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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

pianoflo

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Registrierungsdatum: 13. März 2005

1

Montag, 3. Oktober 2005, 00:06

Der beste musikalische Allrounder unserer Tage

Hallo,

Irgendwie bin ich im Verlauf dieses trüben Tages darauf gekommen, dass in unserer heutigen hochspezialisierten Zeit der Allrounder immer weniger gefragt ist. Natürlich auch bezogen auf die Musik:

Zum Beispiel waren früher die meisten Komponisten selbstverständlich auch Dirigenten und Pianisten oder Instrumentalisten ihrer eigenen Werke. Mozart war sowohl Solist bei seinen Violinkonzerten als auch bei seinen Klavierkonzerten. Ich kenne keinen Musiker, dem ich heutzutage eine solche Leistung zutrauen würde.

Heutzutage erkenne ich folgende Tendenz: Instrumentalisten steigen irgendwann um aufs Dirigieren, mit mehr oder weniger großem Erfolg.

Barenboim, Ashkenazy, Pletnev, Menuhin, die Liste lässt sich wohl noch recht lang fortführen.

Nun die Frage: Vor welchem Allrounder habt ihr am meisten Respekt, wer leistet eurer Meinung nach das meiste auf den einzelnen Gebieten und insgesamt, oder sagt ihr rigoros: Schuster bleib bei deinen Leisten.

Ich habe natürlich meine Präferenzen, die ich aber in bester Tradition erst im Verlauf dieses Threads (ist übrigens mein erster eigener) nennen werde.

Gruß, flo
"Das Leben ist zu kurz für schlechte Musik"

Wise Guys 2000

bubba

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Registrierungsdatum: 20. März 2005

2

Montag, 3. Oktober 2005, 00:22

Obwohl er nicht mehr lebt:


Glenn Gould
Das Frühstück ist ihm viel zuviel Zeremonie. Die ganze Lächerlichkeit kommt zum Ausdruck, wenn ich den Löffel in die Hand nehme. Die ganze Sinnlosigkeit. Das Zuckerstück ist ja ein Anschlag gegen mich. Das Brot. Die Milch. Eine Katastrophe. So fängt der Tag mit hinterhältiger Süßigkeit an.

Theophilus

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3

Montag, 3. Oktober 2005, 01:58

Ich stosse ins gleiche Horn: ein wirklich großer Allrounder war Leonard Bernstein.

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

ThomasBernhard

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Registrierungsdatum: 21. Januar 2005

4

Montag, 3. Oktober 2005, 18:54

Na dann will ich doch tatsächlich mal einen Künstler "unserer Tage" nennen, nämlich den im Einführungsbeitrag erwähnten Daniel Barenboim!

Ich weiß, daß er bei einigen im Forum nicht sonderlich beliebt ist, aber ich schätze ihn durchaus. Diese Tage hat seine Einspielung des WTK II bei Gramophone Pluspunkte gesammelt (Top 10 des Monats!).

Ich habe nicht sehr viele Einspielungen von ihm, aber am Klavier überzeugte er mich mit Beethovens Fünftem Klavierkonzert (Europakonzert aus Meiningen), sein politisch-humanitäres Engagement finde ich beachtlich und als Dirigent schätze ich ihn wegen seines breiten Repertoires und seiner unaufgeregten Art auch sehr, kaufe immer wieder gerne Aufnahmen mit ihm als Dirigenten (Bruckner, Berlioz, Wagner, Beethoven, Mozart, ...)

und wenn seine Interpretationen von Bach und Beethoven am Klavier auch manchem als zu "weich" empfunden werden - na ist doch nicht schlimm, weiche Aufnahmen braucht es doch auch manchmal. Kitschig ist er nicht.
Frauen und Kinder zuerst

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D.Minor

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5

Montag, 3. Oktober 2005, 19:48

vor nicht allzu langer zeit sah, viel wichtiger hörte ich, gemeinsam mit unserem lieben beobachter, barenboim als begleiter thomas quasthoffs bei der winterreise. und auch hier konnte er mich vollends überzeugen.
bin also derselben meinung.
lg
d.
Es gibt kaum etwas Schöneres, als dem Schweigen eines Dummkopfes zuzuhören

ThomasBernhard

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6

Montag, 3. Oktober 2005, 20:18

Als ich gerade diese CD hörte



ist mir wieder bewußt geworden, daß (repertoireabhängig) Mstislav Rostropowitsch nicht nur ein brauchbarer Celist und Dirigent ist, sondern zudem auch noch ein guter Liedbegleiter am Klavier!

