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sagitt

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  • »sagitt« ist männlich
  • »sagitt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 558

Registrierungsdatum: 1. November 2004

1

Montag, 1. Mai 2006, 17:53

Schumann: Der Rose Pilgerfahrt

Sagitt meint:

Von Schumann 1851 komponiert.

"Johannis war gekommen,
Der Erde Hochzeittag,
Wo sie als Braut am Herzen
Des lieben Frühlings lag.
Die Elfen tanzen durch die Nacht und eine der Rosen singt und klagt, daß sie nie das erleben kann, wovon die Mädchen erzählen, wenn sie verliebt sind. Sie will auf die Erde, ein Mädchen werden, um die Liebe kennenzulernen. Nach langem Bitten darf sie es - sie soll ein Mädchen sein und Rosa heißen.Ihre ersten Erlebnisse auf der Erde sind entmutigend: sie bittet um Obdach und wird abgewiesen, sie erlebt, wie ein Mädchen ihres Alters, des Müllers Töchterlein, begraben wird, weil sie aus Liebe gestorben ist. Aber dann wird auch sie freundlich aufgenommen und schließlich nehmen die Müllersleute sie als Tochter an. Jetzt ist sie überall bekannt und beliebt, "Schön Röschen" heißt sie im Dorf und mancher junge Mann verzehrt sich nach ihr. Ihr Herz gewinnt aber Max, der Försterssohn:
O sel'ge Zeit, da in der Brust
die Liebe auferblüht
und morgenhell das Angesicht
in ihrer Wonne glüht!
Und am Bach, in der Mühle, die schon von manchem Liebeskummer weiß, wird nun Hochzeit gefeiert und nach einem Jahr hält Schön Röschen ein Kind im Arm, und ihr Lebenspfand aus der Elfenwelt, die Rose, die sie immer in der Hand behalten sollte, gibt sie nun dem Kind und sie selbst kehrt zurück in Himmelshöh'n. ( Zitat aus dem Netz)
Kitsch ? Ich kenne eine Aufnahme von Creed mit Oelze,Remmert,Güra,Müller Brachmann und dem Rias-Kammerchor. Wenn ich nicht so sehr dem Text folge, ist das interessante Musik, hervorragend präsentiert. Ich traue mich damit heraus, weil Alfred ja anmahnt, wie wir hier Schumann verhandeln, nicht gerade ignorieren,aber auch nicht gerade " verwöhnen".
Jedenfalls sind die Duette von Oelze und Remmert sehr gut anhörbar, und Güra ist so recht nach meinem Geschmack.Ein lyrischer Tenor.

  • »Alexander Gliese« ist männlich

Beiträge: 37

Registrierungsdatum: 1. Juli 2006

2

Mittwoch, 5. Juli 2006, 22:00

Hallo Sagitt,

da hat Alfred, wie so oft, tatsächlich recht, und das trifft sogar mich persönlich. Duplizität der Ereignisse: Ich bin gerade dabei, mein angesichts seines Ranges peinlich schmales Schumann-Repertoire zu erweitern. Der Rose Pilgerfahrt könnte mir auch gefallen, ich habe mal in ein paar Hörproben zu der von Dir angesprochenen Aufnahme hineingehört. Ich werde sie mir zulegen, der Preis ist ja gut überschaubar.
Grüße aus Eisenach
Alexander

dr.pingel

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  • »dr.pingel« ist männlich

Beiträge: 3 857

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

3

Samstag, 19. Februar 2011, 18:48

Neues von der "Rose"

