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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN
  • »Florian Giesa« ist männlich

Beiträge: 547

Registrierungsdatum: 6. November 2006

31

Montag, 26. Februar 2007, 14:46

Hi!

Erstens: OFF - TOPIC :baeh01:

Zweitens: Mathematik :kotz: :kotz: :kotz: :kotz: :kotz: :kotz: :kotz: :kotz: :kotz: :kotz: :kotz:
:no: :no: :no: :no: :no: :no: :no: :no: :no: :no: :no: :no: :no: :no: :no: :no:
:faint: :faint: :faint: :faint: :faint: :faint: :faint: :faint: :faint: :faint: :faint:

LG florian

:hello:
Gustav Mahler: "Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten."

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 504

Registrierungsdatum: 12. August 2005

32

Montag, 26. Februar 2007, 15:05

Das wird zwar offtopic, aber ein erfolgreich geführter Beweis ist natürlich ein Vergnügen. Nur kann es vorher recht mühsam sein. (Das giilt aber für alle möglichen Sachen).
Wenn man die Ausleihmöglichkeit ausklammert, frage ich mich immer noch, woher hier so viele vorher wissen, was ihnen Vergnügen bereiten wird.


viele Grüße

JR (Mathe-LK und Abi-Prfg. vor vielen Jahren gehabt, aber es war auch nicht mein bestes oder vergnüglichstes Fach, die Induktionsbeweise mit Folgen und Reihen gehen aber häufig nach Schema F, keine Kreativität nötig)
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Thomas Pape

Moderator

  • »Thomas Pape« ist männlich

Beiträge: 3 911

Registrierungsdatum: 30. August 2006

33

Montag, 26. Februar 2007, 15:23

Schallplatten oder CD's kaufe ich aus Neugierde. Natrürlich kann man da auch Radio hören oder in die Bibliothek gehen. Allerdings habe ich schon grobe Vorstellungen davon was mir gefallen könnte. Demzufolge ist bei mir -ähnlich wie bei Holger- die Vokalmusik eher schwach bestückt.

Immerhin füttere ich auch in dieser Richtung auf -man wird ja älter und Hörgewohnheiten verändern sich. Bis vor 10 Jahren war Wagner z.B. völlig indiskutabel, heute zählt er zu meinen Lieblingen. Die Liebe zur Schallplatte hat in dieser Hinsicht schon ihre Vorzüge: die Klassikfreaks scheinen zu radikalen Schnitten zu neigen und sich en Block von ihren Schätzen zu trennen, weil es ein neues Medium -in diesem Falle CD- gibt. In der Vergangnheit konnte ich da wundervolles entdecken, weil qualitätvolle Sammlungslots recht günstig kaufen konnte.

Bei CD's kaufe ich oftmals auf Verdacht, habe mich bislang aber selten über einen Kauf geärgert. Ob man das nun als "zu Bildungszwecken" bezeichnen soll? Das geht mir dann doch wieder in die Richtung Bildungsbürgertum und Elite (was ich als genussfern empfinde) und ich bin ein ausgesprochener Genussmensch.

Liebe Grüße vom Thomas :hello:
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • »Kurzstueckmeister« ist männlich

Beiträge: 6 808

Registrierungsdatum: 16. Januar 2006

34

Montag, 26. Februar 2007, 15:30

Zitat

Original von Santoliquido
ich bin ein ausgesprochener Genussmensch.

Ich auch, drum beschäftige ich mich in meiner Freizeit ja NUR mit Kunst.
:yes:

Thomas Pape

Moderator

  • »Thomas Pape« ist männlich

Beiträge: 3 911

Registrierungsdatum: 30. August 2006

35

Montag, 26. Februar 2007, 15:47

@KSM

...und sage mir keiner, daß man die Musik der Moderne nicht genießen könne....

Liebe Grüße vom Thomas :hello:
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • »Kurzstueckmeister« ist männlich

Beiträge: 6 808

Registrierungsdatum: 16. Januar 2006

36

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 11:42

Zitat

Original von Johannes Roehl
Wenn man die Ausleihmöglichkeit ausklammert, frage ich mich immer noch, woher hier so viele vorher wissen, was ihnen Vergnügen bereiten wird.

Naja, vielleicht sagt das die Erfahrung?