(mußte mir neulich (im richtigen leben) von einer hochnäsigen jungen Göre sagen lassen, daß "Rostropoeitsch gar nicht dirigieren kann". Das mag ja im Einzelfall vielleicht so aussehen - seine Resultate auf CD überzeugen mich aber doch häufig)
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Engelbert

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7

Montag, 3. Oktober 2005, 20:51

Sänger auf Abwegen

Was selten vorkommt, dass ein Opernsänger auf das Dirigieren umsteigt. Ich nenne Placido Domingo. Auf Tonträger vielleicht mal ein Sängerporträt, ein Neujahrskonzert oder eine Fledermaus. Aber mit wirklich anspruchsvollen Aufgaben werden dirigierende Sänger nicht betraut.

Nicht, weil die Künstler dieser Aufgabe nicht gewachsen sind, sondern
weil in der Vorstellung des Konsumenten, eine solche Entgleisung als Paradoxon gewertet wird. Eine dirigierende Christa Ludwig kann ich mir auch nicht vorstellen, selbst wenn die Verehrte diese Ambition hätte.

Wenn die Stimme zum Teufel ist, bleiben nur die pädagogischen Sommerkurse.

Ich glaube, Schreier und Fischer-Diskau durften auch mal ran.
Keiner wollte die Produkte kaufen.

:angel:

ThomasBernhard

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8

Montag, 3. Oktober 2005, 21:00

RE: Sänger auf Abwegen

Ja. DFD durfte mal eine Einspielung von Mahlers Lied von der Erde, was ja eine wirklich anspruchsvolle Aufgabe ist, leiten!

Habe diese Aufnahme leider nie gehört und auch vergessen, wer die Solisten sind und welches Orchester das war. Erschien glaube ich bei EMI.

Schreir dirigiert aber unentwegt, wenn ich da beispielsweise an sein Mozartrequiem denke... :kotz:
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Theophilus

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9

Montag, 3. Oktober 2005, 21:28

Maazel ??? - Maazel !

Genaugenommen - wenn ich es mir recht überlege - muß man unter den Lebenden Lorin Maazel als einen der führenden Kandidaten des Universalismus einstufen.

Als Dirigent bekannt (na ja berühmt!), als Geiger schon weniger (Neujahrskonzerte!) - aber er ist ausgebildeter Violonist, und schließlich aktiver Komponist. Da hat er zur Zeit nicht allzuviele Konkurrenz.


Pierre Boulez kann man als Doppelbegabung gelten lassen: Komponist und Dirigent. Als ausübender Musiker ist er mir kein Begriff.

Ciao

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10

Montag, 3. Oktober 2005, 22:40

RE: Sänger auf Abwegen

Zitat

Original von ThomasBernhard
Ja. Dietrich Fischer-Dieskau durfte mal eine Einspielung von Mahlers Lied von der Erde, was ja eine wirklich anspruchsvolle Aufgabe ist, leiten!

Habe diese Aufnahme leider nie gehört und auch vergessen, wer die Solisten sind und welches Orchester das war. Erschien glaube ich bei EMI.


es gibt/gab etliche Aufnahmen mit Fi-Di als Dirigent; ich habe z.B. recht ordentliche Sinfonien #5 und #8 von Schubert. Über eine Brahms 4 und Berlioz' Harold habe ich sehr gutes gehört. Schumann und Wolf ebenso.

Zitat


Schreir dirigiert aber unentwegt, wenn ich da beispielsweise an sein Mozartrequiem denke... :kotz:


Was stimmte damit nicht? Habe ich ebenfalls gut in Erinnerung. Es gibt auch alle großen Bach-Chorwerke von Schreier geleitet, die kenne ich aber nicht.

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
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Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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11

Montag, 3. Oktober 2005, 22:40

RE: Maazel ??? - Maazel !

Zitat

Original von Theophilus
Genaugenommen - wenn ich es mir recht überlege - muß man unter den Lebenden Lorin Maazel als einen der führenden Kandidaten des Universalismus einstufen.

Als Dirigent bekannt (na ja berühmt!), als Geiger schon weniger (Neujahrskonzerte!) - aber er ist ausgebildeter Violonist, und schließlich aktiver Komponist. Da hat er zur Zeit nicht allzuviele Konkurrenz.


Maazel ist (war?) definitiv hochbegabt; mit Anfang 20 war er kurz davor, zugunsten eines Mathematikstipendiums für Harvard (oder einer anderen renommierten Ostküstenuniversität) die Musik aufzugeben.

