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  • »Joachim Schneider« ist männlich

Beiträge: 531

Registrierungsdatum: 31. Dezember 2013

271

Dienstag, 21. Januar 2014, 20:18

Hallo,

so sehr man als Freund der klassischen Musik auch -jenseits aller Elitediskussion- ein Sendungsbewußtsein entwickeln kann (und soll),um ggf. die jüngere Generation an das,was wir als wertvolle Musik betrachten,heranzuführen,so wenig sollte man sich aber auch dazu bereitfinden,alles,was wir als notwendig für eine ernsthafte Beschäftigung mit einem Musikerlebnis aus der Erfahrung vieler Generationen heraus ansehen,z.B. ein Minimum an musiktheoretischem Wissen,die Bereitschaft ein Konzert konzentriert zu erleben,sich ggf. etwas darauf vorzubereiten,etc.etc.,fahrenzulassen im verzweifelten Bemühen,die Relevanz der von uns geliebten Musik den Jugendlichen klarzumachen.
Wenn tatsächlich mittelfristig die klassische Musik "unter die Räder" kommen soll (was ich nicht glauben will),so nehme ich jetzt lieber die Position des aus der Zeit gefallenen Musik-Sauriers ein und freue mich,daß im Rahmen der mir noch verbleibenden Lebenszeit der Staat die Hochkultur (vermutlich) noch weiter subventionieren wird.

Viele Grüße

J.Schneider
"Die Musik steht hinter den Noten" (Gustav Mahler)

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 504

Registrierungsdatum: 12. August 2005

272

Mittwoch, 22. Januar 2014, 10:41

Ich will ja nicht typographisch elitär ;) wirken, aber es ist üblich, nach einem Komma ein Leerzeichen zu setzen. Deine Texte würden so besser lesbar und eventuelle Fehlformatierungen werden weniger wahrscheinlich.

Gerade bin ich auf ein ganz interessantes Link gestoßen:

http://artery.wbur.org/2013/12/26/classical-cds-2013

Hier hat jemand 10 Künstler (mit einem Schwerpunkt auf jüngeren Zeitgenossen und solchen mit Interesse für vergleichsweise zeitgenössische Musik) zusammengestellt oder zusammenstellen lassen. Nicht unbedingt bei Teenagern, aber bei jüngeren und "mittelalten" Erwachsenen, die prinzipiell kulturaffin sind, kann man vielleicht mit dem Fokus auf solche Musiker und zugängliche Musik des 20./21, Jhds. Interesse wecken.
Denn ein eigentümliches Phänomen, das noch nicht angesprochen wurde, ist ja, dass sowohl alte wie zeitgenössische bildende Kunst und Theater bei jüngeren Leuten weitaus bekannter und beliebter zu sein scheinen als Klassische (und zeitgenössische nicht populäre) Musik.

  • »Joachim Schneider« ist männlich

Beiträge: 531

Registrierungsdatum: 31. Dezember 2013

273

Mittwoch, 22. Januar 2014, 13:00

...werde dies in Zukunft beachten.Normalerweise tippe ich längere Texte nie selbst, sondern diktiere diese und lasse sie schreiben.Daher -mit dem 2-Finger-Suchsystem voll ausgelastet- stand die Typographie bisher nicht auf Platz 1 meines mentalen Lastenheftes.

Wenn man darüber nachdenkt, fällt tatsächlich das von Dir erwähnte Phänomen auf (zeitgenössische Bildende Kunst und Theater versus Klassische Musik).Man braucht nur das Publikum in Sinfoniekonzerten mit demjenigen in Kunstmuseen, speziell mit solchen zeitgenössischer Kunst zu vergleichen.Hier in Bonn ist die durchschnittliche Altersstruktur bei vielen Veranstaltungen des Beethovenfestes eine völlig andere, als man bei Besuchen im Bonner Kunstmuseum feststellen kann.

