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Mittwoch, 23. Mai 2018, 11:29

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

„Hör' ich das Liedchen klingen“, op.48, Nr.10

Hör' ich das Liedchen klingen, Das einst die Liebste sang, So will mir die Brust zerspringen Vor wildem Schmerzendrang. Es treibt mich ein dunkles Sehnen Hinauf zur Waldeshöh', Dort löst sich auf in Tränen Mein übergroßes Weh'. Diese Verse Heines beziehen ihre poetische Aussage aus der Bipolarität zwischen sprachlich-epischem und lyrisch-evokativem Gestus. Sie erzählen eine kleine, sich aus dem Erklingen eines Liedchens ergebende Geschichte, bauen dabei aber ein hohes evokatives lyrisch-sprachli...

Sonntag, 20. Mai 2018, 19:41

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

Karlrobert Kreiten - Jung stirbt, wen die Götter lieben!

Zit. Rheingold: "Meine Schwierigkeiten habe ich allerdings mit der Überschrift dieses Threads, ..." Mich hat dieser Thread-Titel auch gestört. Diese zum Sprichwort gewordene Weisheit des Titus Maccius Plautus „Quem die diligunt, adulescens moritur“ will zum grausamen Schicksal dieses jungen Pianisten nicht nur nicht passen, sie wirkt wie eine höhnische Perversion desselben. Vielleicht hätte man sie, wenn man den Buchtitel schon verwenden möchte, von Anfang an als Zitat ausweisen und anschließend...

Sonntag, 20. Mai 2018, 11:22

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

„Das ist ein Flöten und Geigen“, op.48, Nr.9

Das ist ein Flöten und Geigen, Trompeten schmettern darein (Heine: drein); Da tanzt wohl (Heine: ohne „wohl“) den Hochzeitsreigen Die Herzallerliebste mein. Das ist ein Klingen und Dröhnen, Ein Pauken und ein Schalmei'n; (Heine: Von Pauken und Schalmei´n) Dazwischen schluchzen und stöhnen Die lieblichen (Heine: guten) Engelein. Bitterer Sarkasmus bleibt dem lyrischen Ich nur, - bei diesem Erlebnis des „Hochzeitreigens“ seiner „Liebsten“, das sich auf rein akustische Erfahrungen beschränkt, da es...

Mittwoch, 16. Mai 2018, 11:36

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

„Und wüßten's die Blumen, die kleinen“, op.48, Nr.8

Und wüßten's die Blumen, die kleinen, Wie tief verwundet mein Herz, Sie würden mit mir weinen, Zu heilen meinen Schmerz. Und wüßten's die Nachtigallen, Wie ich so traurig und krank, Sie ließen fröhlich erschallen Erquickenden Gesang. Und wüßten sie mein Wehe, Die goldnen Sternelein, Sie kämen aus ihrer Höhe, Und sprächen Trost mir ein. Sie (Heine: Die) alle können's nicht wissen, Nur Eine kennt meinen Schmerz; Sie hat ja selbst zerrissen, Zerrissen mir das Herz. Es ist das aus dem verwundeten He...

Sonntag, 13. Mai 2018, 11:38

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

„Ich grolle nicht“, op.48, Nr.7

Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht, Ewig verlor'nes Lieb, ich grolle nicht. Wie du auch strahlst in Diamantenpracht, Es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht. Das weiß ich längst. Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht, Ich sah dich ja im Traume (Heine: Traum), Und sah die Nacht in deines Herzens Raume (Heine: Raum), Und sah die Schlang', die dir am Herzen frißt, - Ich sah, mein Lieb, wie sehr du elend bist. Ich grolle nicht. Schumann hat durch Textwiederholungen und ei...

Samstag, 12. Mai 2018, 18:22

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

Robert Schumann und Heinrich Heine. Eine künstlerische Begegnung und ihre liedmusikalischen Folgen

Das ist zwar ganz bestimmt nicht das Marienbild, in dem Heine, als er ihm im Dom zu Köln als Betrachter gegenüberstand, mit einem Mal das Antlitz seiner Geliebten aufscheinen sah. Aber es ist verständlich, dass es Dir, wie Du sagst, lieber hart, „vor Deinem geistige Auge erscheint“, wenn Du Schumanns Lied hörst. Diese Maria ist noch lieblicher als die auf dem Altarbild im Kölner Dom, und es schweben auch viel mehr Englein um sie herum. Und was mich stutzig macht: Hier sind auch die um sie schweb...

Donnerstag, 10. Mai 2018, 11:52

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

Robert Schumann und Heinrich Heine. Eine künstlerische Begegnung und ihre liedmusikalischen Folgen

Zu Deiner Frage, lieber hart: Heines Gedicht nimmt Bezug auf ein Bild Stefan Lochners. Er malte es 1445 für die Ratskapelle St. Maria in Jerusalem in Köln. Im Jahre 1810 kam das Bild dann in den Kölner Dom, und Heine fühlte sich, als er davorstand, zu diesen Versen inspiriert. Es ist allerdings auf Holz gemalt. Wie Heine auf "Leder" kommt, ist mir auch nicht so recht erklärlich. Aus dem - zwangsläufig - großen Abstand, in dem er es sah, könnte der rauhe Untergrund aber durchaus den Gedanken "auf...