Ich traue mir zu, vorauszusagen, dass mir in 5 Jahren Brumel Vergnügen machen wird, obwohl ich aus seiner Zeit nur wenig kenne und das noch nicht so genießen kann wie z.B. Gesualdo oder G Gabrieli, während ich mir zutraue, vorauszusagen, dass mir in 5 Jahren der Gewinner von "Deutschland sucht den Superstar" keine Gänsehäutchen herunterjagen wird, obwohl ich gar nicht weiß, wer das sein wird.

Natürlich gibt es Fälle, wo es fraglich ist, und drum kaufe ich mir jetzt keine Fledermaus. Wirkliches Risiko gibt es vor allem in der gegenwärtigen "Klassik"-Produktion, Birkenkötter z.B. habe ich auf gut Glück angeschafft. Aber da war die Vorauswahl des "Deutschen Musikrats" gegeben und ich habe nicht erwartet, dass er mich im selben Ausmaß in Extase versetzt, wie Lachenmann.

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 504

Registrierungsdatum: 12. August 2005

37

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 12:04

Zitat

Original von Kurzstueckmeister

Zitat

Original von Johannes Roehl
Wenn man die Ausleihmöglichkeit ausklammert, frage ich mich immer noch, woher hier so viele vorher wissen, was ihnen Vergnügen bereiten wird.

Naja, vielleicht sagt das die Erfahrung?

Ich traue mir zu, vorauszusagen, dass mir in 5 Jahren Brumel Vergnügen machen wird, obwohl ich aus seiner Zeit nur wenig kenne und das noch nicht so genießen kann wie z.B. Gesualdo oder G Gabrieli, während ich mir zutraue, vorauszusagen, dass mir in 5 Jahren der Gewinner von "Deutschland sucht den Superstar" keine Gänsehäutchen herunterjagen wird, obwohl ich gar nicht weiß, wer das sein wird.


Ja, natürlich sind ein paar Fälle klar. Aber wenn ich bspw. überhaupt nichts von irgendeinem Komponisten kenne, der nach Brahms oder vor Bach gelebt hat (und es ist gar nicht mal unwahrscheinlich, einige Jahre lang so sozialisiert zu werden), muß ich doch ohne Vorhersagemöglichkeit, z.B. Gesualdo, Monteverdi oder Josquin oder Strawinsky, Messiaen oder Ligeti anhören. Ich kann mich manchmal systematisch herantasten. Aber das werde ich als Anfänger auch eher selten tun, sondern eben nach den berühmtesten Namen gehen, was zu einigen "Sprüngen" führen wird. Und da werden mir viele Sachen zunächst nicht, manche vermutlich nie gefallen.
Die Möglichkeit positiv überrascht zu werden, Neues zu entdecken, beinhaltet immer auch die, enttäuscht zu werden.
Ich weiß ja auch nicht, ob mich ein weniger bekannter Komponist einer recht gut vertrauten Epoche, sagen wir Gyrowetz oder Pleyel, nicht zu Tode langweilt, obwohl mir Haydn gefällt. Wie viele Hörer hören aus dem Barock nur JS Bach? (nicht wenige, meinem Eindruck nach)

OT: heute früh im Radio sprach jemand Dufay wie "Düfa-i" (bißchen übertrieben, aber jedenfalls "ai" mit etwas abgesetztem "i") aus, ich hatte bisher immer gedacht, das hieße "Düfä" (wie in "fait") ?(
War das vielleicht der Versuch, eine altfranzösische Aussprache nachzuahmen? oder einfach falsch? oder war meine bisherige Vorstellung falsch?

JR
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pbrixius

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38

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 12:24

Zitat

Original von Johannes Roehl
OT: heute früh im Radio sprach jemand Dufay wie "Düfa-i" (bißchen übertrieben, aber jedenfalls "ai" mit etwas abgesetztem "i") aus, ich hatte bisher immer gedacht, das hieße "Düfä" (wie in "fait") ?(
War das vielleicht der Versuch, eine altfranzösische Aussprache nachzuahmen? oder einfach falsch? oder war meine bisherige Vorstellung falsch?


Lieber Johannes,

Dufay wird diphtongisiert. Aber es gibt ja noch andere Namen, über die man stolpern kann. Bei mir war es Purcell. Ich saß während eines ganzen Workshops über Purcell da (Referate u.a. von gestandenen Oxford-Professoren) und versuchte eine Gemeinsamkeit zwischen den "Purcells" zu finden. Am Ende landete ich bei schwebender Betonung ....