Viele Grüße

J.Schneider
"Die Musik steht hinter den Noten" (Gustav Mahler)

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 504

Registrierungsdatum: 12. August 2005

274

Freitag, 24. Januar 2014, 13:25

Wer Zeit hat und englisch liest, kann sich mal mit Überlegungen des amerikanischen Musik-Kritikers (u.a. Vanity Fair) und Dozenten (Juilliard) Greg Sandow befassen. Er beschreibt natürlich die Situation in den USA, aber es gibt sicher Gemeinsamkeiten. Es gibt sowohl ein Blog als auch anscheinend einen Buchentwurf, der einige Jahre alt ist (ich habe nicht herausgefunden, ob das komplett als Buch veröffentlicht wurde)

Ich habe das natürlich nicht alles gelesen, aber es werden ähnliche Themen angesprochen wie hier im Thread und Sandow hat für die USA einige Daten, die eine erhebliche Alterung des Publikums (deutlich über die Alterung der Gesamtgesellschaft hinaus) belegen (interessanterweise kann er als ein Gebiet, in dem das noch deutlicher ist, Modelleisenbahnen anführen).

http://www.artsjournal.com/sandow/2013/1…f-a-crisis.html
http://www.artsjournal.com/greg/2009/09/…ns_book_02.html

hasiewicz

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  • »hasiewicz« ist männlich

Beiträge: 854

Registrierungsdatum: 16. September 2012

275

Freitag, 24. Januar 2014, 13:51

Normalerweise tippe ich längere Texte nie selbst, sondern diktiere diese und lasse sie schreiben.


Vermutlich auch eine Form von Arbeitsteilung, die zunehmend von Aussterben "bedroht" ist... ;)

Herzliche Grüße

Christian

  • »Joachim Schneider« ist männlich

Beiträge: 531

Registrierungsdatum: 31. Dezember 2013

276

Freitag, 24. Januar 2014, 15:03

Hallo,

ja, das ist wirklich war.In meinen jüngeren Jahren bestand nie die Notwendigkeit, Arztbriefe oder Gutachten selbst zu schreiben, sodaß in der Regel das Zweifinger-Suchsystem -zumindest für die Mediziner- für den seltenen Fall völlig ausreichte, schnell einmal einen Text zu Papier bringen zu müssen.
Was ich hier im Forum schreibe, ist für meine Verhältnisse schon schreibtechnisch "Heavy Duty".

Viele Grüße

J.Schneider
"Die Musik steht hinter den Noten" (Gustav Mahler)

lutgra

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  • »lutgra« ist männlich

Beiträge: 5 143

Registrierungsdatum: 9. April 2013

277

Freitag, 24. Januar 2014, 15:29

interessanterweise kann er als ein Gebiet, in dem das noch deutlicher ist, Modelleisenbahnen anführen
Briefmarken sammeln dürfte eine weitere aussterbende Passion sein. Als ich Jugendlicher war, hat fast jeder eine gewisse Zeit Briefmarken gesammelt und auch sein Taschengeld dahingehend investiert. Ich kannte mehrere Väter, die das ausgiebig als Hobby betrieben. Jetzt wo ich selbst Vater bin, kenne ich weder Jugendliche und auch in meiner Generation niemanden. Auch die dazugehörigen Läden verschwinden einer nach dem anderen.

Die in den von Dir eingestellten Beiträgen beschriebene Situation aus USA wird auch seit vielen Jahren vom Herausgeber des American Record Guide (dem Pendant zum Fonoforum) in ganz ähnlicher Weise beschrieben. Da es in USA praktisch kaum Steuergeld für Kultureinrichtungen gibt, dürfte deren Verschwinden natürlich noch viel schneller vor sich gehen als bei unseren hochsubventionierten Einrichtungen. Die Mehrzahl der amerikanischen Orchester sind hochverschuldet und quasi pleite. Und wenn sich dann irgendwann kein potenter Sponsor in letzter Minute mehr findet, ist es schnell vorbei (s. New York City Opera). Ob die Entwicklung in Europa auch so ablaufen wird, weiß ich nicht. Ich kenne die hiesigen Zahlen nicht. Gefühlt mache ich mir aber auch Sorgen, auch deshalb weil unsere Politiker immer noch allzu sorglos das Geld ausgeben, trotz 2 Billionen Schulden.