Andre Previn war in seiner Jugendzeit ein gefragter Pianist (allerdings wohl mehr Jazz) und hat inzwischen (nicht nur) für seine Frau auch komponiert.

(Mir sind weder Previns noch Maazels Kompositionen bekannt, meine mich aber zu erinnern, dass sie eher durchwachsen aufgenommen wurden :rolleyes: ).

Sehr viele Dirigenten haben auch komponiert (zB Furtwängler, Klemperer), eher wenig ist davon übriggeblieben...

viele Grüße

JR
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Norbert

Moderator

  • »Norbert« ist männlich

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12

Montag, 3. Oktober 2005, 23:23

RE: Maazel ??? - Maazel !

Zitat

Original von Johannes Roehl

Andre Previn war in seiner Jugendzeit ein gefragter Pianist (allerdings wohl mehr Jazz) und hat inzwischen (nicht nur) für seine Frau auch komponiert.


Previn hat, soweit ich es in Erinnerung habe, auch einige Filmmusiken komponiert.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

ThomasBernhard

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13

Dienstag, 4. Oktober 2005, 00:45

RE: Sänger auf Abwegen

Zitat

Original von Johannes Roehl

Zitat


Schreir dirigiert aber unentwegt, wenn ich da beispielsweise an sein Mozartrequiem denke... :kotz:


Was stimmte damit nicht? Habe ich ebenfalls gut in Erinnerung. Es gibt auch alle großen Bach-Chorwerke von Schreier geleitet, die kenne ich aber nicht.


Ich besitze die Aufnahme gottlob nicht, mußte sie aber vor ein paar Monaten ausschnitweise mehrfach hören. Was genau daran schrecklich ist, kann ich jetzt genau nicht sagen, ausser, daß ich eigentlich alles schrecklich fand.

Daß die Aufnahme in einer so renomierten Edition wieder auftaucht ist mir schleierhaft.



oder hat sonst noch jemand Schreiers Mozartrequiem ins Herz geschlossen?
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Theophilus

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14

Dienstag, 4. Oktober 2005, 00:53

André Previn

Ja natürlich, den guten André habe ich ganz vergessen. Dieser war in den 1950ern und 1960ern intensiv im Filmgeschäft tätig.
Er hat viele Filmmusiken geschaffen (die bekanntesten wohl Elmer Gantry, One Two Three, Irma La Douce und The Music Lovers - Ken Russells Tschaikovsky-Film).
Weiters war er bei so unbedeutenden Filmen wie Kiss Me, Kate , Silk Stockings, Gigi, Porgy and Bess, My Fair Lady und Jesus Christ Superstar Dirigent und Musikalischer Leiter.

Unnötig zu erwähnen, dass diese Karriere in der "leichten Muse" ihm später in der klassischen Musik lange nachgetragen wurde, und er lange nicht so recht voll genommen wurde. Mittlerweile ist er aber auch als Komponist ganz seriös (Violinkonzert für seine Frau ASM).

Ciao

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teleton

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15

Dienstag, 4. Oktober 2005, 10:34

Vladimir Ashkenazy

Hallo Taminoaner,

der größte Allrounder ist sicherlich leonard bernstein, für den es kaum ein besseres Beispiel gibt - als Komponist, Dirigent und Klaviersolist.

Aber unser Thema lautet "Der beste Allrounder unserer Tage" und dazu gehören dann nur lebende Künster.
Ich möchte deshalb Vladimir Ashkenazy zur Sprache bringen, der mir als Klaviervirtuose schon sehr viel Freude durch seine TOP-Aufnahmen bereitet hat und heute noch mehr durch seine hervorragenden DECCA-Aufnahmen als Dirigent.

:) Ganz besonders herausstellen möchte ich dabei diese CD´s (alles DECCA), die für mich Referenzqualität haben:

1.) Prokofieff: Romeo und Julia - Ballett, Cinderella - Ballett, Klavierkonzert Nr.3
2.) Rachmaninow: Sinfonien Nr.1 -3 und Sinfonische Tänze (gerade wieder neuentdeckt - siehe Rachmaninoff-Thread), Toteninsel, Paganini-Variationen
3.) Sibelius: Sinfonien Nr.1-7, alle sinf.Dichtungen - (Finlandia geht nicht besser, als mit Ashkenazy)
4.) Richard Strauss: Alpensinfonie, Ein Heldenleben, Salomes Schleiertanz, Don Quixote
5.) Bartok: Klavierkonzerte Nr.1 - 3, Konzert für 2Klaviere+Schlagzeug
6.) Debussy: La Mer, Nocturnes, Prelude a`lápres-midi dún faune
7.) Scriabin: Klavierkonzert
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Alfred_Schmidt

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16

Dienstag, 4. Oktober 2005, 10:50

Hallo,

ich gestehe, daß ich "Allroundern" immer ein wenig skeptisch gegenüberstehe.

