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Gerhard Wischniewski

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Registrierungsdatum: 7. April 2011

241

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 20:02

Lieber Caruso,

natürlich verzeihe ich dir gerne. Ich gehöre zu denen, die zwar in der Sache - und das gebe ich zu - manchmal harte Worte gebrauchen, aber andererseits zu den Mitdiskutanten freundlich zu sein versuchen. Ob das immer gelingt, weiß ich nicht, vor allem, wenn man mich persönlich angreift.
Ich habe sicherlich auch eine etwas andere Auffassung von Inszenierungen als du oder manche anderen hier. Aber ich will mit meiner Gegenantwort niemandem seine persönliche Meinung nehmen. Was das Regietheater angeht, bin ich nicht jeder Inszenierung abgeneigt. So habe ich hier schon mehrfach Inszenierungen genannt, die man als Regietheater bezeichnen würde, die ich aber voll akzeptiere, ja sogar gut finde und sogar auf DVD besitze (ich nenne hier nur noch einmal die Chereau-Inszenierung von "Tristan und Isolde" in der Scala, die ich mir schon mehrmals angeschaut habe, weil man gerade bei dieser Oper bei mehrmaligem Ansehen immer noch in weitere Tiefen dringt). Deshalb verwende ich auch den Begriff "Verunstaltungstheater", um klarer zu zeigen, was ich meine.
Ich möchte nun diesen Beitrag mit einem Satz von Bertarido, den ich insofern mehr als manche anderen Diskutanten schätze, weil er sich konkret mit der Oper beschäftigt und nicht nur Theorien verbreitet, ohne sich überhaupt mit den Inszenierungen auseinanderzusetzen, und meiner Antwort dazu beenden

Zitat

Zitat von Bertarido: Eine gute Inszenierung arbeitet diese Bedeutungsschichten heraus, ohne dem Stück damit Gewalt anzutun.

Zitat

Zitat von Gerhard Wischniewski: diesen Satz kann ich voll und ganz unterstreichen. Leider wird aber den meisten Werken heute Gewalt angetan, indem man die Handlung völlig verändert oder veralbert.
Liebe Grüße
Gerhard

Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

Dieter Stockert

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242

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 20:23

Der Skandal um die "Csárdásfürstin" an der Semperoper in Dresden ist nun bald 17 Jahre her. Ob und wie er im Forum thematisiert wurde, weiß ich nicht, denn es war auch vor meiner Zeit.

Ah ja, vielen Dank, das half schon weiter. Im Netzt habe ich das gefunden:

»Mit Urteil des OLG Dresden vom 16.Mai 2000 wurde die Semperoper bestimmt, diese Produktion nur noch in der originalen Version zu zeigen. Die Intendanz der Semperoper überlegt derzeit, ob sie die Aufführung ganz aus dem Programm nimmt - investierte Steuergelder also sinnlos verplempert.« Und. »In einem Interview mit der Sächsischen Zeitung zum Abschluss seiner Dresdner Amtszeit (Juli 2003) hat Intendant Albrecht den Eingriff immerhin doch noch öffentlich als Fehler bedauert.« (http://www.gf-kuehn.de/oper/konw/konw00.htm)

Ein Vierteljahrhundert früher hatte ein anderes Gericht noch anders entschieden: »Eine ähnlichen Fall gab es schon 1975, als Christoph von Dohnányi, damals Generalmusikdirektor in Frankfurt, Peter Mussbachs "Götterdämmerung" absetzen wollte, weil der Regisseur Änderungen an seiner Inszenierung ablehnte und sich auf das Urheberrecht berief. Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied zu Gunsten von Dohnányi.« (http://www.welt.de/print-welt/article497…asfuerstin.html)
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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243

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 20:39

Ah ja, vielen Dank, das half schon weiter. Im Netzt habe ich das gefunden:

