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Edwin Baumgartner

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Beiträge: 5 599

Registrierungsdatum: 17. Dezember 2005

31

Montag, 27. Februar 2006, 21:23

Aber es gibt mehr Pauken und Trompeten als in jeder durchschnittlichen barocken Festmusik! Dafür kann man ein paar Akkordeonakkorde und etwas Geklapper und Geschnalze locker in Kauf nehmen!
...

Ulli

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Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

32

Montag, 27. Februar 2006, 21:28

Salut,

das Akkordeon halte ich persönlich für ein klangschönes Instrument. Es hat aber m. E. in der "Klassik" nichts zu suchen. Warum? Es passt nicht. Es gibt wunderbare Akkordeonmusik und Virstuosen auf diesem Instrument, ich habe es in Freiburg erlebt. Und "Geräuschinstrumente"? Was soll das sein?

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

klingsor

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Beiträge: 2 498

Registrierungsdatum: 26. April 2005

33

Montag, 27. Februar 2006, 22:35

hallo, edwin, ja, die oktoberkantate kenne und schätze ich seit jahren in diesem zusmmenhang .. ich habe eine aufnahme mit järvi auf chandos .... da gehts nun wirklich rund .... :D
--- alles ein traum? ---

klingsor

der Lullist

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Beiträge: 3 963

Registrierungsdatum: 13. Januar 2005

34

Sonntag, 3. Juni 2007, 23:13

Mir ist noch eine besondere Sammlung eingefallen, die man hier unbedingt erwähnen muss:


"Pièces des Trompettes et Timbales" von André Danican Philidor aus dem Jahre 1685.

Für die Grande Ecurie de Versailles verfasst, waren diese Stücke für alle möglichen staatlichen und zeremoniellen Anlässe gedacht:
Von den Ankünften der Prunkkutschen bis hin zu den "Caroussels", den Staatsempfängen, kirchlichen Festen, Feuerwerk usw.


Leider ist nur wenig davon auf CD zu bekommen - ist aber auch keine besonders intellektuelle Musik - dafür aber laut :D

wolkenstein

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Beiträge: 314

Registrierungsdatum: 27. April 2007

35

Montag, 4. Juni 2007, 22:35

Die revolutionäre Ästhetik des russischen Futurismus liegt
eindeutig außerhalb meines aktuellen Interessengebietes,
wenngleich von Herrn E. Baumgartner ermutigt, möchte
ich doch auf einen weiteren Höhepunkt der proletarischen Kunst
hinweisen:

"Die Sinfonie der Fabriksirenen" von Arseny Avramov
/alias Arseny Krasnokutsky alias "Ars"/. Der Autor
war mit S. Tanejew und L. Termen befreundet,
unterrichtete an den Musikhochschulen in Moskau und Rostow,
erschuf ein eigenes "universelles" 48-Ton-System und
bereiste sogar 1927 Deutschland mit einer
Vortragsreihe.

Bis auf ein kurzes fettes Fanfaren-Intro könnte man
"Die Sinfonie der Fabriksirenen" als eine futuristische Collage
beschreiben, die Revolutionslieder und Hymnen zitierte
/Die Internationale, Die Marseillaise und mehr dgl./

Die Uraufführung fand am 7. November 1922 statt
in Baku am Kaspischen Meer unter reger
Beteiligung der Arbeiter, Soldaten, Werktätigen und
allerhand heulenden, hupenden und schießenden
Gerätschaften: Fabriksirenen, Autohupen,
Nebelhörner der Schiffe im Hafen, Kanonenschüsse usw.
kamen zum Einsatz.
Ein Jahr später wurde "die Sinfonie" in Moskau wiederholt,
wo zusätzlich 20 Flugzeuge über dem Roten Platz
die Luft erbeben ließen.

P.S.
Bemerkenswet, dass gerade bei 4`33`` das wohlgesteuerte
Geheule und Gehupe sich zu einem Dur-Dreiklang zusammenfügte.

Schöne Grüße aus Köln

:hello:
in the midst of life we are in death.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »wolkenstein« (4. Juni 2007, 22:39)