Das beginnt ja schon bei den "Allround-Dirigenten"

Hier wäre als Beispiel Karajan zu nennen. Einerseits der vielleicht bedeutendste Dirigent der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, andererseits mit Sicherheit kein Barockexperte.
Daß er trotzdem Vivaldi und Bach einspielte, dafür hat man ihn oft "geprügelt", vorzugweise nach seinem Tod.

Schlimmer ist es, wenn eine andere Sparte dazukommt, beispielsweise auftritte als Liedbegleiter oder Konzertpianist.

Bernstein würde ich als Ausnahmeerscheinung sehen - aber da passt "unserer Tage" nun wirklich nicht.

Ashenazy hat in der Tat etliche gute Aufnahmen gemacht - als Pianist und auch als Dirigent, aber Referenzaufnahme ist IMO keine dabei.

Freundliche Grüße aus Wien

Alfred

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teleton

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17

Dienstag, 4. Oktober 2005, 11:48

Hallo Alfred,

ich habe 7 Komponisten aufgeführt, deren Aufnahmen mit Ashkenazy für meinen Geschmack Referenzwürdig sind - kennst Du diese Ashkenazy - Aufnahmen alle ??????????????? Ich glaube nicht, zumal Du ohnehin diese Werke aus dem 20. Jahrhundert nicht gerade favorisierst.

X( Jetzt mit einem Satz meine Begeisterung für Ashkenazy abzuwürgen und zu sagen: "Es ist keine Referenzaufnahme dabei", finde ich unüberlegt, um es nicht krasser auszudrücken.

:hello: Lassen wir mal ein Werk aus meiner Kurzliste herauspicken:
Sibelius - Finlandia
Wer hat dieses kurze Stück packender und präziser in Szene gesetzt als Ashkenazy ???
Sicher gibt es mehrere gute und auch referenzwürdige Aufnahmen
davon.
Wir wollen nicht vergessen: Es kann durchaus mehrere Referenzen geben !

Ich könnte jetzt in meiner wohlüberlegten Liste weiterführen, die ich hiermit nochmals als meine Referenzen bekräftigen möchte.
Man möge hier bessere Interpretationen dieser Werke begründet aufzählen.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

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18

Dienstag, 4. Oktober 2005, 12:36

Hallo Wolfgang,

NIEMAND würgt Deine Begeisterung ab, niemand stellt Deine Aussage in Frage.

Und natürlich kenne ich nicht alles, was Ashkenazy je eingespielt hat, mich interessierten vorwiegend die Beethoven Klavierkonzerte, die Sinfonien. Ich hab natürlich noch einiges.

Ih hab auch nicht geschrieben: Es ist keine Referenzaufnahme dabei, sondern es ist "IMO" keine Referenzaufnahme dabei, habe sen subjektiven Charakter dieser Aussage also betont.

Daß es von einem Werk durchaus MEHRERE Referenzaufnahmen geben kann, da stimme ich voll zu

Freundliche Grüße aus Wien

Alfred

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teleton

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19

Dienstag, 4. Oktober 2005, 14:34

Hallo Alfred,

alles klar "IMO" :D ist die Bezeichnung, die dann hier zählt.

Mit Beethoven, seinen Klavierkonzerten und Sinfonien gebe ich Dir auch Recht, da würde ich Ashkenazy nie als Referenz sehen.
Es sind die Werke des 20.Jahrhunderts, wo Ashkenazy seine Stärke ausspielen kann und eine besonders glückliche Hand hat er bei seinen Landsleuten aus Russland.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

heinz.gelking

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  • »heinz.gelking« ist männlich

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20

Mittwoch, 5. Oktober 2005, 18:28

Hallo,

in der Vergangenheit war vermutlich George Enescu der vielfältigste Musiker: Geiger, Pianist, Komponist (hat er auch dirigiert? - vermutlich). Wie überhaupt die Verbindung Interpret/Komponist früher enger war (Gibt es einen Komponisten des 18./19. Jahrhunderts, der nicht zuerst als Instrumentalist berühmt wurde? - Schumann, gezwungenermaßen, Berlioz (spielte nur Gitarre, war aber ein ausgezeichneter Dirigent), aber sonst?

