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Dr. Holger Kaletha

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  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 7 174

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

31

Montag, 22. April 2013, 20:46

Diese Aufnahme kann ich nur loben und bin froh, sie zu haben! Die Beethoven-Etüden sind wirklich eine Entdeckung - in der Gesamteinspielung aller Schumann-Klavierwerke von Jörg Demus fehlen sie! Bei den - bekannten - Symphonischen Etüden gräbt sie eine mir bislang unbekannte posthum veröffentlichte Variation aus. Sie hat sich sehr viel Gedanken über die Reihenfolge der einzelnen Etüden gemacht - Schumann hat daran ja immer wieder herumgedoktort. Für mich ist das die schlüssigste Anordnung, die ich bislang gehört habe. Auch interpretatorisch ist das sehr gut. Variation VII z.B., da merkt man ihre Erfahrung mit Händel und Bach. Hervorragend!

Beim Konzert hier in der Oetker-Halle am letzten Freitag, wo sie Beethovens 5. Klavierkonzert spielte, kam sie in der Pause zum Signieren ihrer CDs - sehr sympathisch, man kann sich mit ihr sehr anregend über Musik unterhalten. Eine ungemein freundliche und natürliche, wirklich nette Person!

Schöne Grüße
Holger

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

Beiträge: 17 633

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

32

Dienstag, 23. April 2013, 00:55

Ragna Schirmer habe ich vor etlichen Jahren an meinem damaligen Wohnort, einem kleinen Dorf, als "Ersatz" für, ich glaube, Elena Bashkirova, erlebt, was sich dann natürlich nicht als Ersatz herausstellte. Es war ein großartiger Abend, im Privatgehöft eines großen Musikliebhabers, der dann Jahre später ein eigenes Konzerttheater baute.
In diesem traf ich sie dann Jahre später wieder in einem Schumann-Abend der besonderen Art, als sie als "Clara Schumann" am Flügel Stücke von Schumann spielte und sich abwechselte mit Dominique Horwitz, der als "Robert Schumann" Liebesbriefe an seine Frau vorlas. Dieser reagierte großartig, als eine Hustenattacke im Saal entstand. Er stand auf, und mit den Worten: "Es wird kalt, die Leute auf der Stiege husten schon. Ich schließe das Fenster"- Prompt wurde das Husten weniger.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

JLang

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  • »JLang« ist männlich

Beiträge: 1 926

Registrierungsdatum: 4. August 2013

33

Samstag, 12. Dezember 2015, 23:55

Ich habe gezögert, ob ich die kürzlich erworbene CD im thread zu den Années de pelerinage vorstelle, oder hier, aber mir schien dieser thread die bessere Wahl, weil es nicht um einen detaillierten Hörvergleich geht, sondern eine erste Einschätzung der Konzeption und aufwändigen Aufmachung.

