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Alfred_Schmidt

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31

Freitag, 15. Januar 2016, 23:25

Zitat

Mein Eindruck der Sinfonien ist eben ein eher "mittelmäßiger" - also kein schlechter.

Hätte man früher etwas als "gute Mitte" bezeichnet, so wäre das akzeptiert worden, heute indes ist das ein VERNICHTENDES Urteil. Niemand - selbst jene, die Mittelmaß nicht im Traume erreichen würden, möchte heute als MITTELMÄSSIG bezeichnet werden. Und schon gar nicht möchten Leute eine MITTELMÄSSIGE Sinfonien hören - dazu ist ihre Lebenszeit zu kurz. dann schon lieber schlechtes HEAVY METAL oder dergleichen.

Über die Genialität von Brahms könnten wir einen eigenen Thread starten - wie er sich und seine Werke selbst sah - und wie zeitgenössische Kritiker (etwa Hanslick) urteilten - aber das nur als Gedankensplitter, denn ich extern aufgreifen werde - nicht aber hier (bitte)

In Beitrag Nr 22 schreibt lutgra über den subjektiven Höreindruckn geschrieben die er beim Vergleich von zwei Streichquartetten, eines von Brahms, eines von Gernsheim hatte.

Ich beende in des diese kurze Betrachtung und widme den Folgebeitrag dem Violinkonzert Nr 1 von Gernsheim, welches ich mehrmals in Folge hörte und über alle Maßen genossen habe....

mfg aus Wien
Alfred

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Alfred_Schmidt

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32

Freitag, 15. Januar 2016, 23:32

Friedrich Gernsheim - Violinkonzert Nr 1 op 42 in D-dur

Wenn ich zu Beginn des Threads beklagt habe, dass es kaum Aufnahmen von Werken Gernsheims am Markt gäbe, so hat sich die Situation seither doch einigermaßen gebessert. So hat beispielsweise cpo die hier abgebildete CD mit allen drei Werken für Violine und Orchester rechtzeitig, knapp vor dem hundertsten Todestag Gernsheims herausgebracht...
Heute habe ich das Violinkonzert Nr 1 op 42 in D-dur von Friedrich Gernsheim gehört, und komme subjektiv zu dem Schluss, dass es jenem von Max Bruch in nichts nachsteht, zumindest aber einen dauerhaften Platz auf den Konzertprogrammen verdient hätte. Es ist voll von Ohrwurmthemen, sowohl im Orchester- als auch im Solobereich. Vielleicht mag der eine oder andere es als ein wenig zu plakativ oder zu lieblich, eventuell stellenweise gar süßlich, empfinden, ich würde es indes als mit „betörend“ und „eingängig“ beschreiben, Ein wenig Süße im Solopart schadet meiner Meinung nach nie. Etwas, das meiner Meinung nach das Brahmsche Violinkonzert in dieser Form nicht bieten kann . (und will ?)
Das Konzert wurde am 22. Jänner 1880 in Rotterdam unter der persönlichen Leitung Gernsheims mit Isidor Schnitzler als Solisten uraufgeführt, war aber bereits 1879 komponiert worden, andere Quellen (engl, Wikipedia) geben hier das Jahr 1875 an (was ich aber nicht glaube) Gernsheim betont in einem Brief an Ferdinand von Hiller explizit, dass sein Konzert VOR jenem von Brahms geschrieben worden sei. (auch das glaube ich nicht)
Über die Widmung des Konzertes herrscht ebenfalls Unklarheit. Im Erstruck der Partitur wird Pablo de Sarasate als Widmungsträger genannt, heute geben indes die meisten Quellen August Wilhelmj als Widmungsträger an.
Dank der engagierten Veröffentlichungspolitik von cpo ist das vergessene Konzert – neben zwei weiteren (davon zu einem späteren Zeitpunkt ein Beitrag von mir oder einem anderen Mitglied unseres Forums) für einen gewissen Zeitpunkt wieder auf Tonträger verfügbar.

Mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred


clck 5007

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Hüb'

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33

Dienstag, 31. Mai 2016, 12:32

Hallo erneut,

Friedrich Gernsheim (1839-1916)
Klavierquartette Nr.1 & 3

Andreas Kirpal, Mitglieder des Diogenes Quartett
Brilliant, DDD, 2007

Veritable Hits und in meinen Ohren ganz weit weg von jeder (auch positiv gemeinten) Mittelmäßigkeit sind die Werke auf dieser CD. Was Gernsheim hier an wunderbarem Melodienmaterial heraushaut und in Struktur sowie Spannungsbögen packt ist für meinen romantisch geprägten Geschmack schlichtweg erstklassig. Ich kann leider nur den Kopf darüber schütteln, dass diese Aufnahme bereits wieder gestrichen ist (obwohl noch keine 10 Jahre alt). Angesichts mangelnder Alternativen möchte ich durchaus empfehlen, die CD bei Amazon ruhig zu einem Preis oberhalb des ursprünglichen Neupreises zu erwerben. Wer die Kammermusik von Brahms und Mendelssohn schätzt, wird auch diese Werke Gernsheims mögen.
Wie engagiert sich Andreas Kirpal und die Mitglieder des Diogenes-Quartetts hier für Gernsheim reinhängen ist aller Ehre Wert. Ebenso wie der hervorragende Klang der von Christian Starke aufgenommenen CD (übrigens ein Beleg dafür, dass die Label-Grenzen verschwimmen, wirft man mal einen Blick auf seine Referenzen).
Erwähnenswert auch der (unerwartet) umfassende, informative und in deutscher Sprache vorliegende Booklet-Text dieser Brilliant Classics-CD.
Da ich nicht weiß, wie lange die weiter oben gezeigten Violinsonaten noch halbwegs günstig zu bekommen sein werden - sie wurden ebenfalls von Stefan und Andreas Kirpal für Brilliant Classics eingespielt und durch Christian Starke aufgenommen - habe ich die Doppel-CD vorsichtshalber gleich geordert. Wenn das musikalische Niveau hier nur halbwegs gehalten wird, kann das keine Fehlentscheidung sein. :)
Besprechung bei RONDO.

Viele Grüße
Frank

Alfred_Schmidt

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34

Dienstag, 31. Mai 2016, 13:45

Die in Beitrag Nr 26 von mir geäusserten Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet, cpo hat den Gernsheim- Sinfonien Zyklus doch zu Ende gebracht. Vermutlich hat man mit der Veröffentlkichung der noch fehlenden Sinfonien , Nr 2 und 4, auf den hundertsten Totestag (2016) von Gernsheim gewartet. um den Komponisten auf diese Art zu ehren, bzw nachdrücklich in Erinnerung zu rufen. Somit sind - nach längerer Pause - alle 4 Gernsheim-Sinfonien wieder verfügbar. Wenngleich ich der alten Aufnahme unter Siegfried Köhler (einst auf Arte Nova - siehe Beginn des Threads) den Vorzug gebe, so habe ich dennoch die ersten beiden , bereits erschienenen gekauft, und werde das Set durch die hier gezeigte CD komplettieren. Wer die alte Aufnahme nicht kennt und nicht besitzt, dem sei indes die Neuaufnahme dringend ans Herz gelegt, sie schließt eine nicht zu unterschätzende Lücke im Repertoire. Ein weitgehend unterschätzter Komponist wird wieder ein wenig ins Rampenlicht geholt. Schade, daß sich nicht beispielsweise die Wiener Philharmoniker dieser Werke angenommen haben......

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Hüb'

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35

Dienstag, 31. Mai 2016, 13:53

Die Köhler-Aufnahme ist nach wie vor recht problemlos via Amazon-Marktplatz erhätlich:
KLICK
KLACK

Viele Grüße
Frank

Alfred_Schmidt

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36

Dienstag, 31. Mai 2016, 20:31

Friedrich Gernsheim: Sinfonie Nr 1 in g-moll op 32

Ich habe - angeregt durch diesen wiedererwachten Thread meine Serie über Romantische Klavierkonzerte (Hyperion) fürs erste unterbrochen und mit die Sinfonie Nr 1 Von Friedrich Gernsheim nach Jahren wieder angehört - diesmal in der cpo Aufnahme mit dem Philharmonischen Staatsorchester Mainz unter Herbert Bäumer. Es ist interessant meine Eindrücke von heute mit jenen von 2004 (Jahr des Threadstarts) zu vergleichen.

2004 schrieb ich:

Zitat

Sie erinnern oberflächlich an unbekannten Brahms, mit dem er übrigens eng befreundet war, sind aber IMO etwas weniger "sperrig" für der Einstieg, also kann für manchen der Weg zu Brahms ohne weiteres über Gernsheim führen.