»Mit Urteil des OLG Dresden vom 16.Mai 2000 wurde die Semperoper bestimmt, diese Produktion nur noch in der originalen Version zu zeigen. Die Intendanz der Semperoper überlegt derzeit, ob sie die Aufführung ganz aus dem Programm nimmt - investierte Steuergelder also sinnlos verplempert.« Und. »In einem Interview mit der Sächsischen Zeitung zum Abschluss seiner Dresdner Amtszeit (Juli 2003) hat Intendant Albrecht den Eingriff immerhin doch noch öffentlich als Fehler bedauert.« (http://www.gf-kuehn.de/oper/konw/konw00.htm)

Ein Vierteljahrhundert früher hatte ein anderes Gericht noch anders entschieden: »Eine ähnlichen Fall gab es schon 1975, als Christoph von Dohnányi, damals Generalmusikdirektor in Frankfurt, Peter Mussbachs "Götterdämmerung" absetzen wollte, weil der Regisseur Änderungen an seiner Inszenierung ablehnte und sich auf das Urheberrecht berief. Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied zu Gunsten von Dohnányi.« (http://www.welt.de/print-welt/article497…asfuerstin.html)

Lieber Dieter,

So lange die Gerichte so unterschiedlich urteilen glaube ich, dass wir diskutieren können bis wir schwarz werden, wir werden zu keiner Lösung und Übereinstimmung kommen. Wir sollten über konkretere ergiebigere Themen diskutieren.

Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Dieter Stockert

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244

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 20:45

So lange die Gerichte so unterschiedlich urteilen glaube ich, dass wir diskutieren können bis wir schwarz werden, wir werden zu keiner Lösung und Übereinstimmung kommen.

Ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. Gut möglich, dass da die 25 Jahre dazwischen schon eine Rolle spielen und die Rechtsprechung sich entwickelt hat, sodass es heute nicht mehr zu einem Urteil wie noch 1975 käme. Ob diese Vermutung richtig ist, weiß ich aber nicht, da müsste man wohl einen Fachmann befragen.
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

Dieter Stockert

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245

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 20:53

Zusammenfassend meine Sicht auf das Thema:

1. Geltendes Urheberrecht:
Ich halte es für eine sinnvolle Regelung, dass die Rechte des Urhebers n Deutschland dahingehend geschützt sind, dass
[...]
b) er sich gegen Wiedergaben seines Werkes, die nicht in seinem Sinne sind, wehren kann.

Ich lese hier nur Deine Meinung, sehe aber keine Argumente, wie sie inzwischen für die entgegengesetzte Haltung von verschiedensten Taminos aus unterschiedlichsten »Lagern« inzwischen zur Genüge gebracht worden sind.
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

hasiewicz

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246

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 21:00

Zusammenfassend meine Sicht auf das Thema:


1. Geltendes Urheberrecht:
Ich halte es für eine sinnvolle Regelung, dass die Rechte des Urhebers n Deutschland dahingehend geschützt sind, dass
[...]
b) er sich gegen Wiedergaben seines Werkes, die nicht in seinem Sinne sind, wehren kann.
Ich lese hier nur Deine Meinung, sehe aber keine Argumente, wie sie inzwischen für die entgegengesetzte Haltung von verschiedensten Taminos aus unterschiedlichsten »Lagern« inzwischen zur Genüge gebracht worden sind.

Wenn Argumente aus "unterschiedlichsten Lagern" schon zur "Genüge gebracht wurden", brauchst du folglich keine mehr von mir. Ich habe auf den rechthaberischen und abqualifizierendem Kommunikationsstil einiger in diesem Thread auch keine Lust mehr und werde mich hier nicht weiter äußern.

Dieter Stockert

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247

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 21:01

Vor einiger Zeit hatte ich z.B. in einem Gutachten zu entscheiden, ob eine bestimmte Therapiemaßnahme dem derzeitigen medizinischen Standard entsprechen würde oder nicht [...]