Ausgangspunkt für die Entstehung dieser originellen Zusammenstellung ist ein Beitrag, den Rang Schirmer zum 200. Geburtstag Liszts leisten wollte. Man kann erkennen, die CD ist nicht mehr ganz neu. Aber nun war sie für mich, der ich eine Reihe von Einspielungen der Années (Berman, Bolet, Brendel, Cziffra, Korstick) besitze im erschwinglichen Preisbereich. Die Idee ist interessant: eine Pilgerreise zu den Stätten und Werken, die Liszt "vertonte". In einem aufwendig gestalteten Beiheft hält sie einige Eindrücke verbal und in Photographien fest. Die einzelne Werke des Zyklus werden immer wieder von Madrigalen des Carlo Gesualdo (1566-1613) aus Neapel und Luca Marenzio (1553-1599) unterbrochen, die Liszts Begeisterung für die Kunst der Renaissance vor Augen führen sollen. Das ist insbesondere im zweiten Zyklus sehr passen, an anderen Stellen geht die Einheit des Zyklus imO dadurch zu sehr verloren. Aber eine Interessante Kombination ist es allemal.
Eine Kurzeinschätzung der Zyklen, nach dem ersten Hören
Schweiz: Eine sich wunderbar choralhaft öffnendes Chapelle du Guillaume Tell, insgesamt sehr strukturiert und mir mitunter etwas zu harmlos (z. B. bei Orage und Obermann). Phantastisch gelungen imO das klagend-melancholische Heimweh.
Italien: ebenfalls klar strukturierte Interpretationen, aber intim, verinnerlicht, vorbildlich. Hier ist die Kombination mit den Vokalwerken (phantastisch hier das Ensemble amacord) in besonderer Weise gelungen.
Drittes Jahr: etwas heterogen, aber unter anderem ein mich vollkommen bewegendes sursum Corda.
Auffallend die große Treue zum Notentext, auch wenn ich mir manchmal das Ausreizen des dynamischen Spektrum von Liszt vermisse (aber wie laut "muss" schon ein ff sein, wie leise ein pp?). Ich persönlich mag bei einigen Werken einfach die Extreme. Ich würde aber vermuten, dass ich an dieser Einspielung die Perlen der Aha-Momente erst nach ein paar Mal hören herausfiltern kann. Sie zielt nicht auf Überwältigung, sondern (zu?) sorgsame Erschließung. Nach dem ersten Hören hat mich ihre Schumann-Einspielung mehr überzeugt. Aber ich werde sie in nächster Zeit wiederholt hören.

Mit bestem Gruß
JLang
Gute Opern zu hören, versäume nie
(R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)

Dr. Holger Kaletha

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Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

34

Sonntag, 24. Januar 2016, 15:15

Ich habe gezögert, ob ich die kürzlich erworbene CD im thread zu den Années de pelerinage vorstelle, oder hier, aber mir schien dieser thread die bessere Wahl, weil es nicht um einen detaillierten Hörvergleich geht, sondern eine erste Einschätzung der Konzeption und aufwändigen Aufmachung.
Lieber Jörn,

mit Ragna Schirmer hatte ich mich mal in der Konzertpause, wo sie in der Bielefelder Oetker-Halle Beethovens 5. Klavierkonzert spielte, gerade auch über Liszts "Annees..." sehr nett unterhalten. Die Anschaffung ist also längst überfällig.


Die einzelne Werke des Zyklus werden immer wieder von Madrigalen des Carlo Gesualdo (1566-1613) aus Neapel und Luca Marenzio (1553-1599) unterbrochen, die Liszts Begeisterung für die Kunst der Renaissance vor Augen führen sollen. Das ist insbesondere im zweiten Zyklus sehr passen, an anderen Stellen geht die Einheit des Zyklus imO dadurch zu sehr verloren.
Letzteren Zweifel hatte ich auch - aber für solche ungewöhnlichen Konzepte, die Perspektiven eröffnen, bin ich natürlich immer zu haben! :)

Ich hoffe, ich finde demnächst endlich wieder mehr Zeit zum Musikhören und auch zur Fortführung unseres schönen Liszt-Projektes!

Herzliche Grüße zum Sonntag
Holger

JLang

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Beiträge: 1 926

Registrierungsdatum: 4. August 2013

35

Freitag, 29. Januar 2016, 00:03

Zitat Holger Kaletha

Zitat

Ich hoffe, ich finde demnächst endlich wieder mehr Zeit zum Musikhören und auch zur Fortführung unseres schönen Liszt-Projektes!

Lieber Holger,

entschuldige bitte meine verspätete Reaktion, ich sitze meist auch bis spät abends am Schreibtisch, so dass mir meist nur noch ein kurzes Hören vor dem Schlafengehen vergönnt ist. Aber das wird auch wieder besser, dann setzen wir Liszt fort.

Sei herzlich gegrüßt
Jörn
Gute Opern zu hören, versäume nie
(R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)