproduktion oder um einen Livemitschnitt? Wer sind die Sänger bei der 9. Sinfonie?

Maurice

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832

Donnerstag, 15. September 2016, 21:59

Wer sind die Sänger bei der 9. Sinfonie ?

Solisten:
Annemarie Kremer
Wilke te Brummelstroete
Marcel Reijans
Geert Smits

Consensus Vocalis

The Netherlands Symphony Orchestra,
Jan Willem de Vriend
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Donnerstag, 15. September 2016, 22:00

Ist eine Studio-Produktion. Die Sänger sind in meinem Beitrag oben genannt, aber natürlich auch bspw. bei jpc zu finden.

Viele Grüße
Frank

rodolfo39

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834

Donnerstag, 15. September 2016, 22:39

Vielen Dank. Hab bei amazon bestellt und dort gab es keine Infos zu den Sängern. Dafür waren die CDs 20 Euro preiswerter als bei jpc.