Das ist zwar interessant, aber Du ignorierst in Deiner Schilderung die Rechtsansicht, dass ein inszeniertes Werk ein eigenständiges Kunstwerk darstellt. Wenn man sich das zu eigen machen würde (und von einem entsprechenden Gerichtsurteil haben wir hier ja inzwischen erfahren), dann würde Dein Beispiel hier nicht greifen.
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

Dieter Stockert

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248

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 21:04

Wenn Argumente aus "unterschiedlichsten Lagern" schon zur "Genüge gebracht wurden", brauchst du folglich keine mehr von mir.

Du hast etwas übersehen: Ich schrieb zwar von Argumenten »aus unterschiedlichsten Lagern«, aber eben für die Dir entgegengesetzte Haltung.
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

Rheingold1876

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249

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 21:05

Gut möglich, dass da die 25 Jahre dazwischen schon eine Rolle spielen und die Rechtsprechung sich entwickelt hat, sodass es heute nicht mehr zu einem Urteil wie noch 1975 käme. Ob diese Vermutung richtig ist, weiß ich aber nicht, da müsste man wohl einen Fachmann befragen.

Ich bin kein Fachmann, nur ein Beobachter. Da kommt sehr vieles zusammen. Die Gerichte sind anders besetzt als 1975. Viele Altachtundsechziger sprechen heute Recht. An den Opernhäusern haben sich die Strukturen grundsätzlich verändert. Regisseure haben enorm an Macht gewonnen. Intendanten sind meist nur noch Manager, lassen gewähren und sind mehr mit eigenen Inzsnierungen beschäftigt. Wechselt einer woanders hin, dann zieht er alle nach, die bisher um ihn waren. Die Karavane zieht weiter. Und Dirigenten interessieren sich mehr für sich selbst und ihre Gastspiele. Residenzpficht gibt es kaum mehr. Es jst da vieles eingerissen und Gewohnheitsrecht geworden. Wenn überall so gearbeitet würde, das Land wäre längst pleite.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Stimmenliebhaber

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250

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 21:09

An den Opernhäusern haben sich die Strukturen grundsätzlich verändert. Regisseure haben enorm an Macht gewonnen. Intendanten sind meist nur noch Manager, lassen gewähren und sind mehr mit eigenen Inzsnierungen beschäftigt. Wechselt einer woanders hin, dann zieht er alle nach, die bisher um ihn waren. Die Karavane zieht weiter. Und Dirigenten interessieren sich mehr für sich selbst und ihre Gastspiele. Residenzpficht gibt es kaum mehr. Es jst da vieles eingerissen und Gewohnheitsrecht geworden. Wenn überall so gearbeitet würde, das Land wäre längst pleite.

Leider(!) halte ich diese Analyse für sehr zutreffend!
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Rheingold1876

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251

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 21:23

Gern hätte ich es anders geschrieben. :(
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Dieter Stockert

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252

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 21:35

Du gefällst dir auch viel zu sehr in der Rolle des scheinbar objektiven "Zusammenfassend".
Das ist ja auch eine Rolle, in der man sich gut vorkommt, weil man zum einen irgendwie »Recht« hat und weil man auch moralisch gut dasteht. Schließlich tut man das ja nur, um von den privaten Gehässigkeiten wegzukommen und die Diskussion wieder auf die Sachebene zu bringen. Jaja, ich wäre kein guter Sozialpädagoge, wenn ich mir dessen beim Schreiben meiner Zusammenfassung nicht bewusst gewesen wäre.


Meine Zusammenfassung ist eine ganz andere:
1. Holger ignoriert bis heute hartnäckig Theaterealität, da z.B. am Theater eben nicht die GEMA, sondern die Verlage für die Überwachung des Urheberrechts zuständig sind.
Ich dachte, wir (und damit meine ich nicht nur Holger und mich) waren in dieser Diskussion auch schon woanders. Es ging um grundsätzlichere Fragen (Werkbegriff, Inszenierung als eigenständiges Kunstwerk). Wenn man nur die aktuelle Theaterrealität anschaut und Holgers Äußerungen darauf bezieht, wird man dem in keiner Weise gerecht.