Liebe Grüße Peter
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
(Goethe)

Ulli

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39

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 12:27

Zitat

Original von Johannes Roehl
OT: heute früh im Radio sprach jemand Dufay wie "Düfa-i" (bißchen übertrieben, aber jedenfalls "ai" mit etwas abgesetztem "i") aus, ich hatte bisher immer gedacht, das hieße "Düfä" (wie in "fait") ?(
War das vielleicht der Versuch, eine altfranzösische Aussprache nachzuahmen? oder einfach falsch? oder war meine bisherige Vorstellung falsch?

JR


Schau oder frag doch mal da:

Verzeihung, sprechen Sie Klassisch?

M.E. muß es ai ausgesprochen werden - er schreibt sich ja nich Dufait...

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Robert Stuhr

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40

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 12:30

Zitat

Original von Johannes Roehl
Ja, natürlich sind ein paar Fälle klar. Aber wenn ich bspw. überhaupt nichts von irgendeinem Komponisten kenne, der nach Brahms oder vor Bach gelebt hat (und es ist gar nicht mal unwahrscheinlich, einige Jahre lang so sozialisiert zu werden), muß ich doch ohne Vorhersagemöglichkeit, z.B. Gesualdo, Monteverdi oder Josquin oder Strawinsky, Messiaen oder Ligeti anhören.


Wo liegt denn da ein Problem?
Ich melde mich bei www.naxos.com an, schließe ein Jahresabo für 20,00 Euro, und höre soviel unbekannte Musik wie ich will. Dann sollten Fehlkäufe sehr selten sein. Zwar weist das Programm gewisse Lücken auf, die Auswahl reicht aber für einen sehr guten Überblick. Vom Internetradio ganz zu schweigen.

Für die Musik der Barockzeit und früher kann man soooo falsch auch bei unbekannten Komponisten nicht liegen, wenn man sich zB an den Musikgattungen orientiert. Wenn ich geistl Vokalwerke von Palestrina mag, stehen die Chancen nicht schlecht, daß mir auch geistl Vokalwerke seiner Zeitgenossen gefallen. Wenn mich die Violinkonzerte von Tartini begeistern, dann wohl auch die von Locatelli, Nardini oder Vivaldi.

Das funktioniert auch noch für Vorklassik, Klassik oder Romantik ganz gut.

Lediglich bei der Musik ab etwa 1920 gilt das mE nur eingeschränkt oder gar nicht. Wenn ich Scelsi mag, muß das nicht auch für Lachenmann oder Rihm gelten. Wer RVW-Fan ist, mag bei Britten oder Walton schon enttäuscht sein. Aber Naxos.com ist immmer ein guter Anlaufpunkt.
Ermutigung nach 200 Jahren (auf dem heimweg von einem orgelkonzert)
Zu füßen gottes, wenn
gott füße hat,
zu füßen gottes sitzt
bach,
nicht
der magistrat von leipzig
(Reiner Kunze, Auf eigene Hoffnung, Gedichte)

pbrixius

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41

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 12:30

Zitat

Original von Ulli
M.E. muß es ai ausgesprochen werden - er schreibt sich ja nich Dufait...


Recht hast Du, lieber Ulli, aber bei Namen weiß man nie. Als ich die gute Dessay diphtongisierte, hat mich ein entsprechender kalter Guss aus dem französischen Norden erwartet - das hätte ich doch wissen müssen, dass sie sich ....

Liebe Grüße Peter
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
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42

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 12:33

Ja, bei Namen ist das eher schwierig - nicht jeder frz. Name stammt aus dem Französischen, nicht jeder Deutsche aus Deutschen Landen... dazu sollte ja auch der Link dienen.

Bei Dufay eher noch aj - wie in Mayonnaise [da steckt dann beides drin, nette Eselsbrücke]

:]
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43

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 12:40

Zitat

Original von Ulli
Ja, bei Namen ist das eher schwierig - nicht jeder frz. Name stammt aus dem Französischen, nicht jeder Deutsche aus Deutschen Landen... dazu sollte ja auch der Link dienen.

Bei Dufay eher noch aj - wie in Mayonnaise [da steckt dann beides drin, nette Eselsbrücke]

:]


Ich hätte es nicht tun sollen :wacky: Ich habe im Aussprachewörterbuch nachgeschlagen. Da stand bei Dufay ein "ä" wie bei "fait" ...

Da werde ich mal morgen im großen Bruder nachsehen :yes:

Liebe Grüße Peter

PS: Ich verpflanze die Diskussion nach Beendigung in den von Dir genannten Thread
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
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44

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 12:51

Da bin ich wirklich gespannt drauf...