Heute ist vermutlich Kolja Lessing einer der Vielseitigsten: Geiger, Pianist, Komponist. Hat sowohl Klavieraufnahmen als auch Violinaufnahmen gemacht und tritt als Geiger und als Pianist auf (m.W. jedoch nicht im selben Konzert und natürlich schon gar nicht gleichzeitig).

Ein weiterer sehr vielfältiger Musiker der Gegenwart ist Michel Portal - spielt von Mozart über Brahms bis zum Jazz und zur Neuen Musik ein weites Repertoire, vorwiegend als Klarinettist, aber auch auf anderen Instrumenten, beispielsweise auf dem Bandoneon. Seine Aufnahmen des Klarinettenquintetts und der Klarinettensonaten von Brahms (Harmonia Mundi-CDs) sind ausgezeichnet.

Freundliche Grüße

Heinz

Theophilus

Administrator

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21

Mittwoch, 5. Oktober 2005, 18:41

Hallo,

ich glaube, auch Enescu kann Leonard Bernstein nicht übertreffen. Was bisher nämlich noch nicht zur Sprache kam, ist die Tatsache, das Bernstein nicht nur als Dirigent und Komponist zur Creme des 20. Jahrhunderts zählte, er war auch ein vorzüglicher Pianist und ein herausragender Musikpädagoge.

Als weiteren Universalisten könnte man fast auch Jimmy Levine bezeichnen. Sehr guter Dirigent, guter Pianist (Begleiter und Kammermusiker), sowie 30 Jahre lang Opernchef der MET und gelegentlich Chefdirigent eines Symphonieorchesters.

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

heinz.gelking

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22

Mittwoch, 5. Oktober 2005, 21:59

Hallo Theophilus,

naja, wer Menuhin und Lipatti als Schüler hatte und als Nachfolger Toscaninis in New York im Gespräch war, der kann sich durchaus mit Bernstein messen, finde ich.

Paul Hindemith soll übrigens nicht nur professionell Bratsche gespielt haben (u.a. als Orchester- und Quartett-Musiker, aber auch solistisch), sondern eine ganze Reihe (ich meine, mal die Zahl 10 gelesen zu haben) weiterer Instrumente beherrscht haben. Und Dirigent (zumindest eigener Werke) war er auch.

Freundliche Grüße

Heinz

Theophilus

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23

Mittwoch, 5. Oktober 2005, 22:12

Hallo Heinz

Zitat

naja, wer Menuhin und Lipatti als Schüler hatte und als Nachfolger Toscaninis in New York im Gespräch war, der kann sich durchaus mit Bernstein messen, finde ich.

Das mag schon sein. Ich habe auch lediglich geschrieben, dass er ihn nicht übertrifft! ;)

Aber Enescu in Ehren, die überragende Bedeutung, die Leonard Bernstein mehr als 4 Jahrzehnte im Musikleben hatte, wird man auch ihm kaum zugestehen können.

Das mit Hindemith stimmt. Aber eigentlich sollten wir uns über lebende Künstler streiten, äähh - diskutieren!

Ciao

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martello

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24

Montag, 17. Oktober 2005, 12:38

Die Kombination Komponist-Dirigent-Interpret (wobei ein "halt auch machen" zu wenig ist) kommt ja relativ selten vor.

Wie bereits angesprochen geradezu prototypisch (weil auch zeitgleich) bei Leonard Bernstein und selbstverständlich Benjamin Britten (mag den niemand, weil er bisher nicht erwähnt wurde?); aktuell würden mir Previn (seine Oper "A Streetcar named Desire" nach T. Williams ist sicher nicht klanglich revolutionär, aber eine ausgezeichnete Umsetzung der Vorlage und schlichtweg schön anzuhören) und mit Einschränkungen Maazel und Lukas Foss einfallen.

Häufiger gibt es Komponisten, die gleichzeitig gute bis hervorragende Dirigenten sind, etwa Boulez oder auch Esa-Pekka Salonen, der hier bislang nicht erwähnt wurde. Hans Zender würde auch passen, wenngleich mit beschränkterem Repertoire.

Bei der Kombination Dirigent/Solist will ich mich auf jene beschränken, die beides auf hohem Niveau und getrennt voneinander machen:
Barenboim, Ashkenazy, Christophe Rousset, Rostropowitsch.
Solisten, die nur "vom Instrument aus" dirigieren (Buchbinder, Mutter), da habe ich so meine Zweifel was die tatsächliche Leistung "vom Pult" betrifft. Zudem neigen diese Künstler oft dazu, dass Orchester vom Dialogpartner zum Begleiter zu degradieren.