2. Der Vergleich vom Urheberrecht zur ägyptischen Rechtssituation von Homosexuellen ist einfach nur absurd und diskreditiert das Urheberrecht in einem Maße, die inakzeptabel ist. Mit gleichem Recht oder Unrecht könnte man diesen Vergleich zur Freiheit der Kunst ziehen, um diese in ein moralisches Unrecht zu setzen.
Da es im einen Fall um Leben und Tod geht, hätte ich diesen Vergleich sicher nicht so gebracht (auch wenn er vom Grundsätzlichen her, auf das es Holger ankam, natürlich nicht falsch ist). Den Rest Deiner Ausführungen dazu verstehe ich aber schlicht nicht.


3. So, wie Holger hier vor Tagen gegen alle gekeilt hat, die nicht seiner Meinung waren (ist ja alles noch nachlesbar, aber nicht wirklich wert, nachgelesen oder gar noch einmal zitiert zu werden), lässt mich zu dem Ergebnis kommen, dass sich Holger für mich als Diskussionspartner in diesem Forum endgültig und total diskreditiert hat. [...] Aber mit auch nur dem Hauch einer Einsicht oder dem Eingeständnis falsch gelegen zu haben, ist nicht zu rechnen, das wurde in dieser Rubrik mehr als deutlich.
Dem widerspreche ich. Holger war bei weitem nicht der Einzige, der gekeilt hat. Ich bin mir beim Nachlesen nicht einmal sicher, wer angefangen hat, ich kann’s nicht an einer bestimmten Äußerung festmachen. Und das mit der Einsicht ist auch sei eine Sache. Wenn aus x Beiträgen von verschiedenen Taminos hervorgeht, dass es bei diesen Fragen eben nicht nur um das Formaljuristische gehen kann und man macht Holger trotzdem immer wieder diesen Vorwurf, dann liegt für mich der Mangel an Einsicht bestimmt nicht bei Holger.
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

Stimmenliebhaber

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253

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 22:05

Da es im einen Fall um Leben und Tod geht, hätte ich diesen Vergleich sicher nicht so gebracht (auch wenn er vom Grundsätzlichen her, auf das es Holger ankam, natürlich nicht falsch ist). Den Rest Deiner Ausführungen dazu verstehe ich aber schlicht nicht.
Ich erkläre sie dir nochmal: Holger hat das Beispiel der ägyptischen (Un-) Rechtsprechung über Homosexuelle, wo juristisches Recht mit moralischem Unrecht übereinstimmt, mit dem Urheberrecht verglichen, um zu zeigen, dass juristisches Recht nicht immer mit moralischem Recht einhergehen muss. Abgesehen davon, das ich es als völlig abwegig empfinde, das Urheberrecht als "unmoralisch" zu werten, finde ich diesen Vergleich zwischen der ägyptischen Homosexuellenrechttsprechung und dem Urheberrecht als extrem geschmacklos (was du sogar selbst eingestanden hast) und habe darauf hingewiesen, dann mit derart plumpen Argumentationsmustern auch die Gegenseite, der die Freiheit der Kunst ein Dorn im Auge ist, argumentieren könnte: Weil die ägyptische Homosexuellenrechtssprechung unmoralisch ist, sei auch die Freiheit der Kunst unmoralisch... - das wäre natürlich ein großer Unsinn, aber kein wirklich größerer als der, den Holger hier verzapft hat.


Dem widerspreche ich.
Da ist mir herzlich egal. Wenn Holger alle in einer Sachfrage (Berechtigung des Urheberrechts) Anderskenkenden erst als Ignoranten (Beitrag 31) bezeichnet und dann mit totalitären Staaten (Beitrag 33) und schließlich mit "Despotismus" und "Fundamentalismus" (Beitrag 35) in Verbindung bringt, ist er für mich als Diskussionpartner nicht mehr ernstzunehmen, sondern er outet sich unfreiwillig selbst als Despot und Fundamentalist.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Dieter Stockert

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254

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 22:17

Weil die ägyptische Homosexuellenrechtssprechung unmoralisch ist, ist auch die Freiheit der Kunst unmoralisch - das wäre natürlich ein großer Unsinn, aber kein wirklich größerer als der, den Holger hier verzapft hat.