:hello:

Ulli
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45

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 12:58

Zitat

Original von pbrixius
Ich hätte es nicht tun sollen :wacky: Ich habe im Aussprachewörterbuch nachgeschlagen. Da stand bei Dufay ein "ä" wie bei "fait" ...

Da werde ich mal morgen im großen Bruder nachsehen :yes:


wikipedia.fr hat mich erst einmal wieder gerettet:

Le compositeur franco-flamand Guillaume Dufay est né vers 1400 peut-être à Cambrai ou Fay près de Cambrai, plus probablement à Beersel -non loin de Bruxelles- ou Chimay -non loin de Charleroi-, et mort à Cambrai le 27 novembre 1474. Son nom dit d'ailleurs son origine et doit être prononcé en trois syllabes, comme ceux des hameaux de Wallonie et du nord de la France qui parlent d'un « fayt », c'est-à-dire d'une hêtraie[1].

... in drei Silben ... die Franzosen müssen es doch wissen!

Liebe Grüße Peter
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46

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 13:14

Also doch eine Ehrenrettung des hr-Redakteurs?
Wobei der das wirklich beinahe mit trema, also tatsächlich dreisilbig "Dü-fa-i", nicht wie in "mayonaise" ausgesprochen hat.

Bei Purcell ist mein Stand: Betonung auf der ersten Silbe, aber deutliche Artikulation der zweiten: Also nicht Pörßl, sonder PÖR-sell.

DOWland wird zumindest heute wohl so gesprochen, daß es sich mit "how", nicht mit "low" reimt. (Ich dachte früher, u.a. wegen des Mottos "semper dolens", daß es mit lowland reimen müßte)

Daß es hier bei den bis heute nicht unerheblichen lokalen Aussprachevariationen im Englischen vielleicht keine Einheitlichkeit gibt, obwohl es Namen sind, wundert mich nicht.

:hello:

JR (für Latinisierung von Eigennamen, dann ist wenigstens die Aussprache klar!)
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47

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 13:27

Zitat

Original von Johannes Roehl
Also doch eine Ehrenrettung des hr-Redakteurs?


...vor allem Peters und meiner Person.

:pfeif:

Wobei ich doch davon ausgehe, daß Redaktöre der Kultursender sowas drauf haben... mittlerweile jedenfalls.

:hello:

Ulli
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48

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 15:53

Zitat

Original von pbrixius
... in drei Silben ... die Franzosen müssen es doch wissen!


Schön wär's, lieber Peter. ;)

Wer Zugang zu JSTOR hat, kann eine in den 60er Jahren in diversen Fachzeitschriften ausgetragene Kontroverse von Sprachwissenschaftlern und Musikologen über die Aussprache des Namens Dufay nachlesen. Dabei wurden Indizien aus allen Bereichen aufgefahren - Dufays musikalische Signatur, Reimwörter in zeitgenössischer Dichtung, speziell auch in mehrsprachigen Motetten Dufays, lokale Sprachtraditionen (die sehr uneindeutig sind, besonders in historischer Perspektive), Belege aus der Heraldik usw. usw.

Ich hab das nur überflogen, es ist stellenweise recht komisch. Offenbar steht fest, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: entweder zweisilbig Du-fay (wie "fais" im heutigen Französisch) oder dreisilbig Du- fa - i (also wirklich dü - fa - i gesprochen, wie anscheinend vom hr-Redakteur). Im 19. Jahrhundert hat wohl nur die zweisilbige Aussprache existiert, die Hypothese von der Dreisilbigkeit wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts aufgebracht. Ob die Kontroverse der 60er Jahre zu einer Entscheidung gebracht wurde oder ob es neue Forschungen gibt, weiß ich nicht (der frz. Wiki-Artikel bezieht sich ja nur auf eine recht obskure Internetquelle).

Wenn ich mich noch richtig an ein einst belegtes Seminar in französischer Phonologie/Phonetik erinnere, dann ist in keiner europäischen Sprache das Verhältnis zwischen Schreibung und Lautung so kompliziert und irregulär wie im Französischen - und zwar so kompliziert, dass auch französische Muttersprachler damit schwere Probleme haben. Wenn dann noch die Dimensionen der Sprachgeschichte und der lokalen Sprachtraditionen dazukommen, wird's ganz haarig - die Dufay-Kontroverse ist wohl nur ein Beispiel.


Viele Grüße

Bernd
Was heut gehet müde unter, hebt sich morgen neugeboren.