Mittwoch, 9. Mai 2018, 11:30

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

„Im Rhein, im heiligen Strome“, op.48, Nr.6

Im Rhein, im heiligen (Heine: schönen) Strome, Da spiegelt sich in den Well'n Mit seinem großen Dome Das große, heilige Köln. Im Dom da steht ein Bildnis, Auf gold´nem Leder gemalt; In meines Lebens Wildnis Hat's freundlich hineingestrahlt. Es schweben Blumen und Eng'lein Um unsre liebe Frau; Die Augen, die Lippen, die Wänglein, Die gleichen der Liebsten genau. Es ist ein um Grunde ungeheuerliches, mit der Anmutung der Blasphemie spielendes Ereignis, das im Zentrum dieser Verse steht: Die Begegn...

Sonntag, 6. Mai 2018, 19:13

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

Regisseurstheater-Flüchtlinge

Danke, lieber Dottore! Natürlich muss es "des Regisseurtheater-Konzepts" heißen. Und ich bitte für diesen Fehler um Entschuldigung. Im übrigen: Das war ja nur die Notiz eines an der hiesigen Diskussion nicht beteiligten und diesbezüglich inkompetenten Lesers, also nicht wirklich der Rede wert. Was mir dabei durch den Kopf ging, dass es sich nämlich bei dem Zitat, auf das ich mich bezog, im Grunde um eine - gewiss unbewusste und damit ungewollte - Rechtfertigung der Forderung nach Werktreue in de...

Sonntag, 6. Mai 2018, 11:32

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

„Ich will meine Seele tauchen“, op.48, Nr.5

Ich will meine Seele tauchen In den Kelch der Lilie hinein; Die Lilie soll klingend hauchen Ein Lied von der Liebsten mein. Das Lied soll schauern und beben Wie der Kuß von ihrem Mund, Den sie mir einst gegeben In wunderbar süßer Stund'. Ein überaus subtiles metaphorisches Spiel ereignet sich in diesem Gedicht. Da ist ein Eintauchen der Seele in den Kelch der Lilie, die zum Symbol der Reinheit geworden ist und in diesem Zusammenhang mit Maria identifiziert wurde. Ein Bild des Eingehens in naturh...

Sonntag, 6. Mai 2018, 11:08

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

Regisseurstheater-Flüchtlinge

Zit. Amfortas08: "Das erinnert an eine Beobachtung, als einer kleinen Tochter aus einem Versebuch (Häschenschule) vorgelesen wurde. Als die Mutter wagte, dabei einige Verse und Reime zu verändern, schlug ihr das Kind – ob ihrer Änderungen, die der Kleinen als Verfälschungen rüberkam - wütend das Buch aus den Händen und bestand auf korrekte Rezitation." Da musste ich nun wirklich schallend lachen. Schöner kann man sich als Verteidiger als Regisseurtheater-Konzepts gar nicht argumentativ selbst wi...

Donnerstag, 3. Mai 2018, 11:28

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

„Wenn ich in deine Augen seh'“, op.48, Nr.4

Wenn ich in deine Augen seh', So schwindet all' mein Leid und Weh; Doch wenn ich küsse deinen Mund, So werd' ich ganz und gar gesund. Wenn ich mich lehn' an deine Brust, Kommt's über mich wie Himmelslust; Doch wenn du sprichst: Ich liebe dich! So muß ich weinen bitterlich. Das lyrische Ich ist mit diesen Versen nach dem monologischen, sich im Raum der seelischen Innenwelt entfaltenden verzückten Kreisen um die Erfahrung des Verliebt-Seins zum nach außen gerichteten, sich wieder der Perspektive d...

Montag, 30. April 2018, 11:27

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

„Die Rose, die Lilie“, op.48, Nr.3

Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne, Die liebt' ich einst alle in Liebeswonne. Ich lieb' sie nicht mehr, ich liebe alleine Die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine; Sie selber, aller Liebe Wonne (Heine: „Bronne“), Ist Rose und Lilie und Taube und Sonne. (Ich liebe alleine die Kleine, die Feine, Die Reine, die Eine, die Eine.) Man kann diesen lyrischen Text und Schumanns Komposition darauf als von dem Geist, der lyrisch-musikalischen Grundaussage dieses Zyklus abweichend betrachten. Dietr...

Freitag, 27. April 2018, 11:26

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

„Aus meinen Tränen“, op.48, Nr.2

Aus meinen Tränen sprießen Viel blühende Blumen hervor, Und meine Seufzer werden Ein Nachtigallenchor. Und wenn du mich lieb hast, Kindchen, Schenk' ich dir die Blumen all', Und vor deinem Fenster soll klingen Das Lied der Nachtigall. In seiner Anlage, seinem Gehalt und der darin sich bekundenden Haltung des lyrischen Ichs weist dieses Gedicht eine innere Verwandtschaft zum vorangehenden auf. Es folgt ja im „Lyrischen Intermezzo“ unmittelbar auf dieses. Wieder zwei Strophen, und wieder die erste...

Dienstag, 24. April 2018, 11:24

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

„Im wunderschönen Monat Mai“, op.48, Nr.1

Im wunderschönen Monat Mai, Als alle Knospen sprangen, Da ist in meinem Herzen Die Liebe aufgegangen. Im wunderschönen Monat Mai, Als alle Vögel sangen, Da hab' ich ihr gestanden Mein Sehnen und Verlangen. Ein schlichter, ja lapidar sachlich konstatierender lyrisch-sprachlicher Gestus ist diesen Versen eigen, denn das temporale „als“ der zweiten Strophenverse ist in beiden Fällen der Auftakt zur lapidaren Feststellung „da ist“. Und eingebunden ist dies in die gleichsam als einleitender Rahmen au...

Montag, 23. April 2018, 18:57

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

Robert Schumann und Heinrich Heine. Eine künstlerische Begegnung und ihre liedmusikalischen Folgen

Ich bin es, lieber operus, der zu danken hat! Eine solche Rückmeldung auf meine Beiträge zum Tamino-Forum, wie sie mir hier durch Dich zuteil wird, ist wahrlich so etwas wie ein mich ermunterndes und im permanenten Ringen mit meinen Selbstzweifeln mich stärkendes Lebenselixier. Klingt pathetisch, ich weiß. Ist aber eine Tatsache.

Montag, 23. April 2018, 11:31

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

„Dichterliebe“, op.48

„Angefangen am 24sten Mai 1840“, das vermerkt Schumann im Manuskript dieses Liederzyklus, dem er, wohl im Rückgriff auf einen Vers Rückerts („Dichterliebe hat eignes Unglück stets betroffen. Hohe Götter, lasset mich das Beste hoffen!“), den Titel „Dichterliebe“ gegeben hat. Die lyrischen Texte dazu wählte er aus Heines „Lyrischem Intermezzo“. Ursprünglich umfasste der Zyklus, so wie Schumann ihn im November 1843 dem Verlag Peters anbot, zwanzig Lieder. In der Edition von 1844, die der Sängerin W...

Freitag, 20. April 2018, 11:33

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

„Abends am Strand“, op.45, Nr.3

Wir saßen am Fischerhause, Und schauten nach der See; Die Abendnebel kamen, Und stiegen in die Höh'. Im Leuchtturm wurden die Lichter Allmählich angesteckt, Und in der weiten Ferne Ward noch ein Schiff entdeckt. Wir sprachen von Sturm und Schiffbruch, Vom Seemann, und wie er lebt, Und zwischen Himmel und Wasser, Und Angst und Freude schwebt. Wir sprachen von fernen Küsten, Vom Süden und vom Nord, Und von den seltsamen Menschen Und seltsamen Sitten dort. Am Ganges duftet's und leuchtet's, Und Rie...

Mittwoch, 18. April 2018, 10:51

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

Robert Schumann und Heinrich Heine. Eine künstlerische Begegnung und ihre liedmusikalischen Folgen

Zit.: "Heine dichtete sie auf einem Balle mit Bezug auf seine Schuhe, die ihn fürchterlich drückten.« Ja, lieber hart, diese „Interpretation“ des Heine-Vierzeilers ist mir bekannt. Zwar nicht aus der von Dir erwähnten Zitate-Sammlung, von deren Existenz ich bislang gar nichts wusste, aber – von Dietrich Fischer-Dieskau. Der hat sie nämlich – zu meiner großen Verwunderung! - übernommen. In seinem Schumann-Buch findet sich zu diesem Lied die Anmerkung: „Alle uns bekannten Vertoner dieses Vierzeile...

Dienstag, 17. April 2018, 11:27

Forenbeitrag von: »Helmut Hofmann«

„Du bist wie eine Blume“, op.25, Nr.24

Du bist wie eine Blume, So hold und schön und rein; Ich schau’ dich an, und Wehmut Schleicht mir ins Herz hinein. Mir ist, als ob ich die Hände Aufs Haupt dir legen sollt’, Betend, daß Gott dich erhalte So rein und schön und hold. Diese Verse von Heine haben nicht ohne Grund viele Komponisten, zweihundert dürften es sein, zu einer Vertonung geradezu herausgefordert. Nicht nur ihre lyrisch-sprachliche Klanglichkeit dürfte dafür verantwortlich sein, auch ihre metaphorische Zartheit wirkt geradezu ...