Das wäre in der Tat – und hier sind wir weiterhin uneins – im Gegensatz zu Holgers Ausführungen ein großer Unsinn. Deswegen hatte ich’s nicht verstanden.
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Stimmenliebhaber

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255

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 22:21

Das wäre in der Tat – und hier sind wir weiterhin uneins – im Gegensatz zu Holgers Ausführungen ein großer Unsinn.

Nein, nicht im Gegensatz zu diesen, sondern genau so wie diese, denn dieser hat das Beispiel ja gewählt, um die von ihm aufgestellte Behauptung zu unterstützen, dass das Urheberrecht ebenfalls unmoralisch sei.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Dr. Holger Kaletha

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256

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 22:50

Ich erkläre sie dir nochmal: Holger hat das Beispiel der ägyptischen (Un-) Rechtsprechung über Homosexuelle, wo juristisches Recht mit moralischem Unrecht übereinstimmt, mit dem Urheberrecht verglichen, um zu zeigen, dass juristisches Recht nicht immer mit moralischem Recht einhergehen muss. Abgesehen davon, das ich es als völlig abwegig empfinde, das Urheberrecht als "unmoralisch" zu werten, finde ich diesen Vergleich zwischen der ägyptischen Homosexuellenrechttsprechung und dem Urheberrecht als extrem geschmacklos
Das ist alles völliger Quatsch! Bei einem Vergleich (und dem adäquaten Verstehen eines Vergleichs) muß man das tertium comparationis schon genau treffen. Das Beispiel ist - pädagogisch motiviert - freilich ein drastisches, aber nur, um gleichsam überdeutlich zu zeigen, dass eine Rechtspraxis nicht per se so hinzunehmen ist, wie sie existiert, nur weil sie existiert.

Da ist mir herzlich egal. Wenn Holger alle in einer Sachfrage (Berechtigung des Urheberrechts) Anderskenkenden erst als Ignoranten (Beitrag 31) bezeichnet und dann mit totalitären Staaten (Beitrag 33) und schließlich mit "Despotismus" und "Fundamentalismus" (Beitrag 35) in Verbindung bringt, der ist als Diskussionpartner nicht mehr ernstzunehmen, sondern outet sich unfreiwillig selbst als Despot und Fundamentalist.
Auch das ist Quatsch!

Darum geht es aber nicht, was du oder die Mehrheit für sinnvoll hält (mit der "Mehrheit" würde ich an deiner Stelle gar nicht argumentieren, das könnte nach hinten losegehen, weil die Mehrheit nicht unbedingt alls für sinnvoll halten muss, was du für sinnvoll hältst), sondern was geltendes Recht ist.
Zum Recht gehört aber auch, dass man es in Anspruch nehmen oder nicht in Anspruch nehmen kann. Und es ist hier sinnvoll, auf das Einklagen eines hier höchst problematischen Urheberrechtes zu verzichten. Der weise Autor und Erbe tut das.


Wenn du dich wirklich für aufführungsrechtliche Fragen interessieren solltest, solltest du dich diesbezüglich mal belesen und zum Beispiel auch für das Aufführungsrecht bei Musicals vertraut machen. Es erklärt, warum zeitgenössische Werke fast immer "werkgetreuer" aufgeführt werden als Werke, deren Entstehung schon lange zurückliegt.
Und was soll das heißen? Ist jetzt die leichte Muse der Maßstab für die "höhere" Kunst? Und was heißt hier "werktreu"? Wer nicht in der Lage ist zu erkennen, dass es nicht nur einen werkästhetischen, sondern auch einen rezeptionsästhetischen Gesichtspunkt gibt und die Rezeptionsästhetik wie die mit ihr verbundene Deutungsfreiheit und Deutungshoheit des Interpreten (eine Verantwortung der Aufführung, die eben nicht beim Autor liegt) mit Blick auf angebliche urheberrechtlich zu schützende Werktreue totschlagen will, dem muß man einfach Ignoranz bescheinigen.