Ich habe schon 2004 recht vorsichtig formuliert. Heute würde ich indes dezidiert behaupten, daß zumindest die erste Sinfoniie mit Brahms nichts gemeinsam hat ausser den vielzitierten Zeitgeist und einige Reminiszenzen an Beethoven. Zudem ist Gernshein - auch das ist mir bereits 2004 aufgefallen - nicht so "sperrig" und "spröde" wie stellenweise Brahms Es ist ja auch auszuschliessen, daß Gernseheim sich bei seiner Ersten an Brahms orientiert hat, der sie erschien ein Jahr vor Brahms' erster Sinfonie. Hier epigonal zu agiern grenzt da schon ein Wunder und stünde beinahe einzigartig in der Musikgeschichte da, gäbe es da nicht einen gewissen Hans Rott, der den Stil Mahlers kopiert haben soll, bevor es ihn überhaupt gab.
Was mir an Gernsheims Sinfonie auffällt ist, daß zumindestens ich eine gewisse Zeit des Einhörens benötige, bis sich mir ihre Vorzüge erschliessen. Bei der ersten meine ich mehrmals eine Tonfolge zu vernehmen, die einen Augenblick an ein Ohrwurmthema aus Beethovens Eroica erinnert, dann aber sofort eine andere Wendung nimmt.Mein absoluzer Lieblingssatz ist der dritte, das Scherzo, das stellenweise schon sehr wild daherkommt, dann aber abrupt seine Stimmung ändert, wenn die Bläser ihren traumhaft schönen Part spielen (knapp vor Mitte des Satzes) Der 4 Satz ist ebenfalls voll von übeschäumendem Temperamant, welches indes auch manchmal gebändigt wird, damit die lyrischens Seiten des Satzes zu ihrem Recht verholfen wird. Der Satz endet indes strahlend, triumphierend.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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lutgra

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37

Montag, 26. September 2016, 19:27

Gernsheim Symphonie Nr. 1

Außerdem spielt die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz hier schon ein wenig unter ihrer Würde, da muss man schon alle möglichen Hühneraugen zudrücken ...
Ich war mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz immer zufrieden, sehe daher keine Notwendigkeit einer Mainzer Konkurrenzeinspielung. ("Großtaten" stelle ich mir anders vor ...)

Ja, so kann man seine Meinung doch auch ändern. :D

Spaß beiseite, anlässlich meiner Lektüre über die Symphonien zwischen Beethoven und Brahms habe ich mir heute seit langer Zeit wieder einmal die erste Symphonie von Gernsheim gegönnt, nicht in der neuen Einspielung auf cpo sondern der mit der Staatsphilharmonie RP und bin angetan von dem Werk. Zum Thema Epigonentum ist ja hier schon weitgehend alles gesagt und ich halt's mit Michael Kube, der in seiner FF Besprechung der in Beitrag 34 gezeigten CD schreibt:

"Sie machen auf einen Komponisten aufmerksam, der noch immer im Schatten steht - seine Anstellungen in Saarbrücken, Köln, Rotterdam und Berlin blieben ohne historische Nachwirkung. Gerade deswegen sei an dieser Stelle für ein differenziertes Hören geworben: Wer hie und da etwas Brahms im Ohr hat, den möchte man auf die anderen Passagen mit offenbar "echtem" Gernsheim verweisen. Nein, guten Gewissens lässt sich die Musikgeschichte nicht einfach in vorausschreitende Helden und nachfolgendes Fußvolk aufteilen. Die schöne Sache ist etwas komplexer."

Was auch dem Tenor des erwähnten Buches entspricht.

Alfred_Schmidt

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38

Montag, 26. September 2016, 20:00

Ich bin froh, daß auch andere Musikfreunde weitgehend meine Einschätzung teilen. Es ergibt sich die Frage wieso immer wieder Werken die lange in Vergessenheit geraten waren, jene "Genialität" abgesprochen wird, die man eine derzeitigen Berühmtheit oft kritiklos zubilligt. Zum einen ist da der Effekt, daß man gerne mit dem Strom schwimmt und die Meinung von (wirklichen oder selbsternannten) "Kapazitäten" nicht in Frage stellen möchte. Es funktioniert wie mit einem Gerücht: Zuerst vernimmt man es diffus, unterschwellig, "unter der Hand", aber allmählich hat es sich in den Köpfen der Leute so festgesetzt, daß es unausrottbar scheint. Es wir zur anerkannten Wahrheit - egal ob die Aussage den Tatsachen entspricht oder nicht.