Künstlern auf dem Niveau der oben genannten, dürfen und sollen beides gleichzeitig machen - ich finde das wunderbar (so wie letzen Sommer in Wien: Boulez dirigiert Mahler - Barenboim dirigiert Boulez - Boulez dirigiert Schönberg mit Barenboim als Solist; und das innerhalb von rund einer Woche).
Mit Künstlern die einen eindeutigen Schwerpunkt haben, aber auch zeigen wollen, dass sie anderes auch können, habe ich solange kein Problem, als sie Repertoire wählen, das sie nicht restlos überfordert.

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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25

Montag, 17. Oktober 2005, 12:50

Ein etwas anderer, aber durchaus erwähnenswerter Allrounder, nämlich als Pianist, Kritiker, Forscher und Schriftsteller ist Charles Rosen (*1927)
(Obendrein war er ursprünglich Romanist und promovierte über das franz. Theater des 18. Jhd.s oder sowas)

viele Grüße

JR
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Pius

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26

Dienstag, 18. Oktober 2005, 00:08

Hallo!

Dann sollte aber auch Ignacy Paderewski (1860-1941) genannt werden!
Er war Pianist, Komponist (Opern, Symphonien, Klavierwerke), Leiter der Chopin-Gesamtausgabe und zwischendurch auch Außenminister und Ministerpräsident von Polen.

Viele Grüße,
Pius.

Theophilus

Administrator

  • »Theophilus« ist männlich

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Registrierungsdatum: 1. Dezember 2004

27

Dienstag, 18. Oktober 2005, 01:09

Hallo,

bevor wir jetzt die gesamte Musikgeschichte nach würdigen Kandidaten durchforsten, sollten wir uns daran erinnern, dass eigentlich nach noch lebenden Subjekten gefragt wurde!

;)

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

28

Sonntag, 27. November 2005, 12:27

ich schließe mich hier Alfred Skepsis an


die Anforderungen sind heute so hoch, daß man zwei dinge nicht auf gleichem Niveau machen kann
(- das ist auch einer der Gründe für mich, gar nicht mit dem Dirigieren zu beginnen, weil ich das Klavier vernachlässigen müßte.)

Barenboim ist IMO ein sehr guter, aber kein ausgezeichneter Pianist...wenig Inspiration...

dirigierende Konzertpianisten finde ich irgendwie peinlich (Vladar...) man benützt den guten Ruf...


wie sehr ist hier mit "Allrounder" auch das Interpretieren unterschiedlichster musikal. Epochen gemeint?
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
(frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

sound67

Anfänger

  • »sound67« ist männlich

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Registrierungsdatum: 19. November 2005

29

Sonntag, 27. November 2005, 12:39

Zitat


Barenboim ist IMO ein sehr guter, aber kein ausgezeichneter Pianist...wenig Inspiration...


Er WAR ein sehr guter Pianist. Siehe z.B. seine neueste Aufnahme des "Wohltemperierten Klaviers". Wenn man zu wenig Zeit zum Üben hat, dann sollte man sich entscheiden: Solist oder Dirigent. Beides zusammen auf höchstem Niveau geht IMHO nicht.

Zitat

dirigierende Konzertpianisten finde ich irgendwie peinlich (Vladar...) man benützt den guten Ruf...


Justus Frantz ... :kotz:

Zitat

wie sehr ist hier mit "Allrounder" auch das Interpretieren unterschiedlichster musikal. Epochen gemeint?


Die Frage nach dem "besten" ist (wie alle solche Fragen) natürlich schon im Ansatz unsinnig.

Gruß, Thomas
The Ralph Vaughan Williams Society
http://www.rvwsociety.com/

30

Sonntag, 27. November 2005, 22:16

Zitat

Wenn man zu wenig Zeit zum Üben hat, dann sollte man sich entscheiden: Solist oder Dirigent. Beides zusammen auf höchstem Niveau geht IMHO nicht.


ganz meine Meinung...
beim Dirigieren läßt sich vielleicht mehr vertuschen als am Instrument - (Lorin Maazel beim Wiener Neujahrskonzert :( 8o )

Wahrscheinlich gehts auch um Geld, um Ideen der Agenturen, neue Einnahmequellen zu erschließen etc... um persönliche Eitelkeiten...
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
(frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)