Schöne Grüße
Holger
Meine Pointe war die erste Bemerkung (fett hervorgehoben), dass der Autor - pragmatisch klüger und besser - auf die Inanspruchnahme seines Urheberrechts verzichtet, wie ich das am Beispiel der Stimmungs-Affäre erläutert habe. Diese meine Bemerkung wurde bezeichnend einfach übergangen und gar nicht kommentiert, um mir dann zu unterstellen, ich verleugnete oder ignoriere das Urheberrecht (s.u.!).

Was dann zwangsläufig folgt, ist ein forentypisches Beispiel für aneinander Vorbeireden. Ich argumentiere gegen die Absolutsetzung des Rechtsstandpunktes, und die andere Seite unterstellt mir im Gegenzug eine Absolutsetzung des Standpunkts künstlerischer Freiheit. :D



Zitat von »Stimmenliebhaber«
Nein, Ignoranz muss man demjenigen bescheinigen, der nur ins Blaue hinein philosophiert und die rechtlichen Grundlagen von Theateraufführungen offenbar nicht kennt und auch nicht kennen will.

Ich glaube, Du verkennst den Sinn und den Wert was Freiheit mit Blick auf die Kultur bedeutet. Es ist doch nun wirklich eine Horrovision, wenn die künstlerische Freiheit einer Verrechtlichung geopfert wird. Dann haben wir Verhältnisse wie wir sie aus totalitären Staaten (China z.B.) kennen. Hier ist es eben die große Errungenschaft der philosophischen Aufklärung, diese Freiheit der Kultur erkämpft zu haben. Visionen geschehen übrigens immer "ins Blaue hinein". Entweder man hat den Weitblick oder kriecht am Boden juristischer Reglementierung herum - siehe Caspar David Friedrich:
Das fett Unterstrichene wäre eben eine problematische Ausdehnung des Urheberrechtes, ein Absolutsetzen des Rechtsgesichtspunkt ("totale Verrechtlichung" auf Kosten künstlerischer Freiheit).

Es gibt die Freiheit der Autoren, zu erschaffen, was sie wollen - und es gibt ein Urheberrecht, so wie es in anderen Gebieten Patente auf Erfindungen gibt. Jetzt mit Hinweis auf die Freiheit der Kunst jedes Recht abzulehnen, ist ja nun wirklich aberwitzig.
Das ignoriert eben meine moderat-moderierende Eingangsbemerkung:

Zum Recht gehört aber auch, dass man es in Anspruch nehmen oder nicht in Anspruch nehmen kann. Und es ist hier sinnvoll, auf das Einklagen eines hier höchst problematischen Urheberrechtes zu verzichten. Der weise Autor und Erbe tut das.

Ich kannte in diesem Streitfall (der Stimmungs-Affäre) eben die Argumente beider Seiten! Der "harmonische" Ausgang zeigt, das war meine Pointe, dass es in solchen Fällen in der Regel besser ist, den Rechtsweg erst gar nicht zu beschreiten - im Interesse beider Parteien.

Schöne Grüße
Holger

zweiterbass

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257

Freitag, 18. Dezember 2015, 00:00

Für mich ist der Maßstab und die Grenze, dass der Autor eben nicht die exklusive Deutungshoheit über sein Werk beanspruchen darf. (Wie oft soll ich das eigentlich noch wiederholen?) Das sehe ich als eine letztlich nicht zu akzeptierende, musikalisch gesprochen sozusagen "übermäßige" Reichweite des Urheberrechts an.
Unterstreichung von mir

Was für Dich Maßstab ist (ob das Überheblichkeit ist, mag jeder Leser selbst entscheiden) bleibt Dir natürlich selbst überlassen; nicht Dir überlassen bleibt aber was Gesetzeslage ist, dagegen kannst Du nur mit rechtsstaatlichen Mitteln ankämpfen. Und deshalb ist Deine Meinung hier zum Urheberrecht Deine Privatmeinung und ohne irgendwelche Bedeutung/Folgen in/für der/die Rechtspraxis, was eigentlich Thema des Threads ist.
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Dr. Holger Kaletha