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 504

Registrierungsdatum: 12. August 2005

278

Freitag, 24. Januar 2014, 16:57

Es gibt in den USA durchaus öffentliche Kultureinrichtungen und als weitere Subvention natürlich die Möglichkeit, Stiftungen und Spenden steuerlich geltend zu machen. Das Problem ist nicht zu wenig Geld, sondern nicht genügend nachwachsende Interessenten (was natürlich nicht nur Besucher, sondern auch potentielle Sponsoren betrifft).
Und OT: Staaten müssen weiterhin Schulden machen (da man sonst sein Geld nicht sicher anlegen kann). Es besteht aber, glaube ich, keine Gefahr, dass die Kulturförderung bei den öffentlichen Ausgaben gegenüber Projekten wie Flughafen Berlin, Stuttgart 21 oder Elbphilharmonie (die man nicht als Förderung klassischer Musik werten sollte) den Kohl fett macht. ;)

Ich habe, wie gesagt, noch lange nicht alles gelesen, aber Sandow sieht ähnlich wie einige hier wohl auch im "erstarrten" Konzertbetrieb ein Problem, eher klassikferne potentielle Hörer anzusprechen. Er sammelst einiges an Informationen zur historischen Entwicklung des modernen Konzertbetriebs etc.

hami1799

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  • »hami1799« ist männlich

Beiträge: 3 438

Registrierungsdatum: 6. Februar 2012

279

Freitag, 24. Januar 2014, 17:20

aber es ist üblich, nach einem Komma ein Leerzeichen zu setzen.
Und was hast Du gegen Punkte?

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 504

Registrierungsdatum: 12. August 2005

280

Freitag, 24. Januar 2014, 17:38

aber es ist üblich, nach einem Komma ein Leerzeichen zu setzen.
Und was hast Du gegen Punkte?

o.k., es folgt meines Wissens nach jedem Satzzeichen ein Leerzeichen, mit Ausnahme von "Anführungszeichen", oder falls ein anderes Satzzeichen folgt. Vor den meisten Satzzeichen steht kein Leerzeichen, die gegenteilige Praxis nannte man früher im Internet "plenken".

lutgra

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  • »lutgra« ist männlich

Beiträge: 5 143

Registrierungsdatum: 9. April 2013

281

Freitag, 24. Januar 2014, 19:48

Es besteht aber, glaube ich, keine Gefahr, dass die Kulturförderung bei den öffentlichen Ausgaben gegenüber Projekten wie Flughafen Berlin, Stuttgart 21 oder Elbphilharmonie (die man nicht als Förderung klassischer Musik werten sollte) den Kohl fett macht.
Ich befürchte nur noch mitzuerleben, dass wir uns all diese Dinge nicht mehr leisten können. Alleine bei Deutschlands Brücken besteht ein Renovierungs/Neubaubedarf in zweistelliger Milliardenhöhe. Und außerdem, man muss sein Geld ja nicht anlegen, man könnte es auch dem Statt geben, um die Schulden zurückzufahren :D .

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 504

Registrierungsdatum: 12. August 2005

282

Samstag, 25. Januar 2014, 10:01

Es besteht aber, glaube ich, keine Gefahr, dass die Kulturförderung bei den öffentlichen Ausgaben gegenüber Projekten wie Flughafen Berlin, Stuttgart 21 oder Elbphilharmonie (die man nicht als Förderung klassischer Musik werten sollte) den Kohl fett macht.
Ich befürchte nur noch mitzuerleben, dass wir uns all diese Dinge nicht mehr leisten können. Alleine bei Deutschlands Brücken besteht ein Renovierungs/Neubaubedarf in zweistelliger Milliardenhöhe. Und außerdem, man muss sein Geld ja nicht anlegen, man könnte es auch dem Staat geben, um die Schulden zurückzufahren :D .

Nein, Man will ja Zinsen darauf kriegen. Und Lebensversicherungen u.a. dürfen größtenteils nur in sichere Anlagen wie Staatsanleihen investieren.
"Wir" könnten uns alle diese Dinge "leisten". Wir haben weder einen Krieg noch eine Sintflut oder Erdbeben hinter uns, die Wirtschaft ist beinahe durchgehend gewachsen. Wenn wir uns scheinbar weniger "leisten" können als vor 40 Jahren, liegt das nicht daran, dass kein Geld da wäre, sondern daran, dass das Geld anders verteilt wird (nämlich zu dem einen Prozent) und deswegen nicht für Infrastruktur u.ä. zur Verfügung steht. (Und dass, gerade im Bereich der Infrastruktur, idiotischen Prestigeprojekten Vorrang vor dem Erhalt der Substanz wie der schon bestehenden Brücken usw. eingeräumt wird.)

Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

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Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

283

Samstag, 25. Januar 2014, 10:35

Und außerdem, man muss sein Geld ja nicht anlegen, man könnte es auch dem Statt geben, um die Schulden zurückzufahren .


Das machen wir doch längst. :( Die dramatische Senkung des Zinssatzes weit unter das Inflationsniveau ist doch nichts anderes als die schleichende Enteignung der so genannten Sparer. Und der Staat kann seine Schulden nur dadurch zurückfahren, indem er im Umkehrschluss weniger Zinsen bezahlen muss. Respekt für die gute Idee.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Bernward Gerlach

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  • »Bernward Gerlach« ist männlich

Beiträge: 2 734

Registrierungsdatum: 19. November 2009

284

Samstag, 25. Januar 2014, 17:13

man könnte es auch dem Statt geben, um die Schulden zurückzufahren .
Soll wohl ein Witz sein, oder ist der Staat gemeint. Aber der holt sich doch durch Steuern und Soli sowieso schon genug. Was denn noch?

LG, Bernward

"Nicht weinen, dass es vorüber ist
sondern lächeln, dass es gewesen ist"
Waldemar Kmentt (1929-2015)


lutgra

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  • »lutgra« ist männlich

Beiträge: 5 143

Registrierungsdatum: 9. April 2013

285

Sonntag, 26. Januar 2014, 10:29

Wenn wir uns scheinbar weniger "leisten" können als vor 40 Jahren, liegt das nicht daran, dass kein Geld da wäre, sondern daran, dass das Geld anders verteilt wird (nämlich zu dem einen Prozent) und deswegen nicht für Infrastruktur u.ä. zur Verfügung steht.
Da hat Du völlig recht, und was macht dieses 1% mit dem Geld: es wird nicht in die Zukunft des Landes investiert, sondern in Spekulationsblasen vernichtet. Um dann als zusätzliche Schulden bei uns wieder anzukommen.
Aber der holt sich doch durch Steuern und Soli sowieso schon genug. Was denn noch?

Aber wer ist denn der Staat? Das bist Du, und ich und alle anderen hier. WIR haben die 2 Billionen Euro Schulden aufgehäuft, niemand sonst. Wir sind vielleicht nicht einzeln gefragt worden, aber haben unsere gewählten Vertreter auch nicht daran gehindert, es in unserem Namen zu tun.

  • »Joachim Schneider« ist männlich

Beiträge: 531

Registrierungsdatum: 31. Dezember 2013

286

Montag, 27. Januar 2014, 16:55

Hallo,

selbst wenn man vernunftwidrigerweise optimistisch in die Zukunft schauen will, kann man nicht umhin, im Hinblick auf die Kulturförderung Alarmsignale zuhauf wahrzunehmen.
Auf kommunalem Sektor, wo die Förderung vieler Kulturprojekte zu den sog. "freiwilligen Leistungen" zählt, hat z.B. in Bonn schon ein Verteilungskampf zwischen "Kultur und Sport" begonnen; man braucht nicht lange zu raten, wer mittelfristig hier den Kürzeren ziehen wird.

Die Mitglieder des Beethoven-Orchesters haben vor längerer Zeit eine Werbeaktion zugunsten des projektierten neuen Beethoven-Konzertsaals unternommen und Bürger auf der Straße angesprochen.
Der Grundtenor vieler Statements war hier: Beethoven und der neue Konzertsaal sind gut und schön, aber zunächst sollen Kitas gebaut und die bestehenden Schulen endlich renoviert werden.
Dabei kann ich diese Bürger in gewissem Maße sogar verstehen.

Wie sollten in kultureller Hinsicht alles genießen, was vorhanden ist und solange es noch vorhanden ist!

Viele Grüße

J.Schneider
"Die Musik steht hinter den Noten" (Gustav Mahler)

zweiterbass

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  • »zweiterbass« ist männlich

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287

Montag, 27. Januar 2014, 19:31

"Wir" könnten uns alle diese Dinge "leisten". Wir haben weder einen Krieg noch eine Sintflut oder Erdbeben hinter uns, die Wirtschaft ist beinahe durchgehend gewachsen. Wenn wir uns scheinbar weniger "leisten" können als vor 40 Jahren, liegt das nicht daran, dass kein Geld da wäre, sondern daran, dass das Geld anders verteilt wird (nämlich zu dem einen Prozent) und deswegen nicht für Infrastruktur u.ä. zur Verfügung steht. (Und dass, gerade im Bereich der Infrastruktur, idiotischen Prestigeprojekten Vorrang vor dem Erhalt der Substanz wie der schon bestehenden Brücken usw. eingeräumt wird.)