Das ist aber nur EINE von mehreren möglichen Theorien. Ich glaube es ist in der Regel so, daß wir das "Mainstream Repertoire" quasi intus haben, die Themen sind uns teilweise vertraut wie "Gassenhauer" (auch wenn diese Behauptung vielleicht ein wenig übertrieben sein mag) wir schätzen und lieben gewisse Stellen. Das fällt bei neuentdecktem Repertoire natürlich ins Wasser - es sei denn , man hat es oft genug gehört...

mfg aus Wien
Alfred

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39

Dienstag, 27. September 2016, 11:26

Ich weiß jetzt nicht, ob ihr tatsächlich dieselbe Einschätzung habt und ob sie sich mit der des Booklet-Autors deckt.
:D

Alfred_Schmidt

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40

Freitag, 5. Januar 2018, 20:10

"Große, dramtische Romantik erwartet Sie" so endet der Infotext auf der jpc Website. Und prinzipiell kann man dem Beipflichten, wenngleich ich im Falle Gernshein den "entspannten Stellen" den Vorzug gebe. Ich habe heute nach langer Pause wieder die Sinfonie Nr 1 von Friedrich Gernsheim gehört. Der Beginn wirkte auf mich ein wenig beliebig, polternd und kompakt. Aber das ist eben einerseits nur der Beginn, andrerseits ein sehr subjektives Urteil. Da0 die 1 Sinfonie in keinem Falle als epigonales Werk nach Brahms betrachtet werden darf, habe ich schon implizit im Threadtitel und explizit im 1. Forenbeitrag geschrieben. Damit es nicht in Vergessenheit gerät wiederhole ich es an dieser Stelle. Abgesehen, davon daß Gernshein seine 1. Sinfonie bereits 1875 schrieb , erinnert mich kaum etwas an Brahms. Gernsheim bietet in der beiden Mittelsätzen ein entspanntes Klangbild, das stellenweiser von betörender Schönheit gezeichnet ist, vor allem, wenn er die Hörner einsetzt. Stellenweise sehe ich ihn näher an Beethoven, als Brahms und das "Knorrige" scheint im generell abzugehen. Ich sehe hier eine Sinfonie auf Augenhöhe mit den Großen seiner Zeit, wo kaum verständlich ist, daß sie in den Konzertführern - ebenso wie der Komponist - totgeschwiegen wird.

mfg aus Wien
Alfred

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41

Mittwoch, 11. Juli 2018, 18:53

Heute habe ich mir das auf der abgebildeten CD das Klavierquintett Nr 1 op 35 von Friedrich Gernsheim. angehört. Eigentlich schade, daß wir nicht zu Beginn der Befassung mit diesem Komponisren die Einteilung in mehrere Genres vorgenommen haben, aber es gab eben damals viel zuwenige Aufnahmen. Erfreulich,da das nun zumindest ein wenig besser geworden ist. Obwohl natürlich der "Output" gemessen an Gernsheims Gesamtwerk eher bescheiden ist. Ich habe in Rahne einer schnellen Recherche 91 Werke mit Opuszahl gefunden. Eigentlich interessant, warum er heute hinter Brahms gereihr wird. zu Lebzeiten galt er als ebenbürtig . zu recht wie ich meine.
Somit beantworte ich auch die Frage des Kurzstückmeisters aus dem Jahre 2016:
ch weiß jetzt nicht, ob ihr tatsächlich dieselbe Einschätzung habt und ob sie sich mit der des Booklet-Autors deckt.

Ich glaube nicht, daß ich dafür anfällig bin Meinungen aus den Booklets zu übernehmen, es sei denn die Meinung sei wirklich deckungsgleich
Als Beweis möcht ich hier gern anführen, daß eine positive Beeinflussung durch den Bookletautor im Fall von zeitgenössischen Werken überhaupt nicht funktioniert..

An Gernsheim bewundere ich, daß er einen Stil pflegt, der zwar an Brahms erinnert (oder umgekehrt), daß er aber in keiner weise knorrig oder spröde ist. In gewisser Weise ein "optimistischer, strahlender " Brahmsersatz.... (pointiert ausgedrückt)

mfg aus Wien
Alfred

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