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258

Freitag, 18. Dezember 2015, 00:06

Was für Dich Maßstab ist (ob das Überheblichkeit ist, mag jeder Leser selbst entscheiden) bleibt Dir natürlich selbst überlassen; nicht Dir überlassen bleibt aber was Gesetzeslage ist, dagegen kannst Du nur mit rechtsstaatlichen Mitteln ankämpfen. Und deshalb ist Deine Meinung hier zum Urheberrecht Deine Privatmeinung und ohne irgendwelche Bedeutung/Folgen in/für der/die Rechtspraxis, was eigentlich Thema des Threads ist.

Alles, was hier geäußert wird, egal von wem und was, ist Privatmeinung ohne irgendwelche Folgen für die Rechtspraxis! Dann brauchen wir also gar nicht erst anzufangen, solche Fragen zu diskutieren, denn das Recht regelt ja ohnehin alles von selbst ohne unser Dazutun oder von uns Notiz zu nehmen.

zweiterbass

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259

Freitag, 18. Dezember 2015, 00:21

Einsicht ist der 1. Schritt zur...

Unabhängig davon: Stets sollte das Thema des Threads beachtet werden - und es ging um die Anwendung geltenden Rechts, nicht ob dieses Recht rechtens ist, egal unter welchem Gesichtspunkt.
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Dr. Holger Kaletha

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260

Freitag, 18. Dezember 2015, 00:28

Unabhängig davon: Stets sollte das Thema des Threads beachtet werden - und es ging um die Anwendung geltenden Rechts, nicht ob dieses Recht rechtens ist, egal unter welchem Gesichtspunkt.

Das war so aber nicht "unsere Diskussion" (Threadtitel)... ;)

hami1799

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Freitag, 18. Dezember 2015, 00:52

um gleichsam überdeutlich zu zeigen, dass eine Rechtspraxis nicht per se so hinzunehmen ist, wie sie existiert, nur weil sie existiert.

Das dürfte stimmen. Das hat mir ganz kürzlich ein Ladendieb in eben diesem Sinne ausgelegt.

Thomas Pape

Moderator

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262

Freitag, 18. Dezember 2015, 00:57

Ich wäre ganz zufrieden, wenn das akademische Fachvokabular entfallen könnte. Völlig ungeachtet seiiner möglichen Berechtigung hat es faktisch hier die Qualität des Baus eines Abwehrwalls. Das ist nicht nötig und schafft Grundlagen für Missverständnisse. Auch sollten sich alle an der Diskussion Beteiligten im Klaren darüber sein, dass es sich hier um ein Thema handelt, das notwendigerweise vornehmlich emotional verhandelt wird. Für theaterwissenschaftliche Diskussionen ist hier nicht der rechte Ort. Den Beitrag könnte ich jetzt moderatorenblau einfärben, tue es aber nicht.

Liebe Grüße vom Thomas :hello:
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

Dieter Stockert

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263

Freitag, 18. Dezember 2015, 05:20

um gleichsam überdeutlich zu zeigen, dass eine Rechtspraxis nicht per se so hinzunehmen ist, wie sie existiert, nur weil sie existiert.

Das dürfte stimmen. Das hat mir ganz kürzlich ein Ladendieb in eben diesem Sinne ausgelegt.

Wenn Holger oder ich diesen Vergleich gebracht hätten, würde hami1799 jetzt vermutlich fragen, was das mit dem Urheberrecht zu tun hat. Nachdem er so etwas nun aber selbst bringt, sehe ich zwei Möglichkeiten, nämlich a) er führt damit etwas im Schilde, mit dem er seinen Gegnern in der Diskussion etwas auswischen will oder b) ...
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