Die dramatische Senkung des Zinssatzes weit unter das Inflationsniveau ist doch nichts anderes als die schleichende Enteignung der so genannten Sparer. Und der Staat kann seine Schulden nur dadurch zurückfahren, indem er im Umkehrschluss weniger Zinsen bezahlen muss. Respekt für die gute Idee.

Da hat Du völlig recht, und was macht dieses 1% mit dem Geld: es wird nicht in die Zukunft des Landes investiert, sondern in Spekulationsblasen vernichtet. Um dann als zusätzliche Schulden bei uns wieder anzukommen.


:jubel: :jubel: :jubel:

Endlich mal realistische Beiträge - jenseits von "Quellen der Freude".

Da kommt bei mir wahre Freude auf.

zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

hami1799

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  • »hami1799« ist männlich

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288

Montag, 27. Januar 2014, 20:21

Endlich mal realistische Beiträge

Wo denn? Ein Hinweis auf die Fundstelle wäre angebracht.

zweiterbass

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  • »zweiterbass« ist männlich

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289

Montag, 27. Januar 2014, 21:56

Die Zitate.
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Tapio

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  • »Tapio« ist männlich

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290

Mittwoch, 5. Februar 2014, 07:13

Sind die Medien schuld? Ich halte sie nur für einen Verstärker.
Ich höchstselbst trage eine Mitschuld! Wenn ich auf der Arbeit Musik höre, oder anderswo, wo dann jemand dazukommt, mache ich die Musik aus. Kein Sendungsbewusstsein. Denn aus Erfahrung ernte ich nur Unverständnis, ja ich gerate beinahe in Rechtfertigungsdruck. Erkläre ich irgend etwas, werde ich ohnehin nicht verstanden bzw. man hört normalerweise auch nur auf halbem Ohr zu. Meine Interessen bleiben daher meine Interessen; ich teile sie nicht. Ich bin das gewohnt.

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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Registrierungsdatum: 12. August 2005

291

Mittwoch, 5. Februar 2014, 09:08

Du kriegst meines Wissens aber nicht jeden Monat eine verbindliche Zwangsgebühr von uns und hast entsprechend auch keinen Kulturauftrag...

Ich glaube auch nicht, dass in erster Linie die Medien schuld sind und auch die aus heutiger Sicht "staubigen" öffentlich-rechtlichen bis in die 80er Jahre waren ja anscheinend nur mäßig erfolgreich bei der Kulturvermittlung, obwohl "Hochkultur" weitaus präsenter war (und politische Sendungen himmelweit über dem Niveau von Jauch, Lanz etc.).
Aber dass in den letzten knapp 30 Jahren eine sehr zügige Anpassung nicht nur an den kleinsten gemeinsamen Nenner stattgefunden hat, die ÖR mit daily soaps, Klatsch&Tratsch und dämlichen Spielshows den privaten Konkurrenz machen (und auf Kulturvermittlung und Aufklärung sch...n), sondern die privaten TV-Sender menschenverachtende Tiefen erreichen, die sich vor 30 Jahren kein normaler Mensch vorstellen konnte, ist kaum zu bestreiten. 8 Millionen Menschen (oder gar Haushalte) glotzen Dschungelcamp, ich weiß nicht wieviele eher noch schlimmere Formate wie Biggest Loser oder der Messie von Nebenan oder was weiß ich.

Natürlich dienen Medien auch als Verstärker. Aber gerade das Privatfernsehen hat Bedürfnisse geweckt, die zwischendurch schonmal in zivilisiertere Bahnen gelenkt worden waren...
Und selbst wenn die ÖR-Sender beim Übelsten nicht mitmachen, haben sie die Anpassung "nach unten" mitgemacht. Und entsprechend auch alles, was nur von weitem wie Klassik aussieht, größtenteils verbannt.