Ich kannte die "Rose" überhaupt nicht, bis ich sie am 19.9.2010 im WDR 3 mitgeschnitten habe. Nachdem ich das Stück ein paar Mal gehört habe, bin ich richtig süchtig danach geworden. Zum Inhalt ist hier oben alles gesagt. Es gibt die Rose in der Klavierfassung und mit Orchester; die Orchesterfassung würde ich unbedingt vorziehen. Ich habe bei jpc auch in die vorhandenen Aufnahmen hineingehört, aber die Rose aus dem Radio ist die schönste. Warum? Nun, Christoph Spering führt sie mit seinem "Neuen Orchester" auf, mit Originalinstrumenten und wunderschönem Klang (die Hörner!!). Dazu hat er seinen fabelhaften jungen Chor, den Chorus musicus, der mit einer Klarheit und Schönheit (alles junge Stimmen) singt, die von den übrigen Chören nicht erreicht wird. Man höre nur die Chöre Nr. 8 (Wie Blätter am Baum, mein Lieblingsstück) und Nr. 24, den Schlusschor der Engel. Leider sind bei den anderen Aufnahmen die Männer besser (etwa Christoph Prégardien), es ist wirklich immer das alte Lied, die beiden Männer (Erzähler und Totengräber) sind der Schwachpunkt! Aber die Frauenstimmen sind betörend schön, allen voran die junge Britta Stallmeister, von der ich noch nie gehört habe. Sie singt noch klarer und mädchenhafter (genau einen solchen Sopran braucht die Rolle, keine Opernstimme!) als Helen Donath und das muss man ja erstmal zu Wege bringen. Zwischen dem 1. und dem 2. Teil gibt Christoph Spering Erläuterungen zum Stück und zur Aufnahme, dabei erwähnt er auch eine Einspielung, die er vorher schon gemacht hat. Diese Einspielung wird bei jpc aber nicht geführt. Es tut mir ja leid, dass ich hier eine Einspielung empfehle, die im Handel nicht erhältlich ist, aber was soll ich machen. Dazu kommt als Glücksfall noch, dass es in meiner Mülheimer Stadtbücherei einen alten Klavierauszug von dem Stück gibt (um 1900), sodass man es noch besser verfolgen kann. hat.

Fazit: wenn mich ein Freund fragen würde: "Was ist Romantik in der Musik?", dann würde ich ihm erstmal dieses Stück vorspielen!
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (M.Brzoska, dt. Aphoristiker)

Travinius

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Beiträge: 995

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

4

Samstag, 19. Februar 2011, 19:05

Im vergangenen Jahr hat meine Frau (als Mitglied des Düsseldorfer Musikvereins) das Stück in der Düsseldorfer Tonhalle aufgeführt, als Bestandteil des Programms, den gesamten Schumann in Düsseldorf aufzuführen.

Es ist in der Tat ein zauberhaftes Stück. Die Apotheose der Rose am Ende ist in der Tat reinste Romantik, das Stück ist ein unaufdringliches, fein ausgearbeitetes Kleinod Schumannscher Kunst. Es war ein sehr erbaulicher Abend.
LuciusTravinius Potellus

Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

Harald Kral

Erleuchteter

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Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

5

Samstag, 19. Februar 2011, 19:16

Spering

Lieber Dr. Pingel,

die Aufnahme von Spering auf CD liegt nun auch schon ein Dutzend Jahre zurück, unter Sammlern (z.B. amazon Marketplace) wird sie manchmal (teuer) angeboten. Das waren damals (ich habe sie nur 1 x gehört) allerdings alles Opernprofis, die da sangen:

Der Rose Pilgerfahrt op. 112
von Robert Schumann
Aufnahme: Okt. 1996, Studio, Köln
Dirigent: Christoph Spering
Das Neue Orchester Köln
Chorus Musicus Köln
Chorleitung: Christoph Spering
Kommentar: Orchesterfassung 1852

Feenkönigin: Claudia Schubert
Marthe: Claudia Schubert
Max: Rainer Trost
Müller: Jochen Kupfer
Müllerin: Claudia Schubert
Rose: Camilla Nylund
Totengräber: Andreas Schmidt



Der Plattenaufnahme voraus gingen öffentliche Aufführungen in der Kölner Philharmonie. Als Chor wurde damals angegeben "Mülheimer Kantorei".

LG

:hello:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Harald Kral

Erleuchteter

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Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

6

Montag, 28. Oktober 2013, 17:39

Tamino-Oratorienführer


Eine ausführliche Inhaltsangabe nebst Discographie zu diesem Stück gibt es in unserem Tamino-Oratorienführer, verfasst von unserem Tamino Musikwanderer:

SCHUMANN, Robert Alexander: DER ROSE PILGERFAHRT
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)