musikwanderer

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Beiträge: 4 276

Registrierungsdatum: 20. Januar 2010

264

Freitag, 18. Dezember 2015, 08:44

Das Ereignis, an das ich hier erinnern will, hat nur beiläufig etwas mit dem Thema "Gerichtsurteil" zu tun, und beiläufig bezieht sich auf vier Buchstaben: GEMA. Die "Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte" hat ja in einigen Beiträgen weiter vor eine kleine, aber nicht unbedeutende Rolle gespielt. Deshalb will ich darauf hinweisen, dass eben jene GEMA vor genau 100 Jahren gegründet wurde. Sie hat allerdings mehrere Vorläufer - mit anderen Namen - gehabt, was ich hier nicht weiter ausbreiten will. Man kann's bei Wikipedia nachlesen. Dort steht auch als Gründungsdatum der 16. Dezember 1915, das D(eutsche)R(undfunk)A(rchiv) nennt den 18. Dezember als Gründungstag. Welches Datum auch stimmen mag - es sind hundert Jahre...

:hello:
.

MUSIKWANDERER

hasiewicz

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Registrierungsdatum: 16. September 2012

265

Freitag, 18. Dezember 2015, 08:55

Vielen Dank für den Hinweis, musikwanderer!

Hier noch ein Link zu einem Artikel der NMZ über die Arbeitsweise der GEMA, der, wie mir scheint, Für und Wider der Arbeitsweise sorgfältig abwägt.

Beste Grüße

Christian

dr.pingel

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266

Freitag, 18. Dezember 2015, 11:08

Eine kleine Geschichte zur GEMA: wir haben hier in meiner Heimatgemeinde Mülheim-Saarn einen wohlbekannten Nikolausmarkt, zu dem Besucher aus dem ganzen Ruhrgebiet kommen. Hier hat die GEMA das getan, was Holger meint, sie tue es nicht. Sie hat Kontrolleure hingeschickt und Tantiemen für Weihnachtslieder angemahnt, in einer Höhe, die die Veranstalter nicht bezahlen konnten. Also geht es ab sofort ohne Weihnachtslieder. Rechtlich ist die Sache sogar bei Weihnachtsliedern so, dass Gebühren anfallen, denn diese Lieder werden immer in Bearbeitungen gespielt, deren Autoren meist noch leben. Hier gab es sogar eine Diskussion, dass die GEMA auch in Kindergärten und Schulen für das Singen von Liedern kassieren wollte, das könnte aber auch Gerücht sein.
Eichendorff, In der Fremde.
Aus der Heimat hinter den Blitzen rot/ da kommen die Wolken her,/ aber Vater und Mutter sind lange tot,/ es kennt mich dort keiner mehr./ Wie bald, wie bald kommt die stille Zeit,/ da ruhe ich aus und über mir/ rauscht die schöne Waldeinsamkeit,/ und keiner kennt mich auch hier (vertont von Robert Schumann).

Dr. Holger Kaletha

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Freitag, 18. Dezember 2015, 11:38

Zitat von »hami1799«

Zitat von »Dr. Holger Kaletha«
um gleichsam überdeutlich zu zeigen, dass eine Rechtspraxis nicht per se so hinzunehmen ist, wie sie existiert, nur weil sie existiert.


Das dürfte stimmen. Das hat mir ganz kürzlich ein Ladendieb in eben diesem Sinne ausgelegt.

Wenn Holger oder ich diesen Vergleich gebracht hätten, würde hami1799 jetzt vermutlich fragen, was das mit dem Urheberrecht zu tun hat. Nachdem er so etwas nun aber selbst bringt, sehe ich zwei Möglichkeiten, nämlich a) er führt damit etwas im Schilde, mit dem er seinen Gegnern in der Diskussion etwas auswischen will oder b) ...

... er will sagen, die feministischen Demonstranten für Rechtsreformen sind so etwas wie Ladendiebe... :D Die für eine funktionierende Demokratie schlechterdings grundlegende Unterscheidung von öffentlichem und privatem Vernunftgebrauch ("Beantwortung der Frage: Was heißt Aufklärung") ist nach fast 250 Jahren offenbar immer noch nicht begriffen... Erstaunlich! Aber Aufklärung ist halt ein mühsames Geschäft! :hello: